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Hund frisst Kot

Kotfressen (Koprophagie) kann auf Nährstoffmangel, Verdauungsprobleme oder Langeweile hindeuten. Bei Welpen ist es ein normales Erkundungsverhalten, das sich meist von selbst legt. Abgewöhnen in 4 Schritten: Kot sofort aufsammeln, das Aus-Kommando trainieren, Futter auf Vollständigkeit prüfen und den Tierarzt auf Enzym- oder Vitaminmangel testen lassen.

4 Min. Lesezeit
Ein nachdenklicher Hund vor einer Tierarztpraxis, umgeben von Futtersorten, während ein besorgter Tierarzt zuschaut.
Das Wichtigste in Kürze
  • Koprophagie (Kotfressen) hat meist harmlose Ursachen
  • Mögliche Gründe: Nährstoffmangel, Langeweile, Aufmerksamkeit
  • Konsequentes Training und artgerechte Ernährung helfen

Fachsprachlich heißt das Kotfressen Koprophagie. Es ist kein natürliches Fressverhalten: aber viele Hunde zeigen es. In den meisten Fällen steckt ein lösbarer Grund dahinter.

Warum frisst mein Hund Kot?

Mögliche Ursachen:

  • Verhaltensstörung aus Zwingerhaltung oder langer Käfighaltung in der Prägephase
  • Nährstoffmangel (Mineralien, Vitamine: besonders Vitamin K)
  • Monotone Ernährung ohne Abwechslung
  • Mangel an Verdauungsenzymen (z.B. Durch Bauchspeicheldrüseninsuffizienz: nur vom Tierarzt diagnostizierbar)
  • Hunger (z.B. Während einer Diät)
  • Mangel an Darmbakterien (häufig bei Hunden unter einem Jahr)
  • Störung der Darmflora
  • Geschmacksverstärker aus Fertigfutter, die über den Kot ausgeschieden werden
  • Genetische Veranlagung zur Koprophagie
  • Stress durch ungeklärte Rangfolge
  • Aufmerksamkeitsproblem: der Hund bekommt durch das Verhalten die gewünschte Reaktion

Wann ist Kotfressen normal?

Eine Hündin frisst in den ersten Wochen die Ausscheidungen ihrer Welpen: das stimuliert deren Verdauung. Welpen nehmen manchmal den Kot der Mutter auf, um fehlende Darmbakterien zu entwickeln. Nach den ersten 12 Wochen sollte dieses Verhalten enden. Hält es an, Tierarzt aufsuchen.

Gesundheitsrisiken

Durch das Aufnehmen von Kot steigt die Gefahr, Krankheitserreger aufzunehmen und weiterzugeben. Besonders gefährdet sind Kinder, da ihr Immunsystem noch in der Entwicklung ist.

Übertragbare Erreger:

  • Giardien: einzellige Parasiten
  • Spul- und Bandwürmer
  • Parvovirose (hochinfektiöse Viruserkrankung, für Welpen oft tödlich)
  • Toxoplasmen (aus Katzenkot)
  • Hepatitis und Salmonellen (aus Hühner- und Nagerkot)

Pferdeäpfel: Entwurmungsmedikamente werden über den Pferdekot in hoher Konzentration ausgeschieden und können für Hunde ernsthaft gefährlich sein. Auf keinen Fall Pferdeäpfel fressen lassen.

Menschenkot (Großstädte): Hunde können durch den Kot von Drogenabhängigen Rauschzustände entwickeln: die Symptome ähneln denen einer Vergiftung.

4 Tipps gegen Kotfressen

Zuerst die Ursache klären: Nährstoffmangel? Stress? Angewöhnung aus Zwingerhaltung? Aufmerksamkeitsproblem? Der Tierarzt kann durch eine Blutuntersuchung konkrete Mängel feststellen.

1. Erziehung: Kot beim Gassigehen sofort entfernen, bevor der Hund die Gelegenheit hat. Klares "Nein"-Kommando mit sofortiger Ablenkung durch Spielzeug oder Leckerli. Konsequenz ist entscheidend.

2. Nährstoffmangel beseitigen: Blutuntersuchung beim Tierarzt, um konkrete Mängel festzustellen. Dann gezielt mit Nahrungsergänzungsmitteln nachbessern: nicht blind verschiedene Präparate ausprobieren.

3. Management statt Hausmittel: Den Erfolg nicht an Käse, Ananas oder anderen Tricks aufhängen. Wichtiger sind sauberes Management, schnelles Entfernen des Kots und ein trainiertes Abbruchsignal.

4. Verhaltenstherapie: Bei Verhaltensstörungen oder ungeklärter Rangfolge hilft ein erfahrener Hundetrainer oder Tierpsychologe. Oft reichen wenige Sitzungen, um das Verhalten dauerhaft abzustellen.

Nach einem Vorfall: Maul mit feuchtem Tuch auswischen, Fell auf Kotspuren kontrollieren, bei Bedarf mit mildem Hundeshampoo waschen.

Hast du aufgepasst?

Frage 1 von 3

Warum sind Pferdeäpfel für Hunde besonders gefährlich?

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Häufig gestellte Fragen

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Geschrieben von

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Tierarzt & Fachautor

Mag.med.vet. (Tiermedizin)Praktizierender TierarztCo-Autor der Hunde Gesundheits Bibel

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic erstellt medizinisch fundierte Artikel und Videos zu Tiergesundheitsthemen. Er ist Co-Autor der Hunde Gesundheits Bibel und sorgt mit seiner Expertise für fachlich korrekte Inhalte bei Hundeo.

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