- 6 Wurmarten können deinen Hund befallen: Band-, Spul-, Haken-, Herz-, Peitschen- und Lungenwurm
- Welpen sollten bis zum 6. Monat monatlich entwurmt werden
- Kotuntersuchung alle 3 Monate ist die sicherste Methode
- Natürliche Mittel: Kokosöl, Karotten und Kürbiskerne können unterstützen
- Wurmkur hat keine vorbeugende Wirkung wie eine Impfung
Eine Wurmkur hat keine vorbeugende Wirkung wie eine Impfung: dass ein Hund zwei Tage nach einer Kur wieder Würmer hat, ist möglich. Bei diagnostiziertem Befall mit dem Tierarzt klären, ob eine chemische Kur notwendig ist oder ob natürliche Mittel ausreichen.
6 Wurmarten im Überblick
Hunde können von folgenden Wurmarten befallen werden:
- Bandwurm
- Spulwurm
- Hakenwurm
- Herzwurm
- Peitschenwurm
- Lungenwurm
In einzelnen Fällen müssen auch Rundwürmer behandelt werden.
1. Bandwurm
Zwischenwirt des Bandwurms ist u.a. Der Floh
Der Gurken- oder Kürbiskernbandwurm tritt beim Hund am häufigsten auf. Er ist weltweit verbreitet. Seine Zwischenwirte sind der Floh oder Haarlinge. Die Wurmeier gelangen über den Floh in den Dünndarm. Ungefähr in 20 Tagen reifen sie zum Bandwurm aus und können 10 bis 70 cm lang und 2 bis 3 mm breit werden.
Bei guter Ernährung kann ein Hund einige Bandwürmer im Darm tolerieren: die Symptome sind oft gering. Es kann jedoch passieren, dass Larvenstadien den Darm durchbohren und eine Körperwanderung durchführen, was schwere Schäden zur Folge hat.
Symptome:
- Verdauungsbeschwerden, Verstopfung
- Trägheit, Lethargie
- gestörtes Immunsystem, erhöhte Krankheitsanfälligkeit
- Glanzloses Fell
- Starker Juckreiz im Analbereich (Schlittenfahren, Lecken des Analbereichs)
Der Bandwurm kann durch Kotuntersuchungen diagnostiziert werden. Der Tierarzt empfiehlt je nach Stärke des Befalls eine angemessene Behandlung.
2. Spulwurm
Zwischenwirt des Spulwurms sind Nagetiere
Der Spulwurm ist zusammen mit Giardien der häufigste Magen-Darm-Parasit bei Hunden. Die Eier sind sehr resistent und können einige Jahre überleben. Ein ausgewachsener Spulwurm kann eine Länge von 10 bis 18 cm erreichen.
Nachdem der Hund die Eier aufnimmt, schlüpfen die Larven. Sie bohren sich in die Darmwand und gelangen in die Blutgefäße. Der Blutkreislauf überträgt sie an Leber und Lunge. Danach kriechen sie über die Luftröhre in den Rachen und werden heruntergeschluckt. So kommen sie wieder in den Darm und reifen zu Spulwürmern aus: dort können sie tausende Eier pro Tag legen.
Nicht alle Larven gelangen über Lunge und Rachen wieder in den Darm. Manche nisten sich in einem Organ ein und warten auf einen günstigen Moment wie die Trächtigkeit, um in die Gebärmutter oder Milchdrüsen zu wandern. Welpen können deshalb bereits im Mutterleib befallen sein.
Symptome:
- Erbrechen
- Durchfall (schleimig, teilweise blutig)
- aufgeblähter Bauch (Spulwurmbauch)
- Wachstumsstörungen
- Appetitverlust
- Müdigkeit, Blutarmut
- wiederkehrendes Fieber
- Husten, Schnupfen
Da Welpen durch Spulwürmer sterben können, empfehlen Tiermediziner ab der zweiten Woche bis zur 8. Lebenswoche eine regelmäßige Wurmkur: besonders wenn bei der Mutter Spulwürmer diagnostiziert wurden.
3. Hakenwurm
Hakenwürmer erreichen eine Länge von 3 bis 18 mm. Im Gegensatz zu Spulwürmern gelangen nicht die Eier, sondern die Larven in den Körper. Der ausgereifte Hakenwurm beißt sich in der Darmwand fest und saugt Blut. Hakenwürmer können auch in die Milchdrüse einer trächtigen Hündin gelangen und nach der Geburt über die Muttermilch übertragen werden.
Symptome:
- Blutarmut, Anämie
- Gewichtsverlust, Ermüdung
- Durchfall (teilweise blutig), Verstopfung
- Glanzloses Fell
- Schmerzen im Magen-Darmbereich
- Husten
- Hautentzündungen an den Pfoten (aufgrund von Larven, die über die Haut dringen)
4. Herzwurm
Zwischenwirt des Herzwurms ist die Mücke
Im erwachsenen Stadium können Herzwürmer 20 bis 30 cm lang und bis zu 1 mm dick werden. Die Larven wandern in die Blut- und Lymphgefäße und können bis zum Herzen vordringen: besonders häufig in der rechten Herzkammer. Eine Infektion kann jahrelang verborgen bleiben.
