Viele Hunde fressen Gras, aber warum eigentlich? Im Artikel erfährst du alles über mögliche Gründe und Erklärungen – Geprüft vom Tierarzt.

Du möchtest wissen, warum dein Hund Gras frisst? Dies kann viele Gründe haben, wir stellen dir die 4 häufigsten vor und auch welche Tipps du beachten solltest. Außerdem haben wir uns für diesen Artikel Beratung vom Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic eingeholt.
Rund ein Drittel der Hunde die vorher Gras fressen, erbrechen sich danach.
Warum machen unsere Hunde das immer wieder? Diese Frage stellen sich nicht nur die Hundehalter, sondern auch viel Forscher immer wieder.
Die Tatsache ist nämlich, dass 90 % aller Hunde gelegentlich Gras fressen.
Eine weitere interessante Studie ergab Folgendes: Laut Studie von S. J. Bjone der Universität Neu England in Australien konnten bei insgesamt 1399 geprüften Gras-Fressaktionen lediglich sechs sich übergebende Hunde verzeichnet werden. Dies belegen auch zahlreiche weitere Studien, in denen sich Forscher und Tierärzte diesem Thema gewidmet haben.
Daher kann die Theorie, dass Hunde Gras fressen, um zu erbrechen und den Magen und Darm zu reinigen, in diversen Studien nicht belegt werden. Es wurde auch schon untersucht, ob irgendwelche Mangelerscheinungen bei Hunden vorliegen, die Gras fressen, welches jedoch auch nicht nachgewiesen werden konnte.
Des Weiteren wurde in umfangreichen Beobachtungen und Tests die Erkenntnis gewonnen, dass das Gras fressen sowohl bei Wölfen als auch bei Hunden vorkomme und man davon ausgehen kann, dass dieses Verhalten trotz Domestikation aus dem Wolfserben erhalten geblieben ist. Es ist somit angeboren, wobei die Fressgewohnheiten der Mutterhündin sich verstärkend auf das Fressverhalten eines Welpen auswirken. Auf die Frage, warum Hunde Gras fressen, gibt es somit keine eindeutige Antwort. Und du solltest dir keine zu großen Sorgen machen, soweit das Gras fressen nicht bedenklich zunimmt und keine weiteren Begleiterscheinungen entstehen.
Viele Tierärzte betrachten dies als ein normales Verhalten von Hunden.
Jedoch gibt es neben diesen wissenschaftlichen Erkenntnissen noch einige interessante Theorien, warum Hunde Gras fressen:
Als häufigste Theorie wird die Magenverstimmung als Ursache für Gras fressen genannt und einige Hundebesitzer kennen Folgendes von ihren Vierbeinern, vielleicht auch du: Als Erstes frisst dein Schützling ziemlich viel Gras. Danach folgt meist ein lautes Magengrummeln, worauf er zu würgen beginnt und sich schließlich übergibt, meist mit gelbem Schleim.
Meistens ist eine solche Magenverstimmung für deinen Fellträger harmlos und er braucht einfach seine Zeit, bis sich sein Magen wieder erholt hat. Doch leider treten immer wieder ernstere Ursachen auf. Damit du bestens darüber informiert bist, haben wir an dieser Stelle die möglichen Gründe zusammengestellt.
In der Regel gibt es körperliche oder psychische Ursachen. Eine falsche Ernährung könnte deine Fellnase ebenfalls dazu bewegen, Gras zu fressen. Eine weitere Theorie behauptet, dass Hunde durch den Verzehr von Gras ihre Ernährung ausgleichen. Fehlt es ihm beispielsweise an Folsäure oder Ballaststoffen, reagiert dein Vierbeiner darauf, indem er Gras frisst.
Die richtige Ernährung – beziehungsweise die richtige Futtermenge – richtet sich nach dem Alter, dem Gewicht und der Aktivität deines Hundes. Daher empfehlen wir, dass du die richtige Nährstoffmenge für deinen Liebling berechnen lässt. Es ist ebenfalls wichtig, dass du Rücksprache darüber hältst, ob dein Schützling qualitativ**hochwertiges Hundefutter **bekommt oder nicht. Einige Marken beinhalten nicht die ausreichende Menge an Vitaminen, Ballaststoffen und Mineralien.
