- Zahnstein entsteht durch verhärtete Zahnbeläge (Plaque)
- Zucker und Getreide im Futter fördern die Zahnsteinbildung
- Kleine Rassen sind besonders gefährdet
- Unbehandelt kann Zahnstein zu Zahnverlust und Organschäden führen
- 5 Tipps zur Vorbeugung: Richtiges Futter, Kauartikel, Zahnchecks, Zahnpflege-Gel, Enzym-Pulver
Zahnstein ist bei Hunden keine Seltenheit. Unbehandelt wird er mit der Zeit größer und kann zu Zahnverlust und Organschäden führen. Verfärbungen an den Zähnen sind kein rein optisches Problem.
Wie entsteht Zahnstein?
Nach jeder Mahlzeit bleiben Nahrungsreste an den Zähnen hängen. Normalerweise werden diese durch Kauen oder den Speichel abgetragen. Können die Nahrungsreste nicht abgetragen werden, sind sie ein Nährboden für bestimmte Bakterien.
Diese vermehren sich und bilden zusammen mit Futterresten, Mineralstoffen aus dem Speichel und Bakterien der Mundschleimhaut eine feste Schicht auf der Zahnoberfläche: Plaque. Der Zahnbelag hat eine raue Oberfläche, an der neue Bakterien gut haften können. Wenn er stark verhärtet ist und mit dem bloßen Auge sichtbar wird, spricht man von Zahnstein.
Ursachen
Bakterien ernähren sich überwiegend von Zucker. Viel Zucker in der Nahrung lässt Bakterien im Maul stärker wachsen und hartnäckiger werden. Auch Stärke aus Getreideprodukten fördert das Wachstum. Zuckerhaltige Nahrung und hohe Getreideanteile sind daher Risikofaktoren für Zahnstein.
Trockenfutter vs. Nassfutter vs. Barfen
Durch den Abrieb beim Kauen von Trockenfutter werden die Zähne teilweise mechanisch gereinigt: dieser Abrieb fehlt bei Nassfutter. Allerdings kauen die meisten Hunde Trockenfutter nicht so intensiv wie wir denken: ihr Gebiss ist auf das Zerreißen, nicht das Zerkleinern kleiner Brocken ausgelegt. Die mechanische Reinigung durch Trockenfutter ist daher weit weniger intensiv als oft behauptet: effektiver ist das Kauen an Knochen.
Zudem enthalten viele Trockenfuttersorten Konservierungsmittel und hohe Kohlenhydratanteile, die das Wachstum unerwünschter Bakterien fördern können. Bei hochwertigem Nassfutter oder Barf-Futter ist dies weniger wahrscheinlich.
Das Risiko bei kleinen Rassen
Kleine Hunde sind wegen ihrer durch Züchtung entstandenen kürzeren Schnauzen gefährdeter: Weniger Platz für viele Zähne führt häufig zu Zahnfehlstellungen. Die engen Zahnzwischenräume können beim Kauen nicht gereinigt werden: Bakterien und Nahrungsreste setzen sich schnell fest.
Hinzu kommt, dass kleine Hunde öfter hecheln. Durch ständiges Hecheln trocknet die Schleimhaut aus, es befindet sich zu wenig Speichel im Maul, und Bakterien setzen sich leichter fest.
Zahnverlust möglich
Wird Zahnstein nicht behandelt, greifen Bakterien das Zahnfleisch an. Es entzündet sich, Zahnfleischtaschen bilden sich. Das Zahnfleisch wird immer weiter zurückgedrängt, Zahnfleisch, Zähne und Knochen werden geschädigt. Der Zahn lockert sich und fällt schließlich aus.
Über Zahnfleischtaschen können Bakterien in die Blutbahn geraten und Organe befallen. Nieren, Leber oder das Herz können in einigen Fällen geschädigt werden.
So erkennst du Zahnstein
Zahnstein erkennst du an grau-grünen bis braunen Verfärbungen. Sie beginnt meist am Zahnansatz und breitet sich über den Zahn aus. Meist sind Eck-, Reiß- und Backenzähne des Oberkiefers betroffen. Sieh dir die Zähne und den Übergang vom Zahnfleisch zum Zahn genau an.
Zahnstein wird meistens von starkem Mundgeruch begleitet. Zahnfleischentzündungen können zu Zahnfleischbluten führen. Bei ausgeprägten Entzündungen vereitert der Zahn. Da Hunde leichte Schmerzen oft überspielen, ist erkennbar, dass Zahnschmerzen vorliegen, wenn der Hund weniger frisst.
Was du gegen Zahnstein tun kannst
1. Selbst entfernen
Handelt es sich noch um einen einfachen Zahnbelag, kann er vorsichtig mit einer Hundezahnbürste oder einer Bürste mit weichen Borsten entfernt werden. Ist der Belag hartnäckig, lässt sich vorher ein spezielles Zahn-Gel auftragen: enthaltene Enzyme weichen den Zahnstein auf. Das Gel ist für Hunde beim Ablecken ungefährlich.
Ist der Zahnstein vorbereitet, kann er mit einem speziellen Zahnsteinentferner-Set vorsichtig abgekratzt werden. Diese Methode funktioniert nur, wenn der Hund dabei ruhig bleibt.
2. Vom Tierarzt entfernen lassen
Wer sich die Zahnsteinentfernung nicht zutraut, oder wenn der Hund nicht ruhig genug bleibt, kann der Tierarzt den Zahnstein unter Narkose entfernen. Auch bei starken Zahnschmerzen, Nahrungsverweigerung oder blutendem Zahnfleisch ist der Tierarzt die richtige Anlaufstelle.
Der Tierarzt entfernt den Zahnstein mit einem Ultraschallgerät unter Narkose. Je nach Schweregrad und Tierarzt muss mit mehreren hundert Euro gerechnet werden: hinzu kommt das Narkoserisiko.
5 Tipps zur Vorbeugung
Tipp 1: Richtige Ernährung
Futter ohne Zucker und hohe Getreideanteile schützt die Zahngesundheit langfristig. Je mehr Zucker und Stärke in der Nahrung, desto mehr Nahrung haben Bakterien im Maul.
Tipp 2: Kauartikel und Spielzeug
Je mehr gekaut wird, desto besser werden die Zähne auf natürlichem Weg gereinigt. Spezielles Hundespielzeug zum Kauen und Knabbern, naturbelassene Kauknochen und Knorpel tragen zur Zahngesundheit bei.
Tipp 3: Zahnchecks von Anfang an
Wenn der Hund schon im Welpenalter an Zahnkontrollen gewöhnt wird, ist diese Prozedur im Ernstfall einfacher. Von Anfang an die Zähne regelmäßig ansehen, Kontrollgriffe durchführen und gelegentlich vorsichtig putzen: mit einer weichen Bürste und spezieller Hundezahnpasta.
Tipp 4: Zahnpflege-Gel einsetzen
Es gibt Zahnpflege-Gels für Hunde, die Bakterien im Maul abtöten. Das verhindert, dass sich Bakterien festsetzen und Zahnstein entstehen kann. Das Gel regelmäßig mit einer weichen Zahnbürste oder einem Handschuh auf die Zähne auftragen.
Tipp 5: Nahrungsergänzung mit Enzym-Pulver
Enzym-basierte Pulver lassen sich täglich über das Futter streuen und helfen, die Bildung von Zahnbelag (Plaque) zu hemmen, bevor er sich verhärten kann.

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