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Futterumstellung beim Hund: So gelingt der Wechsel

Eine schrittweise Futterumstellung über 7 bis 10 Tage verursacht die wenigsten Verdauungsprobleme. Leichter Durchfall in den ersten 3 bis 5 Tagen ist normal. Bei Durchfall länger als 48 Stunden, Blut im Stuhl oder Erbrechen sofort zum Tierarzt. Nicht umstellen bei akuter Krankheit, Stress oder vor und nach einer OP.

5 Min. Lesezeit
Ein fröhlicher Hund mit spitzen Ohren und einem türkisfarbenen Bandana spielt mit Futter, umgeben von frischem Gemüse und Fleisch.
Das Wichtigste in Kürze
  • Schrittweise umstellen: 7-10 Tage, altes und neues Futter mischen
  • Tag 1-3: 75% alt, 25% neu | Tag 4-6: 50/50 | Tag 7-9: 25% alt, 75% neu | Ab Tag 10: 100% neu
  • Leichter Durchfall in den ersten Tagen ist normal
  • Bei Durchfall >48h, Blut im Stuhl oder Erbrechen: sofort zum Tierarzt
  • Nicht umstellen bei: akuter Krankheit, Stress, vor/nach OP
  • Barf-Umstellung dauert länger (2-4 Wochen)

Wann umstellen?

GrundBeispielZeitpunkt
LebensphasenwechselWelpe → ErwachsenenfutterNach Abschluss des Wachstums (je nach Rasse)
Gesundheitliche ProblemeMagen-Darm, Diabetes, LeishmanioseNach Rücksprache mit Tierarzt
Allergien/UnverträglichkeitenJuckreiz, chronischer DurchfallEliminationsdiät mit Tierarzt planen
QualitätsverbesserungVon Discountfutter auf hochwertiges FutterJederzeit möglich

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Die schrittweise Umstellung ist die schonendste Methode. Ein abrupter Wechsel (direkte Umstellung) ist einfacher, führt aber häufiger zu Verdauungsproblemen.

Tag 1-3: 75% altes Futter, 25% neues Futter.

Tag 4-6: 50% altes Futter, 50% neues Futter.

Tag 7-9: 25% altes Futter, 75% neues Futter.

Ab Tag 10: 100% neues Futter.

Bei sensiblen Hunden oder Verdauungsproblemen die Umstellungsphase auf bis zu 6 Wochen ausdehnen. Immer frisches Wasser bereitstellen. Stuhlkonsistenz, Verhalten und Wohlbefinden beobachten.

Mögliche Symptome

Auch bei schrittweiser Umstellung können auftreten: Appetitlosigkeit, weicher Kot oder Durchfall, Verstopfung, veränderte Stuhlkonsistenz. Diese Symptome sollten innerhalb von 3-5 Tagen abklingen.

Bei Durchfall: Ausreichend Wasser bereitstellen (Durchfall entzieht dem Körper Flüssigkeit). Vorübergehend Schonkost (gekochtes Huhn mit Reis) kann helfen. Hält der Durchfall länger als 48 Stunden an, ist Blut im Stuhl sichtbar oder tritt Erbrechen auf: sofort zum Tierarzt.

Verschwinden die Symptome nicht: ein anderes Futter versuchen. Möglicherweise verträgt der Hund einen Inhaltsstoff nicht.

Spezielle Umstellungen

Von Trocken- auf Nassfutter (oder umgekehrt)

Die Verdauung von Trockenfutter dauert länger als die von Nassfutter. Schrittweise nach dem Schema oben umstellen. Wenn der Hund nur das Trockenfutter frisst und das Nassfutter ignoriert: Trockenfutter in lauwarmem Wasser einweichen und gut mit dem Nassfutter vermischen.

Bei Umstellung auf Trockenfutter: auf ausreichende Wasserzufuhr achten, da Trockenfutter weniger Feuchtigkeit enthält.

Auf Barf umstellen

Die Umstellung auf Barf (Biologisch Artgerechtes Rohfutter) dauert länger: 2-4 Wochen. Vorher fachkundige Beratung einholen (auf Barf spezialisierter Tierarzt oder Ernährungsberater).

Mit leicht verdaulichem Fleisch beginnen (Huhn oder Pute), ca. 10-20% der Tagesration. Langsam steigern, nach und nach verschiedene Fleischsorten, Knochen und Innereien hinzufügen. Auf ausgewogenes Verhältnis von Fleisch, Knochen, Organen und pflanzlichen Bestandteilen achten.

