- 5 verschiedene Arten der Bindehautentzündung beim Hund
- Symptome: Rötung, Tränenfluss, Schwellung, Juckreiz
- Bei eitrigem Ausfluss sofort zum Tierarzt
Augenausfluss bei Hunden hat verschiedene Ursachen: von harmlosen Tränenrückständen bis zur bakteriellen Infektion. Die Art des Ausflusses gibt den entscheidenden Hinweis: Klar und wässrig ist meist unbedenklich, gelb-grün erfordert sofortige tierärztliche Behandlung.
5 Arten von Augenausfluss
1. Krustenbildung (normal)
Tränen versorgen die Hornhaut mit Sauerstoff und Nährstoffen und spülen Fremdpartikel aus dem Auge. Die Tränen entweichen durch Kanäle an den inneren Augenwinkeln. Getrocknete Tränenrückstände, Schleim, abgestorbene Zellen und Staub bilden die typische Augenkruste, die sich morgens nach dem Schlafen angesammelt hat.
Krustenbildung in geringer, konstanter Menge ist normal. Sie lässt sich leicht mit einem warmen, feuchten Tuch entfernen. Die Augen sollten nicht gerötet sein, der Hund keine Anzeichen von Augenbeschwerden zeigen (Reiben, Schielen, Blinzeln, Lichtempfindlichkeit). Bei Verschlechterung zum Tierarzt.
2. Übermäßige Augentrübung (Epiphora)
Klarer, wässriger Ausfluss in übermäßiger Menge heißt Epiphora. Häufige Ursachen: Allergien, Reizstoffe, Fremdkörper, anatomische Anomalien (hervorstehende Augen, gerollte Augenlider), blockierte Tränendrüsen, Hornhautwunden oder Glaukom.
Leichte Zunahme bei ansonsten normalen, beschwerdefreien Augen: Zunächst beobachten: möglicherweise nur Pollen oder Staub. Wenn Epiphora anhält oder rote, schmerzhafte Augen dazukommen, zum Tierarzt.
3. Rotbraune Tränenflecken (Porphyrin)
Tränen enthalten das Pigment Porphyrin. Bei längerer Lufteinwirkung verfärbt es das Fell rötlich-braun: besonders sichtbar bei hell gefärbten Hunden unterhalb des inneren Augenwinkels. Ohne weitere Probleme ist das ein kosmetisches Phänomen, keine Erkrankung.
Um die Verfärbung zu reduzieren:
- Den Bereich mehrmals täglich mit warmem Wasser oder Augenreinigungslösung abwischen
- Fell um die Augen kurz halten
- Antibiotikafreie Ergänzungsmittel zur Tränenfärber-Reduktion verwenden
Bei Zunahme der Tränenmenge, Qualitätsveränderung oder geröteten Augen zum Tierarzt.
4. Weiß-grauer Schleim (trockenes Auge)
Keratokonjunktivitis sicca (KCS) entsteht, wenn das Immunsystem die eigenen Tränendrüsen angreift. Da die Tränenproduktion sinkt, produziert der Körper mehr Schleim als Ersatz: dieser schützt die Augen aber schlechter als echte Tränen. Folge: Rötung, Verkrustung, Unbehagen.
Behandlung: Spezielle Augentropfen vom Tierarzt, die die Tränenproduktion anregen oder ersetzen.
5. Gelber oder grüner Augenausfluss (Infektion)
Gelber oder grüner Ausfluss in Kombination mit Augenrötung und Unwohlsein ist ein deutliches Zeichen für eine Augenentzündung. Diese kann als primäres Problem oder als Folge einer anderen Erkrankung (Hornhautwunde, trockenes Auge) auftreten. Meist bakteriell bedingt, deshalb werden antibiotische Augentropfen oder -salben eingesetzt. Nicht abwarten: sofort zum Tierarzt.
Was du selbst tun kannst
Bei Augenproblemen ist Zurückhaltung sinnvoller als Hausmittel-Experimentieren. Was du sicher tun kannst:
- Augenpartie vorsichtig mit steriler Kochsalzlösung reinigen
- pro Auge ein frisches Tuch oder Pad verwenden
- Reiben und Kratzen möglichst verhindern
Was wir nicht empfehlen würden:
- Kamillentee am Auge
- selbst gemischte Tropfen
- langes Abwarten bei deutlicher Rötung, Schmerz oder Ausfluss
Wenn sich die Symptome innerhalb von 24 Stunden nicht bessern, der Hund Fieber entwickelt oder eitriger Ausfluss auftritt, braucht es eine tierärztliche Diagnose.
Wann sind Antibiotika nötig?
Antibiotische Augentropfen oder -salben verschreibt der Tierarzt bei bestätigter bakterieller Infektion: gelb-grüner Ausfluss, starke Rötung, Schwellung der Bindehaut. Die Behandlung dauert in der Regel 7-10 Tage. Die Tropfen müssen konsequent bis zum Ende gegeben werden, auch wenn die Symptome schon nach 2-3 Tagen nachlassen. Zu frühes Absetzen fördert Resistenzen und Rückfälle.
Bei viraler oder allergischer Konjunktivitis helfen Antibiotika nicht. Hier kommen je nach Ursache antivirale Mittel, Antihistaminika oder entzündungshemmende Augentropfen zum Einsatz. Deshalb ist die tierärztliche Diagnose so wichtig: die richtige Behandlung hängt von der Ursache ab.
Rassen mit erhöhtem Risiko
Kurzköpfige (brachycephale) Rassen wie Mops, Französische Bulldogge, Shi Tzu und Cavalier King Charles Spaniel haben anatomisch bedingt hervorstehende Augen. Die Augäpfel sind stärker der Umwelt ausgesetzt, der Lidschluss oft unvollständig. Das macht sie deutlich anfälliger für Bindehautentzündungen, Hornhautverletzungen und trockenes Auge.
Auch Rassen mit stark ausgeprägten Gesichtsfalten (Shar-Pei, Bloodhound) oder lockeren Unterlidern (Basset, Bernhardiner) neigen zu chronischen Augenproblemen. Bei diesen Hunden lohnt sich eine regelmäßige Augenkontrolle beim Tierarzt: zweimal jährlich als Vorsorge.
Vorbeugung
Zugluft ist einer der häufigsten Auslöser. Das Autofenster bei der Fahrt geschlossen halten und den Schlafplatz nicht in der Zugluft platzieren. In staubigen oder sandigen Umgebungen (Baustellen, Strände bei Wind) die Augen im Blick behalten.
Eine gut ausgestattete Hundeapotheke enthält sterile Kochsalzlösung zum Ausspülen und Euphrasia-Augentropfen für den Erstfall. Regelmäßige Impfungen schützen vor viralen Erkrankungen wie Staupe, die ebenfalls Bindehautentzündungen auslösen können.
Empfehlung vom Tierarzt
Eine Bindehautentzündung sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Unbehandelt kann sie sich zur chronischen Erkrankung entwickeln. Bei geröteten Augen, vermehrtem Ausfluss oder wenn der Hund an den Augen reibt, immer tierärztlichen Rat einholen.
Hast du aufgepasst?
Frage 1 von 3Woran erkennst du, dass Augenausfluss bei deinem Hund harmlos ist?
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