Hund schleift sich am Boden? Meist sind die Analdrüsen schuld. Wie du sie richtig leerst und wann du zum Tierarzt solltest.

Rutscht dein Hund mit dem Hintern über den Boden oder leckt ständig an seinem After? Das sind typische Zeichen verstopfter Analdrüsen. Wer nicht rechtzeitig eingreift, riskiert Entzündungen und schmerzhafte Abszesse.
Beim Hund unterscheidet man zwischen den Analdrüsen und dem Analbeutel. Die Analbeutel sind eine Sonderform der Drüsen, die ausschließlich bei Raubtieren vorkommt: mit Ausnahme des Braunbären, der keine Analbeutel besitzt.
Die Analbeutel bilden einen Sammelort für ein spezielles Drüsensekret am Ende des Dickdarms. Dieses Sekret ist schleimig, bräunlich gefärbt und stark riechend. Blutbeimengungen oder gelb/grünes Eitersekret sind nicht normal und erfordern tierärztliche Behandlung.
Die Analbeutel sitzen unterhalb und seitlich des Afters: an den Positionen 8 und 16 Uhr auf einer Uhr. So lassen sie sich leichter ertasten.
Das Sekret erfüllt mehrere Funktionen: Es gibt jedem Hund einen individuellen Geruch (deshalb beschnuppern sich Hunde gegenseitig am Hintern), markiert das Revier beim Koten, erleichtert das Absetzen von festem Kot und signalisiert Artgenossen die Paarungsbereitschaft.
Kleine Rassen wie Chihuahuas und Spaniels haben häufiger Probleme mit verstopften oder entzündeten Analbeuteln als große Rassen.
Normalerweise entleeren sich die Analbeutel beim Koten von selbst. Wenn die Ausgangskanäle verstopfen, sammelt sich das Sekret an und verursacht zunehmende Beschwerden. Bakterien können zusätzlich Entzündungen auslösen.
Das sogenannte Schlittenfahren: der Hund rutscht mit dem Hintern über den Boden: ist das auffälligste Symptom. Verstopfte Drüsen verursachen starken Juckreiz, und der Hund versucht sich auf diese Weise zu entlasten. Wenn die Entleerung gelingt, entsteht ein intensiver, unangenehmer Geruch.
Weitere Anzeichen: Der Hund leckt oder beißt an seinem After oder jagt seine eigene Rute.
Rötungen und Schwellungen in der Afterregion deuten auf Entzündungsprozesse hin. Eine entzündete Analdrüse schmerzt, juckt heftig und übt Druck auf die Afterregion aus. Betroffene Hunde meiden das Laufen oder vermeiden, sich zu setzen.
Unbehandelt entwickeln sich Abszesse und Vereiterungen. Fieber, Appetitlosigkeit und Apathie sind ernste Warnsignale: sofort zum Tierarzt.
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Wer noch nie Analdrüsen ausgedrückt hat, sollte sich die Technik von einer Fachperson zeigen lassen. Bei Entdeckung von Eiter oder Blut sofort tierärztlichen Rat einholen: nicht abwarten. Regelmäßiges Leeren der Analbeutel und eine ballaststoffreiche Ernährung beugen wiederkehrenden Problemen vor.
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