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Hanföl für Hunde

Hanföl aus Hanfsamen ist nicht dasselbe wie CBD-Öl. Es liefert Fettsäuren in einem günstigen Verhältnis und kann als Futterergänzung sinnvoll sein. Gegen Allergien, Entzündungen oder neurologische Probleme ersetzt es keine tierärztliche Behandlung.

5 Min. Lesezeit
Fröhlicher Hund mit Bandana, umgeben von Hanfblättern und einer bunten, natürlichen Umgebung.
Kurz & Knapp
  • Hanföl ist kein CBD-Öl: es wird aus den Samen gepresst
  • Enthält Omega-3 und Omega-6 im Verhältnis ca. 1:3 plus Gamma-Linolensäure
  • Als Fettsäure-Ergänzung im Futter sinnvoll, kein Heilmittel

Hanföl taucht in der Hundeernährung regelmäßig auf, oft mit Versprechen, die weit über das hinausgehen, was ein pflanzliches Öl leisten kann. Wer es als Fettsäure-Ergänzung versteht und richtig einordnet, kann es sinnvoll nutzen.

Hanföl ist nicht CBD

Dieser Punkt wird ständig vermischt, deshalb vorweg: Hanföl und CBD-Öl sind zwei verschiedene Produkte.

Hanföl wird aus den Samen der Hanfpflanze kalt gepresst. Es enthält keine nennenswerten Mengen Cannabinoide, kein THC und kein CBD. Es ist ein Speiseöl mit einem bestimmten Fettsäureprofil.

CBD-Öl wird aus Blüten und Blättern gewonnen und enthält Cannabidiol. Es hat andere Inhaltsstoffe, andere Wirkungsmechanismen und eine völlig andere regulatorische Einordnung. Die FDA weist in ihrer Stellungnahme zu Cannabis-Produkten und Tieren explizit auf diese Unterscheidung hin.

Wenn in Online-Ratgebern steht, Hanföl helfe gegen Epilepsie, Angstzustände oder chronische Schmerzen, dann werden fast immer CBD-Studienergebnisse auf ein Speiseöl übertragen. Das ist sachlich falsch.

Was Hanföl enthält

Hanföl hat ein für pflanzliche Öle interessantes Fettsäureprofil:

  • Omega-6-Fettsäuren (ca. 50 bis 60 %), vor allem Linolsäure
  • Omega-3-Fettsäuren (ca. 15 bis 25 %), vor allem Alpha-Linolensäure (ALA)
  • Gamma-Linolensäure (GLA, ca. 2 bis 4 %), eine Omega-6-Fettsäure, die in wenigen Ölen vorkommt
  • Vitamin E als natürlicher Bestandteil

Das Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6 liegt bei ungefähr 1:3. Das ist günstiger als bei vielen anderen Pflanzenölen. Die Gamma-Linolensäure (GLA) kommt sonst vor allem in Nachtkerzenöl und Borretschöl vor.

Hunde können ALA nur begrenzt in die biologisch aktiveren Formen EPA und DHA umwandeln. Hanföl ist deshalb kein Ersatz für Fischöl, wenn es um EPA und DHA geht, sondern eine pflanzliche Ergänzung mit einem eigenen Profil.

Wofür Hanföl sinnvoll sein kann

Als Fettsäure-Ergänzung im Futter kann Hanföl einen Beitrag leisten, wenn das restliche Futter wenig mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthält. Laut Merck Veterinary Manual können essentielle Fettsäuren eine unterstützende Rolle bei der Hautgesundheit von Tieren spielen.

Konkret bedeutet das:

  • Als pflanzliche Fettsäure-Quelle im Futter, die das vorhandene Fettsäureprofil ergänzt
  • Bei trockenem, stumpfem Fell kann eine verbesserte Fettsäurezufuhr über die Ernährung einen Unterschied machen
  • Die Gamma-Linolensäure macht Hanföl zu einer sinnvollen Abwechslung gegenüber Sonnenblumen- oder Distelöl

Wichtig: Das sind ernährungsphysiologische Effekte, keine therapeutischen. Ein Öl im Futter ersetzt keine Diagnose und keine Behandlung.

Anwendung und Dosierung

Hanföl wird ins Futter gemischt, nicht pur gefüttert. Als Orientierung:

  • Kleine Hunde (bis 10 kg): ca. ½ Teelöffel pro Tag
  • Mittlere Hunde (10 bis 25 kg): ca. 1 Teelöffel pro Tag
  • Große Hunde (über 25 kg): ca. 1 Esslöffel pro Tag

Am besten mit einer kleinen Menge anfangen und über einige Tage steigern. Wenn der Hund mit weichem Kot, Durchfall oder Erbrechen reagiert, die Menge reduzieren oder das Öl weglassen.

Beim Kauf auf kaltgepresstes Hanföl in Bio-Qualität achten. Die Flasche sollte dunkel sein, weil Licht die ungesättigten Fettsäuren schnell oxidieren lässt. Nach dem Öffnen kühl und dunkel lagern und innerhalb von vier bis sechs Wochen aufbrauchen. Hanföl darf nicht erhitzt werden, weil die empfindlichen Fettsäuren dabei zerstört werden.

Wann Hanföl nicht die Lösung ist

Hanföl kann bestimmte Dinge nicht leisten, auch wenn das manchmal behauptet wird:

  • Bei Allergien oder chronischem Juckreiz braucht es eine tierärztliche Abklärung, oft einen Ausschlussdiätplan und gegebenenfalls Medikamente. Ein Öl im Futter ändert daran nichts.
  • Bei Entzündungen der Gelenke oder Organe ist eine gezielte Diagnostik und Behandlung nötig.
  • Bei Epilepsie, Angstzuständen oder Übelkeit gibt es keine Belege, dass Hanföl (im Unterschied zu CBD) einen Effekt hat.
  • Bei schweren Hauterkrankungen wie bakteriellen Infektionen, Demodikose oder Autoimmunerkrankungen der Haut reicht eine Fettsäure-Ergänzung nicht aus.

Im Zweifelsfall gilt: tierärztlich abklären lassen, bevor man experimentiert.

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Frage 1 von 3

Was ist der Hauptunterschied zwischen Hanföl und CBD-Öl?

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Quellen

Häufig gestellte Fragen

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Geschrieben von

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Tierarzt & Fachautor

Mag.med.vet. (Tiermedizin)Praktizierender TierarztCo-Autor der Hunde Gesundheits Bibel

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic erstellt medizinisch fundierte Artikel und Videos zu Tiergesundheitsthemen. Er ist Co-Autor der Hunde Gesundheits Bibel und sorgt mit seiner Expertise für fachlich korrekte Inhalte bei Hundeo.

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