Ohrenentzündung beim Hund – Was Du alles darüber wissen solltest

Vielleicht hast Du selbst schon erlebt, wie schnell sich der Gesundheitszustand Deines Hundes verändern kann. Daher ist es immer gut, Symptome für mögliche Erkrankungen selbst erkennen und einordnen zu können.

Meine Geschichte mit Daisy vor ein paar Jahren zeigte mir, wie wichtig das Thema Ohrenentzündung ist:

Es ging alles ganz schnell. Seit ein paar Tagen hatte Daisy immer wieder mal mit dem Kopf geschüttelt. Doch bei dem heißen Sommerwetter waren jede Menge Insekten unterwegs und ich dachte, dass sie einfach von Fliegen oder Mücken geplagt wurde und ihren Kopf nur schüttelte, um sie loszuwerden.

Doch dann wurde sie gegen Abend sehr schlapp und gleichzeitig unruhig. Als ich ihr über den Kopf streichen wollte, schnappte sie sogar nach mir. Ich war entsetzt, denn Daisy war ansonsten die freundlichste Hündin. 

Erst dann bemerkte ich, dass es ihr gar nicht gut ging. Aber woran sie litt, war mir nicht klar. 

Der Schock kam am nächsten Morgen, als sie mich nicht wie gewöhnlich schon im Bett begrüßte, sondern mit einem geschwollenen Auge immer noch ganz apathisch in der Ecke kauerte. Ihr liefen Tränen und Sekret aus den Augen. Wir machten uns sofort zum Tierarzt.

Unser Tierarzt diagnostizierte anhand der Symptome und einer kurzen Untersuchung eine Mittelohrentzündung. So konnte Daisy glücklicherweise schnell behandelt und weitere Komplikationen und Schmerzen vermieden werden.

Ab dem Moment war es mir klar, wie wichtig es ist, Symptome zu erkennen und sofort zu reagieren. Auch wenn alles dennoch gut ausging, hätte ich ihr einiges an Leid ersparen können, wenn ich ihr ungewöhnliches Verhalten frühzeitig gut eingeordnet hätte.

Um diese Erfahrung dir zu ersparen, habe ich dir unten alles zu dieser Krankheit zusammengefasst. Somit kannst Du ein ungewöhnliches Verhalten Deines Hundes schneller einordnen und besser darauf reagieren.

Was ist eine Ohrenentzündung?

Ohrenentzündungen sind bei Hunden weit verbreitet. Das kann für Deinen Hund sehr schmerzhaft sein. Auch kann sie sehr gefährlich werden, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird. 

Entzündungen können in verschiedenen Bereichen des Ohres auftreten und sich in unterschiedlichen Ausprägungen zeigen. In der Regel gibt es für ihr Auftreten nicht nur eine einzige Ursache. Hier sind meistens mehrere Faktoren mit im Spiel. 

Sollte Dein Hund seinen Kopf schief halten, sich häufig am Ohr kratzen oder die Ohrmuschel innen gerötet sein, solltest Du ihn genauer beobachten. Das kann ein Anzeichen für eine Ohrenentzündung im Anfangsstadium sein. 

Wenn Du schnell darauf reagierst und die richtigen Maßnahmen ergreifst, kannst Du Deinem Hund viele Schmerzen und unangenehme Komplikationen ersparen.

Der Aufbau des Hundeohres

Ohr

Das Ohr Deines Hundes besteht aus dem äußeren Ohr, dem Mittelohr, dem Trommelfell und dem Innenohr. Entzündungen betreffen meistens das äußere Ohr oder das Mittelohr. In schweren Fällen kann auch das Innenohr entzündet sein. 

Das Ohr eines Hundes hat einen Ohrkanal, der je nach Hunderasse zwischen 5 und 10 cm lang ist. Damit ist er viel länger als der des Menschen. Der Kanal geht zuerst nahezu senkrecht nach unten, um dann L-förmig in der Waagerechten weiter zum Trommelfell zu führen. 

Dahinter befinden sich das Mittelohr und das Innenohr, auch das Gleichgewichtsorgan sitzt hier. Der Ohrkanal wird von Knorpel eingefasst. Auf der knorpeligen Haut sitzen viele Drüsen, die für die Produktion von Ohrenschmalz zuständig sind. 

Bei manchen Hunden wachsen Haare auch innerhalb der Ohrmuschel. Dadurch verstärkt sich die Anfälligkeit für Entzündungen manchmal.

Warum bekommt ein Hund Ohrenentzündung?

