- Koprophagie (Kotfressen) hat meist harmlose Ursachen
- Mögliche Gründe: Nährstoffmangel, Langeweile, Aufmerksamkeit
- Konsequentes Training und artgerechte Ernährung helfen
Fachsprachlich heißt das Kotfressen Koprophagie. Es ist kein natürliches Fressverhalten: aber viele Hunde zeigen es. In den meisten Fällen steckt ein lösbarer Grund dahinter.
Warum frisst mein Hund Kot?
Mögliche Ursachen:
- Verhaltensstörung aus Zwingerhaltung oder langer Käfighaltung in der Prägephase
- Nährstoffmangel (Mineralien, Vitamine: besonders Vitamin K)
- Monotone Ernährung ohne Abwechslung
- Mangel an Verdauungsenzymen (z.B. Durch Bauchspeicheldrüseninsuffizienz: nur vom Tierarzt diagnostizierbar)
- Hunger (z.B. Während einer Diät)
- Mangel an Darmbakterien (häufig bei Hunden unter einem Jahr)
- Störung der Darmflora
- Geschmacksverstärker aus Fertigfutter, die über den Kot ausgeschieden werden
- Genetische Veranlagung zur Koprophagie
- Stress durch ungeklärte Rangfolge
- Aufmerksamkeitsproblem: der Hund bekommt durch das Verhalten die gewünschte Reaktion
Wann ist Kotfressen normal?
Eine Hündin frisst in den ersten Wochen die Ausscheidungen ihrer Welpen: das stimuliert deren Verdauung. Welpen nehmen manchmal den Kot der Mutter auf, um fehlende Darmbakterien zu entwickeln. Nach den ersten 12 Wochen sollte dieses Verhalten enden. Hält es an, Tierarzt aufsuchen.
Gesundheitsrisiken
Durch das Aufnehmen von Kot steigt die Gefahr, Krankheitserreger aufzunehmen und weiterzugeben. Besonders gefährdet sind Kinder, da ihr Immunsystem noch in der Entwicklung ist.
Übertragbare Erreger:
- Giardien: einzellige Parasiten
- Spul- und Bandwürmer
- Parvovirose (hochinfektiöse Viruserkrankung, für Welpen oft tödlich)
- Toxoplasmen (aus Katzenkot)
- Hepatitis und Salmonellen (aus Hühner- und Nagerkot)
Pferdeäpfel: Entwurmungsmedikamente werden über den Pferdekot in hoher Konzentration ausgeschieden und können für Hunde ernsthaft gefährlich sein. Auf keinen Fall Pferdeäpfel fressen lassen.
Menschenkot (Großstädte): Hunde können durch den Kot von Drogenabhängigen Rauschzustände entwickeln: die Symptome ähneln denen einer Vergiftung.
4 Tipps gegen Kotfressen
Zuerst die Ursache klären: Nährstoffmangel? Stress? Angewöhnung aus Zwingerhaltung? Aufmerksamkeitsproblem? Der Tierarzt kann durch eine Blutuntersuchung konkrete Mängel feststellen.
1. Erziehung: Kot beim Gassigehen sofort entfernen, bevor der Hund die Gelegenheit hat. Klares "Nein"-Kommando mit sofortiger Ablenkung durch Spielzeug oder Leckerli. Konsequenz ist entscheidend.
2. Nährstoffmangel beseitigen: Blutuntersuchung beim Tierarzt, um konkrete Mängel festzustellen. Dann gezielt mit Nahrungsergänzungsmitteln nachbessern: nicht blind verschiedene Präparate ausprobieren.
3. Management statt Hausmittel: Den Erfolg nicht an Käse, Ananas oder anderen Tricks aufhängen. Wichtiger sind sauberes Management, schnelles Entfernen des Kots und ein trainiertes Abbruchsignal.
4. Verhaltenstherapie: Bei Verhaltensstörungen oder ungeklärter Rangfolge hilft ein erfahrener Hundetrainer oder Tierpsychologe. Oft reichen wenige Sitzungen, um das Verhalten dauerhaft abzustellen.
Nach einem Vorfall: Maul mit feuchtem Tuch auswischen, Fell auf Kotspuren kontrollieren, bei Bedarf mit mildem Hundeshampoo waschen.
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Frage 1 von 3Warum sind Pferdeäpfel für Hunde besonders gefährlich?
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