Kotfressen klingt ekelig: aber viele Hunde tun es wirklich. Was dahintersteckt und wie du das Verhalten in 4 Schritten abgewöhnst.

Fachsprachlich heißt das Kotfressen Koprophagie. Es ist kein natürliches Fressverhalten: aber viele Hunde zeigen es. In den meisten Fällen steckt ein lösbarer Grund dahinter.
Mögliche Ursachen:
Eine Hündin frisst in den ersten Wochen die Ausscheidungen ihrer Welpen: das stimuliert deren Verdauung. Welpen nehmen manchmal den Kot der Mutter auf, um fehlende Darmbakterien zu entwickeln. Nach den ersten 12 Wochen sollte dieses Verhalten enden. Hält es an, Tierarzt aufsuchen.
Durch das Aufnehmen von Kot steigt die Gefahr, Krankheitserreger aufzunehmen und weiterzugeben. Besonders gefährdet sind Kinder, da ihr Immunsystem noch in der Entwicklung ist.
Übertragbare Erreger:
Pferdeäpfel: Entwurmungsmedikamente werden über den Pferdekot in hoher Konzentration ausgeschieden und können für Hunde ernsthaft gefährlich sein. Auf keinen Fall Pferdeäpfel fressen lassen.
Menschenkot (Großstädte): Hunde können durch den Kot von Drogenabhängigen Rauschzustände entwickeln: die Symptome ähneln denen einer Vergiftung.
Zuerst die Ursache klären: Nährstoffmangel? Stress? Angewöhnung aus Zwingerhaltung? Aufmerksamkeitsproblem? Der Tierarzt kann durch eine Blutuntersuchung konkrete Mängel feststellen.
1. Erziehung: Kot beim Gassigehen sofort entfernen, bevor der Hund die Gelegenheit hat. Klares "Nein"-Kommando mit sofortiger Ablenkung durch Spielzeug oder Leckerli. Konsequenz ist entscheidend.
2. Nährstoffmangel beseitigen: Blutuntersuchung beim Tierarzt, um konkrete Mängel festzustellen. Dann gezielt mit Nahrungsergänzungsmitteln nachbessern: nicht blind verschiedene Präparate ausprobieren.
3. Hausmittel: Vor dem Gassi etwas Harzer Käse oder Romadur ins Futter geben (verändert den Geruch des Kots). Gegen das Fressen des eigenen Kots: ein Stück Ananas ins Futter mischen (Enzyme sollen den Appetit mindern). Alternativ ein Schuss Zitronensaft oder etwas Kürbispüree. Diese Methoden wirken nicht bei jedem Hund.
4. Verhaltenstherapie: Bei Verhaltensstörungen oder ungeklärter Rangfolge hilft ein erfahrener Hundetrainer oder Tierpsychologe. Oft reichen wenige Sitzungen, um das Verhalten dauerhaft abzustellen.
Nach einem Vorfall: Maul mit feuchtem Tuch auswischen, Fell auf Kotspuren kontrollieren, bei Bedarf mit mildem Hundeshampoo waschen.
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