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Zecken entfernen beim Hund? (So geht´s richtig)

Zecken können Borreliose, Babesiose und FSME übertragen. Je schneller du sie entfernst, desto geringer das Infektionsrisiko. Die richtige Technik mit Zeckenzange, Zeckenschlinge oder Zeckenkarte macht den Unterschied.

Illustration eines weißen Hundes mit spitzen Ohren und einem türkisfarbenen Halstuch.

Zecken übertragen Borreliose, Babesiose und FSME. Je schneller du sie entfernst, desto geringer das Infektionsrisiko. Die richtige Technik und die passenden Werkzeuge machen den Unterschied. Geprüft von Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic.

Du solltest mindestens wissen, wie man Zecken richtig entfernt und was die richtigen Hilfsmittel sind.

Zecken beim Hund: Risiken erkennen und richtig handeln

Mit Kapiteln, Quellen und tierärztlich geprüften Hinweisen zu Entfernung, Schutz und Warnzeichen.

Können Hunde durch Zecken krank werden?

Kurz gesagt: Ja. Viele Krankheiten können von Zecken übertragen werden. Bei einer unsachgemäßen Entfernung können Mundwerkzeuge in der Haut zurückbleiben und die Einstichstelle reizen.

Es ist sehr riskant, Zecken beim Hund stecken zu lassen. Mit jeder verstrichenen Stunde steigt das Ansteckungs-Risiko von vielen Krankheiten. Genau aus diesem Grund solltest du eine Zecke direkt nach der Entdeckung entfernen. Fasse sie dabei möglichst nah an der Haut und ziehe sie langsam und gleichmäßig gerade heraus. Wenn Reste zurückbleiben und sich nicht leicht mit einer Pinzette lösen lassen, bohre nicht in der Haut. Beobachte die Stelle und lass sie tierärztlich untersuchen, wenn sie sich rötet, anschwillt oder schmerzt.

Warum du das richtige Entfernen von Zecken erlernen solltest

Am Anfang unseres Artikels hatten wir bereits geklärt, warum es so wichtig ist, eine Zecke unmittelbar nach der Entdeckung komplett und richtig zu entfernen.

Der Hauptgrund besteht darin, dass die Zecken mit jeder fortgeschrittenen Stunde eine bessere Möglichkeit bekommen, deinen Liebling mit Krankheiten zu infizieren. Welche Krankheiten das denn sein können, erfährst du jetzt:

  • Anaplasmose
  • Babesiose
  • Borreliose
  • Ehrlichiose
  • Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Wichtiger Hinweis!

Bitte beachte, dass du niemals Hilfsmittel wie Öl, Klebstoffe oder Ähnliches dafür verwenden darfst, um eine Zecke zu betäuben oder zu töten.

Denn gerade dann bringen Zecken eventuelle Krankheitserreger durch vermehrte Speichelproduktion in größerer Menge in die Wunde hinein.

Solltest du es dir nicht zutrauen, eine Zecke selbst zu entfernen, raten wir dir, dies deinem Tierarzt zu überlassen. Gerne kann er dir auch zeigen, wie du das nächste Mal dabei vorgehen solltest.

3 Mittel zur Zeckenentfernung

Werkzeug bereitlegen
Zeckenzange, Zeckenkarte oder spitze Pinzette. Keine Hausmittel wie Öl oder Klebstoff verwenden!
Hautnah greifen
Die Zecke so nah wie möglich an der Haut fassen, nicht am Körper der Zecke.
Gerade herausziehen
Langsam und gleichmäßig ziehen, nicht drehen. Kein Quetschen des Zeckenkörpers.
Stelle desinfizieren
Nach dem Entfernen die Bissstelle desinfizieren und einige Tage beobachten.

Auf dem Markt sind verschiedene Hilfsmittel und Gegenstände vorhanden, mit denen es dir problemlos gelingt, die Zecken an deinem Vierbeiner zu entfernen. Die beliebtesten Hilfsmittel für die Zeckenentfernung beim Hund sind die Zeckenzange, die Zeckenschlinge und der Zeckenstift, beziehungsweise, die Zeckenkarte.