Bei einer Entzündung des Ohres spielen meistens mehrere Faktoren eine Rolle. 

Durch Allergien, Verletzungen, eine andere Grunderkrankung oder Pilzinfektionen können sich Bakterien im Ohrkanal ausbreiten. Dort verursachen sie dann eine Entzündung. 

Sollte bei Deinem Hund eine Ohrentzündung auftreten, ist sie für ihn sehr schmerzhaft und unangenehm, vor allem wenn sie zusätzlich auch noch mit Juckreiz einhergeht.

Manche Hunde sind öfter von Entzündungen im Ohr betroffen. Das sind vor allem Hunde mit Schlappohren, Hunde, die viel ins Wasser gehen und allergisch reagieren.

Ist eine Ohrenentzündung gefährlich?

Achtung

Je tiefer die Entzündungen im Ohr fortschreitet, desto gefährlicher kann sie werden. 

Das Innenohr liegt sehr nahe am Gehirn und am Gesichtsnerv. Dabei besteht die Gefahr, dass Bakterien in diese Bereiche vordringen. Dieser Zustand kann für einen Hund lebensbedrohlich sein. Er kann als Nachfolge unter anderem an einer Hirnhautentzündung leiden.

Auch wenn es sich „nur“ um eine Entzündung des äußeren Ohres oder des Mittelohres handelt, ist der Leidensdruck für Deinen Hund sehr groß. Außerdem besteht die Gefahr von dauerhaften Schäden wie Trommelfellverletzungen, Schwerhörigkeit und Verletzung des Gleichgewichtorgans.

Bakterien und Allergien als Ursache von Ohrentzündung

Allergie

Für die Ohrenentzündung bei Deinem Hund gibt es meist mehrere Ursachen, die das Entstehen einer Entzündung überhaupt begünstigen.

Die Entzündung im Ohr wird, wie alle anderen Entzündungen, von Bakterien verursacht. Doch meistens sind noch weitere bestimmte Voraussetzungen notwendig, damit sich Bakterien bzw. Pilze einnisten und ausweiten können.

Eine häufig auftretende Ursache für die Ohrenentzündung beim Hund sind Allergien. Dies liegt darin begründet, dass Hunde über die Ohren entgiften. Immer dann, wenn die Entgiftungsorgane wie Niere und Leber geschwächt sind und eine allergische Reaktion oder eine Unverträglichkeit anhaltend auftritt, kann dies über die Ohren erfolgen. 

So gehen chronische Ohrenentzündungen oft Hand in Hand mit Nieren- oder Leberschwäche, Erkrankungen des Verdauungsapparates oder Stoffwechselstörungen. Der Organismus ist dann einfach insgesamt geschwächt. 

Auslöser für eine Allergie können Inhaltsstoffe des Futters, Hausstaub, Pollen oder andere Allergene sein, die nicht immer leicht zu identifizieren sind.

Auch bestimmte systemische Erkrankungen und Autoimmunerkrankungen können mit einer Ohrenentzündung einhergehen. Die Schwächung des Organismus macht sich dann durch die chronische Entzündung des Ohres bemerkbar.

Pilze und Milben bei Ohrenentzündung

Milbe

Sehr viele Ohrenentzündungen weisen zusätzlich zum Auftreten mit Bakterien eine Besiedelung des Ohres mit Milben oder Hefepilzen auf. Hier bedingen sich dann der Befall und die Entzündung gegenseitig. 

Erschwerend für den Hund tritt durch die Milben oder Hefepilze häufig ein lästiger und schmerzhafter Juckreiz auf. Durch das Kratzen können bei Deinem Hund zusätzlich kleine Wunden in der Ohrmuschel entstehen, die die Entzündung verstärken. 

Außerdem ist es möglich, dass Milben und Hefepilzen auch an andere Stellen des Körpers, wie Pfoten und Schnauze sich verbreiten und dort für unangenehmen Juckreiz sorgen.

Andere mögliche Ursachen

Eine seltener auftretende Ursache für eine Ohrenentzündung kann auch eine Bissverletzung sein. Wenn Dein Hund ins Ohr gebissen wurde, kann sich in der Folge die Wunde am oder im Ohr entzünden. 

Treten häufiger Ohrenentzündungen auf, spielt die Form des Ohres ebenfalls eine Rolle:

Schau Dir einmal die Ohrform Deines Hundes an. Hunde mit Schlappohren, in denen auch noch viele Haare im Innenbereich des Ohres wachsen, sind naturgemäß viel anfälliger für Ohrenentzündungen. Die Ohren werden einfach nicht so gut belüftet wie Stehohren, und dementsprechend haben Bakterien, Pilze und Milben dort leichteres Spiel. 

