Hund krank

Magendrehung beim Hund (Ursachen & Symptome)

Vor kaum etwas haben Hundehalter so viel Angst wie vor einer Magendrehung bei ihrem Liebling. Und das ist auch berechtigt: Auch wenn sie nur selten auftritt, kann sie schwerwiegende Folgen haben und endet ohne schnelle Behandlung tödlich.

Wenn du dich aber schon vorher informierst und im Notfall richtig handelst, rettest du deinem Vierbeiner das Leben.

Wie du eine Magendrehung erkennst und was du im Fall der Fälle tun musst, erfährst du in diesem Artikel.

Was ist eine Magendrehung?

trauriger hund icon

Der Magen eines Hundes ist nur an zwei Punkten fixiert: Der Mageneingang ist mit der Speiseröhre verbunden, der Ausgang mündet im Zwölffingerdarm. 

Mithilfe von einigen Bändern ist der Magen im Bauchraum fixiert. Diese sind jedoch sehr elastisch, sodass er sich frei ausdehnen kann und beweglich ist. Das ist wichtig, wenn dein Hund eine große Portion frisst. 

Diese Beweglichkeit hat aber auch einen Nachteil. Der Magen pendelt hin und her, dein Hund macht eine ungünstige Bewegung und plötzlich dreht sich der Magen um die eigene Achse. 

Das Problem ist, dass sich der Magen nicht von allein wieder zurückdrehen kann. Durch die Drehung werden der Mageneingang und -ausgang verschlossen und die Gase können nicht mehr entweichen. Der Magen bläht sich immer weiter auf und schädigt dadurch andere Organe.

Wird die Magendrehung nicht innerhalb weniger Stunden von einem Tierarzt behandelt, ist dieser Notfall lebensbedrohlich. Wenn du aber schnell handelst, erhöhst du die Überlebenschancen deines Hundes. 

Deswegen solltest du als Halter unbedingt die Anzeichen einer Magendrehung erkennen und wissen, was du in diesem Fall tun musst.

6 Faktoren einer Magendrehung

Eine Magendrehung kann bei jedem Hund vorkommen, abhängig ob die Risikofaktoren zutreffen oder nicht. Die wirkliche Ursache dieser Verletzung wurde noch nicht herausgefunden. 

Jedoch wurde beobachtet, dass eine Magendrehung unter bestimmten Bedingungen häufiger auftritt.

1. Essen und Trinken

Magendrehungen passieren selten bei leerem Magen. Wenn dein Hund etwas gefressen oder getrunken hat, verstärkt das das natürliche Schwingen des Magens. Die Wahrscheinlichkeit, dass er sich einmal komplett dreht, ist nun viel höher. 

Besonders wenn große Portionen Futter gegeben werden, ist das ein Risikofaktor. Schwer verdauliche Nahrung bleibt länger im Magen und erhöht das Risiko noch weiter. Wenn dein Hund zusätzlich auch noch sehr schnell frisst oder trinkt, ist die Gefahr einer Magendrehung noch größer. 

2. Ungünstige Bewegungen

Läuft dein Hund Treppen herauf oder herunter oder wälzt er sich auf dem Boden, schwingt der Magen mit. Wenn er kurz davor etwas gefressen hat, kommt es schnell zu einer Magendrehung.

3. Magen-Darm-Entzündung

Es wurde bewiesen, dass Magen- und Darmprobleme im Zusammenhang mit Erbrechen, Durchfall und einer schlechten Verdauung das Risiko einer Magendrehung vergrößern. Achte also besonders bei dieser Erkrankung auf mögliche Symptome.

4. Großer, tiefliegender Brustkorb

Einige Hunderassen sind eher gefährdet als andere. Das gilt besonders für größere Hunde, die einen breiten Brustkorb haben. Der Magen liegt dort tiefer und hat mehr Bewegungsfreiheit. Umso wahrscheinlicher wird es, dass er sich um seine eigene Achse dreht. 

