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Wurmkur beim Hund

6 Wurmarten können Hunde befallen: Bandwurm, Spulwurm, Hakenwurm, Herzwurm, Peitschenwurm und Lungenwurm. Welpen sollten bis zum 6. Monat monatlich entwurmt werden. Danach reicht eine Kotuntersuchung alle 3 Monate, entwurmt wird nur bei positivem Befund. Kokosöl, Karotten und Kürbiskerne können ergänzend unterstützen.

8 Min. Lesezeit
Ein freundlicher weißer Hund mit spitzen Ohren und einem türkisfarbenen Halstuch sitzt in einem sonnigen Garten.
Das Wichtigste in Kürze
  • 6 Wurmarten können deinen Hund befallen: Band-, Spul-, Haken-, Herz-, Peitschen- und Lungenwurm
  • Welpen sollten bis zum 6. Monat monatlich entwurmt werden
  • Kotuntersuchung alle 3 Monate ist die sicherste Methode
  • Natürliche Mittel: Kokosöl, Karotten und Kürbiskerne können unterstützen
  • Wurmkur hat keine vorbeugende Wirkung wie eine Impfung

Eine Wurmkur hat keine vorbeugende Wirkung wie eine Impfung: dass ein Hund zwei Tage nach einer Kur wieder Würmer hat, ist möglich. Bei diagnostiziertem Befall mit dem Tierarzt klären, ob eine chemische Kur notwendig ist oder ob natürliche Mittel ausreichen.

6 Wurmarten im Überblick

Abbildung verschiedener Würmer auf weißem Hintergrund, darunter Regenwürmer, ein Bandwurm und ein zusammengerollter Spulwurm, mit unterschiedlichen Formen, Größen und Farben.

Hunde können von folgenden Wurmarten befallen werden:

  • Bandwurm
  • Spulwurm
  • Hakenwurm
  • Herzwurm
  • Peitschenwurm
  • Lungenwurm

In einzelnen Fällen müssen auch Rundwürmer behandelt werden.

1. Bandwurm

Ein stark vergrößertes, getöntes Bild eines Flohs mit detaillierten Körperteilen wie sichtbaren Beinen und Fühlern.

Zwischenwirt des Bandwurms ist u.a. Der Floh

Der Gurken- oder Kürbiskernbandwurm tritt beim Hund am häufigsten auf. Er ist weltweit verbreitet. Seine Zwischenwirte sind der Floh oder Haarlinge. Die Wurmeier gelangen über den Floh in den Dünndarm. Ungefähr in 20 Tagen reifen sie zum Bandwurm aus und können 10 bis 70 cm lang und 2 bis 3 mm breit werden.

Bei guter Ernährung kann ein Hund einige Bandwürmer im Darm tolerieren: die Symptome sind oft gering. Es kann jedoch passieren, dass Larvenstadien den Darm durchbohren und eine Körperwanderung durchführen, was schwere Schäden zur Folge hat.

Symptome:

  • Verdauungsbeschwerden, Verstopfung
  • Trägheit, Lethargie
  • gestörtes Immunsystem, erhöhte Krankheitsanfälligkeit
  • Glanzloses Fell
  • Starker Juckreiz im Analbereich (Schlittenfahren, Lecken des Analbereichs)

Der Bandwurm kann durch Kotuntersuchungen diagnostiziert werden. Der Tierarzt empfiehlt je nach Stärke des Befalls eine angemessene Behandlung.

2. Spulwurm

Ein süßer, flauschiger Hamster lugt aus einem hohlen Baumstamm hervor. Nagetiere sind Zwischenwirte des Spulwurms.

Zwischenwirt des Spulwurms sind Nagetiere

Der Spulwurm ist zusammen mit Giardien der häufigste Magen-Darm-Parasit bei Hunden. Die Eier sind sehr resistent und können einige Jahre überleben. Ein ausgewachsener Spulwurm kann eine Länge von 10 bis 18 cm erreichen.

Nachdem der Hund die Eier aufnimmt, schlüpfen die Larven. Sie bohren sich in die Darmwand und gelangen in die Blutgefäße. Der Blutkreislauf überträgt sie an Leber und Lunge. Danach kriechen sie über die Luftröhre in den Rachen und werden heruntergeschluckt. So kommen sie wieder in den Darm und reifen zu Spulwürmern aus: dort können sie tausende Eier pro Tag legen.

