- Grundimmunisierung ab der 8. Lebenswoche
- Tollwut, Staupe, Parvovirose sind die wichtigsten Pflichtimpfungen
- 3 Impfstoffarten: Lebend-, Tot- und Kombinationsimpfstoffe
- Auffrischung je nach Impfstoff alle 1–3 Jahre
- Wahlimpfungen individuell mit dem Tierarzt besprechen
Impfungen schützen Hunde vor schwerwiegenden: oft tödlichen: Krankheiten. Nicht jede Impfung ist für jeden Hund sinnvoll. Welche wirklich nötig sind, hängt von Lebensumständen, Region und Alter ab.
Pflicht- vs. Wahlimpfungen
Zu viele Impfungen belasten den Körper unnötig. Es sollten nur die wirklich notwendigen Impfungen durchgeführt werden. Bei allen anderen muss abgewogen werden, ob sie für den jeweiligen Hund sinnvoll sind.
Wahlimpfungen schützen gegen Krankheiten, die seltener auftreten oder weniger schwerwiegende Folgen haben. Sie sind dann sinnvoll, wenn der Hund aus bestimmten Gründen besonders gefährdet ist: zum Beispiel bei viel Aufenthalt in Wäldern und Zeckengebieten, wo eine Impfung gegen Babesiose oder Borreliose Sinn macht. Individuell mit dem Tierarzt absprechen.
3 Arten von Impfstoffen
Je nachdem, vor welcher Krankheit sie schützen, gibt es verschiedene Arten von Impfstoffen.
1. Lebendimpfstoffe
Die Erreger, die in den Körper gebracht werden, sind noch nicht abgetötet: aber abgeschwächt und in so geringer Dosis gespritzt, dass das Immunsystem sie bekämpfen kann, ohne dass die Krankheit ausbricht. So wird der Ernstfall geprobt und die Abwehrkräfte stellen sich auf mögliche Infektionen ein. Bei geschwächten oder kranken Hunden kann das Immunsystem die Erreger nach einer Schutzimpfung mit Lebendimpfstoffen möglicherweise nicht vollständig bekämpfen.
2. Totimpfstoffe
Die Bakterien und Viren in der Spritze wurden vorher abgetötet: sie können sich nicht mehr vermehren und auch keine Infektion auslösen. Manchmal werden auch nur Teile der Erreger (Antigene) gespritzt. Der Schutz ist nicht ganz so stark wie bei Lebendimpfstoffen.
3. Kombinationsimpfstoffe
Schützen gleichzeitig gegen mehrere Krankheiten. Der Körper muss dabei mehrere Erreger gleichzeitig bekämpfen: der Schutz ist oft nicht so stark wie bei Einzelimpfungen. Auffrischungsimpfungen sind schwieriger zu planen, da manche Impfstoffe länger halten als andere.
Grundimmunisierung und Impfplan
Die meisten Impfungen müssen im Abstand von etwa vier Wochen mehrmals durchgeführt werden: das wird Grundimmunisierung genannt. Bei Welpen beginnt sie größtenteils ab der 8. Lebenswoche. Auffrischungsimpfungen verlängern den Schutz: je nach Krankheit nach einem oder nach drei Jahren.
Welpen erhalten in den ersten Lebenswochen über die Muttermilch Antikörper von der Mutter. Diese mütterlichen Antikörper werden mit der Zeit abgebaut. Wenn die Immunität nachlässt, aber noch so viele Abwehrkräfte vorhanden sind, dass eine Schutzimpfung blockiert wird, spricht man von der immunologischen Lücke. Die meisten Impfungen werden ab der 8. Lebenswoche gegeben: einige schon ab der 4. Woche.
Impftabelle
Die wichtigsten Impfungen
Tollwut
Virusinfektion, Übertragung über Speichel (z.B. Durch Biss eines infizierten Tieres). Erste Symptome: Verhaltensänderungen und neurologische Ausfälle. Tollwut ist eine Zoonose (von Tier auf Mensch übertragbar) und tödlich für Mensch und Tier. Erste Impfung: ab der 12. Lebenswoche. Auffrischung: alle 3 Jahre.
Staupe
Hochansteckend, Übertragung durch Tröpfcheninfektion. Verursacht Entzündungen in Lunge, Darm und Gehirn: in vielen Fällen tödlich. Grundimmunisierung: ab der 4. Woche möglich, spätestens ab der 8. Woche, Wiederholung in der 12., 16. Lebenswoche und im 15. Lebensmonat. Auffrischung: alle 3 Jahre. Oft kombiniert als 6-fach-Impfung gegen Staupe, Parvovirose, HCC, Tollwut, Leptospirose und Zwingerhusten.
Parvovirose
Hohe Ansteckungsgefahr, Übertragung über Exkremente. Symptome: starkes Erbrechen, wässriger und blutiger Durchfall, Fieber. Kann tödlich enden. Grundimmunisierung: ab der 4. Woche möglich, spätestens ab der 8. Woche, Wiederholung in der 12., 16. Lebenswoche und im 15. Lebensmonat. Auffrischung: alle 3 Jahre.
Leptospirose
Durch Bakterien verursacht, Übertragung über Urin. Verursacht Organschäden: Nierenschäden, Gelbsucht, Lungenblutungen. Bei Beteiligung lebenswichtiger Organe tödlich. Erstimpfung: ab der 8. Lebenswoche, Wiederholung nach 4 Wochen. Auffrischung: jährlich.
Hepatitis
Virusinfektion mit Erbrechen, Übelkeit und Gelbsucht: oft tödlich. Grundimmunisierung: ab der 8. Woche mit Wiederholung in der 12., 16. Lebenswoche und im 15. Lebensmonat. Auffrischung: alle 3 Jahre.
Zwingerhusten
Mischinfektion durch mehrere Erreger. Typisch: starker, bellender Husten. Hochansteckend.
Borreliose (Wahlimpfung)
Bakterielle Erkrankung durch Zeckenstich. Symptome: Gelenkentzündungen und Organschäden. Der Impfstoff wirkt nicht gegen alle Borrelien-Arten: Zeckenschutz ist oft effektiver. Erstimpfung: ab 12 Wochen, Nachimpfung nach 3–5 Wochen, jährliche Auffrischung.
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