Zittern hat viele Ursachen: Kälte, Angst, Schmerz oder Erkrankung. Welche bei deinem Hund wirklich zutrifft und was du tun kannst.

Zittern ist oft harmlos: aber dahinter kann sich auch eine ernste Ursache verbergen. Die 13 häufigsten Gründe im Überblick.
Nach einem ausgedehnten Spaziergang oder intensiver Aktivität kann ein Hund im Schlaf zittern. Bereits bei Welpen ab dem sechsten Lebenstag lässt sich dieses Zucken beobachten. Die Bewegungen während der Ruhephasen dienen der Muskelentspannung und dem Abbau von Stress: ein natürlicher Regenerationsmechanismus.
Auch im Wachzustand kann nach viel Bewegung vorübergehendes Muskelzucken auftreten. Hält es über einen längeren Zeitraum an, sollte ein Tierarzt konsultiert werden.
Nach einem ereignisreichen Tag können intensive Träume zu Zuckungen führen. Das Zittern im Schlaf dient der Verarbeitung von Erfahrungen: harmlos und normal.
Muskelzittern dient dazu, die Körpertemperatur anzuheben. Dabei spielt die Körpergröße eine zentrale Rolle: Kleine Hunde frieren deutlich schneller als große. Nackthunde und Hunde ohne Unterwolle neigen besonders zu schnellem Zittern. Chihuahuas sind ein klassisches Beispiel. Bei kälteanfälligen Hunden kann ein Hundemantel Abhilfe schaffen.
Im Alter können Hunde zu spontanen Muskelzuckungen neigen. Das ist in der Regel ein Anzeichen von Arthrose: ähnlich wie beim Menschen.
Zittern aus Angst zeigt sich anhand der Körpersprache:
Kleine Hunde sind oft ängstlicher, weil die Welt für sie bedrohlicher wirkt. Auslöser sind ungewohnte Situationen, fremde Artgenossen oder fremde Menschen. In Angstsituationen ruhig bleiben und keine übertriebene Beruhigung zeigen: das bestärkt die Angst eher. Hunde orientieren sich an ihrem Menschen: Wer gelassen bleibt, gibt dem Hund das Signal, dass alles in Ordnung ist.
Schlecht sozialisierte Hunde zeigen auch im Erwachsenenalter häufig grundlose Angstzustände. Frühe Sozialisierung in der Prägephase (bis zur 20. Lebenswoche) ist entscheidend.
Auch bei positiver Erregung können Hunde zittern: begleitet von Schwanzwedeln, Bellen und Hüpfen. Wenn ein Hund gelernt hat, dass Zittern zu Leckerlis oder Streicheleinheiten führt, kann es sich um angelerntes "künstliches Zittern" handeln.
Etwa 2 % aller Hunde leiden an Epilepsie. Bei einem epileptischen Anfall verliert der Hund die Kontrolle über den gesamten Körper. Besonders betroffene Rassen: Beagle, Berner Sennenhunde, Schäferhunde, Golden Retriever, Labrador. Epilepsie ist nicht heilbar, aber mit Medikamenten lässt sich das Anfallsrisiko deutlich reduzieren.
Ein epileptischer Anfall verläuft in drei Phasen:
Bei einer Magendrehung verdreht sich der Magen um seine eigene Längsachse. Große Hunde sind deutlich häufiger betroffen als kleine. Besonders gefährdete Rassen: Irish Setter, Deutsche Doggen, Dobermänner.
Eine Magendrehung kann schnell tödlich enden, wenn sie unbehandelt bleibt. Symptome: starke Schmerzen, Schock, Blähbauch, Kreislaufprobleme, Unruhe, Würgen ohne Erbrechen. Bereits beim ersten Anzeichen sofort zum Tierarzt.
Staupe ist eine seltene, aber gefährliche Viruserkrankung: heute gut durch Impfung verhinderbar. Sie greift Nervensystem, Atemwege und Magen-Darm-Trakt an. Mögliche Begleiterscheinungen: Krampfanfälle, Gehirnschäden, Durchfall, Erbrechen, Atemnot, Fieber, Appetitlosigkeit, Nasenausfluss, Lähmungen, Husten. Übertragung über Exkremente oder Speichel infizierter Tiere: endet häufig tödlich. Bei Verdacht sofort zum Tierarzt.
Das White Dog Shaker Syndrome ist eine Erbkrankheit, die: wie der Name sagt: nur bei weißen Hunden vorkommt. Besonders betroffen: West Highland White Terrier, Pudel, Malteser. Symptome: Zittern am ganzen Körper, Orientierungslosigkeit, schnelle Augenbewegungen. Behandlung mit Medikamenten: manchmal verschwinden die Symptome, manchmal ist eine lebenslange Behandlung nötig.
Eine Vergiftung kann den gesamten Körper angreifen. Mögliche Begleiterscheinungen:
Giftige Wildpflanzen, aber auch Lebensmittel wie Weintrauben, Schokolade, Zwiebeln, Süßstoff oder Alkohol können Vergiftungserscheinungen auslösen. Mehr dazu: Was dürfen Hunde nicht essen. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort zum Tierarzt.
Nierenversagen wird von Symptomen wie Erbrechen, Durchfall und Apathie begleitet: dabei kann es zunehmend zu Zitteranfällen kommen. Auch neurologische Erkrankungen wie Gehirnschläge, Schlaganfälle, Hitzschläge oder Gehirntraumata können Zittern auslösen. Das Risiko für viele dieser Erkrankungen steigt mit zunehmendem Alter.
Jede Form von Schmerz kann Zittern auslösen: besonders bei Bauchschmerzen. Wenn Zittern mit Durchfall, Erbrechen, Fieber, Kraftlosigkeit oder Apathie kombiniert auftritt, ist ein zeitnaher Besuch beim Tierarzt nötig.
Wichtig: Zittern von Krämpfen unterscheiden. Während eines Krampfes ist der Hund abwesend und hat keine Kontrolle mehr über seinen Körper: Krämpfe können mehrere Minuten andauern. Beim Zittern dagegen ist der Hund immer noch ansprechbar.
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