Hund übergibt sich einmal? Meist harmlos. Kommt es wirklich häufig vor, steckt mehr dahinter. Ursachen und was du jetzt tun kannst.

Gelegentlich erbrechen alle Hunde. Typisches Szenario: der Hund frisst Gras, übergibt sich danach und ist sofort wieder munter. Das ist ein normaler Schutzmechanismus. Passiert es aber ungewohnt oft oder sieht das Erbrochene anders aus, braucht es eine Ursachenklärung.
Das Brechzentrum im Gehirn wird durch verschiedene Reize ausgelöst: Störungen im Magen-Darm-Trakt, der Leber oder Niere, Gleichgewichtsprobleme (Reisekrankheit, Ohrerkrankungen, Epilepsie), Fremdkörper in Rachen und Hals sowie Giftstoffe.
Zeichen für Unwohlsein und Übelkeit:
Würgen: Durch abwechselndes Zusammenziehen der Bauchmuskulatur und des Zwerchfells bei geschlossenem Mund wird der Mageninhalt Richtung Maulhöhle befördert.
Erbrechen: Der Hund öffnet das Maul und wirft den Mageninhalt hinaus. Bei gelegentlichem Erbrechen handelt es sich in der Regel um normales Verhalten.
Der Hund wirft spontan den Mageninhalt aus: die Episode hält weniger als zwei Wochen an.
Mögliche Ursachen:
Regelmäßiges Erbrechen, das länger als zwei Wochen anhält. Bessert sich ohne medizinische Hilfe meist nicht. Zur Ursachenfindung sind Blut-, Kot- und Körperuntersuchungen notwendig.
Mögliche Ursachen:
Zeigen sich Symptome ein oder zweimal und der Hund ist danach aufgeweckt, fröhlich und frisst normal, handelt es sich meist um eine harmlose Störung.
Morgens vor dem Fressen: Hinweis auf Übersäuerung: der Magensaft greift die Schleimhaut an, wenn der Magen lange leer ist.
Gelber Schleim: Deutet auf Galle im Magensaft hin: Rückfluss vom Dünndarm in den Magen.
Wasser: Magen-Darm-Entzündung kann dafür verantwortlich sein.
Futter: Mögliche Futtermittelunverträglichkeit, Magenreizung oder Darmverschluss.
Blut (hellrot): Verletzung in Maul, Rachen oder Speiseröhre: mögliche Ursachen sind Fremdkörper, Entzündung, Vergiftung oder bösartige Erkrankung. Sofort zum Tierarzt.
Blut (dunkelrot, "Kaffeesatz"): Kommt aus dem Magen. Mögliche Ursachen: Entzündungen, Geschwüre, Tumore. Sofort zum Tierarzt.
1. Dehydratation: Beim Erbrechen geht viel Flüssigkeit verloren. Kommt Durchfall hinzu, droht schnell Austrocknung. Fehlende Elektrolyte (Kalium, Chlorid) beeinträchtigen Nerven und Muskelzellen: das kann lebensbedrohlich werden.
2. Aspirationspneumonie: Wenn der Kehlkopf beim Erbrechen nicht richtig schließt, gelangen Futter oder Flüssigkeit über die Luftröhre in die Lunge. Erkennbar an Atemnot, starkem Husten, Apathie oder Fieber.
Bei harmlosem Erbrechen: 12–24 Stunden Nahrungskarenz. So beruhigt sich der gereizte Magen-Darm-Trakt. Wasser muss immer zugänglich bleiben. Danach langsam Schonkost einführen: fettarm, leicht verdaulich.
Lässt der Brechreiz nach dem Fasten nicht nach oder kommen Blut, Schmerzen, Fieber oder Durchfall dazu, muss zum Tierarzt.


Bei akuten Beschwerden: Hühnerbrühe (600 ml) aufkochen, 1 Tasse Reis (ca. 230 g) abgespült hinzugeben, 20 Minuten köcheln lassen. Hühnerfleisch separat kochen, von Knochen befreien, würfeln und abkühlen lassen. Fett von der Brühe abschöpfen. Verhältnis Reis zu Hühnchen 2:1 oder 3:1.
Nach einigen Tagen Schonkost langsam über 4–5 Tage auf das normale Futter umsteigen. Hilft die Schonkost nicht oder verschlechtern sich die Symptome, sofort zum Tierarzt.
Der Tierarzt befragt zur Vorgeschichte und dem Fressverhalten, misst Fieber, kontrolliert Augen und tastet die Bauchorgane ab. Bei schlechtem Allgemeinzustand, Blut im Kot oder Fieber: Blutuntersuchung (gibt Auskunft über Leber, Niere, Diabetes). Bei Verdacht auf Fremdkörper oder Darmverschluss: Röntgen. Für detailliertere Einblicke: Endoskopie oder Ultraschall.
Bei leichten Beschwerden können folgende Hausmittel unterstützend helfen:
Diese Mittel eignen sich ausschließlich bei einmaligem, leichtem Erbrechen ohne Begleitsymptome: sie können keine Erkrankungen heilen.
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