- Schutzgebühr: 200-500 Euro (deckt Impfungen, Chip, Kastration, Futter)
- Ablauf: Beratungsgespräch, Kennenlernen, Vorkontrolle, Vertrag, Nachkontrolle
- Vorbereitung: Vermieter-Erlaubnis, Zeitplan, Erstausstattung, laufendes Budget
- Tiere aus dem Auslandstierschutz: Pflegestellen bevorzugen, um den Hund vorher kennenzulernen
- Nicht jeder Tierheimhund ist verhaltensauffällig, viele landen dort durch Umstände der Besitzer
Voraussetzungen prüfen
Bevor du ein Tierheim besuchst, kläre diese Punkte ehrlich:
Wohnsituation. Erlaubt dein Vermieter Hunde? Hast du genug Platz? Eine ruhige Umgebung mit Grünflächen in der Nähe erleichtert den Alltag. Tierheime prüfen deine Wohnsituation bei der Vorkontrolle.
Zeit. Hunde brauchen 2-3 Stunden Aufmerksamkeit täglich (Spaziergänge, Pflege, Beschäftigung). In den ersten Wochen nach der Adoption deutlich mehr, weil die Eingewöhnung Zeit braucht. Wer Vollzeit außer Haus arbeitet, braucht eine Betreuungslösung.
Finanzen. Monatliche Kosten: 100-300 Euro (Futter, Tierarzt, Versicherung, Steuer). Dazu eine Notfallreserve von mindestens 2.000 Euro. Details: Wie viel kostet ein Hund?
Familie. Alle Familienmitglieder müssen einverstanden sein. Allergien vorher testen. Kleine Kinder und bestimmte Hunde passen nicht zusammen. Das Tierheim berät dich bei der Auswahl.
Andere Haustiere. Nicht jeder Hund versteht sich mit Katzen oder anderen Hunden. Das Tierheim weiß in der Regel, wie sich der Hund gegenüber anderen Tieren verhält.
Ablauf der Adoption
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Kontakt aufnehmen. Die meisten Tierheime zeigen ihre Hunde auf der Website. Wenn ein Hund interessant ist: anrufen und einen Besuchstermin vereinbaren. Auch ohne bestimmten Hund im Blick: Die Mitarbeiter kennen ihre Tiere und können passende Hunde vorschlagen.
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Kennenlernen. Mehrere Besuche und gemeinsame Spaziergänge. So siehst du den Hund in verschiedenen Situationen: an der Leine, mit anderen Hunden, bei Begegnungen mit Menschen. Lass dir Zeit, die Chemie muss stimmen.
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Beratungsgespräch und Selbstauskunft. Du gibst Informationen über Wohn-, Familien- und Arbeitssituation. Das Tierheim nutzt diese, um einzuschätzen, ob der Hund zu deinem Alltag passt. Nicht jeder Hund, der dir gefällt, ist auch der richtige für deine Situation.
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Vorkontrolle. Ein Mitarbeiter des Tierschutzvereins besucht dich zu Hause. Dabei wird geprüft: Ist die Wohnung sicher (Balkon gesichert, Garten eingezäunt)? Stimmen deine Angaben? Das ist kein Misstrauen, sondern Routine.
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Vertrag und Schutzgebühr. Bei positiver Vorkontrolle wird der Adoptionsvertrag aufgesetzt. Die Schutzgebühr (200-500 Euro) wird fällig. Sie deckt die bisherigen Tierarztkosten (Impfungen, Chip, Kastration, Entwurmung) und unterstützt das Tierheim.
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Nachkontrolle. Einige Wochen oder Monate nach der Adoption prüft das Tierheim, wie es dem Hund geht. Manche Tierheime bieten in der Eingewöhnungsphase auch Beratung an.
Warum keine sofortige Mitnahme?
Tierheime geben Hunde nicht spontan ab. Der mehrstufige Prozess schützt vor Impulsentscheidungen, die zu Rückgaben führen. Über 100.000 Hunde landen jährlich in deutschen Tierheimen, häufig wegen unüberlegter Anschaffung, geänderter Lebenssituation oder unterschätzter Kosten. Der strukturierte Ablauf sorgt dafür, dass Hund und Halter zusammenpassen.
Auslandstierschutz
Hunde aus dem Auslandstierschutz (Rumänien, Spanien, Griechenland) können ohne vorheriges Kennenlernen vermittelt werden. Pflegestellen sind hier die bessere Wahl: Der Hund lebt bereits in einer Familie in Deutschland, du kannst ihn besuchen und sein Verhalten im Alltag beobachten. Achte auf seriöse Organisationen mit transparenter Kommunikation, vollständigen Papieren (EU-Heimtierausweis, Impfpass) und einem schriftlichen Vertrag.
Checkliste vor der Adoption
- Sind alle Familienmitglieder einverstanden?
- Gibt es Allergiker in der Familie?
- Erlaubt dein Vermieter Hunde (schriftlich)?
- Hast du genug Zeit (2-3 Stunden täglich)?
- Kannst du die laufenden Kosten tragen (100-300 Euro/Monat)?
- Hast du eine Notfallreserve (mind. 2.000 Euro)?
- Gibt es andere Haustiere, die sich vertragen müssen?
- Gibt es kleine Kinder, die berücksichtigt werden müssen?
- Stehen Veränderungen bevor (Umzug, Jobwechsel, Nachwuchs)?
- Ist die Wohnung groß genug für die gewünschte Hundegröße?
- Wer betreut den Hund bei Urlaub oder Krankheit?
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