Nicht alle Larven gelangen über Lunge und Rachen wieder in den Darm. Manche nisten sich in einem Organ ein und warten auf einen günstigen Moment wie die Trächtigkeit, um in die Gebärmutter oder Milchdrüsen zu wandern. Welpen können deshalb bereits im Mutterleib befallen sein.

Symptome:

  • Erbrechen
  • Durchfall (schleimig, teilweise blutig)
  • aufgeblähter Bauch (Spulwurmbauch)
  • Wachstumsstörungen
  • Appetitverlust
  • Müdigkeit, Blutarmut
  • wiederkehrendes Fieber
  • Husten, Schnupfen

Da Welpen durch Spulwürmer sterben können, empfehlen Tiermediziner ab der zweiten Woche bis zur 8. Lebenswoche eine regelmäßige Wurmkur: besonders wenn bei der Mutter Spulwürmer diagnostiziert wurden.

3. Hakenwurm

Hakenwürmer erreichen eine Länge von 3 bis 18 mm. Im Gegensatz zu Spulwürmern gelangen nicht die Eier, sondern die Larven in den Körper. Der ausgereifte Hakenwurm beißt sich in der Darmwand fest und saugt Blut. Hakenwürmer können auch in die Milchdrüse einer trächtigen Hündin gelangen und nach der Geburt über die Muttermilch übertragen werden.

Symptome:

  • Blutarmut, Anämie
  • Gewichtsverlust, Ermüdung
  • Durchfall (teilweise blutig), Verstopfung
  • Glanzloses Fell
  • Schmerzen im Magen-Darmbereich
  • Husten
  • Hautentzündungen an den Pfoten (aufgrund von Larven, die über die Haut dringen)

4. Herzwurm

Nahaufnahme einer Mücke auf einer reflektierenden Oberfläche. Die Mücke ist der Zwischenwirt der Herzwurm-Larve.

Zwischenwirt des Herzwurms ist die Mücke

Im erwachsenen Stadium können Herzwürmer 20 bis 30 cm lang und bis zu 1 mm dick werden. Die Larven wandern in die Blut- und Lymphgefäße und können bis zum Herzen vordringen: besonders häufig in der rechten Herzkammer. Eine Infektion kann jahrelang verborgen bleiben.

Symptome (entwickeln sich schleichend):

  • Müdigkeit, Gewichtsverlust
  • Bronchial- und Atembeschwerden
  • Schwaches Herz, Glanzloses Fell
  • Vergrößerung des Unterleibs
  • Leber-, Lungen-, Nierenschäden

Die Diagnose erfolgt durch Blutuntersuchung. Bei starkem Befall kann ein operativer Eingriff notwendig sein. Diese Würmer sind vor allem in südeuropäischen Ländern verbreitet: vor Reisen dorthin den Tierarzt zu geeigneten Schutzpräparaten befragen.

5. Peitschenwurm

Peitschenwürmer sind 4 bis 7 cm lang und durch ihre typische Peitschenform erkennbar: langes dünnes Vorderteil, dickes Hinterteil. Nach dem Schlucken der Eier wandern sie in den Darm und entwickeln sich zu erwachsenen Würmern. Der Wurm dringt mit dem dünnen Vorderteil in die Darmschleimhaut ein und ernährt sich von Gewebeflüssigkeit und Blut.

Symptome:

  • Blut im Kot
  • Gewichtsverlust, Müdigkeit
  • Lecken an der Magengegend
  • Blähungen
  • Verzögerung der Entwicklung

6. Lungenwurm

Eine Nahaufnahme einer Schnecke mit spiralförmigem Gehäuse, die auf einem grünen Blatt kriecht. Die Schnecke ist der Zwischenwirt des Lungenwurms.

Zwischenwirt des Lungenwurms ist die Schnecke

Der Lungenwurm ist auch als "Französischer Herzwurm" bekannt und kann je nach Gattung 1–2,5 cm lang werden. Er besiedelt Lunge, Atemwege und Blutgefäße. Hunde können sich durch Schnecken infizieren: direkt durch Fressen oder indirekt über Grashalme, auf denen sich eine infizierte Schnecke befand.

Die Larve wandert über die Blutbahn in Leber und Lunge, entwickelt sich dort zum erwachsenen Wurm und legt Eier. Die schlüpfenden Larven lösen Reizungen und Entzündungsherde in der Lunge aus. Durch Husten gelangen sie in den Rachen, werden heruntergeschluckt und über den Kot in die Umwelt ausgeschieden.

