Schwimmen ist gelenkschonend, trainiert die Muskulatur und kühlt an heißen Tagen. Besonders für ältere Hunde und Hunde mit Gelenkproblemen ist es eine der besten Bewegungsformen. Nicht jeder Hund ist eine geborene Wasserratte: Kurzschnäuzige Rassen (Bulldoggen, Möpse) haben durch ihren Körperbau Schwierigkeiten im Wasser, andere brauchen einfach mehr Zeit und Ermutigung. Mit der richtigen Herangehensweise lernen die meisten Hunde, sich im Wasser wohlzufühlen.

Nach der Grundimmunisierung (ca. 16 Wochen), wenn der Tierarzt grünes Licht gibt. Die Sozialisierungsphase schließt sich mit etwa 16 Wochen. Ein erster positiver Kontakt mit Wasser in dieser Zeit kann eine lebenslange Akzeptanz schaffen. Aber auch ältere Hunde können schwimmen lernen, es dauert nur etwas länger.
Wichtig bei Welpen: Nicht überfordern. Kurze Einheiten von 5 bis 10 Minuten reichen. Achte darauf, dass das Wasser nicht zu kalt ist. Welpen unterkühlen schneller als erwachsene Hunde.
Schritt 1: Wassergewöhnung. Fange zu Hause an. Ein flaches Planschbecken oder eine große Schüssel mit wenig Wasser reicht. Lass deinen Hund die Pfoten hineinstellen und planschen. Wassermenge langsam steigern. Kein Druck, kein Zwang.
Schritt 2: Vertrauen am Gewässer. Suche einen ruhigen See oder Teich mit flachem Ufer. Gehe selbst mit ins Wasser und lass deinen Hund dir folgen. Spiele mit ihm im knietiefen Wasser. Deine Anwesenheit gibt ihm Sicherheit.
Schritt 3: Spielen im Wasser. Wirf Wasserspielzeug aus kurzer Entfernung ins seichte Wasser. Dein Hund soll es holen, ohne schwimmen zu müssen. Distanz langsam steigern, sodass er sich schrittweise weiter ins Wasser wagt.
Schritt 4: Erste Schwimmzüge. Wenn er sich im flachen Wasser wohlfühlt, führe ihn langsam in tieferes Wasser. Sobald er nicht mehr stehen kann, beginnt er instinktiv zu paddeln. Halte seine Hüfte für zusätzlichen Auftrieb, bis er sich sicher fühlt. Die Schwimmweste nimmt ihm die Angst vor dem Sinken.
Schritt 5: Belohnung. Jeder Fortschritt wird belohnt: das erste Mal Pfoten im Wasser, das erste Mal Spielzeug aus dem Wasser holen, die ersten Schwimmzüge. Leckerlis und lobende Worte direkt nach dem Erfolg.
Schritt 6: Regelmäßig üben. Kurze Einheiten (10 bis 15 Minuten), regelmäßig wiederholt. Nach jeder Einheit genug Pause zum Ausruhen. Lieber 3 kurze Einheiten pro Woche als eine lange.
Den richtigen Ort wählen. Ruhige Seen oder Teiche mit flachem Ufer, keine starke Strömung. Überfüllte oder laute Orte überfordern den Hund. Spezielle Hundeschwimmbäder sind eine gute Option.
Wasserqualität prüfen. Verschmutztes Wasser, Blaualgen oder starker Algenwuchs sind gefährlich. Im Zweifel nicht schwimmen lassen.
Nie den Hund ins Wasser werfen. Das ist der sicherste Weg, eine lebenslange Wasserangst auszulösen.
Nie unbeaufsichtigt schwimmen lassen. Auch erfahrene Schwimmer können in Schwierigkeiten geraten (Strömung, Erschöpfung, Unterkühlung).
Abspülen. Immer mit klarem Wasser abspülen, egal ob See, Meer oder Pool. Entfernt Schadstoffe, Salz, Chlor und Algen.
Ohren trocknen. Wasser in den Ohren führt zu Infektionen. Vorsichtig mit einem weichen Tuch abtrocknen. Nichts in den Gehörgang einführen.
Pfoten kontrollieren. Schnitte, Fremdkörper oder Risse in den Ballen prüfen, besonders nach Schwimmen an steinigen Ufern.
Frisches Trinkwasser anbieten. Besonders nach Schwimmen im Salzwasser.
Beobachten. In den Stunden nach dem Schwimmen auf Erbrechen, Durchfall oder Unwohlsein achten, besonders wenn der Hund Wasser geschluckt hat.
Die Übungen in diesem Artikel sind ein Auszug aus dem Hundeo-Kurs „Hundesport". Bei Hundeo Pro findest du alle Lektionen als Videoanleitung mit Schritt-für-Schritt-Aufbau, dazu Trainings-Tracking und bei Problemen persönliche Hilfe von echten Trainern.