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Zahnpflege beim Hund: Tipps für gesunde Zähne

Tägliches Zähneputzen mit einer Hundezahnbürste und Hundezahnpasta ist der beste Schutz gegen Zahnstein und Zahnfleischentzündung. Zucker und Getreide im Futter fördern Zahnbelag. Kauartikel und Spielzeug unterstützen die Zahnreinigung, ersetzen aber das Putzen nicht. Zahnkontrolle beim Tierarzt ein- bis zweimal jährlich.

7 Min. Lesezeit
Ein fröhlicher weißer Hund mit spitzen Ohren spielt mit einem Zahnpflege-Spielzeug im Freien.
Das Wichtigste in Kürze
  • Regelmäßige Zahnpflege ist essentiell gegen Karies und Zahnfleischentzündungen
  • Richtige Ernährung: Zucker und Getreide im Futter fördern Zahnstein
  • Tierarzt-Kontrolle ein- bis zweimal jährlich zur Zahnkontrolle
  • Kauartikel und Spielzeug unterstützen die Zahnhygiene natürlich
  • Zähneputzen: Hund langsam und stressfrei daran gewöhnen

Regelmäßige Zahnpflege ist entscheidend für die Gesundheit des Hundes. Zähne leisten viel Vorarbeit für die Verdauung: vernachlässigte Zahnpflege kann zu Karies, Zahnstein und schwerwiegenden Organschäden führen.

Grundvoraussetzungen für gesunde Zähne

Die richtige Ernährung ist die Basis für gesunde Zähne. Viele Produkte enthalten Getreide und Zucker. Dieser Zucker fördert die Bildung bestimmter Bakterien im Maul. Diese Bakterien können den Zahnschmelz angreifen, den natürlichen Schutz zerstören und dadurch Karies ermöglichen.

Gleichzeitig machen zuckerhaltige Zähne anfälliger für Zahnstein: dieser ist ein ideales Nährmedium für Bakterien und fördert Zahnfleischentzündungen. Viele Hunde nehmen auch nicht ausreichend Flüssigkeit zu sich, was die Maulgesundheit zusätzlich beeinträchtigt. Daher immer ausreichend Wasser bereitstellen.

Ein- bis zweimal jährlich die Tierarztpraxis aufsuchen, um die Zähne kontrollieren zu lassen. Außerdem regelmäßig spezielle Kauartikel und Prophylaxe-Produkte in Form von Spielzeug, Leckerlis oder Kauartikeln anbieten.

Nachteile bei fehlender Zahnpflege

Zahnfleischentzündung (Gingivitis)

Gingivitis ist eine häufige Erkrankung bei Hunden. Ungefähr 8 von 10 Hunden leiden einmal in ihrem Leben daran. Die Hauptursache ist mangelnde Zahnpflege.

Symptome einer Zahnfleischentzündung:

  • Mundgeruch
  • gerötetes Zahnfleisch
  • blutiger Speichel
  • eitrige Ablagerungen in Speichel und Mundraum
  • Appetitlosigkeit, Futterverweigerung
  • Gewichtsverlust, Zahnverlust
  • Fieberschübe, einseitiges Kauen, Schmerzen

Karies

Karies ist bei Hunden seltener als bei Menschen, wird aber durch mangelnde Zahnpflege verursacht. Die häufigste Ursache ist falsche Ernährung mit hohem Zuckergehalt. Säure bildende Bakterien vermehren sich durch zuckerreiche Nahrung und greifen den Zahnschmelz an.

Plaque und Zahnstein

Plaque und Zahnstein sind Vorboten von Zahnfleischentzündungen und Karies. Durch Zahnstein fällt das Zerkauen von Futter schwer: Mahlzeiten gelangen größtenteils unzerkaut in den Magen. Der Magen produziert dadurch mehr Magensäure, die die Magenschleimhaut angreift.

Besondere Vorsicht bei älteren Hunden

Ältere Hunde haben ein geschwächtes Immunsystem und weniger leistungsstarke Organe. Zahnprobleme bei älteren Hunden erhöhen das Risiko, dass lebenswichtige Organe angegriffen werden.

7 Tipps zur Zahnpflege

1. Richtige Ernährung

Die richtige Ernährung ist das A und O für die Zahnpflege. Produkte mit schlechter Qualität enthalten oft zu viel Getreide und Zucker, was die Zahngesundheit schwächt.

Das Barfen ist eine natürliche Ernährungsform, bei der Zutaten in Rohkost verabreicht werden. Ein Vorteil: die Förderung der Zahngesundheit. Auch hochwertige Fertigprodukte ohne Zucker und Getreide sind eine gute Wahl.

2. Nahrungsergänzungsmittel

Verschiedene Ergänzungsmittel sind auf die Zahnpflege des Hundes abgestimmt. Sie werden im Tierfachmarkt oder online angeboten und einfach dem Futter oder Wasser beigemischt.

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Enzym-Pulver zur täglichen Vorbeugung von Zahnbelag. Wird über das Futter gestreut und unterstützt die tägliche Zahnhygiene.