1. Zeckenzange

Die Zeckenzange ist bei den meisten Hundehaltern die erste Wahl als Werkzeug zur Zeckenentfernung. Die Anwendung der Zeckenzange verspricht eine einfache und risikoarme Zeckenentfernung. Damit du dieses Hilfsmittel richtig verwendest, geben wir dir an dieser Stelle eine kurze Anleitung :

  • Suche das Fell deines Hundes nach Zecken ab
  • Nachdem du eine Zecke entdeckst, nimmst du die Zange in die Hand
  • Teile das Fell, sodass die Zecke frei liegt
  • Lege deinen Daumen auf den Knopf, mit dem du die Zange öffnen kannst
  • Umschließe die Zecke mit der Zange und achte darauf, dass du so nah wie möglich an die Haut kommst
  • Lasse den Knopf los, um die Zange zu schließen
  • Ziehe die Zecke langsam, gleichmäßig und gerade aus der Haut. Vermeide ruckartige Bewegungen und quetsche den Zeckenkörper nicht.

2. Zeckenschlinge

Die Zeckenschlinge findet ebenfalls immer mehr Anwendung bei Hundeeltern. Der Vorgang hierbei ist fast der gleiche wie bei der Zeckenzange. In Tierfachmärkten kannst du dich bestens über die Möglichkeit „Zeckenschlinge" beraten lassen und dich dafür oder dagegen entscheiden.

Auch hier möchten wir dir eine kurze Anleitung zur Zeckenentfernung nicht vorenthalten:

  • Falls die Schlinge noch nicht gelockert ist, erledige das im ersten Schritt
  • Teile das Fell, damit du eine bestmögliche Sicht auf die Zecke hast
  • Lege die lockere Schlinge um die Zecke
  • Versuche so nah wie möglich an die Haut deines Hundes zu kommen
  • Schließe die Schlinge
  • Ziehe die Zecke senkrecht mit der Zeckenschlinge aus der Haut deines Hundes heraus

3. Zeckenstift und Zeckenkarte

Auch der Zeckenstift und die Zeckenkarte sind erfolgreiche Hilfsmittel, wenn es darum geht, die Zecken bei deinem Hund richtig zu entfernen. Neben der Zeckenschlinge ist das Produkt auch leicht zu transportieren, sodass du in der Lage sein wirst, die Zecken auch unterwegs zu beseitigen.

Eine Anleitung, wie du den Zeckenstift, beziehungsweise, die Zeckenkarte am besten anwendest, findest du hier:

  • Zecke ausfindig machen
  • Fell so teilen, damit du möglichst freie Sicht auf die Zecke hast
  • Hilfsmittel an der Haut entlang schieben und unter die Zecke klemmen
  • Zeckenstift beziehungsweise Zeckenkarte vorsichtig so lange weiterschieben, bis du die Zecke entfernt hast

Die Nachbehandlung

Ein Beagle liegt auf einem Untersuchungstisch, während ein Tierarzt in weißem Kittel und Handschuhen ein Klemmbrett überprüft. Im Raum herrscht Besorgnis, während ein Mensch, der sich wegen einer möglichen Schneckenkornvergiftung Sorgen macht, seinen Hund in der hellen Tierklinik vorsichtig im Arm hält. Wenn du die Zecke erfolgreich aus der Haut deines Tieres entfernt hast, ist natürlich noch eine passende Nachbehandlung zu empfehlen, damit sich die Stelle nicht entzündet. Das Beste, was du für die Nachbehandlung machen kannst, ist die Desinfektion. Mit dem richtigen Desinfektionsmittel kannst du die Stelle des Zeckenstiches nachhaltig behandeln.

Du solltest deinen Liebling noch ein paar Wochen nach dem Zeckenbiss genauer beobachten. Eventuell hat er sich durch den Stich mit Krankheiten infiziert. Bei Symptomen wie Fieber, Durchfall, Erbrechen, verfärbter Urin, Schlappheit etc. Empfehlen wir, den Tierarzt unmittelbar aufzusuchen.

Können Hunde durch Zecken mit Krankheiten infiziert werden?

Ja, viele Krankheiten können von Zecken übertragen werden. Deshalb solltest du deinen Hund nach Spaziergängen absuchen und festgesaugte Zecken möglichst früh entfernen.

