13 Gründe wieso dein Hund zittert (Und was du dagegen tun kannst)

Das kennt wohl jeder Hundehalter… 

Ab und zu zittert dein Vierbeiner. Manchmal ist es der Weg zum Tierarzt. Manchmal eine übergroße Freude, bei denen er außer Rand und Band geraten. 

Aber es treten auch Zitteranfälle auf, bei denen du den Auslöser nicht erkennen kannst.  Natürlich wollen wir alle, dass der Grund etwas Harmloses ist. 

Dennoch sollte dir bewusst sein, dass sich hinter dem Zittern eine ernst zu nehmende Ursache verbergen kann.

Im folgenden Ratgeber erfährst du 13 mögliche Gründe für das Zittern von Hunden und lernst die richtige Diagnose zu stellen. Dazu bekommst du hilfreiche Tipps, um deinem Schützling im Ernstfall helfen zu können.

1. Muskelzittern nach Bewegung

Es gibt einen natürlichen Reflex bei Hunden, der das Zittern auslöst. Nach einem ausgedehnten Spaziergang oder viel Aktivität im Garten kann es vorkommen, dass dein Liebling im Schlaf zittert. 

Bereits bei Welpen ab dem sechsten Lebenstag lässt sich dieses Zittern und Zucken beobachten. Es ist jedoch kein Grund zur Sorge. Diese Bewegungen während der Ruhephasen dienen der Muskelentspannung und dem Abbau von Stress. Es handelt sich hier also um einen natürlichen Mechanismus zur Regeneration. 

Aber auch im Wachzustand kann es nach viel Bewegung bei deiner Fellnase  zu vorübergehendem Muskelzucken kommen. Intensive Beanspruchung und große Anstrengung sind hierbei die zentralen Auslöser. 

Manche Hundebesitzer geben ihren Vierbeinern deswegen ein Stück Traubenzucker. Kommt es bei deinem pelzigen Gefährten nach einem Spaziergang vermehrt und über einen längeren Zeitraum zu Muskelzuckungen? Dann solltest du dir Rat von einem Tierarzt holen.

2. Intensive Träume

Nach einem ereignisreichen Tag kann es auch vorkommen, dass dein Liebling besonders intensive Träume hat. Auch das kann zu Zuckungen führen, ist jedoch genauso ungefährlich. Das Zittern im Schlaf dient der Verarbeitung von Erfahrungen.

3. Kälte

Muskelzittern dient unter anderem auch dazu, die Körpertemperatur ansteigen zu lassen. 

Dabei spielt die Körpergröße des Hundes eine zentrale Rolle. Kleine Vierbeiner frieren nämlich deutlich schneller als ihre größeren Artgenossen. Zudem neigen Nackthunde, aber auch Hunde ohne Unterwolle zu schnellem Zittern. 

Ähnlich wie bei Menschen kann eine Unterkühlung bei den Pelzträgern zu einer Erkältung führen. Sollte dein Schützling sehr kälteanfällig sein, kannst du ihm beispielsweise einen Hundemantel zum Spazierengehen umlegen. Mit so einem Mantel friert dein Kleiner auch bei niedrigen Temperaturen nicht.

Ein klassisches Beispiel für schnell zitternde Hunde sind Chihuahuas. Nicht selten schlottern und bibbern sie vor Kälte.

 

4. Alter

Bei zunehmendem Alter kann dein haariger Gefährte  auch zu spontanen Muskelzuckungen neigen. Dies ist in der Regel ein Anzeichen von Arthrose. Auch Vierbeiner werden mit dem Alter ‚klapprig‘.

5. Angst

deutscher schäferhund

Ein Zittern aus Angst lässt sich anhand der Körpersprache feststellen. In diesem Fall zeigt dein Liebling folgende typische Haltungen:

  • Geduckter Körper
  • Ohren angelegt
  • Schwanz zwischen den Beinen
  • Knurren, Zähne fletschen (in extremen Fällen)

Kleine Hunde sind in der Regel ängstlicher als große. Denn die Welt sieht für kleine Fellnasen bedrohlicher aus und die Angst ums Überleben ist größer. 

Angstsituationen können bei Hunden durch eine ungewohnte Situation, einen fremden Artgenossen oder einem fremden Menschen ausgelöst werden. In diesen Fällen solltest du versuchen, deinen Vierbeiner schnellstmöglich wieder in eine gewohnte und sichere Umgebung zu bringen. Bewahre dabei selbst Ruhe und Gelassenheit, somit übermittelst du deinem treuen Freund, dass alles in Ordnung ist.

Schlecht sozialisierte Hunde zeigen auch im Erwachsenenalter häufig grundlose Angstzustände. Da die Sozialisierung bereits im Welpenalter beginnt, solltest du deinen Welpen früh mit möglicherweise beunruhigenden Situationen vertraut machen. Der Kontakt mit fremden Menschen und Hunden ist hierbei ein essenzieller Schritt.

Auch unerwartete Geräusche und insbesondere der Autoverkehr sollte deinem Schützling nicht an die Substanz gehen.

Wenn dein Welpe bereits in der Prägephase mit solchen Szenarien in Kontakt kommt, wird er später in vermeidlichen Stresssituationen eher die Ruhe bewahren. Bis zur 20. Lebenswoche lernen die Kleinen besonders schnell.

Ein Hund kann auch lernen Angst zu haben.