Daher leiden Hunderassen wie Boxer, Schäferhunde, Doggen und Dobermänner öfter an einer Magendrehung.

5. Alter

Je älter dein Hund wird, desto stärker dehnen sich seine Bänder. Sind die Bänder, die den Magen fixieren, nicht mehr so straff, kommt es viel schneller zu einer kompletten Drehung des Magens.

6. Stress

Wie bei vielen anderen Erkrankungen auch, ist Stress ein Risikofaktor für Magendrehungen. Warum Magendrehungen bei gestressten Hunden häufiger vorkommen, wurde noch nicht herausgefunden. Es könnte aber sein, dass sie dann schneller fressen und hektischere Bewegungen machen. 

Wenn mehrere dieser Faktoren auf deinen Hund zutreffen, ist das Risiko einer Magendrehung größer. Du solltest dann noch viel genauer auf Anzeichen dieser Erkrankung achten. Doch auch kleine Hunde oder Welpen können betroffen sein. 

Die Risikofaktoren erhöhen lediglich die Wahrscheinlichkeit. Jedoch kann auch ohne sie eine Magendrehung passieren.

Magendrehung hat schwerwiegende Folgen

hund krank

Hat sich der Magen einmal um seine eigene Achse gedreht, sind beide Ausgänge des Magens verschlossen. Durch das vorher aufgenommene Futter bilden sich Gase, die normalerweise in die Speiseröhre oder den Dünndarm abgegeben werden. Da sie nun aber nicht mehr über diese Ausgänge entweichen können, bläht sich der Magen immer weiter auf.

Der Magen ist nach einiger Zeit viel zu groß für den Bauchraum. Die umliegenden Organe und vor allem die Blutgefäße werden abgeschnürt.

Als erstes wird das Zwerchfell beeinträchtigt. Es liegt nämlich direkt neben dem Magen. Durch die Behinderung kann es sich nicht mehr genügend ausbreiten und die Atmung wird schwerer.

Die umliegenden Herzgefäße werden abgeschnürt. Nun kann kein Blutaustausch mehr stattfinden: Das alte sauerstoffarme Blut wird nicht mehr abtransportiert und die Organe werden nicht mehr mit neuem sauerstoffreichem Blut versorgt. 

Wenn das Gewebe keinen neuen Sauerstoff erhält, wird es nachhaltig geschädigt und kann sogar absterben. Der Magen wie auch alle umliegenden Organe können betroffen sein.

Wird das Gewebe der Magenwand dadurch undicht, können Nahrungsreste und Magensäure nach außen in den Bauchraum gelangen. Das kann eine schwere Bauchfellentzündung zur Folge haben.

Die Milz ist eng mit dem Magen verbunden. Deswegen dreht sie sich oftmals mit. Nun kann das Blut zwar noch in das Organ einströmen, aber nicht mehr abfließen. Es kommt zu einer Stauung des Blutes.

Durch diese Folgen wird das Herz stark belastet und die Herzaktivität beeinträchtigt. Nicht selten treten daher Herzrhythmusstörungen auf. Nach einigen Minuten wird der Kreislauf gestört. Wenn die Magendrehung auch nach mehreren Stunden nicht behandelt wird, kommt es zu einem Kreislaufschock

Da sich der Magen nicht wieder allein zurückdrehen kann, endet eine Magendrehung ohne Hilfe in jedem Fall tödlich.

Magendrehung erkennen

Die Drehung selbst verursacht einen kurzen stechenden Schmerz. Du kannst das an einem kurzen Zusammenzucken, Jaulen oder Winseln deines Hundes erkennen. Leider denken die wenigsten bei diesem Symptom an eine Magendrehung. 

Schließlich kommt sie auch nur selten vor. Trotzdem solltest du deinen Hund nun noch stärker beobachten. Umso schneller du eine Magendrehung erkennst, desto größer sind die Überlebenschancen deines Lieblings.

