Kratzen und Hundeflöhe

Hund kratzt sich ständig (Was tun gegen Juckreiz?)

Wenn sich dein Hund häufig kratzt, an sich knabbert oder sein Fell reibt, leidet er womöglich an starkem Juckreiz. Sowas kann zur Qual werden und gehört frühzeitig behandelt. 

In diesem Artikel erkläre ich dir genau die möglichen Ursachen und welche Lösungen es dafür gibt. 

Juckreiz beim Hund

Juckreiz

Grundsätzlich handelt es sich beim Kratzen um eine normale Reaktion gegen das Jucken.

Je nachdem, wo sich die Reizung befindet, kratzt sich dein Hund mit seinen Krallen. Vielleicht knabbert er auch mit den Zähnen oder reibt sich an einem festen Gegenstand. 

Eindeutige Zeichen für einen Juckreiz mit bedenklichen Ursache sind:

  • Beim Streicheln gleichzeitig schlagende oder zuckende Bewegungen mit den Hinterbeinen 
  • Anhaltendes Kratzen 
  • Gerötete Haut 
  • Ausschlag, Pickel, Schuppenbildung 
  • Verkrustungen und Wunden 
  • Haarausfall

Die Ursachen für Juckreiz

Die Ursachen sind vielfältig und reichen von Parasiten, Allergien, Hautproblemen, psychologischen Ursachen über Fremdköper bis hin zum Halsband.

1. Befall von Parasiten

Parasiten gehören zu den häufigsten Verursachern für Juckreize. Besonders in den wärmeren Jahreszeiten befallen sie Hunde.

Flöhe

Willst du ihnen auf die Schliche kommen, fährst du mit einem Flohkamm durch das Fell. Befinden sich schwarze Schmutzkrümel im Kamm, handelt es sich um den Kot von Flöhen.

Ist der Befall noch am Anfang, hilft ein Bad mit Anti-Floh-Shampoo und häufiges Ausbürsten des Fells. Wichtig ist, dass die Floheier und Larven verschwinden. Ebenso sind die Lieblingsplätze von deinem Hund und sein Geschirr gründlich zu säubern und mit einem Anti-Floh-Mittel zu behandeln.

 

Milben

Am häufigsten kommen Grasmilben, Herbstgrasmilben und Grabmilben vor. Ein Hund steckt sich in der warmen Jahreszeit in der Natur an. Milben sitzen bevorzugt auf den zarten Hautstellen zwischen den Zehen, in den Ohren, auf den Beinen und am Unterbauch.

Kratzt sich dein Hund ausnahmslos am Ohr, kann die Ohrräude der Grund sein. Bei einem Befall siehst du dunklen Schmutz in den Ohren. An Anfang können Reinigungsmittel aus dem Tierhandel helfen, die du genau nach Vorschrift verwendest. Es müssen alle Eier und Larven der Plagegeister verschwinden. Zeigt dein Hund bei der Anwendung Schmerzen, sind tiefer liegende Probleme durch deinen Tierarzt abzuklären.

Neben den intensiven Kratzattacken sind roten Pusteln auf der Haut und verkrustete Ellenbogen ein Indiz für einen Milbenbefall. Es ist der Tierarzt aufzusuchen, damit das Leiden nicht chronisch wird.

 

Zecken

Sie sitzen auf Pflanzen. Beim Eingraben in die Haut, sondern sie ein Sekret ab, das den Schmerz betäubt und die Blutgerinnung verhindert. Die Haut reagiert darauf mit Juckreiz. Entzündet sich der Zeckenbiss, schwillt die Stelle an und wird zunehmend rot. Dann ist der Arzt gefragt.

Eine Zecke ist so früh als möglich zu entfernen, ohne die Haut zu verletzen. Dazu erfasst du sie mit einer Zeckenzange direkt über der Haut und zieht sie senkrecht nach oben heraus. Wichtig ist, dass der Kopf mitgeht und das Tierchen kein zusätzliches Sekret in die Haut abgeben kann. 

Denn darin können Viren enthalten sein, die schwere Krankheiten wie beispielsweise Borreliose verursachen. Bist du unsicher mit der Entfernung, solltest du die Prozedur vorsichtshalber dem Arzt überlassen. 

