Kuhfladen - Hund frisst Kot

Hund frisst Kot (Warum & 4 Tipps zum abgewöhnen)

Aktualisiert: 28. Oktober 2018

Geschrieben von:

Enrico
Enrico

Es ist nicht nur ein ästhetisches sowie hygienisches Problem, sondern meistens steckt noch mehr dahinter. Wenn der eigene Hund Kot frisst, sei es seinen eigenen oder fremden, ist das scheußlich. 

Doch warum beginnt mein Hund Kot zu fressen? Welche Folgen kann dieses Verhalten mit sich ziehen und wie lässt sich dieses Problem in den Griff kriegen?

In diesem Artikel möchte ich ausführlich auf dieses Thema eingehen und dabei diese sowie weitere Fragen beantworten.

Warum frisst mein Hund Kot?

Wenn der Hund Kot frisst, dann zeigt das immer ein Problem auf. Fachsprachlich wird dieses Verhalten Koprophagie genannt. Exkremente sind kein von der Natur aus vorhergesehenes Futter für ihn. 

Sollte dir also auffallen, dass dein Hund seinen eigenen Kot oder auch andere Extremente zu sich nimmt, stimmt etwas nicht. Ganz egal welche Art, ob Pferdeäpfel, Kuhfladen oder Hühnerkot. Danach müssen viele Hunde erbrechen und bekommen häufig auch Durchfall. 

Doch weshalb fängt er überhaupt erst damit an?

  1. Aufgrund einer erworbenen Verhaltensstörung, beispielsweise bei einer Zwingerhaltung kann er dies ausprobiert und erlernt haben. Das passiert oftmals in der Prägephase bei Welpen, wenn diese viel Zeit in diesem Käfig verbringen müssen.
  2. Mangelernährung und die dazugehörigen Mangelerscheinungen können ebenso ein Grund für dieses Verhalten sein. Ein Mangel an Mineralien oder Vitaminen, vor allem bei zu wenig Vitamin K, können der Auslöser sein!
  3. Ernährung ohne Abwechslung könnte ein Motivator für das Fressen von Kot sein. Wenn er jeden Tag nur Futter vom Discounter und Wasser bekommt, kann er sich schon einmal nach „Alternativen“ umschauen. Eventuell kann dies auch mit Punkt 2 einhergehen.
  4. Ein Mangel an Verdauungsenzymen kann ebenso dafür verantwortlich sein, was beispielsweise eine Bauspeicheldrüseninsuffizienz hervorrufen kann. Diese kann allerdings nur von einem Tierarzt diagnostiziert werden. 
  5. Auch Hunger kann den Verzehr von Kot rechtfertigen. Während einer zwangsverordneten Diät kann dieses Verhalten das Verlangen nach mehr Futter bedeuten.
  6. Ein Mangel an Darmbakterien könnte ein weiterer Grund sein. Tritt meistens bei Hunden auf bis zirka ein Jahr.
  7. Wenn eine Störung der Darmflora vorliegt
  8. Lockstoffe und Geschmacksverstärker, die in industriell hergestelltem Fertigfutter enthalten sind, werden über den Kot mit ausgeschieden. Hunde können davon angelockt werden.
  9. Eine angeborene Veranlagung zur Koprophagie (Fressen von Exkrementen)
  10. Viel Stress, wenn beispielsweise die Rangfolge innerhalb der Familie nicht geklärt ist.
  11. Auch ein Aufmerksamkeitsproblem kann die Ursache sein. Für uns Menschen ist es abstoßend und ekelerregend, wenn der Hund Kot frisst. Der Hund tickt da ein bisschen anders. Sollte dieser nicht genügend Liebe und Beachtung bekommen und deswegen damit anfangen, bekommt er genau dann, wenn er es tut genau das, was er will – Aufmerksamkeit!

Wenn Welpen Kot fressen

Wurfkiste

Grundsätzlich gehören Kot, ob der eigene oder der von fremden, nicht zum Speiseplan eines Hundes. Es gibt allerdings auch Phasen, in denen dies ganz normal ist. 