In den folgenden Punkten erfährst du, welche weiteren Theorien in Verbindung mit Gras fressen gebracht werden kann:
Leidet dein Schützling also unter einer Magen-Schleimhaut-Entzündung, ist die Grasaufnahme eine gute Therapie.
Gras fressen als Reaktion auf Stress ist nicht vom Instinkt gesteuert. Es wirkt sich aus diesem Grund kontraproduktiv auf die Gesundheit deines Vierbeiners aus.
Ein verschluckter Fremdkörper bei deinem Hund ist ein akuter Notfall, es droht Erstickung und Lebensgefahr. Es kann sein, dass dein Schützling durch das Fressen von Gras diesen Fremdkörper herauswürgen möchte.
Die Symptome dafür sind folgende:
Die beliebten Grasbüschel sind oft in der Nähe von Exkrementen anderer Tiere aufzufinden. Daher ist es nicht unwahrscheinlich, dass deine Fellnase – neben dem Gras – den Kot anderer Tiere aufnimmt. Hier ist besondere Vorsicht geboten.
Die Exkremente beinhalten in der Regel gefährliche und ungesunde Bakterien. Diese Bakterien schränken die Gesundheit deines Lieblings erheblich ein.
Achte deshalb bitte immer darauf, was dein Kleiner beim Spaziergang aufnimmt. Nicht nur die Exkremente von anderen Tieren sind gefährlich. Allein wegen der Verbreitung von Giftködern musst du genau darauf achten, was dein Schützling draußen frisst. Oftmals passiert es, dass dein Liebling mit dem Gras etwas Erde aufnimmt. In der Regel mögen die Hunde vor allem die Spitzen des Grases. Sie sind besonders weich, leichter verdaulich und schmecken besser. Manche Fellnasen – vielleicht auch deiner – fressen ganze Büschel an Gras gesamt mit der Wurzel. Durch so ein Fressverhalten gelangt Erde in den Magen-Darm-Trakt.
Normalerweise brauchst du nicht in Panik zu geraten, wenn dein Vierbeiner neben dem Gras auch etwas Erde frisst. In der Regel versucht er mit dieser Handlung seinen Nährstoffgehalt auszugleichen.
In vielen Fällen ist es ungefährlich, wenn dein Liebling Gras frisst. Aber leider treten immer wieder Situationen auf, in denen es die Gesundheit deines Vierbeiners einschränkt. Wir haben dir an dieser Stelle die möglichen Risiken und Gefahren aufgelistet.
An verschiedenen Plätzen sind immer wieder gefährliche Gegenstände, an denen sich dein Vierbeiner verletzen kann. Bestimmt ist es dir schon mal passiert, dass dein Liebling beispielsweise in Glas getreten ist.
Beim Fressen vom Gras existieren ähnliche Risiken. Manchmal befinden sich Glassplitter oder anderweitige scharfe Gegenstände in der Nähe der Grasbüschel. Die Aufnahme dieser Gegenstände ist möglich. Achte aus diesem Grund genau darauf, wo dein Liebling schnüffelt und an welcher Stelle er Gras frisst. Scharfe Gegenstände sind bei einer Aufnahme lebensbedrohlich, indem sie den Magen, Darm oder die Speiseröhre verletzen.
Giftige Gräser und Pflanzen sind ebenfalls lebensbedrohlich für deinen Schützling. In der Regel wachsen sie nicht an Plätzen, an denen die Hundehalter mit ihrem Hund einen Spaziergang unternehmen.
Trotzdem gibt es jährlich Fälle, in denen ein Hund durch das Fressen von giftigen Gräsern oder Pflanzen gesundheitlichen Schaden erleidet. Grannen, Osterglöckchen, Maiglöckchen oder der Bärenklau sind Pflanzen, die giftig und lebensgefährlich für deinen Hund sind. Weitere giftige Pflanzenarten findest du nachfolgend:
Auch gewisse Zimmerpflanzen sind hierbei vertreten. Daher empfehlen wir dir, die Pflanzenart mit dem Tierarzt zu besprechen, bevor du sie kaufst. Lese dir dazu unbedingt unseren kompletten Ratgeber zu giftigen Zimmerpflanzen durch.
