Deutscher Jagdterrier

Wesen:

Zuverlässig, Temperamentvoll, Gehorsam
Größe: Klein
Höhe: 33-40 cm
Gewicht: 7,5-10 kg
Lebenserwartung: 12-14 Jahre
Felltyp: Kurzhaar
Farben: Schwarz, Dunkelbraun, Schwarzgrau meliert, Abgegrenzte – Rotgelbe Abzeichen
FCI Gruppe: Terrier
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Der Deutsche Jagdterrier ist eine deutsche Hunderasse. Sie ist von der FCI (Nr. 103, Gr. 3, Sek. 1) anerkannt. Obwohl er kinderlieb ist, eignet sich der Deutsche Jagdterrier sehr wenig als Familienhund. Er ist ausdauernd, temperamentvoll und vital und ist für die Jagd gezüchtet worden. Der Deutsche Jagdterrier braucht einen Besitzer, der viel Zeit mit ihm in der Natur verbringt. Du solltest auch konditioniert genug sein, um mit dem Bewegungsdrang des Hundes Schritt zu halten.

Charakter & Merkmale

Der schwarz-rote, kleine Jagdgebrauchshund soll kompakt und gut proportioniert sein. Ein Rüde erreicht eine Widerristhöhe von 30 bis 40 cm, eine Hündin 33 bis 40 cm. Das erwünschte Arbeitsgewicht liegt bei Rüden bei 9 bis 10 kg und Hündinnen bei 7.5 bis 8.5 kg.

Die Fellbeschaffenheit ist entweder dicht, hart und rau oder derb und glatt. Eine gute Züchtung erkennt man an der Fellfarbe von schwarz über dunkelbraun oder schwarzgrau meliert. Die Augenbrauen sind scharf abgegrenzt. Eine dunkle wie auch eine helle Maske ist erlaubt. Die kleinen Augen treten etwas nach innen, um vor Verletzungen bei der Jagd zu schützen. Die Ohren stehen im Ansatz aufrecht.

Das Kupieren der Rute ist nur erlaubt, wenn der Deutsche Jagdterrier als Jagdhund genutzt wird. Hier unterliegst du als Halter scharfen Bedingungen. Im Lendenbereich und der Kruppe zeigt der Deutsche Jagdterrier starke Muskeln.

Der Deutsche Jagdterrier braucht konsequente Erziehung. Wie alle Terrier Rassen kann er sehr eigensinnig sein. Wenn er gut trainiert wurde, ist er dein zuverlässiger Begleiter mit einem starken Charakter. Er wird auch nur auf dich als Bezugsperson hören.

Der Deutsche Jagdterrier nimmt dann von Anderen keine Anweisungen entgegen. Seine ganze Aufmerksamkeit schenkt er nur deiner Person. Er kann Fremden gegenüber auch mit Misstrauen reagieren. Trotzdem zeigt sich der deutsche Jagdterrier zugänglich. Bei seiner Ausbildung will er lernen und lässt sich gut erziehen.

Ein Hund aus guter Züchtung darf nicht wasserscheu sein und er schwimmt gerne. Mit seinen Eigenschaften ist der intelligente Hund ein erstklassiger Helfer bei der Jagd. Er überzeugt mit seiner Leistung.

Er ist darauf trainiert, Raubwild wie Füchse oder Dachse zu stellen und in ihre Bauten einzudringen. Seine gute Nase spürt Wild sofort auf. Er apportiert Enten aus dem Wasser und bringt geschossenes Wild zum Jäger.

Im der Familie ist es etwas problematisch mit der Haltung eines so spezialisierten Jagdhundes. Er will nur jagen. Viele sind sich nicht bewusst, welche Probleme hier auf sie zukommen können. Seine hohe Leistungsfähigkeit beim Jagen solltest du bedenken. Wenn du diesen Hund als Familienhund halten willst ist das wichtig.

Der Deutsche Jagdterrier braucht die Auslastung als Jagdhund. Auch wenn er nicht aggressiv ist und auch nicht scheu, gilt er doch als Vollblut-Jagdhund für den Jäger oder Förster.

