Wir erklären die in diesem Ratgeber alles über eine Zahnfleischentzündung beim Hund ✓ Geprüft vom Tierarzt ✓ Gingivitis Ratgeber & Praxis Tipps

Das Wichtigste in Kürze
*Es beginnt mit scheinbar harmlosem Mundgeruch und endet im Extremfall mit dem Verlust der Zähne.*Wie du das verhindern kannst und was du alles zu dem Thema wissen solltest, verrate ich dir in diesem Artikel. Also sei gespannt und nimm dir die Zeit zum Lesen!
Zahnfleischentzündungen bei Hunden, fachlich auch Gingivitis genannt, sind keine harmlose Angelegenheit. Du solltest sie ernst nehmen. Eine unbehandelte Gingivitis mündet nicht selten in einer Parodontitis.
Es handelt sich um eine äußerst schwerwiegende Entzündungsform mit fatalen Folgen. Eine Parodontitis bildet das Zahnfleisch und den Zahnhalteapparat irreparabel zurück und greift die Kieferknochen deines Schützlings an. Nach einiger Zeit verlieren die Zähne ihren Halt und fallen aus. Ähnlich wie bei Menschen sind diese Erkrankungen mit großem Leid und starken Schmerzen verbunden. Zudem kann eine anhaltende Zahnfleischentzündung mit all ihren multiplen Folgen auch zu Organschädigungen führen.
Lass deinen Hund mit einer Zahnfleischentzündung also nicht allein! Wir haben uns für diesen Artikel Beratung vom Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic eingeholt.
Zahnfleischentzündungen bei Hunden sind kein seltenes Phänomen.
Im Laufe ihres Lebens erkranken bis zu 85 Prozent aller Hunde an Gingivitis. Die Ursachen für dieses Krankheitsbild sind jedoch sehr verschieden. In der Regel handelt es sich um eine Kombination unterschiedlicher Faktoren. Langfristig führen sie zu einer Zahnfleischentzündung. Deswegen spricht man bei Gingivitis auch von einer sogenannten multifaktoriellen Erkrankung.
Zu den angesprochenen ausschlaggebenden Faktoren zählen die Haltung, die allgemeinen Lebensbedingungen des Tieres, die Ernährung und die genetischen Voraussetzungen. Im Verlauf der Krankheit entzündet sich der Zahnfleischsaum, es kommt zu Rötungen und Zahnfleischblutungen treten vermehrt auf. In der Veterinär-Praxis wird Gingivitis bei Hunden in einem Index von null bis drei eingeteilt. Der Schweregrad der Krankheit hat hier also mehrere Stufen.
Was passiert bei einer unbehandelten Gingvitis?
Die Folgen einer Gingivitis gelten als reversibel. Das bedeutet, dass der Schaden durch eine vernünftige Behandlung wieder behoben werden kann. Parodontitis hingegen hinterlässt bleibende Spuren. Wenn im Endstadium bereits der Kieferknochen durch großflächige Entzündungen angegriffen wurde, kann dieser nicht wieder zurückgebildet werden. Dein Liebling müsste also sein Leben lang mit den Folgen zurechtkommen.
Größere Hunderassen erkranken vorwiegend in höherem Alter, also erst ab dem 5. bzw. 6. Lebensjahr daran. Natürlich spielt die Ernährung deines Vierbeiners eine wichtige Rolle, wenn es um die bakterielle Flora in seinem Maul geht. Es wird immer empfohlen, regelmäßig harte Hundenahrung zu geben. Durch das Kauen und Nagen an harten Hundekeksen oder Knochen wird Zahnbelag abgetragen. Auch die Bildung von Zahnstein wird so im Zaum gehalten.
Wenn du deine Fellnase regelmäßig mit harter Kost versorgst, wird dein treuer Freund sehr wahrscheinlich eine gesunde Maulflora und Zähne zu behalten. In einigen Fällen ist jedoch nicht die Zahnhygiene für das Entstehen von Zahnfleischentzündungen verantwortlich. Auch Tumore im weichen Maulgewebe können hierbei den ausschlaggebenden Punkt geben. Allgemeine Verletzungen im Maulbereich deines Vierbeiners begünstigen ebenfalls Entzündungen.
Eine regelmäßige Kontrolle beim Tierarzt führt zu einer schnellen Diagnose und einer unmittelbaren Behandlung. Für dich als Hundebesitzer ist es wichtig, selbst das Maul deines Lieblings, die Zähne und das Zahnfleisch zu kontrollieren.
Da es sich bei Gingivitis um einen komplexen Entzündungsprozess handelt, spielen bakterielle Zahnbeläge eine zentrale Rolle. Dieser bakterielle Zahnbelag wird in der Zahnmedizin auch Plaque genannt. Ebenso wie bei Menschen kann Plaque auf den Zähnen langfristig zu einer Zahnfleischentzündung führen.
