- Zahnwechsel: 12. bis 16. Lebenswoche bis Monat 6–7
- 28 Milchzähne werden durch 42 bleibende Zähne ersetzt
- Weiche Kauartikel, gefrorene Karotten, keine harten Knochen
- Persistierende Milchzähne ab Monat 7 tierärztlich ziehen lassen
Welpen kommen zahnlos auf die Welt. Innerhalb der ersten Wochen wachsen die Milchzähne, ab dem dritten Monat beginnen sie wieder auszufallen und die bleibenden Zähne brechen durch. Bis zum 6. bis 7. Monat sollten alle 28 Milchzähne durch 42 bleibende Zähne ersetzt sein.
Wann wächst welcher Zahn? Der Zeitplan
Der Zahnwechsel folgt einer festen Reihenfolge. Kleine Abweichungen von wenigen Wochen sind normal:
| Zahngruppe | Milchzähne durchbrechen | Zahnwechsel beginnt | Bleibende Zähne vollständig |
|---|---|---|---|
| Schneidezähne (Incisivi) | 3.–4. Woche | 12.–16. Woche | 4.–5. Monat |
| Eckzähne (Canini) | 4.–6. Woche | 4.–5. Monat | 5.–6. Monat |
| Vorbackenzähne (Prämolaren) | 5.–6. Woche | 4.–5. Monat | 4.–6. Monat |
| Backenzähne (Molaren) | kein Milchzahn | 5.–7. Monat |
Die Molaren haben kein Milchzahn-Vorgängermodell. Sie brechen komplett neu durch und sind manchmal für Schmerzen verantwortlich, die Besitzer nicht einordnen können.
28 vs. 42: Anatomie des Hundegebisses
Erwachsene Hunde haben deutlich mehr Zähne als im Welpenalter:
- 28 Milchzähne: 12 Schneidezähne, 4 Eckzähne, 12 Prämolaren (keine Milch-Molaren)
- 42 bleibende Zähne: 12 Schneidezähne, 4 Eckzähne, 16 Prämolaren, 10 Molaren
Die Molaren gibt es nur als bleibende Zähne. Sie haben keinen Milchzahn-Vorgänger und müssen sich ihren Platz im Kiefer komplett neu schaffen.
Symptome beim Zahnwechsel
Ähnlich wie bei menschlichen Säuglingen ist der Zahnwechsel für Welpen unangenehm. Folgende Symptome sind normal und kein Grund zur Sorge:
- Erhöhter Speichelfluss (Sabbern mehr als sonst)
- Gesteigerter Kau-Drang, der Welpe beißt auf alles
- Leichtes Zahnfleischbluten beim Kauen
- Kurzfristig weniger Appetit durch Unbehagen im Kiefer
- Leichte Gereiztheit und schnellere Erschöpfung
- Gelegentlich ausgefallene Milchzähne im Napf oder auf dem Boden
Was nicht normal ist und einen Tierarztbesuch erfordert:
- Fieber über 39,5 °C, das länger als 24 Stunden anhält
- Starkes Zahnfleischbluten, das nicht aufhört
- Zwei Zähne an einer Stelle (Milchzahn fällt nicht aus)
- Mund riecht trotz normaler Ernährung unangenehm stark
- Welpe frisst über zwei Tage kaum etwas
Wie du deinen Welpen unterstützen kannst
Kauartikel und Kühlung
Speziell für den Zahnwechsel konzipierte Kauartikel aus Naturmaterial helfen den Druck zu lindern. Wichtig: ohne Zuckerzusätze, nicht zu hart, damit das empfindliche Gebiss geschont wird.
Kühlende Alternativen aus dem Kühlschrank:
- Gefrorene Karottenstücke: kühlen das Zahnfleisch und liefern Vitamine
- Beißringe aus dem Kühlschrank (nicht Gefrierfach): gleichmäßig kühlend
- Gefrorener Hüttenkäse in kleinen Portionen: weich, kühlend, lecker
- Eiswürfel aus Hühnerbrühe: Beschäftigung und Kühlung zugleich
Warum jetzt mit der Zahnpflege beginnen?