Hunde ziehen ihren Bauch ein, nachdem sich ihr Magen gedreht hat. Auch ein gekrümmter Rücken ist ein Anzeichen.

Vermutlich ist dein Hund nach einer Magendrehung sehr unruhig. Er merkt, dass etwas nicht in Ordnung ist. Indem er ständig seine Position ändert, möchte er Besserung schaffen. Er wechselt also immer wieder zwischen Liegen, Stehen und Gehen.

Falls dein Hund versucht, zu erbrechen, gelingt ihm das nicht. Denn die Verbindung zwischen Magen und Speiseröhre ist verschlossen. Sollte er etwas trinken, kommt es nach nur wenigen Sekunden wieder hoch. Aus diesem Grund wird er auch die Nahrung verweigern. 

Der Speichel kann nun nicht mehr ausreichend abfließen und sammelt sich daher im Maul. Deswegen haben Hunde nach einer Magendrehung manchmal Schaum vor dem Maul.

Nach nur wenigen Minuten bläht sich der Magen deines Vierbeiners direkt hinter den Rippen stark auf. Das kannst du entweder von außen sehen oder du ertastet es. Wenn du vorsichtig gegen seinen Bauch schnipst, klingt es hohl.

Mit der Zeit verschlechtert sich auch der Kreislauf deines Hundes. Aus der anfänglichen Unruhe wird dann Teilnahmslosigkeit und Apathie. Die Atmung wird schwerer und er hechelt stärker. Wenn du den Puls misst, ist er vermutlich sehr schnell.

Schon nach einer Stunde können die Symptome so ausgeprägt sein, dass dein Liebling nicht mehr aufstehen kann. Wenn noch mehr Zeit vergeht, wird das schnell zu einer lebensbedrohlichen Situation.

Deswegen solltest du schon nach den ersten Symptomen sofort einen Tierarzt aufsuchen. Wenn dein Hund nur noch liegen kann, wird es schwer ihn zu transportieren.

Hier findest du die wichtigsten Symptome noch einmal zusammengefasst:

  • Zusammenzucken, Jaulen oder Winseln
  • eingezogener Bauch
  • gekrümmter Rücken
  • Unruhe
  • ständiges Wechseln der Position
  • vergeblicher Versuch des Erbrechens
  • vermehrter Speichel
  • Nahrungsverweigerung
  • aufgeblähter Bauch
  • Magen klingt hohl
  • Kreislaufprobleme
  • Teilnahmslosigkeit
  • schwere Atmung, starkes Hecheln
  • schneller Puls
  • weiße Schleimhäute

Bei Verdacht: Schnell handeln

Hund beim Arzt

Sobald du den Verdacht hast, dass dein Hund an einer Magendrehung leidet, solltest du sofort zu einem Tierarzt oder in eine Tierklinik fahren. Rufe am besten vorher an. So kannst du sichergehen, dass die Praxis geöffnet hat. Außerdem kann sich dein Arzt besser auf den Eingriff vorbereiten.

Erzähle dem Tierarzt so genau wie möglich, welche Symptome bei deinem Hund zutreffen. Mithilfe einer Röntgenaufnahme kann er überprüfen, ob es sich wirklich um eine Magendrehung handelt.

Behandlung

In diesem Fall ist es das wichtigste, das Gas aus dem Magen abzuleiten. Dadurch verkleinert sich der Magen und das Blut kann wieder in alle Organe fließen. Dafür wird entweder ein Schlauch durch das Maul in den Magen gebracht oder eine Kanüle direkt in den Magen gelegt.

Ist der Magen nicht komplett verdreht, kann der Tierarzt ihn auch durch etwas Druck zurückdrehen. In den meisten Fällen ist das aber nicht so einfach. Dann muss er durch eine Operation wieder in die richtige Position gebracht werden.

