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Hund frisst nicht mehr (8 Ursachen & Tipps zur Hilfe)

Aktualisiert: 28. Oktober 2018

Geschrieben von:

Enrico
Enrico

So ziemlich alle Hunde lieben es, zu fressen. Dadurch werden wichtige Vitamine und Nährstoffe sowie Kalorien aufgenommen, um schwungvoll mit viel Energie durch den Tag zu kommen. 

Doch wenn dein Hund auf einmal nicht mehr fressen möchte, woran kann das liegen? Gibt es Möglichkeiten, seinen Appetit wieder anzukurbeln? – Das möchten wir in diesem Artikel herausfinden.

8 Ursachen für den Futter Streik

1. Krankheiten

Akute Krankheiten sind oftmals der Grund für Appetitlosigkeit. Dabei kann es sich unter anderem um eine Harninfektion oder Nierenprobleme, Krebs aber auch andere Erkrankungen handeln. 

Dennoch gilt es zu beachten, dass nicht immer gleich eine schwerwiegende Krankheit vorliegt, nur weil dein Hund nichts mehr fressen möchte. Bei Unsicherheiten ist ein Arztbesuch empfehlenswert.

Wenn dein Hund nichts frisst, aber viel trinkt

In einem solchen Fall ist äußerste Vorsicht geboten! Bei einer hohen Aufnahme an Wasser, aber nicht an Futter deutet dies sehr oft auf eine Vergiftung hin. Gerade um die Weihnachtszeit ist dieses Phänomen häufig zu sehen. Die Vergiftungen treten durch eine falsche Fütterung auf. 

Als Gegenmaßnahme „saufen“ sie regelrecht wie die Kamele. Auch Durchfall, Erbrechen und starke Muskelkrämpfe können folgen. 

Welche Lebensmittel du vermeiden solltest findest du hier.

2. Schmerzen im Maul

Zwar tritt dies meistens erst bei älteren Hunden auf, aber Zahnschmerzen können durchaus ein weiterer Grund sein, weshalb dein Hund nicht fressen möchte. Hervorgerufen durch Zahnstein oder Entzündungen des Zahnfleisches

Beides ist sehr schmerzhaft und die Verweigerung betrifft hauptsächlich Trockenfutter. Deswegen sollte bei Verdacht auf Schmerzen im Maul ein Besuch beim Tierarzt Klarheit verschaffen. 

Des Weiteren hat beispielsweise Zahnstein weitaus schlimmere Folgen als einzig und allein die Futterverweigerung. Langfristig können weitere Schäden am Körper entstehen. Studien haben gezeigt, dass Hunde mit Zahnstein häufiger an Herzerkrankungen leiden, als Hunde mit gesunden Zähnen. 

Dauerhafter Zahnstein kann außerdem die Nieren sowie die Leber deiner Fellnase attackieren. Aus diesem Grund sollte dieses Problem schon aus mehreren Gründen bereinigt werden!

Auch kann ein Fremdkörper im Maul deines Hundes stecken. Öffne dafür behutsam sein Maul und schaue nach, ob etwas zwischen seinen Zähnen festsitzt. Kontrolliere auch Gaumen, Zahnfleisch und den Rachen auf eventuelle Verletzungen, Rötungen oder farbliche Veränderungen.

Sollte dein Hund gerade in der Zahnung sein, dann kann das ein Grund für seine Appetitlosigkeit sein. Bei manchen Hunden schmerzt der Wechsel von Milchzahn zu den bleibenden Zähnen.

3. Nach medizinischen Behandlungen

Nach einer Operation oder einer Impfung kommt des durchaus vor, dass dein Vierbeiner nicht unbedingt Hunger verspürt. Nach einer Operation, beispielsweise einer Kastration, liegt dies hauptsächlich an der Narkose. 

Direkt nach einer Operation unter Narkose sollte dein Hund auch nichts fressen. Du solltest so lange mit dem Verfüttern warten, bis dein treuer Freund wieder ganz bei Sinnen ist. Er sollte wieder ohne ein Hin- und Hertaumeln geradeaus laufen können. 

Hier solltest du seine tägliche Futter- und Wasserration auf mehrere Portionen aufteilen. Denn nach einer Narkose besteht die Gefahr, dass das Futter in die Luftröhre gelangt. Dies kann zu Ersticken bzw. zu Lungenentzündungen führen. Auch könnte er Erbrechen und an diesem ebenfalls ersticken. 

Erst wenn er wieder sicher und voller Lebensfreude auf den Beinen stehen kann, sollte die Futterzufuhr langsam wieder angefahren werden. Dies muss aber auch mit dem Tierarzt abgesprochen werden.