Allerdings kannst du schwer einen Welpen kaufen, wenn du kein Jäger bist. Zuchtvereine wurden vom deutschen Jagdterrier-Club angehalten, die Welpen des arbeitsfreudigen Hundes nur an Förster und Jäger abzugeben. Weil dieser Club für die Züchter sehr wichtig ist, halten sie sich auch daran.

Fellpflege:

Wenig
Mittel
Intensiv

Haaren:

Wenig
Mittel
Intensiv

Energielevel:

Wenig
Mittel
Viel

Trainierbarkeit:

Wenig
Mittel
Gut

Kinder geeignet:

Weniger
Mit Aufsicht
Perfekt

Deutscher Jagdterrier Video

Die richtige Ernährung

Jeder Hund ist individuell, deshalb braucht er auch individuelle Nahrung. Für den deutschen Jagdterrier eignet sich ein Futter, das seinen Bedarf deckt und keine Unterversorgung auftritt. Der Deutsche Jagdterrier kann bis zu 150 km am Tag zurücklegen, wenn er seiner Arbeit als Jagdhund nachgeht.

Das Futter soll immer auf seine speziellen Eigenschaften abgestimmt werden. Dazu gehören Alter und Gewicht. Der Kräfteverbrauch und auch eventuelle Allergien sind zu beachten. Bei Arbeiten im Fuchsbau unter der Erde oder bei der Jagd im Wasser ist der Kräfteverbrauch enorm hoch.

Wenn der Deutsche Jagdterrier mehr Energie verbraucht, hängt es auch von der Intensität der Belastung ab, welche Nahrung er aufnehmen muss. Bei einem mehrstündigen Trab auf einer Jagd steigt der Energiebedarf auf das Zweieinhalbfache. Bei Hetzjagden, bergigem Gelände oder bei Stress braucht er noch mehr.

Die wichtigsten Lieferanten für die Energie des deutschen Jagdterriers sind Zucker, Stärke und Fette. Eiweiß kann dazu gegeben werden, dient jedoch speziell zum Aufbau des Körpergewebes.

Die Mineralstoffe Kalzium und Phosphor braucht der Jagdhund, um die Knochen stabil zu halten. Alle Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette werden in größeren Moleküleinheiten miteinander verbunden. So erhält der Deutsche Jagdterrier die optimale Ernährung.

Bei großen Belastungen sollte der Deutsche Jagdterrier eine fettreiche Nahrung erhalten. Mit speziellen Futtermischungen ist es möglich, seinen Bedarf an Energie zu decken. Dadurch wird der Deutsche Jagdterrier leistungsfähiger und der Magen erfährt eine weniger große Belastung.

Deutscher Jagdterrier Pflege

Die Fellpflege des Deutschen Jagdterriers ist wirklich einfach. Trimmen (Entfernen der Unterwolle) ist nicht nötig. Bürste ihn regelmäßig einmal am Tag. Das reicht aus.

Du solltest ihn nur im äußersten Notfall baden. In der Regel badet dieser Hund bei Jagden nach Wasservögeln selbst in Seen oder Flüssen. Der natürliche Fettschutz der empfindlichen Hundehaut sollte nicht durch Shampoos unnötig zerstört werden. Wenn du ihn baden musst, dann nur mit einem speziellen Hundeshampoo oder einem milden Babyshampoo. Eine regelmäßige Kontrolle der Augen, Ohren und dem Gebiss sollte für dich selbstverständlich sein.

Der robuste Deutsche Jagdterrier liebt die Natur und schläft lieber draußen. Als reiner Wohnungshund fühlt er sich nicht wohl. Deshalb ist es in seinem Fall durchaus möglich, den Terrier nur im Zwinger zu halten. Trotzdem sollte er ab und zu bei dir und der Familie im Haus sein, weil er ein Rudeltier ist. Er betrachtet automatisch deine Familie als Rudel.