Gerade bei Hunden mit vielen Haaren an den Ohren besteht auch die Gefahr, dass sich beim Spaziergang in der Wiese Pollen und Grannen an die Haare heften und ins Ohr eindringen. Hier können sie sich dann regelrecht in die Haut einnisten und möglicherweise Entzündungen verursachen. 

Wenn Dein Hund oft schwimmen geht, kann es auch durch das Eindringen von Wasser ins Ohr zu einer Entzündung kommen.

So erkennst Du eine Ohrenentzündung!

Ohrenentzündung beim Hund sind für Dich als aufmerksamer Hundehalter relativ leicht zu erkennen. 

Durch die auftretenden Schmerzen wird Dein Hund in der Regel auf sich aufmerksam machen. Unabhängig von der Ursache der Entzündung sind folgende Hauptsymptome zu sehen:

  • Schiefhalten des Kopfes
  • Häufiges Kopfschütteln
  • Häufiges Kratzen am Ohr
  • Rötung oder Schwellung im inneren Bereich der Ohrmuschel
  • Empfindliche Reaktion bei Berührungen am Ohr wie Schmerzenslaute, aggressives Verhalten

Die Symptome, die auftreten, hängen auch davon ab, welcher Teil des Ohres bei Deinem Hund entzündet ist. Außerdem spielen auch die Ursachen und Begleitumstände der Entzündung eine Rolle. 

Entzündungen im Außen-, Mittel- oder Innenohr

Wenn das Äußere des Ohres bzw. der Ohrmuschel betroffen ist, erkennst Du dies an der geröteten und eventuell auch geschwollenen Knorpelhaut im Inneren. 

Je stärker der Ohrkanal und das Mittel- oder Innenohr betroffen sind, desto größer wird der Leidensdruck für Deinen Hund. 

Eine Mittelohrentzündung kann das Trommelfell bedrohen, und geht oft auch mit Fieber und sehr starken Schmerzen einher. 

Sehr kritisch wird es, wenn das Innenohr betroffen ist. Dann kann die Entzündung auf den Gesichtsnerv oder sogar auf das Gehirn übergreifen. Halbseitige Gesichtslähmungen können auftreten. Das Auge auf der betroffenen Seite tränt mitunter und ist geschwollen.

Sollte durch die Ohrenentzündung das Gehirn betroffen sein, kann es zu Wesensveränderungen und Aggressionen kommen. 

Auch Milben und Hefepilze gehören zu den Begleiterscheinungen von Ohrenentzündungen. 

Milben erkennst Du an braunen, krümeligen Absonderungen aus dem Ohr Deines Hundes. Bei den Hefepilzen sind es vor allem die Malassezien, die häufig auftreten. Sie gehören zwar zum natürlichen Milieu im Ohr des Hundes, können aber in Verbindung mit Entzündungen und bei massenhaftem Auftreten für Probleme sorgen. 

Infektionen mit Hefepilzen im Ohr erkennst Du an einer braunen, wachsartigen und schlecht riechenden Absonderung aus dem Ohr.

So wird eine Ohrenentzündung diagnostiziert

Die Symptome, die Dein Hund aufweist, können bei der Diagnosestellung helfen. Wenn die oben beschriebenen Symptome bei Deinem Hund auftreten, handelt es sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um eine Ohrenentzündung. 

Eine exaktere Diagnose für die Ursache der Ohrenentzündung kannst Du durch Deinen Tierarzt bekommen. Er kann einen Abstrich aus dem Ohr nehmen, und durch eine Laboruntersuchung feststellen, welche Bakterien und Hefepilze am Werk sind.

Behandlungsmöglichkeiten von Ohrenentzündungen

Gesundheit

Die Behandlung richtet sich nach den Ursachen der Entzündung. Meistens handelt es sich um einen Komplex von verschiedenen Faktoren. 

Zuerst einmal geht es darum, die Entzündung einzudämmen. Dies kann durch die Gabe von lokalen oder systemischen Antibiotika erfolgen. Also entweder durch das Einbringen von antibiotischer Salbe direkt in das Ohr oder durch eine Therapie mit Tabletten. 

Aber auch mit natürlichen Mitteln wie Teebaumöl-Salbe oder Kokosöl kann die Verbreitung der Bakterien verhindert werden. Diese Präparate werden dann direkt im Ohr angewendet.

