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Hund trinkt viel

Normalwert: 40 bis 60 ml Wasser pro kg Körpergewicht am Tag. Ein 20 kg schwerer Hund trinkt also 800 ml bis 1,2 Liter. Liegt der Verbrauch dauerhaft darüber, können Diabetes, Niereninsuffizienz, Cushing-Syndrom oder Gebärmutterentzündung dahinterstecken. Hunde, die Trockenfutter bekommen, trinken mehr als Nassfutter-Hunde.

4 Min. Lesezeit
Ein fröhlicher Hund mit spitzen Ohren und einem türkisfarbenen Halstuch trinkt aus einem Wassernapf.
Das Wichtigste in Kürze
  • Übermäßiges Trinken (Polydipsie) kann ein Warnsignal sein
  • Mögliche Ursachen: Diabetes, Nierenprobleme, Cushing-Syndrom
  • Faustregel: Mehr als 100 ml pro kg Körpergewicht/Tag ist auffällig

Mehr als 100 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht täglich gilt als erhöhter Trinkbedarf. Harmlose Ursachen wie Hitze oder körperliche Aktivität sind häufig. Wenn der erhöhte Durst mehrere Tage anhält oder weitere Symptome hinzukommen, muss ein Tierarzt die Ursache klären.

Wie viel Wasser braucht ein Hund?

Der Wasserbedarf hängt von Körpergewicht, Futter, Aktivität und Außentemperatur ab. Richtwerte bei normaler Aktivität und 20–24 °C:

FütterungsartWasserbedarf pro kg Körpergewicht/Tag
Trockenfutter50–100 ml
Nassfutter20–50 ml

Beispiel: Ein 32 kg schwerer Hund mit Trockenfutter braucht täglich 1.600–3.200 ml Wasser. Jeder Hund hat einen individuellen Bedarf: diese Werte sind Orientierungswerte. Wasser muss immer in ausreichender Menge frisch verfügbar sein.

Polydipsie und Polyurie

Trinkt und uriniert ein Hund deutlich mehr als üblich, unterscheidet die Veterinärmedizin zwei Begriffe:

  • Polydipsie: Gesteigerter Durst als Auslöser des erhöhten Harndrangs
  • Polyurie: Gesteigerter Harndrang als Auslöser des erhöhten Dursts: häufiger

Temporär erhöhtes Trinken bei Hitze, Sport oder Stress ist normal. Wenn der erhöhte Bedarf mehrere Tage anhält oder folgende Zeichen hinzukommen, Tierarzt aufsuchen:

  • Vermehrtes, langes Urinieren
  • Schmerzen beim Urinieren
  • Hund nicht mehr stubenrein

Häufige medizinische Ursachen

Diabetes

Eine Stoffwechselkrankheit, die meist in der zweiten Lebenshälfte auftritt. Fehlendes oder wirkungsloses Insulin kann Glukose nicht in die Zellen transportieren: der Blutzucker steigt. Die Zuckermoleküle gehen in den Urin und entziehen dem Körper Wasser, was Harndrang und Durst erhöht.

Blasenentzündung

Häufig durch Bakterien verursacht. Begleitsymptome: verstärkter Harndrang, aber nur wenige Tropfen Urin, Schmerzen beim Urinieren, veränderte Urinfarbe oder -geruch, gelegentlich blutiger Urin. Mehr dazu: Blasenentzündung beim Hund.

Nierenerkrankung

Kranke Nieren können Urin nicht mehr konzentrieren: mehr Urin wird ausgeschieden, der Durst steigt. Urin oft hell und klar. Bei akuten Fällen Behandlung mit Antibiotika (z.B. Gegen Leptospiren).

Gebärmutterentzündung

Tritt meist eine Woche nach der Läufigkeit auf: häufiger bei älteren Hündinnen. Bakterien gelangen über den noch offenen Muttermund in die Gebärmutter. Unbehandelt drohen Blutvergiftung, Fieber oder Schock.

Cushing-Syndrom

Die Nebenniere produziert zu viel Cortisol. Typische Begleitsymptome neben dem erhöhten Durst: Haarausfall am Rumpf, dünne Haut, hängender Bauch (Trommelbauch), Muskelschwäche. Betrifft vor allem ältere Hunde mittlerer und kleiner Rassen. Diagnose über Bluttests, Behandlung mit Medikamenten (Vetoryl/Trilostane).

Medikamente als Auslöser

Kortison (Prednisolon), Entwässerungsmittel (Furosemid) und einige Epilepsie-Medikamente (Phenobarbital) steigern den Durst erheblich. Wer diese Medikamente bei seinem Hund bemerkt und gleichzeitig erhöhten Durst feststellt: das ist eine bekannte Nebenwirkung und kein Grund zur Panik. Den Tierarzt beim nächsten Kontrolltermin darauf ansprechen.

Trinkmenge messen

Zur Messung des tatsächlichen Trinkbedarfs: Täglich mit einem Messbecher die nachgefüllte Wassermenge notieren, nach 24 Stunden die Restmenge abziehen. Messung an drei normalen Routine-Tagen: nicht bei Hitze, intensivem Sport oder Futterumstellung. Das Ergebnis (ml/kg Körpergewicht/Tag) dem Tierarzt mitbringen. Ein Formular zur Ermittlung des Trinkbedarfs steht zum Download bereit.

Hast du aufgepasst?

Frage 1 von 3

Ab welchem Wert gilt der Trinkbedarf eines Hundes als erhöht?

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Häufig gestellte Fragen

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Geschrieben von

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Tierarzt & Fachautor

Mag.med.vet. (Tiermedizin)Praktizierender TierarztCo-Autor der Hunde Gesundheits Bibel

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic erstellt medizinisch fundierte Artikel und Videos zu Tiergesundheitsthemen. Er ist Co-Autor der Hunde Gesundheits Bibel und sorgt mit seiner Expertise für fachlich korrekte Inhalte bei Hundeo.

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