Wie entfernt man eine Zecke richtig?

Am besten benutzt du ein Werkzeug, das nur diesem Zweck dient. Fasse die Zecke hautnah und ziehe sie langsam, gleichmäßig und gerade heraus, ohne ihren Körper zu quetschen. Für eine genaue Anleitung lies in unserem Artikel.

Können Zecken vom Hund auf den Menschen übertragen werden?

Vollgesaugte Zecken können in deinem Zuhause von deinem Hund abfallen und sich dann über dich hermachen. Deshalb solltest du unbedingt deinen Hund auf Zecken untersuchen und sie entfernen.

Mit welchen Mitteln kann ich Zecken von meinem Hund entfernen?

Benutz nur Zeckenzangen, Zeckenkarten oder Zeckenschlingen. Verwende niemals Öl oder andere Chemikalien, da die Zecke dadurch ihren Speichelfluss erhöht und die Infektion mit einer Krankheit wahrscheinlicher wird.

Wie Behandle ich einen Zeckenbiss beim Hund nach der Entfernung der Zecke?

Du solltest den Stich desinfizieren und deinen Hund ein paar Wochen lang beobachten. Eventuell hat er sich durch den Stich mit Krankheiten infiziert. Zeigt er Krankheitssymptome, dann suche deinen Tierarzt auf.

Unsere Erfahrungen

Zecken stellen eine Bedrohung für uns Menschen dar. Auch für Tiere sind sie ein gefährlicher Krankheitsüberträger. Vor allem unsere lieben Fellnasen leiden unter der jährlichen Zeckenplage. Dennoch bedeutet das nicht, dass du diese Plage einfach so hinnehmen musst. Beherzige einfach unsere Anleitungen und der richtigen Zeckenentfernung steht nichts mehr im Weg.

Noch ein Tipp:

Für die Entfernung von Zecken gibt es zahlreiche Produkte auf dem Markt. Da kannst du als Mensch mit Hund schnell den Überblick verlieren.

Daher verraten wir dir unsere Top-Empfehlung. Dieses 3er-Set aus rostfreiem Stahl ist ideal für jede Art von Zecken.

Hast du aufgepasst?

Frage 1 von 3

Warum darfst du niemals Öl oder Klebstoff auf eine festgebissene Zecke geben?

Quelle

Stand: Juli 2026

Häufig gestellte Fragen

Wie entferne ich eine Zecke richtig beim Hund?

Verwende eine Zeckenzange, Zeckenschlinge oder Zeckenkarte. Fasse die Zecke möglichst hautnah und ziehe sie langsam, gleichmäßig und gerade heraus, ohne den Zeckenkörper zu quetschen. Desinfiziere die Einstichstelle danach. Verwende niemals Öl oder Klebstoff.

Warum darf ich kein Öl auf die Zecke tropfen?

Öl, Klebstoff oder andere Hausmittel auf der Zecke führen dazu, dass sie vermehrt Speichel und damit Krankheitserreger in die Wunde abgibt. Das Infektionsrisiko steigt dadurch deutlich.

Welche Krankheiten können Zecken auf Hunde übertragen?

Zecken können Borreliose, Babesiose, Anaplasmose, Ehrlichiose und FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) übertragen. Je schneller die Zecke entfernt wird, desto geringer ist das Übertragungsrisiko.

Was tun, wenn Teile der Zecke beim Entfernen stecken bleiben?

Versuche nicht, festsitzende Mundwerkzeuge gewaltsam aus der Haut zu schneiden. Wenn sich Reste nicht leicht mit einer Pinzette entfernen lassen oder die Stelle rot, geschwollen oder schmerzhaft wird, lass sie tierärztlich untersuchen.

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Geschrieben von

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Tierarzt & Fachautor

Mag.med.vet. (Tiermedizin)Praktizierender TierarztCo-Autor der Hunde Gesundheits Bibel

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic erstellt medizinisch fundierte Artikel und Videos zu Tiergesundheitsthemen. Er ist Co-Autor der Hunde Gesundheits Bibel und sorgt mit seiner Expertise für fachlich korrekte Inhalte bei Hundeo.

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