Diese Mittelchen finden in der Natur immer wieder Anwendung. Besonders im Frühling werden sie vermehrt eingesetzt. Bist du dir unsicher, suche zu dieser Jahreszeit besser nur Plätze und Parks auf, die sich speziell für Hunde eignen. Beachte hier ebenfalls das Verhalten deines Fellträgers. Hundeplätze oder Hundeparks sind eine beliebte Anlaufstelle für Giftköder.
Leider kommt es heutzutage immer wieder zu Situationen, in denen Giftköder verschluckt werden. Diese Giftköder werden in der Regel mutmaßlich in beliebten Hundeparks verteilt.
Hundehasser versehen attraktive Leckerlis mit Giftmitteln oder gefährlichen Gegenständen. Die am häufigsten verteilten Gegenstände sind Rasierklingen oder scharfe Plastik- sowie Metallstücke. Die Zahl der betroffenen Hunde scheint in den letzten Jahren nicht abzunehmen. Im Jahr 2015 gab es bis August des Jahres ca. 1.800 gemeldete Situationen (gitfköder-radar.com). Die Dunkelziffer ist weitaus höher, da viele Hundebesitzer den wahren Grund für die Verletzung oder Vergiftung erkennen und melden.
Bei folgenden Symptomen kann es sich um eine Vergiftung deines Hundes handeln:
Hier mehr zum Thema**Giftköder**.
Bei einem übermäßigen Grasverzehr deines Hundes kommt es zu Magen-Darm-Problemen. Insbesondere die Verstopfung ist hierbei stark vertreten. Bei übermäßigem Verzehr verdaut der Magen das Gras und die anderweitige Nahrung nicht mehr richtig. Somit gelangt das Gras zum größten Teil unverdaut in den Darm und kann dort zu Verstopfung oder Blähungen führen. Suche bei anhaltenden Beschwerden einen Tierarzt auf.
Dein Schützling frisst Gras? Das ist in erster Linie nicht bedenkenswert. Jedoch solltest du auf die Plätze achten, an denen ihr spazieren geht. Es existieren immer wieder Stellen, die sich nicht für den Grasverzehr deines Vierbeiners eignen. Waldränder können unter anderem eine Gefahr darstellen, da dort giftige Pflanzen und Giftköder lauern können. Meide außerdem frisch gedüngte oder gespritzte Flächen, da die eingesetzten Chemikalien deinen Hund ernsthaft krank machen können.
Bei übertriebenem Grasverzehr empfehlen wir, dass du den Tierarzt aufsuchst. Möglicherweise steckt eine Erkrankung dahinter, die sich lebensbedrohlich auf deinen Liebling auswirkt. Nimmt dein Hund nur noch Gras zu sich und beachtet er nicht mehr das Futter, empfiehlt es sich ebenfalls den Tierarzt aufzusuchen. Gleiches gilt, wenn Erbrechen, Durchfall oder andere Symptome hinzukommen.
Prinzipiell ist es ungefährlich, wenn dein Hund Gras zu sich nimmt. Viele Hunde legen dieses Verhalten zutage. Meistens gibt es einen harmlosen Grund dafür, doch dieses Verhalten kann auch beispielsweise auf eine Fehlernährung hindeuten.
Durch das Fressen von Gras kann dein Hund versuchen, eine schlechte Ernährung auszugleichen. Oder er will damit Magen-Darm-Beschwerden entgegenwirken. Mit Gras kann er auch Fremdkörper aus der Speiseröhre entfernen.
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Dein Vierbeiner frisst Gras? In der Regel ist das unbedenklich. Natürlich gibt es immer wieder Situationen, in denen der Grasverzehr gefährlich werden kann. Achte immer auf mögliche Überreaktionen oder Verhaltensänderungen und auf den allgemeinen Gesundheitszustand deines Lieblings.
Nimmt die Grasaufnahme bedenklich zu und kommen noch andere Symptome dazu, suche bitte einen Tierarzt auf. Bei Unsicherheit kontaktierst du auch deinen Tierarzt, der dich in der jeweiligen Situation berät. Gehe lieber einmal mehr zum Tierarzt als zu wenig.
Die Sicherheit deines Schützlings steht immer an erster Stelle.