Zum Inhalt springen

Schokolade beim Hund

Schokolade ist für Hunde giftig, weil sie Theobromin enthält. Je dunkler die Schokolade, desto höher der Theobromin-Gehalt und desto gefährlicher. Eine Tafel Zartbitterschokolade kann für einen 20 kg schweren Hund tödlich sein. Bei Verdacht sofort den Tierarzt anrufen, den Hund nicht selbst zum Erbrechen bringen.

5 Min. Lesezeit
Ein besorgter Hund mit Schokoladensymptomen, umgeben von einem Tierarzt und Schokoladentafeln im Hintergrund.

Ist Schokolade giftig für Hunde?

Ja. Schokolade ist giftig für Hunde wegen Theobromin. Hunden fehlt das Leberenzym, um es abzubauen. Am meisten Theobromin enthalten Bitterschokolade, Zartbitterschokolade und Kochschokolade. Erste Symptome treten etwa 2–4 Stunden nach dem Verzehr auf.

Der Wirkstoff Theobromin

Tabelle mit dem Titel „Toxische Mengen von Theobromin" zeigt Theobrominmengen und toxische Dosen, wenn ein Hund Schokolade gefressen hat. Enthält ungesüßten Kakao, dunkle Schokolade, halbsüße Schokolade und Milchschokolade mit unterschiedlichen mg-Mengen und toxischen Dosen für 10 kg und 20 kg schwere Hunde.

Theobromin wird im Hundekörper wesentlich langsamer abgebaut als beim Menschen. Die Halbwertszeit liegt bei etwa 17,5 Stunden: nach einem Tag sind also noch 50 % des Gifts im Körper. Bei regelmäßigem Konsum reichert sich der Stoff an.

Die tödliche Dosis liegt bei ca. 100 mg Theobromin pro kg Körpergewicht. Für kleine Rassen wie Yorkshire Terrier kann bereits eine Tafel dunkle Schokolade diese Menge enthalten. Erste Symptome zeigen sich aber schon bei deutlich niedrigeren Dosen.

Der Theobromingehalt hängt direkt vom Kakaoanteil ab: je dunkler die Schokolade, desto gefährlicher.

Was ist mit Hundeschokolade?

Hundeschokolade hat einen sehr geringen Kakao- und Zuckeranteil und ist in der Regel nicht toxisch. Sie enthält hauptsächlich Milch, Molkereiprodukte, Fette, Zucker und pflanzliche Nebenerzeugnisse. Da Hunde den Unterschied nicht erkennen können, empfehlen viele Tierärzte trotzdem, auf Hundeschokolade zu verzichten: sie könnte das Interesse an echter Schokolade wecken.

Symptome einer Schokoladenvergiftung

Ein angebissenes Stück Schokolade liegt auf einer dunklen Holzoberfläche. Ein Text warnt vor den Auswirkungen: Selbst geringe Mengen Theobromin können bei Hunden zu Unruhe und Erbrechen führen. Die ersten Symptome treten bereits bei 20 mg/kg auf.

Die ersten Symptome tauchen etwa 2–4 Stunden nach dem Verzehr auf. Im vollen Umfang treten sie nach 12–36 Stunden auf und können sich bis zu 72 Stunden hinziehen.

Bei geringer Dosis:

  • Unruhe
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Aufgeblähter Bauch
  • Verstärkter Durst

Bei starker Dosis:

  • Krämpfe
  • Anormale Atmung, Atembeschwerden
  • Zittern bis Anfälle
  • Bewusstseinsstörungen
  • Herzrhythmusstörungen, Herzversagen, Tod

Ältere Hunde mit Herzproblemen tragen ein besonders hohes Risiko.

Was tun bei einer Schokoladenvergiftung?

Warte nicht auf die ersten Symptome. Sobald du feststellst, dass dein Hund Schokolade gefressen hat:

  1. Notfall-Ration Aktivkohle verabreichen: bindet Theobromin im Verdauungstrakt. Dosierung: 1 g pro kg Körpergewicht.
  2. Sofort den Tierarzt anrufen: Sorte und Menge der gegessenen Schokolade feststellen und mitteilen.
  3. Schokoladenpackung mitnehmen: der Tierarzt kann damit schneller die aufgenommene Theobromindosis berechnen.
  4. Kein Erbrechen erzwingen: der Hund könnte geschwächt sein und sich dabei verschlucken.

Im Notfall, wenn kein Transport möglich ist, Feuerwehr-Notruf unter 112.

Beim Tierarzt angekommen, wird gezieltes Erbrechen oder Aktivkohle eingesetzt: je nach Zeitpunkt nach dem Verzehr.

Vorbeugung

Schokolade sicher aufbewahren

Alle kakaohaltigen Produkte an unerreichbaren Stellen lagern: verschlossene Speisekammer, hohes Regal oder verriegelter Schrank. Bei Festtagen Deko-Schokolade entsprechend hochstellen.

Kinder und Gäste aufklären

Kleinkinder teilen gerne: auch mit dem Hund. Alle Personen im Haushalt und Besuch sollten wissen, dass Schokolade für Hunde lebensgefährlich ist. Kinder nicht mit Schokolade naschen lassen, wenn der Hund dabei ist.

Training

Mit gezieltem Anti-Giftköder-Training lässt sich beibringen, nichts vom Boden oder vom Tisch zu schnappen und nur Futter anzunehmen, das ausdrücklich erlaubt wird. Das schützt auch vor anderen Giftstoffen beim Spaziergang.

Hast du aufgepasst?

Frage 1 von 3

Warum ist Schokolade für Hunde giftig, aber für Menschen nicht?

Alle Themen rund um die Hundehaltung findest du bei Hundeo Pro. Von Erziehung über Ernährung bis Gesundheit: strukturierte Kurse mit Videoanleitung, Trainings-Tracking und bei Problemen persönliche Hilfe von echten Trainern.

Häufig gestellte Fragen

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Geschrieben von

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Tierarzt & Fachautor

Mag.med.vet. (Tiermedizin)Praktizierender TierarztCo-Autor der Hunde Gesundheits Bibel

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic erstellt medizinisch fundierte Artikel und Videos zu Tiergesundheitsthemen. Er ist Co-Autor der Hunde Gesundheits Bibel und sorgt mit seiner Expertise für fachlich korrekte Inhalte bei Hundeo.

Symptome erkennen und richtig handeln

Mit dem Symptom-Tagebuch in Hundeo Pro dokumentierst du Auffälligkeiten, erkennst Muster und hast alle Infos parat für den Tierarztbesuch.

Kostenlos starten4,7 Sterne bei 5.000+ Bewertungen