Symptome:

  • Husten (teilweise blutig), vermehrtes Räuspern
  • Atemnot, Trägheit
  • Nasenbluten, blaue Flecken auf der Haut
  • Anämie

Entwurmung: Tipps und Häufigkeit

Regelmäßige Kotuntersuchung
Alle 3 Monate eine Kotprobe beim Tierarzt abgeben. So erkennst du Wurmbefall frühzeitig.
Wurmkur nach Bedarf
Die Entwurmung erfolgt je nach Ergebnis der Kotprobe oder pauschal alle 3–6 Monate.
Hygiene beachten
Kot sofort entsorgen, Hände waschen und Liegeplätze regelmäßig reinigen.

Wie oft entwurmen?

Die meisten Tierärzte empfehlen eine Entwurmung viermal jährlich mit einem Abstand von 3 Monaten. Lebt der Hund mit Babys oder älteren Menschen zusammen, sollte nach Absprache mit dem Tierarzt eine häufigere Entwurmung in Betracht gezogen werden: Kleinkinder und Senioren haben eine schlechtere Immunabwehr.

Welpen entwurmen

Welpen können sich bereits im Mutterleib und über die Muttermilch mit Spulwürmern anstecken. Deshalb empfiehlt sich eine Entwurmung ab der zweiten Woche bis zur 8. Lebenswoche im 2–4-Wochen-Abstand. Danach monatliche Entwurmung bis zum 6. Lebensmonat. Anschließend eine prophylaktische Entwurmung oder Kotuntersuchung 2–4 Mal jährlich.

Chemische Wurmkuren

Chemische Wurmkuren werden bei erwachsenen Hunden alle drei Monate verabreicht. Je nach Lebensumständen kann sich der Abstand verkürzen oder verlängern: Hunde auf dem Land mit häufigem Kontakt zu Aas oder Mäusen benötigen kürzere Abstände.

Chemische Wurmkuren gibt es als Tabletten oder Spot-on-Präparate. Wirkstoffe wie Milbemycin-Oxim und Praziquantel wirken gegen Lungen-, Herz-, Band-, Haken- und Spulwürmer. Die Dosierung richtet sich nach Alter und Gewicht.

Ein Nachteil: Chemische Mittel greifen die Darmflora an: auch gesunde Bakterien sind betroffen. Es kann zu Magen- und Darmbeschwerden kommen. Nach der Behandlung hilft eine Darmsanierung, die Darmflora schnell zu stabilisieren.

Natürliche Hausmittel

Pflanzliche Mittel werden oft als natürliche Alternative vermarktet. Genau hier ist Vorsicht sinnvoll. Bei nachgewiesenem Wurmbefall sollte man sich nicht auf Hausmittel verlassen.

Hausmittel, die häufig genannt werden:

  • Kokosöl
  • Karotten
  • Kürbiskerne

Das Problem ist nicht, dass diese Lebensmittel grundsätzlich tabu wären. Das Problem ist, aus ihnen eine belastbare Wurmtherapie zu machen. Bei Würmern zählen Diagnose und wirksame Behandlung mehr als Hausmittel.

Kotuntersuchung als Alternative

Mit einer regelmäßigen Kotuntersuchung alle drei Monate ist man auf der sicheren Seite. Wird ein Befall nachgewiesen, gemeinsam mit dem Tierarzt entscheiden, welche Behandlung passt.

Dieser Weg setzt wirksame Mittel nur nach Bedarf ein. Jeder Hund ist individuell: Anfälligkeit, Reaktion auf Behandlung und Lebensumstände spielen eine wichtige Rolle bei der Entscheidung.

Hast du aufgepasst?

Frage 1 von 3

Warum hat eine Wurmkur keine vorbeugende Wirkung wie eine Impfung?

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Häufig gestellte Fragen

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Geschrieben von

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Tierarzt & Fachautor

Mag.med.vet. (Tiermedizin)Praktizierender TierarztCo-Autor der Hunde Gesundheits Bibel

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic erstellt medizinisch fundierte Artikel und Videos zu Tiergesundheitsthemen. Er ist Co-Autor der Hunde Gesundheits Bibel und sorgt mit seiner Expertise für fachlich korrekte Inhalte bei Hundeo.

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