Eine Hündin frisst die Ausscheidungen ihres Nachwuchses, nachdem sie geworfen hat. In den ersten Wochen des Welpen stimuliert sie nämlich den Genital- und Anusbereich, um dessen Verdauung anzukurbeln. 

Umgekehrt kann es auch vorkommen, dass der Welpe den Kot der Mutter zu sich nimmt. Ihm fehlen noch einige Bakterien für die Verdauung, die er dadurch aufnimmt. 

Nach den ersten 12 Wochen sollte dies aber wieder beendet sein. Wenn nicht, dann solltest du mit deinem Tierarzt klären, weshalb er ihn weiterhin zu sich nimmt.

Infektionsgefahr von Hund zu Mensch

Hunde Gesundheit

Mal davon abgesehen, dass es ekelhaft ist, wenn der Hund kotverschmiert zum Kuscheln vorbeikommt, kann dies noch weitaus schlimmere Dinge mit sich bringen. 

Durch das Aufnehmen von Kot steigt die Gefahr, dass der eigene Hund die darin übertragbaren Krankheitserreger an seine Mitmenschen weitergibt. Dies kann besonders gefährlich für Kinder sein, da ihr Immunsystem sich noch entwickeln muss. 

Ganz egal, um welche Exkremente es sich dreht, darin enthalten sind eine Vielzahl an Parasiten und Krankheitserregern. Durch die Aufnahme von Menschenkot zum Beispiel kann er über die Schnauze, Gebiss und Fell, Krankheiten auf andere Menschen übertragen (Mensch zu Mensch). Er ist quasi der Überbringer.

Übertragbare Krankheiten

Übertragbare Krankheiten und Viren sind beispielsweise Guardian. Dies sind hochinfektiöse Einzeller, die sich in besonders weichem Kot (Durchfall) von Hunden finden. Neben diesem Parasiten können auch Spul- und Bandwürmer übertragen werden, verschiedene Hundebandwurm-Arten sowie Fuchsbandwürmer. Das gilt ebenso für die Wurmeier

Weitergegeben kann ebenso Parvovirose. Dies ist eine hochinfektiöse Viruserkrankung und endet für Welpen oftmals sehr schnell tödlich. Katzenkot kann Toxoplasmen enthalten, die nach dem Verzehr über Fell und Schnauze verteilt werden. Aber auch Hepatitis und Salmonellen zählen dazu. Gerade durch Hühner- bzw. Nager-Kot. Neben Zysten, Vieren und Eiern, die übertragen werden können, stinkt dein Vierbeiner außerdem ekelerregend aus dem Maul.

Die Folgen vom Kot Konsum

hund krank

Das Aufnehmen von Exkrementen kann nicht nur Krankheiten übertragen, sondern auch zu gesundheitlichen Problem beim Hund selbst führen. In der freien Wildbahn und auch noch vor 100 Jahren wurden diese Folgen komplett vernachlässigt, dies sollte aber der Vergangenheit angehören. 

Wer meint, dass das Verspeisen von Kot zum natürlichen Verhalten eines Hundes gehört, der liegt damit falsch. Das Essen von Extrementen sollte als ein Problem wahrgenommen und mit richtigen Methoden abgewöhnt werden. Somit kannst du deinen Hunden vor den Risiken folgender Krankheiten beschützen.

Höhere Gefahr von Wurmbefall

Das Risiko für einen Wurmbefall ist neben der Aufnahme von Parasiten und Krankheitserregern viel größer, als wenn er keinen Kot frisst. Das gilt für jede Art von Kot. Zwar sind Würmer von anderen Tieren für Hunde nicht ansteckend, ein Risiko für eine gesundheitliche Beeinträchtigung bleibt dennoch bestehen. Auch schon das Schnuppern an Kot kann Folgen haben, allerdings ist dies sehr selten. 

Aufnahme von gefährlichen Medikamente und Pharmazeutika 

Viele Medikamente, die wir Menschen aber auch Tiere aufnehmen, werden über den Kot wieder ausgeschieden. Ein Hund, der Kot frisst, kann diese zu sich nehmen, was oftmals ebenfalls ein Risiko darstellt. 