Symptome (entwickeln sich schleichend):
- Müdigkeit, Gewichtsverlust
- Bronchial- und Atembeschwerden
- Schwaches Herz, Glanzloses Fell
- Vergrößerung des Unterleibs
- Leber-, Lungen-, Nierenschäden
Die Diagnose erfolgt durch Blutuntersuchung. Bei starkem Befall kann ein operativer Eingriff notwendig sein. Diese Würmer sind vor allem in südeuropäischen Ländern verbreitet: vor Reisen dorthin den Tierarzt zu geeigneten Schutzpräparaten befragen.
5. Peitschenwurm
Peitschenwürmer sind 4 bis 7 cm lang und durch ihre typische Peitschenform erkennbar: langes dünnes Vorderteil, dickes Hinterteil. Nach dem Schlucken der Eier wandern sie in den Darm und entwickeln sich zu erwachsenen Würmern. Der Wurm dringt mit dem dünnen Vorderteil in die Darmschleimhaut ein und ernährt sich von Gewebeflüssigkeit und Blut.
Symptome:
- Blut im Kot
- Gewichtsverlust, Müdigkeit
- Lecken an der Magengegend
- Blähungen
- Verzögerung der Entwicklung
6. Lungenwurm
Zwischenwirt des Lungenwurms ist die Schnecke
Der Lungenwurm ist auch als "Französischer Herzwurm" bekannt und kann je nach Gattung 1–2,5 cm lang werden. Er besiedelt Lunge, Atemwege und Blutgefäße. Hunde können sich durch Schnecken infizieren: direkt durch Fressen oder indirekt über Grashalme, auf denen sich eine infizierte Schnecke befand.
Die Larve wandert über die Blutbahn in Leber und Lunge, entwickelt sich dort zum erwachsenen Wurm und legt Eier. Die schlüpfenden Larven lösen Reizungen und Entzündungsherde in der Lunge aus. Durch Husten gelangen sie in den Rachen, werden heruntergeschluckt und über den Kot in die Umwelt ausgeschieden.
Symptome:
- Husten (teilweise blutig), vermehrtes Räuspern
- Atemnot, Trägheit
- Nasenbluten, blaue Flecken auf der Haut
- Anämie
Entwurmung: Tipps und Häufigkeit
Wie oft entwurmen?
Die meisten Tierärzte empfehlen eine Entwurmung viermal jährlich mit einem Abstand von 3 Monaten. Lebt der Hund mit Babys oder älteren Menschen zusammen, sollte nach Absprache mit dem Tierarzt eine häufigere Entwurmung in Betracht gezogen werden: Kleinkinder und Senioren haben eine schlechtere Immunabwehr.
Welpen entwurmen
Welpen können sich bereits im Mutterleib und über die Muttermilch mit Spulwürmern anstecken. Deshalb empfiehlt sich eine Entwurmung ab der zweiten Woche bis zur 8. Lebenswoche im 2–4-Wochen-Abstand. Danach monatliche Entwurmung bis zum 6. Lebensmonat. Anschließend eine prophylaktische Entwurmung oder Kotuntersuchung 2–4 Mal jährlich.
Chemische Wurmkuren
Chemische Wurmkuren werden bei erwachsenen Hunden alle drei Monate verabreicht. Je nach Lebensumständen kann sich der Abstand verkürzen oder verlängern: Hunde auf dem Land mit häufigem Kontakt zu Aas oder Mäusen benötigen kürzere Abstände.
Chemische Wurmkuren gibt es als Tabletten oder Spot-on-Präparate. Wirkstoffe wie Milbemycin-Oxim und Praziquantel wirken gegen Lungen-, Herz-, Band-, Haken- und Spulwürmer. Die Dosierung richtet sich nach Alter und Gewicht.
Ein Nachteil: Chemische Mittel greifen die Darmflora an: auch gesunde Bakterien sind betroffen. Es kann zu Magen- und Darmbeschwerden kommen. Nach der Behandlung helfen natürliche Probiotika dabei, die Darmflora schnell zu stabilisieren.
Natürliche Hausmittel
Pflanzliche Mittel können einen Wurmbefall unterstützend behandeln: als alleinige Therapie bei starkem Befall sind sie nicht ausreichend belegt. Bei homöopathischen Mitteln ist Vorsicht geboten: Ein pflanzliches Mittel und das davon abgeleitete homöopathische Präparat haben nicht zwingend die gleiche Wirkung.
Hausmittel, die sich bewährt haben:
- Kokosöl: Je nach Größe ½ Teelöffel bis 1 Esslöffel täglich für einige Tage ins Futter mischen. Alternativ Kokosraspeln verwenden.
- Karotten: Bei Befall einige Tage mit pürierten oder geraspelten Karotten füttern.
- Kürbiskerne: Pro 10 kg Körpergewicht 1 EL zwei- bis dreimal täglich eine Woche lang ins Futter mischen.
Pflanzliche Wurmkuren in Bio-Qualität sind inzwischen erhältlich: die meisten sind nicht für trächtige Hündinnen geeignet.
Kotuntersuchung als Alternative
Mit einer regelmäßigen Kotuntersuchung alle drei Monate ist man auf der sicheren Seite. Bei negativem Ergebnis können natürliche Mittel eingesetzt werden. Wird ein Befall nachgewiesen, gemeinsam mit dem Tierarzt entscheiden, ob eine chemische Kur die bessere Wahl ist.
Dieser Weg schont die Darmflora und setzt chemische Mittel nur nach Bedarf ein. Jeder Hund ist individuell: Anfälligkeit, Reaktion auf Behandlung und Lebensumstände spielen eine wichtige Rolle bei der Entscheidung.
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