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Blasenentzündung beim Hund: Ursachen, Symptome und Behandlung

Hündinnen sind wegen ihrer kürzeren Harnröhre häufiger betroffen als Rüden. Symptome: häufiges Urinieren in kleinen Mengen, Blut im Urin und Schmerzen beim Pinkeln. Auslöser sind meist Bakterien, seltener Blasensteine. Der Tierarzt behandelt mit Antibiotika nach Urinuntersuchung. Viel Wasser trinken lassen hilft, Bakterien auszuspülen.

5 Min. Lesezeit
Ein trauriger Hund mit spitzen Ohren und einem türkisfarbenen Halstuch sitzt in einem Tierarztbüro.
Das Wichtigste in Kürze
  • Symptome: häufiges Urinieren, Schmerzen, blutiger Urin
  • Weibliche Hunde sind häufiger betroffen
  • Unbehandelt kann eine Blasenentzündung zu Nierenproblemen führen

Häufiger Harndrang, Schmerzen beim Urinieren, blutiger Urin: das sind die typischen Zeichen einer Blasenentzündung beim Hund. Weibliche Hunde sind häufiger betroffen. Unbehandelt kann sich die Entzündung auf die Nieren ausbreiten.

Was ist eine Blasenentzündung?

Bei der Blasenentzündung handelt es sich um eine Infektion der Harnblase. Im Allgemeinen sind Bakterien, seltener Viren oder Pilze dafür verantwortlich. Die Keime gelangen meistens aus dem Genitalbereich über die Harnröhre in die Blase und führen dort zu einer Entzündung der Blasenwand.

Blasenentzündungen (Zystitis) treten vorwiegend in der nasskalten Winterzeit auf. Bei langen Spaziergängen und feuchtem Fell haben Bakterien gute Chancen, eine Blaseninfektion zu verursachen. Im Sommer kann zu langes Schwimmen in kühlen Seen oder im Meer ebenfalls eine Blasenentzündung auslösen.

Der häufigste Auslöser sind Escherichia-coli-Bakterien. Sie kommen natürlicherweise im Darm vor und sind dort ungefährlich. Weitere Erreger sind Proteus mirabilis, Staphylokokken, Streptokokken, Klebsiellen oder Pilze wie Candida albicans. In seltenen Fällen können Viren oder Parasiten für die Reizung der Blase verantwortlich sein.

Tritt eine Blasenentzündung mehr als zweimal in sechs Monaten oder mehr als dreimal im Jahr auf, ist sie chronisch. Bei chronischer Entzündung werden Urinproben mikroskopisch und chemisch im Labor untersucht sowie eine Urinkultur angelegt, um den Erreger genauer zu bestimmen.

Weitere Ursachen, die zu einer Blasenentzündung führen können:

  • Harnsteine
  • Fehlstellung der Harnleitung
  • Verengung der Harnröhre
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Tumoren, Polypen

Symptome

Wer schon einmal eine Blasenentzündung hatte, kennt den brennenden Schmerz beim Wasserlassen. Die Symptome beim Hund sind ähnlich. Die ersten Anzeichen sind ein verstärkter Harndrang: obwohl das Urinieren lange dauert, kommen dabei nur einige Tropfen heraus. Manche Hunde machen dabei einen leichten Buckel und geben Schmerzlaute von sich.

Geruch, Farbe und Konsistenz des Urins verändern sich. Der Urin enthält teilweise Blut, ist getrübt und/oder schaumig und riecht strenger als gewohnt. In dieser Phase kann es vorkommen, dass der Hund nicht mehr stubenrein ist, weil er keine Kontrolle mehr über seinen Harndrang hat.

Wenn man mit der Hand über den Bauch tastet, kann das Schmerzen auslösen. Bei stärkerer Blasenentzündung können die Nieren in Mitleidenschaft gezogen werden: dann kommen Fieber, Müdigkeit und Leistungsschwäche hinzu.

Diagnose beim Tierarzt

Zum Termin eine frische Urinprobe mitbringen. Ein sauberes Gefäß (z.B. eine flache Suppenkelle) beim Urinieren unter den Hund halten und den Urin in ein verschließbares Glas umfüllen. Morgens gesammelt ist ideal, weil der Urin dann konzentrierter ist.

Der Tierarzt untersucht den Urin mit einem Teststreifen auf Blut, Bakterien, Eiweiß und pH-Wert. Bei wiederkehrenden Entzündungen wird eine Urinkultur angelegt, um den genauen Erreger zu bestimmen und das passende Antibiotikum zu wählen. Per Ultraschall kann der Tierarzt Blasensteine oder Tumore ausschließen.

Behandlung

Die Standardbehandlung erfolgt mit Antibiotika über 7 bis 14 Tage. Die Kur vollständig durchführen, auch wenn die Symptome nach wenigen Tagen verschwinden. Wird das Antibiotikum zu früh abgesetzt, können resistente Bakterien überleben und die Entzündung kehrt zurück.

Begleitend hilft viel trinken, damit die Bakterien ausgespült werden. Den Wassernapf häufiger auffüllen und frisches Wasser an mehreren Stellen bereitstellen. Manche Hunde trinken mehr, wenn dem Wasser etwas ungesalzene Fleischbrühe beigemischt wird. Kamillentee oder Fencheltee (lauwarm, ungesüßt) kann nach Absprache mit dem Tierarzt ergänzend verabreicht werden.

Vorbeugen

Nicht auf kaltem Boden liegen lassen: besonders im Winter auf Steinböden, Fliesen oder nassem Gras. Ein isoliertes Hundebett schützt. Nach dem Schwimmen in kalten Gewässern den Hund gründlich abtrocknen.

Regelmäßig Wasser anbieten und darauf achten, dass der Hund genug trinkt. Hunde, die Trockenfutter bekommen, haben einen höheren Wasserbedarf als Nassfutter-Hunde. Häufige Gassirunden verhindern, dass der Hund den Urin zu lange einhalten muss.

Empfehlung vom Tierarzt

Bei Verdacht auf eine Blasenentzündung sofort den Tierarzt aufsuchen. Hinter einer Blasenentzündung können ernsthafte Erkrankungen stecken: frühzeitige Behandlung verhindert Komplikationen.

Hast du aufgepasst?

Frage 1 von 3

Warum sind Hündinnen häufiger von Blasenentzündungen betroffen als Rüden?

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Häufig gestellte Fragen

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Geschrieben von

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Tierarzt & Fachautor

Mag.med.vet. (Tiermedizin)Praktizierender TierarztCo-Autor der Hunde Gesundheits Bibel

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic erstellt medizinisch fundierte Artikel und Videos zu Tiergesundheitsthemen. Er ist Co-Autor der Hunde Gesundheits Bibel und sorgt mit seiner Expertise für fachlich korrekte Inhalte bei Hundeo.

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