Das gilt vor allen Dingen für Wurmkuren von Pferden. Diese werden über den Kot wieder ausgeschieden und können eine ernsthafte Gefahr für den Hund bedeuten. Zwar ist die Wirkung abhängig von der Größe des Hundes sowie des Pferdeapfels, dennoch gilt: Lasse deinen Hund auf keinen Fall Pferdeäpfel fressen!

Aufnahme von Drogen

Dies klingt jetzt etwas komisch, ist allerdings keine Seltenheit! Wenn dein Hund Exkremente eines Drogenabhängigen gefressen hat, so kann dieser davon high und nicht mehr zurechnungsfähig werden. 

In Berlin beispielsweise wurden schon des Öfteren Hunde mit einem echten Rausch in die Tierklinik eingeliefert. Solcher Kot findet sich generell in Großstädten und deren Parks. Die dadurch hervorgerufenen Symptome, die der Hund daraufhin zeigt, sind dieselben wie bei einer Vergiftung.

 

4 Tipps gegen Kot Fressen

hunde gesicht icon

Um das Kotfressen bei deinem Hund abgewöhnen zu können, sollte festgestellt werden, aus welchem Grund er überhaupt damit angefangen hat. Deshalb sollte durch einen Tierarzt herausgefunden werden, ob eine Krankheit der Auslöser ist. 

Außerdem muss die Frage geklärt werden, in welchen Situationen er anfängt Kot zu fressen.

  • Ist er oft einsam oder unter Stress? 
  • Wie sieht die Ernährung aus, ist diese abwechslungsreich? 
  • Hat er es sich eventuell angewöhnt, weil er oft im Zwinger ist? 
  • Zeigt er Mangelerscheinungen?
  • Oder fühlt er sich von den darin enthalten Gerüchen und Konservierungsstoffen angezogen?

TIPP: Der Vorfahre des Hundes ist der Wolf. Dieser ist bekanntlich ein Aasfresser, deswegen kann durchaus ein phylogenetischer Zusammenhang bestehen. Es muss also nicht immer eine Krankheit oder Mangelerscheinung gegeben sein, die dieses Verhalten hervorruft.

1. Erziehung

Training

Um deinem Hund das Kotfressen abzugewöhnen, kann eine hygienische Erziehung helfen. Für das weglocken von den Haufen kann ein sehr gutes Leckerli behilflich sein. Die Gefahr dabei ist aber, dass er vor jedem Haufen stehenbleibt und ein Leckerli einfordert!

Deswegen ist striktes Verbieten wohl die bessere Erziehung. Ab sofort solltest du deinen Hund also unter Beobachtung halten. 

Sobald Kothaufen von ihm oder anderen Tieren etwa im Garten zu finden sind, so müssen diese umgehend entfernt werden. Er soll gar nicht erst die Möglichkeit haben, mal naschen zu können! 

Bei einem Zwingerhund muss dessen Kot idealerweise sofort beseitigt werden. Das gilt ebenso für eine Welpen-Box. Sie sind noch sehr neugierig und auch wenn ihnen langweilig ist, sollten sie keine Gelegenheit dazu bekommen, mal ihr Kot zu probieren. Sollte eine Katze mit im Haushalt leben, dann sollte auch ihr Klo nach Gebrauch gereinigt werden. 

TIPP: Wenn dein Hund Katzenkot aus dem Katzenklo frisst, kann oftmals schon das Umstellen helfen. Stelle das Katzenklo an einen Ort, wo dein Hund nicht mehr drankommt.

Beim Gassi-Gehen muss ebenso penibel darauf geachtet werden. Sollte er beim Freilauf auf Exkremente stoßen und trotz Anweisung nicht gehorchen, kann ein Maulkorb ihn daran hindern. Es ist aber sehr unwahrscheinlich, dass er durch den Maulkorb es lernen wird, keinen Kot mehr zu fressen. Auch eine Schleppleine kann helfen, um die Befehle noch klarer auszudrücken. 

WICHTIG: Ganz egal wie sehr es stinkt oder ekelhaft es aussieht, durch das Schimpfen mit ihm wird er es sich nicht abgewöhnen. Bereits wenige Sekunden danach bringt er dies nicht mehr mit dem Kotfressen in Verbindung!