 

Pilze

Es sind die Schimmelpilze und Hefepilze, die durch das Berühren, Ablecken oder Einatmen der Sporen zu Juckreiz führen. Vor allem der Hefepilz betrifft den Hund. 

Eigentlich handelt es sich um einen natürlichen Bestandteil der Hautflora. Doch ist diese gestört und das Immunsystem geschwächt, breiten sich die Pilze vermehrt aus und sorgen für eine allergische Reaktion.

Die Anzeichen erkennst du an dem strengen hefeartigen Geruch. Vor allem die Pfoten und Ohren riechen.

2. Juckreiz durch Allergien

Ein anderer großer Faktor für Juckreize sind die Allergien. Sie nehmen stetig zu. 

 

Flohspeichel

In der Regel wird die Reaktion durch einen einmaligen Flohbefall ausgelöst und entsteht überwiegend in der Leisten- und Lendenregion und am Schwanz. Gelangt Flohspeichel auf die Haut, wirkt diese auf Stoffe des Speichels mit Juckreiz. 

Betroffen sind hauptsächlich Tiere ab dem zweiten bis sechsten Lebensjahr. 

Erkennen kannst du die Krankheit an Schwellungen und Krustenbildung der Haut und an Haarausfall. Der Tierarzt stellt an einem Test die Allergie fest. Die Behandlung ist Beseitigung der Flöhe und Beruhigung der Haut.


Futterallergıe
Sie tritt sehr häufig auf und kann Hunde jeden Alters heimsuchen. Verantwortlich sind chemische Zusätze, Geschmacksverstärker, Weichmacher und Farbstoffe im Futter. Aber auch Getreide und bestimmte Proteine sowie eine Unverträglichkeit auf Laktose bewirken Allergien. 

Die eindeutigen Symptome bei einer Futterallergie sind neben Jucken:
 
  • Magen- und Darmprobleme 
  • Mundgeruch 
  • Schleim in Kot und Erbrochenem 
  • verstärkter Haarausfall
Um die ernährungsbedingte Allergie und den daraus entstanden Juckreiz zu bekämpfen muss der Auslöser dafür gefunden werden. Das gelingt nur über die mehrwöchige Ausschlussdiät. Dabei bekommt der Betroffene zunächst ein Futter, mit dem er noch niemals gefüttert wurde. Reagiert er mit Hautjucken, erhält er ein anderes Futter und so weiter. 
 
Das Futter, das keinerlei Reaktionen verursacht, ist allergiefrei und das verwendbare. Oftmals werden danach Versuche mit den gewohnten Futteranteilen gestartet, um herauszufinden, auf welche Anteile das Tier genau reagiert. Diese sind zukünftig auszuschließen.
 

 

Umweltallergıe

Hierbei handelt es sich um eine Gräser- oder Pollenallergie. Ebenso können bestimmte Mineralien im Wasser, Wasserpflanzen oder Wasserparasiten eine Allergie verursachen. 
 
Die hauptsächlichen Symptome sind:
  • trockene Haut 
  • übermäßige Schuppenbildung 
  • Verkrustungen und Wunden 
  • Rötungen 
  • kahle Stellen am Fell 
 Für die Behandlung verabreicht dein Tierarzt Tabletten und lindernde Hautcreme zur Eindämmung des Reizes.
 

 

Kontaktallergıe

Sie entsteht, wenn dein Hund über die Nase oder den Körper mit Pestiziden, Dünger, Chemikalien, giftigen Pflanzen oder Metallen in Kontakt kommt. 

Eine zunehmende Störung der Haut besteht durch Kunstfasern und Nickel am Geschirr. Vorsicht bei Halsbändern mit Metallverzierungen, sie können Nickel enthalten. 

Die gestresste Haut bekommt rote Pusteln und Flecken. Die Allergie verschwindet bei Vermeidung des Auslösers. Eine lindernde Hautcreme hilft gegen das Jucken, bis sich die Haut erholt hat. 

 

3. Körperliche Ursachen

Manchmal sind es einfach nur Probleme des Körpers, die einen Hund beschäftigen.

 

Kratzen am Hinterteil

Reibt dein Hund sein Hinterteil auf dem Boden oder leckt auffallend stark daran, können Schmutzrückstände oder volle Analdrüsen die Gründe sein. 

