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5 Fakten zur Aujeszkyschen Krankheit

Die Aujeszkysche Krankheit (Pseudowut) verläuft bei Hunden immer tödlich. Der Herpesvirus wird durch rohes Schweinefleisch oder Kontakt mit infizierten Wildschweinen übertragen. Symptome: extremer Juckreiz, Rückenmarks- und Gehirnentzündung. Es gibt keine Behandlung und keine Impfung für Hunde. Einziger Schutz: kein rohes Schweinefleisch füttern.

5 Min. Lesezeit
Ein Hund schnüffelt an einem Baumstamm im Wald.

Dein Hund barft mit rohem Schweinefleisch? Oder läuft im Wald ohne Leine durch Wildschweingebiete? Dann solltest du die Aujeszkysche Krankheit kennen. Für Hunde verläuft sie immer tödlich, der Tod tritt meist innerhalb von 48 Stunden ein. Eine Behandlung gibt es nicht. Der einzige Schutz ist Vorbeugung.

Was ist die Aujeszkysche Krankheit?

Der ungarische Veterinär Aladár Aujeszky beschrieb das Virus erstmals 1902. In den 1930er-Jahren erkannten Forscher das Schwein als natürlichen Wirt und Überträger. Die Krankheit ist weltweit verbreitet und bei Hausschweinen anzeigepflichtig: bei Wildschweinen weder anzeige- noch meldepflichtig.

Das Virus befällt das Zentralnervensystem und die Organe von Säugetieren wie Hund, Katze, Rind, Schaf und Kaninchen. Bei diesen Endwirten endet die Infektion immer tödlich. Schweine erholen sich nach der Infektion, bleiben aber dauerhaft ansteckend. Ferkel unter vier Wochen überleben die Erkrankung in der Regel ebenfalls nicht.

Übertragungswege

Hunde infizieren sich vor allem durch:

  • Fressen von rohem Schweinefleisch (Haus- oder Wildschwein)
  • Kontakt mit infizierten Schweinen
  • Beschnuppern von Wildschweinkadavern im Wald

Deutschland ist seit 2003 offiziell SuHV-1-frei: aber nur für Hausschweine. Bei Wildschweinen besteht weiterhin Infektionsgefahr. 2011 wurden in Niedersachsen erstmals positive Diagnosen bei Wildschweinen bestätigt.

Symptome

Die Symptome ähneln stark der Tollwut, weshalb die Krankheit auch Pseudowut heißt. Im Unterschied zur echten Tollwut zeigen betroffene Hunde keine Aggressivität und sind nicht wasserscheu. Stattdessen:

  • Starker Juckreiz (besonders im Kopf- und Halsbereich)
  • Unruhe und Erregung
  • Vermehrter Speichelfluss
  • Neurologische Ausfälle
  • Tod innerhalb von 24–48 Stunden

Vorbeugung

Da es keine Behandlung gibt, ist Vorbeugung entscheidend:

  • Kein rohes Schweinefleisch füttern: auch nicht aus dem Supermarkt
  • Im Wald und in Gegenden mit Wildschweinvorkommen die Leine anlegen
  • Kontakt mit Wildschweinkadavern verhindern
  • Schweinefleisch beim Kochen gut durchgaren (mindestens 70 °C Kerntemperatur)

Warum gibt es keine Behandlung?

Das SuHV-1 breitet sich nach der Infektion innerhalb weniger Stunden über die Nerven ins Gehirn aus. Sobald neurologische Symptome auftreten, sind die Schäden am Zentralnervensystem irreversibel. Antivirale Medikamente existieren für dieses Herpesvirus nicht. Auch eine Impfung für Hunde gibt es nicht: die verfügbaren Schweine-Impfstoffe sind für andere Tierarten nicht zugelassen und unwirksam. Ein Tierarzt kann bei bestätigter Diagnose nur noch das Leiden durch Euthanasie beenden. Die Diagnose erfolgt oft erst post mortem durch Laboranalyse des Gehirns.

Frühsymptome wie Unruhe, Zittern oder Appetitlosigkeit werden von Haltern häufig als Magenverstimmung oder Stress fehlgedeutet. Das verschmälert das ohnehin winzige Zeitfenster weiter. Wenn ein Hund rohes Schweinefleisch gefressen hat und innerhalb von 2 bis 9 Tagen plötzlich starken Juckreiz oder Fieber zeigt, sollte sofort ein Tierarzt aufgesucht werden.

Unterschied zur Tollwut

Beide Erkrankungen betreffen das Nervensystem und führen zu Speichelfluss, Unruhe und schnellem Tod. Die Verwechslungsgefahr ist real. Drei Merkmale helfen bei der Unterscheidung: Hunde mit Pseudowut kratzen sich bis zur Selbstverstümmelung (sogenannter "mad itch"), zeigen keine Aggressivität gegenüber Menschen und sterben deutlich schneller (24 bis 48 Stunden statt mehrere Tage). Die Tollwutimpfung schützt nicht vor der Aujeszkyschen Krankheit, da ein völlig anderes Virus verantwortlich ist: SuHV-1 (Herpes) statt Lyssavirus (Rhabdovirus).

Hinweis für BARF-Fütterer

Wer seinen Hund roh füttert, muss Schweinefleisch konsequent vom Speiseplan streichen. Das gilt auch für Innereien, Knochen und Knorpel vom Schwein. Gefrieren tötet SuHV-1 nicht zuverlässig ab: das Virus überlebt bei -20 °C mehrere Wochen. Nur Erhitzen auf mindestens 70 °C für 30 Minuten zerstört es sicher. Auch Schweinefleisch aus dem Supermarkt kann theoretisch kontaminiert sein, wenn die Kühlkette unterbrochen war oder eine Kontamination durch Wildschweinfleisch stattfand. Sichere Alternativen für BARF-Rationen sind Rind, Lamm, Geflügel, Pferd oder Wild (außer Wildschwein). Bei einer Vergiftung durch verdorbenes Fleisch treten Magen-Darm-Symptome auf: bei SuHV-1 dagegen neurologische Ausfälle ohne Erbrechen oder Durchfall.

Fazit

Deutschland ist bei Hausschweinen seit 2003 SuHV-1-frei: das Risiko durch Wildschweine bleibt. Zwei Verhaltensregeln reichen als Schutz: kein rohes Schweinefleisch, Leine im Wald. Da die Krankheit nicht behandelbar ist, zählt nur Vorbeugung.

Hast du aufgepasst?

Frage 1 von 3

Was ist der Hauptübertragungsweg der Aujeszkyschen Krankheit auf Hunde?

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Häufig gestellte Fragen

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Geschrieben von

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Tierarzt & Fachautor

Mag.med.vet. (Tiermedizin)Praktizierender TierarztCo-Autor der Hunde Gesundheits Bibel

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic erstellt medizinisch fundierte Artikel und Videos zu Tiergesundheitsthemen. Er ist Co-Autor der Hunde Gesundheits Bibel und sorgt mit seiner Expertise für fachlich korrekte Inhalte bei Hundeo.

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