Bitte wende keine natürlichen Heilmittel an, ohne dies vorher mit Deinem Tierarzt oder einem Tierheilpraktiker abgesprochen zu haben. Denn meistens handelt es sich bei den Heilmitteln um ätherische Öle, die auf deinen Hund unangenehm wirken können.

Sollte eine Allergie der Grund für immer wieder auftretende Ohrentzündungen sein, ist es ratsam, dass Du die Allergie auslösenden Faktoren bei Deinem Hund herausfindest, und eliminierst. In diesem Fall ist es auch wichtig, die Funktionen von Leber und Nieren durch die Gabe von entsprechenden Präparaten zu stärken.

Wenn eine Grunderkrankung oder Autoimmunerkrankungen vorliegt, muss diese natürlich zusätzlich zur Behandlung der Ohrenentzündung in Angriff genommen werden. 

Ebenso ist es wichtig, etwas gegen Milben und Hefepilze zu unternehmen. 

Hierzu kann Dein Tierarzt entsprechende Präparate verabreichen. Allerdings musst Du darauf achten, dass die Behandlung lange genug durchgeführt wird, so dass gerade bei den Milben der Vermehrungszyklus unterbrochen wird. Deswegen ist es ratsam, wenn Du Dich genau an die Verordnung Deines Tierarztes hältst und die Behandlung nach einigen Heilungsanzeichen nicht frühzeitig abbrichst.

Wie kannst du richtig vorbeugen?

Vorbeugen

Ohrenentzündungen sind für den Hund schmerzhaft und sehr unangenehm und die Behandlung oft aufwendig und langwierig. Damit Dein Hund danach auch weiterhin langfristig davon verschont bleibt, solltest Du vorbeugen. Dazu genügen einige wenige einfache Maßnahmen, die Du jedoch regelmäßig durchführen solltest. 

Die Pflege und Reinigung der Ohren gehört hier an die erste Stelle. Schaue einmal wöchentlich in die Ohren Deines Hundes, und kontrolliere Sie auf Entzündungen, Pilze oder Befall mit Milben. 

Dabei kannst Du direkt auch zur Vorbeuge etwas Kokosöl oder Teebaumölsalbe in das Innere der Ohrmuschel einmassieren. Dies hilft nicht nur dabei, bakterielle Infektionen zu verhindern, sondern ist für Deinen Hund auch eine angenehme Massage, die die Durchblutung und Energie des Ohres anregt. Eine Massage der Ohren hat bei Hunden auch eine besonders entspannende Wirkung.

Schwimmt Dein Hund gerne? Während und auch nach einer Ohrenentzündung solltest Du ihn nicht ins Wasser lassen, denn wenn Wasser in das Ohr eindringt, kann dies die Entzündung verschlimmern oder den Therapieerfolg negativ beeinflussen.

Achte darauf, dass kein Wasser in die Ohren kommen, wenn Du Deinen Hund wäschst. Halte dafür Deine Hand als Abschirmung an das Ohr Deines Hundes.

Feuchtigkeit im Ohr begünstigt das Klima, das Bakterien & Co. Brauchen, um sich wohl zu fühlen.

Sollte Deine Hund unter Allergien und Unverträglichkeiten leiden, die sich durch Entzündungen des Ohres bemerkbar machen, musst Du darauf achten, sein Futter und seine Umgebung frei von Allergenen zu halten. 

Dazu kann unter Umständen ein dauerhafter Futterwechsel oder Abwechslung im Speiseplan nötig werden. Du kannst eventuell eine BARF Fütterung in Erwägung ziehen, oder verschiedene Futtersorten ausprobieren. 

Achte dabei immer auf hochwertige Qualität des Futters. Ratsam ist es auch, verträgliches Gemüse, Kräuter und hochwertige Öle auf seinen Speiseplan zu setzen. So stärkst Du auf Dauer seinen ganzen Organismus und seinen Immunsystem.

Mein Fazit

Eine Ohrenentzündung, die nicht oder unsachgemäß behandelt wird, kann sehr schwere Folgen für Deinen Hund haben.

Dein Hund kann unter anderem an Hörverlust, Hirnhautentzündung oder an einer Gesichtslähmung leiden.

Deswegen rate ich Dir, dass Du beim ersten Verdacht Deinen Tierarzt einschaltest, damit auch frühzeitig mit der Behandlung angefangen werden kann.

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