Bei sehr jungen, älteren oder kranken Hunden kommt es vor, dass das Absetzen des Kots oder das sauber halten nicht mehr richtig klappt. Manchmal frisst er auch viel Gras und die Halme gelangen nicht ganz nach draußen und hängen aus dem After. Solche Rückstände sind mit einem feuchten Tuch leicht zu entfernen.

Sind die Analdrüsen verstopft, rutscht er mit dem Hintern auf dem Boden. Handelt es sich um eine Verstopfung der Drüsen, lässt du diese am besten vom Tierarzt ausdrücken.

Andere Ursachen für einen juckenden After sind Würmer. Zu ihnen gehören die Band-, Spul- und Hakenwürmer.

 

Trockene oder schuppige Haut

Dafür verantwortlich kann die Ernährung oder zu häufiges Baden oder die Genetik sein. Erleidet die Haut einen Mangel oder ein Zuviel an den lebenswichtigen Nährstoffen wie Zink, Mineralien und Vitaminen, kommt ihr Stoffwechsel ins Ungleichgewicht. Die Haut trocknet aus, bildet Schuppen und das juckt. 

Auf der Verpackung des Hundefutters kannst du die Angaben von Vitaminen, Mineralstoffen und essenzielle Fettsäuren einsehen und kontrollieren. Besteht ein Mangel an Vitaminen hilft manchmal schon eine kleine Gabe Fischöl, ein Nahrungsergänzungsmittel oder ein Futterwechsel. 

Weitere Ursachen für die Hautreaktion ist ein Befall von Schädlingen und Stoffen im Hundeshampoo. Wichtig ist, dass das Shampoo gründlich aus dem Fell gewaschen wird und das Spülwasser glasklar ist. Der Handel bietet Mittel an, die Nerzöl, Teebaumöl und Aloe Vera enthalten. Diese unterstützen die Herstellung vom Gleichgewicht der Hautflora.

 

Körperpflege

Oftmals kratzt ein Hund sich aufgrund eines dichten Haarkleides, Verfilzungen oder Schmutz. Vorbeugen kannst du durch regelmäßiges Bürsten oder durch Schoren des Fells im Sommer. Wichtig ist, dass die Haare nicht zu kurz geschnitten werden und die Haut durch die Sonneneinstrahlung Schaden nimmt. Ein professioneller Tierfriseur schert richtig.

 

Juckreiz an den Zitzen oder Talgdrüsen

Neben Parasiten und Allergien können ein Geschwür am Gesäuge und eine Scheinträchtigkeit die Ursache für das Kratzen sein. 
 
Die Zitzen sind rot, verletzt und angeschwollen. Das Abwischen mit einem feuchten und kühlen Lappen kann spontan helfen. Das Ermahnen beim Kratzen hilft manchmal, ansonsten solltest du mit deinem Vierbeiner zum Tierarzt gehen.
 
Ein anderes Problem ist die Entzündung der Talgdrüsen. Sie sitzen u.a. an den Lefzen des Hundes. Sind sie verstopft, weil er sie nicht sauber lecken kann und das juckt.

 

Psychologisches Kratzen

Hier handelt es sich überwiegend um Trennungsängste und Langeweile, die das Kratzen auch ohne Jucken verursachen. Kratzt dein Hund sich ausschließlich beim Anfassen, bei der Begegnung mit Artgenossen, wenn er allein ist oder sich in den Ruhephasen befindet, kann der Auslöser Stress und Nervosität sein. 
 
Dahinter stecken oftmals solche Gründe wie übermäßiges Alleinsein, Angst vor Artgenossen und Menschen, Gewitter, Dunkelheit oder Lärm. 
 
Leidet dein Hund unter Trennungsangst, muss diese frühzeitig behandelt werden. Sie ist nur durch langwierige und geduldige Übungen in den Griff zu bekommen. Das Training besteht darin, die Phasen des Alleinseins nach und nach zu vergrößern. 
 
Im Idealfall lernt dein Hund schonend, dass er keine Angst beim Alleinsein haben muss und du immer wieder zu ihm zurückkommst. Professionelle Hundetrainer haben mit diesem schwierigen Problem viel Erfahrung. Ein Training lohnt sich! 
 