Von Welpen- auf Erwachsenenfutter

Welpenfutter enthält mehr Proteine, Kalorien und Nährstoffe für das Wachstum. Zeitpunkt der Umstellung variiert je nach Rasse (wenn die körperliche Reife erreicht ist). Empfehlungen auf der Futterverpackung beachten oder Tierarzt fragen. Nach dem Schema oben schrittweise umstellen.

Wann nicht umstellen

  • Akute Krankheit oder Genesung: Der Körper ist mit Heilung beschäftigt, Futterumstellung bedeutet zusätzlichen Stress
  • Stress oder große Veränderungen: Umzug, neues Familienmitglied, intensive Trainingsphase
  • Vor oder nach einer Operation: Stabile Ernährung unterstützt den Heilungsprozess
  • Allergien ohne Tierarzt-Rücksprache: Unüberlegte Umstellung kann allergische Reaktionen verschlimmern

Häufige Fehler bei der Futterumstellung

Zu schnell umstellen: Der häufigste Fehler. Wer das neue Futter direkt in voller Menge gibt, riskiert Blähungen, Durchfall und Appetitlosigkeit. Die Darmflora braucht Zeit, um sich auf neue Proteinquellen und Fettzusammensetzungen einzustellen.

Mehrere Futtersorten gleichzeitig testen: Wechselst du innerhalb weniger Tage zwischen verschiedenen Marken oder Sorten, kann der Magen-Darm-Trakt nicht zur Ruhe kommen. Eine Futterumstellung immer mit nur einer neuen Sorte durchführen und diese mindestens 4 Wochen beibehalten, bevor du ein Urteil fällst.

Leckerlis und Kauartikel ignorieren: Manche Hundehalter stellen das Hauptfutter sorgfältig um, geben aber weiterhin die gleichen Leckerlis. Bei einer Eliminationsdiät wegen Allergien müssen auch alle Snacks angepasst werden. Sonst verfälscht das die Ergebnisse.

Portionsgrößen nicht anpassen: Nassfutter und Trockenfutter haben unterschiedliche Energiedichten. 200 g Trockenfutter liefern deutlich mehr Kalorien als 200 g Nassfutter. Beim Wechsel die empfohlene Futtermenge laut Herstellerangabe neu berechnen.

Wenn der Hund das neue Futter verweigert

Ein gesunder Hund hält problemlos 24 bis 48 Stunden ohne Futter aus. Stelle den vollen Napf für 15 Minuten hin und räume ihn dann weg. Biete keine Alternative an. Die meisten Hunde fressen spätestens bei der nächsten Mahlzeit.

Frisst dein Hund länger als 2 Tage gar nichts, probiere folgende Strategien: das neue Futter mit etwas warmem Wasser oder ungesalzener Brühe übergießen (verstärkt den Geruch), einen Teelöffel Hüttenkäse oder pürierte Karotte untermischen, oder die Körner leicht anwärmen. Hilft nichts davon, ist das Futter möglicherweise ungeeignet. Mehr zu den Ursachen findest du unter Hund frisst nicht mehr.

Darmpflege nach der Umstellung

Nach einer abgeschlossenen Futterumstellung kann eine Darmsanierung sinnvoll sein, besonders wenn der Hund empfindlich reagiert hat. Probiotika (z.B. spezielle Hunde-Joghurtkulturen oder Ergänzungsfuttermittel) unterstützen den Aufbau einer gesunden Darmflora. Auch Flohsamenschalen (1/2 Teelöffel pro 10 kg Körpergewicht täglich, mit ausreichend Wasser) können die Stuhlkonsistenz regulieren. Solche Maßnahmen sind kein Muss, helfen aber erfahrungsgemäß bei Hunden, die zu weichem Kot neigen.

Hast du aufgepasst?

Frage 1 von 3

Wie lange sollte eine schrittweise Futterumstellung dauern?

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Häufig gestellte Fragen

Claudia Weise

Geschrieben von

Claudia Weise

Chefredakteurin & Hundeexpertin

Chefredakteurin bei HundeoAktiv im TierschutzHundebesitzerin seit Kindheit

Claudia ist seit Kindheit Hundebesitzerin und im Tierschutz sehr aktiv. Als Chefredakteurin bei Hundeo ist es ihre Mission, die Bindung zwischen Mensch und Hund zu stärken.

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