  • Enzym-basiert gegen Plaque-Bildung
  • 60 g, zum Überstreuen aufs Futter
  • Ergänzung zum Zähneputzen, kein Ersatz
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3. Gesunde Leckerlis

Viele Leckerli-Produkte enthalten zu viel Zucker. Auf Produkte mit möglichst geringem Zuckeranteil zurückgreifen. Leckerlis lassen sich auch selbst herstellen:

Leckerli-Sticks

Zutaten:

  • 200 g gemahlene Haferflocken
  • 150 g körniger Frischkäse
  • 1 Eigelb
  • 3 EL Milch
  • 2 EL Kokosöl

Zubereitung:

  • Backofen auf 150 °C vorheizen
  • Alle Zutaten in eine Schüssel geben und vermengen
  • Leckerlis nach Wunsch formen
  • Backblech mit Backpapier auslegen
  • Leckerlis im Ofen für 25 Minuten backen

Gemüse-Leckerli

Zutaten:

  • 1 Karotte
  • 300 g Kartoffeln
  • ½ Zucchini
  • 100 g Polenta
  • 1 EL Magerquark
  • 1 TL Kokosöl

Zubereitung:

  • Karotte schälen und grob klein schneiden
  • Kartoffeln ebenfalls schälen und klein schneiden
  • Zucchini raspeln
  • Backofen auf 150 °C vorheizen
  • Karotte und Kartoffeln weich kochen
  • Alle Zutaten miteinander vermengen
  • Nach Bedarf Leckerlis formen
  • Backblech mit Backpapier auslegen
  • Leckerlis 50–60 Minuten backen lassen

Mehr Rezepte findest du in unserem Artikel „Wie du Hundekekse selber backen kannst."

4. Spezielle Kauartikel

Bei einem starken, gesunden Gebiss und Hunden im mittleren Alter können folgende Kauartikel bei der Zahnpflege helfen:

  • Ochsenohren, Ochsenziemer
  • Lachs-Kauknochen
  • naturbelassene Zahnpflege-Chips
  • Pfefferminz-Snacks
  • Rindersehnen, Rinderknochen
  • Rinderlunge als Snacks
  • Rinderhufe
  • Kauwurzeln, Wild-Geweihe

5. Zahnpflege-Spielzeug

Es gibt Produkte, die Zahnpflege mit Spielaktivitäten verbinden. Zahnpflege-Spielzeuge eignen sich vor allem für ausgewachsene Hunde. Bei Welpen oder älteren Hunden besondere Sorgfalt walten lassen: ihre Zähne sind anfälliger. Ein Besuch im Tierfachmarkt hilft bei der Auswahl.

6. Zähneputzen

Das Zähneputzen ist eine der effektivsten Methoden für die Maulhygiene. Hunde haben früher durch das Fressen von Rohkost und Knochen natürlich für Zahnpflege gesorgt. Industriell hergestelltes Futter und veränderte Fressgewohnheiten machen regelmäßiges Zähneputzen heute empfehlenswert.

Das Zähneputzen stressfrei gestalten: Druck und Zwang wirken sich nachteilig auf das Ergebnis aus. Mit konsequenter Gewöhnung wird es ein entspanntes Ritual.

Schritt-für-Schritt: Zähneputzen

1. Kommando einführen

Durch einen festen Befehl verbindet der Hund das Zähneputzen mit der Situation. Das Kommando kann jedes beliebige, kurze Wort sein: am besten ausschließlich für diese Situation verwenden.

2. Berührung des Mundbereiches

Die Schnauze regelmäßig berühren, den Mund gelegentlich öffnen und den Befehl mitgeben. Alles zwanglos und ohne Druck. Lieber zu viel Zeit nehmen als zu wenig. Sobald sich der Hund an die Berührungen gewöhnt hat, die Zahnbürste einführen: zunächst nur berühren und ganz zwanglos in den Mund schieben.

3. An Zahncreme gewöhnen

Nachdem Zahnbürste und Berühren etabliert sind, die Zahncreme einführen. Hunde-Zahnpasta hat in der Regel einen angenehmen Geschmack. Mit der Zahnpasta die Schnauze berühren, damit der Hund in den Geschmack kommt.

4. Schritte in Kombination wiederholen

Nachdem Schritt 2 und 3 gut funktionieren, beide in Kombination ausführen: Zahncreme auf die Zahnbürste auftragen und die Zähne putzen.

Deine Zahnpflege-Routine

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Hunde-Zahncreme selbst herstellen

Inhaltsstoffe:

  • ½ TL Natron
  • 1 TL Brühe-Pulver mit Rind-Geschmack
  • 1 TL Kokosöl (hilft gegen Zahnstein)
  • 1 EL frisch gehackter Pfefferminz
  • ½ TL Seetang

Zubereitung:

  • Alle Zutaten in eine Schüssel geben und vermengen
  • Zahncreme in einen Behälter füllen und kalt aufbewahren

Hast du aufgepasst?

Frage 1 von 3

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Häufig gestellte Fragen

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Geschrieben von

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Tierarzt & Fachautor

Mag.med.vet. (Tiermedizin)Praktizierender TierarztCo-Autor der Hunde Gesundheits Bibel

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic erstellt medizinisch fundierte Artikel und Videos zu Tiergesundheitsthemen. Er ist Co-Autor der Hunde Gesundheits Bibel und sorgt mit seiner Expertise für fachlich korrekte Inhalte bei Hundeo.

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