Der Deutsche Jagdterrier braucht mindestens drei bis viermal Auslauf. Ein Haus mit Garten solltest du ihm bieten können, damit er ausgeglichen bleibt. Allerdings solltest du dich darauf gefasst machen, dass der Garten von Anfang an nicht mehr so aussieht, wie du es gewohnt bist. Der Deutsche Jagdterrier buddelt gerne und dein gepflegter Garten ist dann Geschichte. Er kann in wenigen Minuten stundenlange Arbeit zunichtemachen.

Der Deutsche Jagdterrier bewegt sich viel in der Natur. Deshalb solltest du ihm mehrmals im Jahr vorsorglich eine Wurmkur verabreichen. Auch ein Mittel gegen Zecken sollte im Sommer immer im Haus sein. Als Begleiter bei der Jagd lassen sich Zeckenbisse beim Deutschen Jagdterrier nicht vermeiden.

Passendes Zubehör

Für den ausgewachsenen und ausgebildeten Deutschen Jagdterrier ist ein normales Halsband ausreichend. Er ist dann weniger der Gefahr ausgesetzt, bei der Jagd im Gebüsch hängenzubleiben. Für temperamentvolle Welpen eignet sich ein Geschirr eher, um den Zug um den Hals zu minimieren.

Eine starke Leine aus unverwüstlichem Leder ist sinnvoll, wenn der Hund nicht frei laufen darf. Als Jagdhund hat der Deutsche Jagdterrier die natürliche Gabe zum Apportieren. Stöckchen oder Ball holen ist seine Lieblingsbeschäftigung.

Herkunft & Geschichte

Bereits 1760 wird der Deutsche Jagdterrier vom Schriftsteller Daniel beschrieben. Er war auch ein Terrierzüchter. Er beschreibt die beiden Arten, das Fell und die Farbe und die Körperform so, wie wir sie heute kennen.

Der Maler de Wilde malte im Jahr 1806 einen schwarz-roten, kurzhaarigen Foxterrier. Er zeigt die Farbe des Deutschen Jagdterriers, dessen Stammeltern offensichtlich aus der Rasse des Foxterriers kommen. In dieser Zeit wurden diese Hunde in allen möglichen Farben gezüchtet. Das Fell gab es auch in einer rauhaarigen und einer glatten Variante.

Auch bei anderen Terrier Arten kommen diese Farben heute vor. Alle diese Varianten kommen den Farben dieses Terriers nahe. Der Foxterrier war zwischen 1920 und 1930 auf dem besten Weg, seine Jagdeigenschaften zu verlieren. Er wurde zum Modehund hochstilisiert. Deshalb trennte sich eine Gruppe deutscher Bodenjäger von der Sportzucht der Foxterrier.

Diese Gruppe bestand aus Karl E. Gruenewald, Dr. Herbert Lackner, Werner Zangenberg und Rudolf Frieß. Sie wollten die Förderung, Erhaltung und Verbesserung der vererbten Jagdeigenschaften der Rasse wieder fördern. Auch der längere Rücken, die gedeckte, dunklere Farbe des Fells und die Beinstellung wurde beachtet.

Werner Zangenberg kaufte den Wurf und begann die Zucht des Deutschen Jagdterriers. Es wurden Foxterrier eingekreuzt, um die volle Leistung der Hunde zurückzubringen. Doch die weiße Farbe tauchte vermehrt wieder auf. Letztendlich ist es Karl E. Gruenewald und Dr. Herbert Lackner gelungen, den Altenglischen Rauhaarterrier in England ausfindig zu machen.

Dieser brachte gute Eigenschaften für die Jagd mit und die gewünschte Farbe. Sie importierten drei Hunde und die schwarz-rote Farbe wurde durch die Kreuzung endgültig gefestigt.

Diesen Männern verdanken wir es, dass die Zucht erfolgreich war. Die Züchtung brachte einen Hund hervor, der Eigenschaften für die Jagd hat, die bis heute beim Deutschen Jagdterrier erhalten sind.