Der Tierarzt benötigt für diesen Eingriff viel Ruhe und Konzentration. Lenke ihn deshalb nicht mit Fragen oder Nervosität ab. 

Du kannst ihn aber vor der Operation bitten, eine Gastropexie durchzuführen. Das bedeutet, dass der Magen teilweise an die Bauchwand genäht wird. Dadurch ist das Risiko, dass sich der Magen erneut dreht, viel geringer. Das ist sinnvoll, wenn dein Hund besonders anfällig für Magendrehungen ist. 

Wenn dein Hund auch nach der Operation noch Probleme mit dem Herzen oder dem Kreislauf hat, kann der Tierarzt ihm Herzmedikamente oder Infusionen geben. Dann wird er bestimmt bald wieder fit.

4 Tipps zur Vorbeugung

Bandscheibenvorfall Hund

Eine Magendrehung kann auch ohne Risikofaktoren auftreten. Die Ursachen wurden noch nicht vollständig erforscht und deswegen ist auch eine Vorbeugung sehr schwierig. 

Trotzdem kannst du einige Faktoren meiden, die die Wahrscheinlichkeit einer Magendrehung vergrößern:

1. Kleinere Portionen

Wenn dein Hund viel auf einmal frisst, ist der Magen gefüllt. Dadurch schwingt er mehr und schon kann es zu einer Magendrehung kommen. Besonders gefährlich ist das, wenn du ihm nur einmal am Tag eine große Portion gibst. Mehrere kleine Portionen sind gesünder und verringern die Gefahr einer Magendrehung.

2. Anti-Schling-Napf

Auch wenn dein Hund zu schnell frisst, erhöht dies das Risiko. Ein Anti-Schling-Napf kann Abhilfe schaffen. Durch spezielle Ausstülpungen kann dein Vierbeiner nicht mehr so schnell fressen wie vorher.

3. Weniger Trockenfutter

Nassfutter ist besser verdaulich als Trockenfutter. Es bleibt also nicht so lange im Magen und bläht auch nicht zusätzlich auf. Frisst dein Hund also nicht nur Trockenfutter, ist das Risiko einer Magendrehung nicht ganz so groß.

4. Ruhe nach dem Fressen

Wenn dein Hund gleich nach dem Fressen herumtobt und sich auf dem Boden wälzt, schwingt der Magen noch stärker. Das kann schnell zu einer Magendrehung führen. Lass deinen Liebling also erst in Ruhe verdauen, bevor du wieder mit ihm spielst oder spazieren gehst.

Diese Maßnahmen helfen nur das Risiko einer Magendrehung zu vermindern. Sie können sie auf keinen Fall verhindern. Deswegen ist es sehr wichtig, sich vorher zu informieren. So kannst du die Anzeichen schnell erkennen und gleich richtig handeln.

Mein Fazit

hunde gesundheit

Eine Magendrehung ist sehr schwerwiegend und darf auf keinen Fall unterschätzt werden. Wird sie nicht innerhalb weniger Stunden behandelt, kann das lebensgefährlich für deinen Hund werden.

Trotzdem solltest du unbedingt Ruhe bewahren. Hektik hilft niemandem weiter und führt nur zu unüberlegten Handlungen. Und dabei ist es doch besonders jetzt wichtig, richtig zu handeln.

Sobald du Anzeichen einer Magendrehung bei deinem Hund entdeckst, solltest du umgehend mit ihm zum Tierarzt gehen. Innerhalb weniger Minuten kann sich der Gesundheitszustand deines Lieblings drastisch ändern. Zögere deshalb auch nicht, wenn du dir unsicher bist. Gehe lieber einmal zu viel zum Tierarzt, als zu spät gehandelt zu haben.

Am besten ist es, sich schon vor dieser Notsituation mit dem Thema zu beschäftigen. Dann kannst du die Magendrehung im Ernstfall schnell erkennen und sofort handeln. 

Gefällt dir dieser Inhalt?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.