Auch kann dein Hund selbst die Futteraufnahme nach einem solchen Ereignis verweigern. Dies ist jedoch nicht sofort ein schwerwiegendes Problem. Wenn dieser Zustand über mehrere Tage anhält, dann sollte ein Tierarzt hinzugezogen werden.

4. Das Alter

Egal, um welches Lebewesen es sich handelt, wenn es in die Jahre kommt, schwindet auch der Appetit. So ist es auch bei deinem Hund. Wenn dieser schon  älter ist, verändern sich seine Essgewohnheiten. 

Denn er ist nicht mehr so aktiv wie früher und benötigt deswegen eine geringere Energiezufuhr. Damit verringert sich auch die Futtermenge. Im Allgemeinen geschieht das nicht von einem Tag auf den anderen, sondern über einen gewissen Zeitraum hinweg, dennoch wirst du diese Veränderung spüren.

Bei Hunden zwischen acht und zwölf Monaten kommt es öfters vor, dass sie das Futter verweigern. In diesem Alter wird dein Hund versuchen, seine Hierarchie im „Rudel“ zu bestimmen – das Fressen ist eines der besten Mittel dazu. 

Durch die Verweigerung wird er testen, wie sehr du auf seine hierarchischen Wünsche eingehst und ihm jeden Wunsch erfüllst. Solange es keine weiteren Begleitsymptome geben sollte, ist es in so einer Situation besser, wenn du gar nicht darauf reagierst und ihm damit signalisierst, dass er ein „Rudelmitglied“ ist und nicht der „heranwachsende Boss“.

5. Antibiotika und weitere Medikamente

Nicht nur eine Krankheit an sich kann den Appetit deines treuen Begleiters hemmen, sondern auch eine medizinische Behandlung wie mit Antibiotika. So ist die Flora im Magen-Darm-Trakt komplett durcheinander und im Ungleichgewicht. Sehr oft tritt dieser Zustand in Verbindung mit Durchfall auf. Hierfür gibt es einige Aufbaupräparate für die Darmflora, die ihm helfen, baldigst wieder zu fressen. Diese beruhigen zudem den Darm und enthalten wichtige Nährstoffe. 

6. Psychische Umstände oder Hormon-Chaos

Hunde sind in den meisten Fällen sehr sensible Wesen. Sie verspüren Freude und Trauer genauso wie wir, sogar intensiver. Wenn also Herrchen oder Frauchen für eine längere Zeit nicht zu Hause sind oder eventuell sogar für immer aus seinem Leben scheiden, leidet er sehr. Wie stark, hängt von seiner Empfindlichkeit ab. 

Unter diesen Umständen kann eine Appetitlosigkeit beziehungsweise eine Nahrungsverweigerung resultieren.

Auch eine hormonelle Umstellung kann zu einem „Hungerstreik“ führen. Diese Umstände tauchen sehr häufig bei läufigen Hündinnen auf. Zudem kann auch ein Rüde durch läufige Hündinnen vom Fressen abgelenkt werden. Das ist so ähnlich wie bei uns Menschen der „Liebeskummer“, der uns meist den Appetit verschlägt.

7. Stress

Menschen und Tiere können Veränderungen in ihrer direkten Umgebung spüren und reagieren auch dementsprechend darauf. Das gilt auch für Hunde. 

Ein stressiger Umzug, ein neues Familienmitglied oder eine Krankheit können deinen Hund sehr nervös und unruhig machen. Vor allen Dingen laute Events wie Silvester können deinen Hund aus der Fassung bringen und ihm seinen Appetit verschlagen. 

Manchmal braucht es seine Zeit, bis er sich an die neue Situation gewöhnt hat und der hervorgerufene Stress abgeklungen ist. In solchen Zeiten kommt es des Öfteren vor, dass entweder der Appetit verschwindet oder im Gegenteil alles sofort verschlungen wird. 

Dies hält solange an, bis dein Hund sich wieder komplett wohl und sicher fühlt.

8. Falsches Futter

Wie wir Menschen haben auch Hunde unterschiedliche Geschmäcker. Das bedeutet, dass dein Hund nicht jedes Futter mag oder sogar verträgt. Auch kann die Verweigerung durch ungewohnte Futterzeiten hervorgerufen werden. 

Grundsätzlich im Auge zu behalten ist, dass das Hungergefühl von Rasse zu Rasse unterschiedlich ist. Während manche Hunde nur so viel fressen, wie ihr Körper an Energie benötigt, frisst der andere alles, was ihm vor die Nase gestellt wird. Das gilt ebenso für Welpen. Sie sind oftmals auch schon sehr wählerisch, was den Inhalt ihres Napfes angeht.