Tierärzte empfehlen, genau in der Zahnwechselphase mit der Zahnpflege zu beginnen. Welpen sind in dieser Zeit neugierig und lassen sich Neues leichter gefallen als mit 18 Monaten. Wer jetzt konsequent übt, hat mit dem erwachsenen Hund kaum noch Probleme.
Vorgehen:
- Finger in Wasser tauchen und Zahnfleisch sanft berühren
- Finger-Zahnbürste mit Hunde-Zahnpaste einführen
- Eigentliche Zahnbürste gewöhnen, kurze Sessions von 30 Sekunden
- Täglich wiederholen, positiv verstärken
Menschliche Zahnpasta ist giftig für Hunde. Immer Hunde-Zahnpasta verwenden.
Zerrspiele und harte Knochen vermeiden
Zerrspiele belasten das empfindliche Gebiss und können Milchzähne vorzeitig und abrupt herausreißen. Das stört die Positionierung der bleibenden Zähne. Harte Knochen und Trockenstangen können bei lockeren Milchzähnen Schmerzen verursachen und das Fressen verleiden.
Alternativen für die Beschäftigung: Schnüffelmatten, Apportierübungen mit weichen Spielzeugen, Suchspiele im Garten.
Persistierende Milchzähne: das größte Risiko
Fallen einzelne Milchzähne nicht rechtzeitig aus, spricht man von persistierenden Milchzähnen. Das passiert, wenn die Milchzahnwurzel sich nicht vollständig auflöst und der bleibende Zahn daneben durchbricht. Im Gebiss stehen dann zwei Zähne an einer Stelle.
Das führt zu:
- Engständen, die das Reinigen unmöglich machen
- Futterresten in den engen Zwischenräumen
- Zahnfleischentzündungen bis hin zu Parodontitis
- Fehlstellungen des bleibenden Zahns
Persistierende Milchzähne müssen vom Tierarzt unter Narkose gezogen werden. Je früher, desto besser: Ab dem 7. Monat wird eine korrekte Ausrichtung des bleibenden Zahns deutlich schwieriger.
Besonders anfällig: kleine Rassen wie Chihuahua, Yorkshire Terrier, Toy-Pudel. Bei brachyzephalen Rassen (Mops, Bulldogge, Französische Bulldogge) kommt der verkürzten Kiefer erschwerend hinzu.
Fütterung während des Zahnwechsels
Weiche Kost entlastet das empfindliche Gebiss. Trockenfutter kurz in warmem Wasser einweichen, bis es weich wird. Nassfutter oder selbst gekochtes Futter (Huhn, Reis, Hüttenkäse) sind gute Alternativen.
Frisst der Welpe über zwei Tage kaum etwas oder zeigt Mundgeruch zusammen mit Fieber, ist ein Tierarztbesuch nötig: beides kann auf eine Infektion im Kieferbereich hinweisen.
Rasse-Unterschiede: wer braucht mehr Kontrolle?
Kleine Rassen wechseln häufig zwei bis vier Wochen später als große Rassen. Die Zahnwechselprobleme sind bei ihnen häufiger:
- Persistierende Milchzähne: Chihuahua, Yorkshire Terrier, Malteser, Spitz
- Engstände und Zahnfehlstellungen: Mops, Englische Bulldogge, Französische Bulldogge
- Frühzeitige Parodontitis durch beengten Kiefer: alle kleinen Rassen
Große Rassen wie Labrador, Schäferhund oder Dogge haben selten Probleme beim Zahnwechsel. Ihr Kiefer bietet genug Platz für 42 Zähne.
Hast du aufgepasst?
Frage 1 von 3Bis wann sollte der Zahnwechsel beim Welpen abgeschlossen sein?
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