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Schmerzmittel für Hunde

Ibuprofen und Paracetamol sind für Hunde giftig und dürfen niemals gegeben werden. Geeignete Schmerzmittel sind Carprofen, Meloxicam und Firocoxib, die alle vom Tierarzt verschrieben werden müssen. Pflanzliche Alternativen wie Teufelskralle und Weidenrinde können bei leichten Beschwerden ergänzend helfen.

4 Min. Lesezeit
Ein weißer Hund mit spitzen Ohren und einem türkisfarbenen Bandana sitzt auf einer Wiese.

Schmerzmittel für Menschen sind für Hunde entweder zu hoch dosiert oder giftig. Wer das ignoriert, riskiert das Leben seines Hundes. Nur speziell für Hunde zugelassene Präparate verwenden: und immer nach Rücksprache mit dem Tierarzt.

Wann sind Schmerzmittel sinnvoll?

Nach einer eingerissenen Kralle, einer Verstauchung oder einem Muskelkater können kurzzeitige Schmerzmittel helfen. Hunde verbergen Schmerzen instinktiv, weil in der Natur kranke Tiere als Beute gelten. Anzeichen wie Aggressivität, Ruhelosigkeit, Apathie oder Antriebslosigkeit können auf Schmerzen hinweisen.

Bei kleineren Verletzungen ist ein verträgliches Schmerzmittel möglich: aber immer nur nach Absprache mit dem Tierarzt. Muss ein Hund über längere Zeit durch Schmerzmittel schmerzfrei gehalten werden, muss die Ursache gefunden werden.

Wichtige Hinweise zur Dosierung

Die Dosierung muss exakt dem Körpergewicht des Hundes entsprechen. Zu viel schädigt die Organe. Auch leichte Schmerzmittel können über längere Zeit starke Nebenwirkungen verursachen.

Konkrete Nebenwirkungen von schmerzlindernden Medikamenten:

  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Magen-Darm-Blutungen
  • Leber- und Nierenschäden
  • Tod

Neben chemischen gibt es auch pflanzliche Schmerzmittel. Viele enthalten Brennnessel, Hagebutten sowie Auszüge aus Arnika, Ringelblume, Bockshornklee oder Beinwell. Pfefferminzöl und Johanniskrautöl werden ebenfalls verwendet. Welches natürliche Mittel geeignet ist, klärt am besten der Tierarzt oder Heilpraktiker.

5 Schmerzmittel für Hunde

1. Traumeel

Homöopathisches Schmerzmittel aus einer Mischung von Korbblütlern. Nicht verschreibungspflichtig, erhältlich als Tabletten, Salbe oder Tropfen. Eingesetzt bei Verstauchungen, Prellungen und Arthritis-Beschwerden. Auch wenn es frei in der Apotheke erhältlich ist, lohnt Rücksprache mit dem Tierarzt.

2. Arnica D6 Globuli

Pflanzlichen Ursprungs, gewonnen aus dem Arnika-Wurzelstock. Wird hauptsächlich zur Schmerzlinderung nach Operationen eingesetzt, kann auch bei psychischen Belastungen helfen.

3. Buscopan

Wirkstoff: Butylscopolaminiumbromid. Angewendet bei Bauchschmerzen und Krämpfen. Nicht verschreibungspflichtig und frei erhältlich. Ohne bekannte Ursache der Schmerzen trotzdem erst den Tierarzt konsultieren.

4. Novalgin

Wirkstoff: Metamizol. Geeignet bei Koliken und Harnwegserkrankungen: schmerzlindernd, krampflösend und fiebersenkend. Verschreibungspflichtig wegen der starken Wirkung und der notwendigen präzisen Dosierung durch den Tierarzt.

5. Metacam, Meloxicam, Robenacoxib und Carprofren

Nicht steroidale Schmerzmittel, verschreibungspflichtig. Eingesetzt bei Arthritis und Entzündungsschmerzen. Die Dosierung muss äußerst genau eingehalten werden: Tierarzt ist zwingend notwendig.

Schmerzen erkennen

Hunde zeigen Schmerzen subtiler als Menschen. Typische Anzeichen:

  • Verändertes Bewegungsverhalten: Langsamer beim Aufstehen, vermeidet Treppen, humpelt, will nicht mehr ins Auto springen
  • Veränderte Körperhaltung: Gekrümmter Rücken, eingezogener Bauch, steife Haltung
  • Verhaltensänderungen: Plötzliche Aggression beim Anfassen, Rückzug, weniger Interesse am Spielen, Appetitlosigkeit
  • Lautäußerungen: Winseln, Jaulen oder Fiepen, besonders bei Berührung bestimmter Stellen
  • Lecken und Knabbern: Ständiges Lecken an einer Körperstelle deutet auf lokale Schmerzen hin

Bei chronischen Schmerzen (Arthrose, Bandscheibenprobleme) schleichen sich Veränderungen über Wochen ein. Halter bemerken erst spät, dass der Hund langsamer geworden ist. Ein Vergleich mit Videos von vor einigen Monaten kann helfen.

Was du niemals tun solltest

Ibuprofen, Paracetamol und Aspirin sind für Hunde gefährlich. Paracetamol schädigt die roten Blutkörperchen und die Leber: schon eine Tablette kann bei kleinen Hunden tödlich sein. Ibuprofen greift den Magen-Darm-Trakt an und kann Nierenversagen auslösen. Aspirin ist für Hunde zwar weniger toxisch, verursacht aber Magenblutungen und darf nur vom Tierarzt dosiert werden.

Hat der Hund versehentlich menschliche Schmerzmittel gefressen: sofort den Tierarzt anrufen und die Verpackung mitbringen. Kohletabletten können die Aufnahme des Wirkstoffs verlangsamen.

Hast du aufgepasst?

Frage 1 von 3

Warum darf man Hunden kein Ibuprofen oder Paracetamol geben?

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Häufig gestellte Fragen

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Geschrieben von

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Tierarzt & Fachautor

Mag.med.vet. (Tiermedizin)Praktizierender TierarztCo-Autor der Hunde Gesundheits Bibel

Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic erstellt medizinisch fundierte Artikel und Videos zu Tiergesundheitsthemen. Er ist Co-Autor der Hunde Gesundheits Bibel und sorgt mit seiner Expertise für fachlich korrekte Inhalte bei Hundeo.

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