TIPP: Sollte dein Hund seinen Napf nicht leer fressen, dann teile das Futter auf mehrere kleine Portionen auf. Dies bietest du ihm dann über den Tag verteilt an. 

Möglich wären auch zu viele Leckerlis

Auch hier können wir Menschen uns wieder mit unserm Hund vergleichen. Wenn wir beispielsweise vor dem Mittagessen zu viel Chips oder andere Süßigkeiten zu uns genommen haben, dann sind wir meist auch nicht mehr in der Lage eine ganze Mahlzeit zu essen. 

Zu viele Leckerlis können also auch zu einer Appetitlosigkeit führen. Außerdem haben Leckerlis oftmals sehr viele Kalorien, die nicht unbedingt zur Gesundheit deiner Fellnase beitragen. Deshalb gilt hier das Motto: in Maßen und nicht in Massen.

Wie kann ich ihn wieder zum Fressen bringen?

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Den einen Tipp gegen Appetitlosigkeit gibt es so nicht. 

Je nach Ursache lassen sich verschiedene Methoden anwenden, um deinen Hund wieder zum Fressen zu bewegen. So kannst du probieren, ihn mit ein paar Leckerlis anzufüttern, damit die normale Futteraufnahme wieder angekurbelt wird. 

Wenn er eventuell ein falsches Futter bekommt oder es ihm nicht schmeckt, solltest du das Futter wechseln. Bei einer Futterumstellung solltest du die Sache langsam angehen. Hier kannst du dem alten Futter das neue Futter anfangs mit kleineren Rationen beimischen und den Anteil langsam erhöhen. Auch kannst du dem Futter etwas Naturjoghurt beimischen, bis er sich an das Futter gewöhnt hat. 

Dein Hund der Feinschmecker

Dennoch solltest du beachten, dass du ihn nicht zu sehr verwöhnst und er zum Gourmet heranreift. Er sollte nicht nach kurzer Zeit wieder das Futter verweigern, in der Hoffnung, ein noch besseres Angebot unterbreitet zu bekommen. 

Bei besonders stressigen Situationen kannst du ihm etwas Ruhe und Zeit geben, bis er wieder anfängt zu essen. Auf jeden Fall solltest du ihn nicht dazu zwingen. Du kannst seine tägliche Ration in kleinere Portionen aufteilen.

Nach einer Behandlung oder Operation unter Narkose ist die Futterzufuhr in den ersten beiden Tagen sowieso mit Vorsicht zu genießen. Die Gefahr, dass er erstickt oder sich eine Lungenentzündung zuzieht, ist besonders groß. Lass ihm Zeit, bis er wieder munter auf den Beinen stehen und laufen kann. Auch hier gilt, dass du zu Anfang die tägliche Ration in kleinere Portionen aufteilst.

Krankheiten und Medikamente sind ebenfalls Appetitkiller. Im Falle einer Krankheit solltest du mit einem Tierarzt über den weiteren Verlauf sprechen. Für Medikamente und Antibiotika gibt es spezielle Präparate, die die Darmflora aufbauen, den Darm unterstützen und wichtige Nährstoffe enthalten, um den Hunger und die Futterzufuhr wieder anzukurbeln.

Sollte dein Hund über mehrere Tage jegliches Fressen verweigern, dann ist es Zeit, deinen Tierarzt um Rat zu fragen.

Wann es gefährlich wird

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Die Appetitlosigkeit deines Hundes könnte auch ein Zeichen für eine Krankheit sein, die behandelt werden muss. Deswegen solltest du auch den allgemeinen Zustand deines Vierbeiners im Auge behalten und bei folgenden Symptomen deinen Tierarzt kontaktieren:

  • Durchfall, Darmverstopfung und/oder Erbrechen
  • Harter Bauch
  • Zittern
  • Starkes Hecheln und/oder Speicheln
  • Teilnahmslosigkeit
  • Verspanntheit
  • Husten

Mein Fazit

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An und wann gibt es Zeiten, an denen unsere treuen Wegbegleiter keinen Appetit mehr haben. Nicht immer ist das ein Grund zur Sorge.

Genauso wie wir Menschen gehen auch unsere lieben Freunde manchmal Zeiten durch, die ihr Essverhalten beeinträchtigen. Im Allgemeinen klingt das in einigen Tagen von selbst ab.

Sollte die Fressverweigerung sich allerdings über mehrere Tage hinziehen und auch die dagegen getroffenen Maßnahmen nicht weiterhelfen, empfehle ich dir, mit deinem Tierarzt oder Heilpraktiker Kontakt aufzunehmen.

Weiterführende Quellen:

Focus.de
ivis.org
akc.org
petmd.com

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