2. Mangelerscheinungen beseitigen

Vitamin- und Nährstoffmangel können ebenfalls Ursachen für Koprophagie sein. Aus diesem Grund können Nahrungsergänzungsmittel Abhilfe verschaffen. Diese sind zwar oft sehr teuer, doch viele Hundehalter berichten von einer Verbesserung des Problems. 

Hier würde ich dir empfehlen, dass dein Tierarzt erst mal feststellt, um welche Mangelerscheinung es sich handelt und ob diese Mangelerscheinung mit einem Nahrungsergänzungsmittel zu beheben ist. Somit sparst du mehr Geld und pumpst deinen Hund nicht unnötig mit Mitteln ein, die sein Körper nicht braucht.

3. Hausmittel

Vor dem Gassi gehen: Gebe deinem Hund stinkigen Käse zum Fressen (z.B. Harzer Käse, Romadur oder Limburger)

Zu Hause gegen das Fressen vom eigenen Kot:

  • Mische ein Stück Ananas ins Futter (die in der Ananas enthaltenen Enzyme sollen den Appetit verhindern) 
  • Als Alternative kannst du einen geringen Schuss Apfelessig oder Ananassaft ins Futter beimischen
  • Pansen, Blättermagen, Bananen, Hefe, Hefeflocken oder Bierhefe können ins tägliche Futter beigemischt werden
  • In Dosenmilch verrührte Heilerde
  • Trockenfleisch mit getrockneter Sprotte

4. Verhaltenstherapie

Wenn sich dein Hund aufgrund von einer schlechten Herrchen-Tier-Beziehung dazu berufen fühlt, Kot zu sich zu nehmen, dann ist eine Verhaltenstherapie notwendig. 

Dabei wird festgestellt, was genau falsch läuft, worauf eine Erziehung auf Sauberkeit und Hygiene folgt. Auch wird dein Hund hierbei auf ein Alarmsignal getrimmt, welches den Abbruch einer Kotaufnahme herbeiführen soll. 

Da die Kotaufnahme für den Hund wie eine Selbstbelohnung wirkt, muss eine Gegenkonditionierung erfolgen. Auch diese ist Bestandteil einer Verhaltenstherapie. Wenn soziale Defizite beim Vierbeiner vorliegen, beispielsweise schwache Sozialkontakte und viel Einsamkeit, dann muss entgegengewirkt werden. 

Dafür muss er psychisch und physisch gefordert werden. Dies alles geschieht mit kleinen Teilzielen, wodurch schneller und effizienter Erfolge erzielt werden können.

Wie soll ich ihn waschen?

Hundeshampoo Baden

Wenn dein Hund seinem Appetit mal wieder nicht widerstehen konnte und anfängt zu fressen, dann verschmiert er den Kot auch auf seinem Körper, insbesondere am Maulbereich. Nicht selten wälzen sie sich auch in den Exkrementen. Dann ist eine richtige Reinigung wichtig, damit er den Kot nicht überall in der Wohnung verteilt. 

Für die Reinigung solltest du unbedingt Putzhandschuhe verwenden. 

Einerseits aus hygienischen Gründen und anderseits kann diese Maßnahme auch helfen, den Waschvorgang gründlich zu erledigen. Dein Hund muss gründlich geduscht bzw. gebadet werden. 

Bei Rückständen von Kot im Maulbereich solltest du ihm einen Apfel zu fressen geben. Dieser reinigt die Zahnzwischenräume. Eine Zahnbürste ist ebenfalls eine gute Idee.

Solltest du selbst nicht die Möglichkeit haben, deinen Hund gründlich zu waschen, empfiehlt sich ein Hundesalon.

Mein Fazit

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Mit Ausnahme von Hunden im Welpenalter und deren Mütter sollte das Fressen von Extrementen abgewöhnt werden.

Dafür muss zuerst die Ursache festgestellt werden. Erst dann kann eine passende Maßnahme durchgezogen werden. Sollten die üblichen Hausmittel und Tricks wie Käse oder ähnliches nicht weiterhelfen, rate ich dir mit einem Tierarzt. 

Sollte dein Tierarzt diese Angewohnheit keiner Krankheit zuschreiben, ist es gut, wenn du mit deinem Hund an einer Verhaltenstherapie teilnimmst.

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