Esgibt es zwei Arten von bakteriellem Zahnbelag:
Der Umfang der Plaque-Bildung hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Jeder Vierbeiner besitzt eine individuelle bakterielle Zusammensetzung der Maulflora. Manche Hunderassen neigen genetisch eher dazu, an Gingivitis zu erkranken. Zu diesen Rassen gehören insbesondere kleine Hunde, wie etwa Mops, Pekinese, Shi Tzu oder Zwergpudel. Bei ihnen kann es bereits in jungen Jahren zu Zahnfleischentzündungen kommen.
Das Problem bei einer Gingivitis ist, dass es äußerst schwierig scheint diese Krankheit im Anfangsstadium zu bemerken: Dein Schützling frisst in den meisten Fällen wie gewohnt weiter und zeigt keine außergewöhnlichen Verhaltensmuster und Beschwerden. Hier musst du sehr aufmerksam sein. Das einzige Indiz für eine Zahnfleischentzündung ist der markante Maulgeruch.
Sollte die Krankheit unbemerkt weiter fortschreiten, kommt es zu folgenden Symptomen:
Eine Zahnfleischentzündung geht deinem Liebling langfristig auf allen Ebenen an die Substanz. Es kann sogar zur Schädigung der inneren Organe, wie etwa Herz oder Nieren, kommen. Grund dafür sind Bakterien, die durch die Zahnfleischentzündung aus dem Maul tiefer in den Körper deines Hundes hinein geschwemmt werden.
Sollte der Verdacht auf eine Zahnfleischentzündung bestehen, muss dein treuer Gefährte umgehend zum Tierarzt. Er wird die Krankheit diagnostizieren können und mehr über den Schweregrad herausfinden. Zahnstein lässt sich mit bestimmten dental-medizinischen Geräten abtragen. In komplizierten Fällen muss die Behandlung in einer tierärztlichen Fachklinik stattfinden. In den allermeisten Fällen kann der normale Tierarzt Hilfe leisten.
Die Art der Behandlung wird anhand des Schweregrades der Krankheit beschlossen. Wenn es sich um eine leichte Gingivitis handelt, reicht die Entfernung des bakteriellen Zahnbelages bereits häufig aus. Der gesamte Mundraum muss jedoch desinfiziert werden, da es sich bei Gingivitis um eine großflächige Entzündung handelt. Es kann also auch notwendig sein, die Bereiche in den Zahnfleischtaschen zu desinfizieren. Dafür gibt es spezielle Spülungen aus Kochsalzlösung und Chlorhexidin. Letzteres kann auch als Gel in das Zahnfleisch eingerieben werden.
Mitunter bleibt nichts anderes übrig, als die bereits losen Zähne zu ziehen.
Der Tierarzt vermisst im Verlauf der Untersuchung auch den Rückgang des Zahnfleisches und des Kieferknochens. Die gesamte Prozedur verläuft in der Regel unter Vollnarkose des Tieres. Eine anschließende, aber kurzweilige Behandlung mit Antibiotika kann erfolgen. Dies ist insbesondere der Fall, wenn sich die Bakterien aus dem Mundraum bereits im Körper verteilt haben und die inneren Organe angreifen. Es gibt sogar homöopathische Ansatzmethoden, um Gingivitis bei Hunden zu behandeln. Einige Tierärzte bieten dieses Konzept gezielt an. Zu den gängigsten Substanzen zählen Calcium Sulfuratum, Natrium, Ferrum Phosphorum und Silicea. Diese können separat oder kombiniert angewendet werden.
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Eine unbehandelte Zahnfleischentzündung verschlimmert sich fast immer so weit, dass dein Hund dadurch seine Zähne verlieren kann. Außerdem können auch seine inneren Organe angegriffen werden. Das alles kann bis zum Tod führen.
Übler Mundgeruch bei deinem Hund ist ein Anzeichen für zu viel Plaque auf den Zähnen oder für Karies und Zahnfleischentzündung. In jedem Fall solltest du dich jetzt um die Mundhygiene kümmern.
Um die Zahngesundheit deines Hundes aufrechtzuerhalten, ist es eine empfehlenswerte Option, einmal täglich seine Zähne zu putzen. Außerdem solltest du ihm genügend Kauspielzeug zur Verfügung stellen, damit kann er selbst zur Zahnreinigung beitragen.
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Manchmal kommt es vor, dass dein Hund plötzlich üblen Mundgeruch hat. Solange du nicht kürzlich sein Futter geändert oder ihm einen Snack gegeben hast, den er normalerweise nicht bekommt, solltest du diesen Mundgeruch ernst nehmen.
**Denn Mundgeruch kann nicht nur ein Zeichen für eine Zahnfleischentzündung sein, sondern auch auf eine andere Krankheit im Mund- und Rachenraum oder der inneren Organe deuten.**Deswegen rate ich dir, bei Verdacht deinen Tierarzt einzuschalten.