- Niemals menschliche Schmerzmittel (Ibuprofen, Paracetamol) geben!
- Nur vom Tierarzt verschriebene Schmerzmittel verwenden
- Menschliche Medikamente können für Hunde tödlich sein
Schmerzmittel für Menschen sind für Hunde entweder zu hoch dosiert oder giftig. Wer das ignoriert, riskiert das Leben seines Hundes. Nur speziell für Hunde zugelassene Präparate verwenden: und immer nach Rücksprache mit dem Tierarzt.
Wann sind Schmerzmittel sinnvoll?
Nach einer eingerissenen Kralle, einer Verstauchung oder einem Muskelkater können kurzzeitige Schmerzmittel helfen. Hunde verbergen Schmerzen instinktiv, weil in der Natur kranke Tiere als Beute gelten. Anzeichen wie Aggressivität, Ruhelosigkeit, Apathie oder Antriebslosigkeit können auf Schmerzen hinweisen.
Bei kleineren Verletzungen ist ein verträgliches Schmerzmittel möglich: aber immer nur nach Absprache mit dem Tierarzt. Muss ein Hund über längere Zeit durch Schmerzmittel schmerzfrei gehalten werden, muss die Ursache gefunden werden.
Wichtige Hinweise zur Dosierung
Die Dosierung muss exakt dem Körpergewicht des Hundes entsprechen. Zu viel schädigt die Organe. Auch leichte Schmerzmittel können über längere Zeit starke Nebenwirkungen verursachen.
Konkrete Nebenwirkungen von schmerzlindernden Medikamenten:
- Erbrechen
- Durchfall
- Magen-Darm-Blutungen
- Leber- und Nierenschäden
- Tod
Neben chemischen gibt es auch pflanzliche Schmerzmittel. Viele enthalten Brennnessel, Hagebutten sowie Auszüge aus Arnika, Ringelblume, Bockshornklee oder Beinwell. Pfefferminzöl und Johanniskrautöl werden ebenfalls verwendet. Welches natürliche Mittel geeignet ist, klärt am besten der Tierarzt oder Heilpraktiker.
5 Schmerzmittel für Hunde
1. Traumeel
Homöopathisches Schmerzmittel aus einer Mischung von Korbblütlern. Nicht verschreibungspflichtig, erhältlich als Tabletten, Salbe oder Tropfen. Eingesetzt bei Verstauchungen, Prellungen und Arthritis-Beschwerden. Auch wenn es frei in der Apotheke erhältlich ist, lohnt Rücksprache mit dem Tierarzt.
2. Arnica D6 Globuli
Pflanzlichen Ursprungs, gewonnen aus dem Arnika-Wurzelstock. Wird hauptsächlich zur Schmerzlinderung nach Operationen eingesetzt, kann auch bei psychischen Belastungen helfen.
3. Buscopan
Wirkstoff: Butylscopolaminiumbromid. Angewendet bei Bauchschmerzen und Krämpfen. Nicht verschreibungspflichtig und frei erhältlich. Ohne bekannte Ursache der Schmerzen trotzdem erst den Tierarzt konsultieren.
4. Novalgin
Wirkstoff: Metamizol. Geeignet bei Koliken und Harnwegserkrankungen: schmerzlindernd, krampflösend und fiebersenkend. Verschreibungspflichtig wegen der starken Wirkung und der notwendigen präzisen Dosierung durch den Tierarzt.
5. Metacam, Meloxicam, Robenacoxib und Carprofren
Nicht steroidale Schmerzmittel, verschreibungspflichtig. Eingesetzt bei Arthritis und Entzündungsschmerzen. Die Dosierung muss äußerst genau eingehalten werden: Tierarzt ist zwingend notwendig.
Schmerzen erkennen
Hunde zeigen Schmerzen subtiler als Menschen. Typische Anzeichen:
- Verändertes Bewegungsverhalten: Langsamer beim Aufstehen, vermeidet Treppen, humpelt, will nicht mehr ins Auto springen
- Veränderte Körperhaltung: Gekrümmter Rücken, eingezogener Bauch, steife Haltung
- Verhaltensänderungen: Plötzliche Aggression beim Anfassen, Rückzug, weniger Interesse am Spielen, Appetitlosigkeit
- Lautäußerungen: Winseln, Jaulen oder Fiepen, besonders bei Berührung bestimmter Stellen
- Lecken und Knabbern: Ständiges Lecken an einer Körperstelle deutet auf lokale Schmerzen hin
Bei chronischen Schmerzen (Arthrose, Bandscheibenprobleme) schleichen sich Veränderungen über Wochen ein. Halter bemerken erst spät, dass der Hund langsamer geworden ist. Ein Vergleich mit Videos von vor einigen Monaten kann helfen.
Was du niemals tun solltest
Ibuprofen, Paracetamol und Aspirin sind für Hunde gefährlich. Paracetamol schädigt die roten Blutkörperchen und die Leber: schon eine Tablette kann bei kleinen Hunden tödlich sein. Ibuprofen greift den Magen-Darm-Trakt an und kann Nierenversagen auslösen. Aspirin ist für Hunde zwar weniger toxisch, verursacht aber Magenblutungen und darf nur vom Tierarzt dosiert werden.
Hat der Hund versehentlich menschliche Schmerzmittel gefressen: sofort den Tierarzt anrufen und die Verpackung mitbringen. Kohletabletten können die Aufnahme des Wirkstoffs verlangsamen.
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Frage 1 von 3Warum darf man Hunden kein Ibuprofen oder Paracetamol geben?
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