Ist deinem Hund langweilig kann leise Musik und ein Beschäftigungsspielzeug wie ein Kauknochen während deiner Abwesenheit ihn unterhalten. Am besten aber bleibt ein Hund nicht oder nur sehr kurz alleine, denn er ist ein Rudeltier.

 

4. Weitere Ursachen

Manche Anzeichen für das Phänomen sind leicht zu beheben:

 

Fremdkörper

Manchmal juckt das Ohr, weil sich eine Ameise oder ein Käfer darin verlaufen hat und die Haut reizt. Dein Hund versucht den Eindringling durch Kratzen, Reiben oder Schütteln los zu werden. Oftmals hält er den Kopf schräg und macht sich bei dir durch Blicke, anschubsen, oder reiben bemerkbar. Vorsicht, es könnte das Trommelfell betroffen sein. 

Vor allem wenn der Fremdköper tief sitzt und dein Hund Schmerzen äußert, ist Vorsicht geboten.

 

Halsband, Brustgeschirr und Maulkorb

In der Regel gewöhnt sich dein Hund nach einer Weile an das Tragen dieser Sachen. Doch zu Beginn versucht er häufig durch Kratzen oder Schütteln die Last los zu werden.

Zuerst solltest du feststellen, ob das angebrachte Detail richtig passt und ob Schmutz, Parasiten oder Stiche sich darunter befinden. Legst du das Geschirr für eine Weile ab, und die Reaktion hört auf, erkennst du, ob es die Ursache für das Kratzen ist. Nach einer langsamen Eingewöhnungsphase akzeptiert er das Geschirr.

Wie kann ich vorbeugen?

Zur Vorbeugung gegen Parasiten verschiedener Art, erhältst du vom Tierarzt ein bestimmtes Mittel (Spot on). Du verteilst es auf den Nacken deines Hundes.

  • Gegen Grasmilben ist es wichtig, wenn die Grasflächen am Haus kurz sind. Die Milben finden dann wenig Platz, um sich niederzulassen. Ist der Vierbeiner sehr anfällig, sollte er Schuhe über den Pfoten tragen. 
  • Gegen Wurmbefall ist eine regelmäßige Wurmkur angebracht. 
  • Die Medizin vermutet die Entstehung der Allergien im Darm. Durch ein hochwertiges Futter wird die Darmflora geschont. Damit erst gar keine Futterallergie entsteht, solltest du auf hochwertiges Futter ohne Getreide, Stärke, Zucker und künstliche Zusätze achten. Auch das Barfen hat sich bewährt, da Fleisch wenige allergene Stoffe enthält. 
  • Eine regelmäßige Körperpflege der Ohren, Zähne, Fußnägel und bei bedürftigen Hunden am Hintern hilft Juckreize zu vermeiden. 
  • Ein Juckreiz kann auch eine Begleiterscheinung von einem Heilungsprozess sein und endet mit der Heilung. 
  • Häufiges streicheln lässt die Haut Fett produzieren. Deine Hände verteilen es am Körper und halten die Haut geschmeidig. 
  • Da dein Hund ein Rudeltier ist, sollte er so wenig als möglich und am besten überhaupt nicht alleine bleiben.

Auch wenn die Ursache für den Juckreiz besiegt ist, benötigt die Haut Zeit um sich zu regenerieren. Eine bewährte Art der Begleitbehandlung sind Bachblüten für Tiere. 

Mein Fazit

Juckreiz kann viele Ursachen haben. Einige von ihnen sind harmlos und können durch dich behoben werden. Andere dagegen brauchen auf jeden Fall die Hinzuziehung deines Tierarztes.

Solltest du dir nicht sicher über die Ursache und Behebung sein, empfehle ich dir, keine Zeit dabei zu verlieren. Auch wenn dahinter keine ernsthafte Krankheit stecken sollte, der Juckreiz selbst ist eine Plage genug. Das kennst du bestimmt aus eigener Erfahrung.

Mein Artikel gibt dir Aufklärung und Hilfestellung, ist aber kein Ersatz für einen Tierarzt. Die genaue Suche nach Ursachen ist mühsam, aber es wird sich für dich und deinen Hund lohnen.

Weiterführende Quellen:

agila.de

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