Es gibt auch die sogenannte ‚antrainierte‘ Angst. Viele Hundehalter erziehen ihren Vierbeiner ganz unbewusst zu einem ängstlichen Tier. Bei Anzeichen von Angst wird der Schützling von seinem Besitzer häufig getröstet. Es wird versucht den aufgebrachten und vor Angst zitternden Hund zu beruhigen und zu streicheln.

Diese Reaktion des Menschen macht die Situation für seinen Liebling jedoch noch schlimmer. Mit der fürsorglichen Zuneigung signalisiert der Hundehalter seinem Begleiter, dass die Angst berechtigt gewesen ist. Unabsichtlich wird der Hund in seiner Panik nur noch bestärkt.

In dieser Situation ist es viel besser Gelassenheit zu bewahren und gut gelaunt und selbstbewusst aufzutreten. Dein Vierbeiner orientiert sich an seinem Besitzer. Wenn du kein Anzeichen von Angst und Gefahr aussendest, dann wird sich dein haariger Gefährte bald von selbst beruhigen.

6. Freude

Auch vor Freude können Fellnasen zittern. Bei positiver Erregung kann es passieren, dass dein Vierbeiner in einen intensiven Freudenrausch kommt. Begleitet wird dieser Zustand von Schwanzwedeln, Bellen und sogar Hüpfen, Springen und Tänzeln. Wenn dein Liebling viel positive Aufmerksamkeit in Form von intensiven Streicheleinheiten oder Leckerlis bekommt, kann es zu einem Zittern kommen. 

Es ist jedoch möglich, dass er in der Vergangenheit gelernt hat bei Zittern eher ein Leckerli oder eine Streicheleinheit zu erhalten. Dann kann es sich hier sozusagen um ‚künstliches Zittern‘ handeln, welches dein Schlingel geschickt für seine Interessen einsetzt.

7. Neurologische Krankheiten wie Epilepsie oder Parkinson

Ähnlich wie Menschen verlieren auch Vierbeiner bei einem epileptischen Anfall die Kontrolle über ihren gesamten Körper. Etwa zwei Prozent aller Hunde sollen an Epilepsie leiden. Es handelt sich hier um eine Erkrankung des Gehirns.

Ein epileptischer Anfall ist ein Krampf, welcher über einen längeren Zeitraum andauert. Dabei krampfen die Gliedmaßen des Tieres sehr ausgeprägt.

Hunderassen wie etwa Beagle, Berner Sennenhunde, Schäferhunde, Golden Retriever oder Labrador erkranken im Vergleich zu anderen Rassen häufiger.

Epilepsie ist nicht heilbar. Die regelmäßige und disziplinierte Einnahme von Medikamenten reduziert aber das Risiko für weitere Anfälle.

Ein epileptischer Anfall bei Hunden durchläuft drei Phasen:

Zu Beginn zeigt der Vierbeiner vermehrt Unruhe. Es kann zu erhöhtem Speichelfluss und Erbrechen kommen. Manche Fellnasen bellen und jaulen. 

In der zweiten Phase setzen die markanten Muskelkrämpfe ein. Es kann zur Bewusstlosigkeit des Hundes kommen. 

In der dritten Phase gehen die Zuckungen langsam zurück. Der Hund taumelt und wirkt in vielen Fällen verwirrt. Dabei kann er vorübergehend die Kontrolle über die Blase und den Darm verlieren. Begleitet wird die letzte Phase manchmal von großem Hunger und Durst.

Die Parkinson-Krankheit wird durch den Verlust des Neurotransmitters Dopamin in den Nervenzellen verursacht. Dopamin sorgt dafür, dass sich Körper und Muskeln flüssig und harmonisch bewegen. Durch den Verlust von Dopamin bzw. der zu geringen Produktion davon, entstehen Symptome wie Zittern. Dazu kommen steife Muskeln, unkontrollierbare Bewegungen, Schwierigkeiten beim Gehen und Gleichgewicht halten.

Beim Menschen ist Parkinson eher eine Krankheit, die im fortgeschrittenen Alter auftaucht. Bei Hunden tritt Parkinson häufiger bei Jungtieren auf, die eine Erbkrankheit haben. Bisher gibt es keine ganzheitliche Behandlung und Heilung dafür. Nur die Symptome können gelindert werden.

8. Magendrehung

Bei einer Magendrehung verdreht sich der Magen des Tieres einmal um seine eigene Längsachse. Große Vierbeiner weisen dieses Phänomen deutlich häufiger auf als kleine. 

Besonders stark betroffene Hunderassen sind unter anderem Irish Setter, Deutsche Doggen und Dobermänner. 

Eine Magendrehung kann sehr schnell tödlich enden, wenn sie unbehandelt bleibt. Starke Schmerzen oder ein Schock können vermehrtes auslösen. Zusätzlich weisen Vierbeiner mit einer Magendrehung häufig einen Blähbauch, Kreislaufprobleme und Unruhe auf. Viele Pelzträger würgen, ohne dass etwas erbrochen werden kann. 

Ein tiefer Brustkorb oder ein lockerer Halteapparat des Magens sind Risikofaktoren, die zu einer Magendrehung führen können. Auch verschluckte Luft oder Stress stehen im Verdacht Magendrehungen zu verursachen.

Bereits beim ersten Anzeichen solltest du deinen Liebling sofort zum Tierarzt bringen.

9. Staupe

Staupe ist eine seltene, aber gefährliche Viruserkrankung. Vierbeiner können heute dagegen geimpft werden.

Staupe führt zu Krampfanfällen und schädigt das Gehirn des Tieres. Zu den möglichen Begleiterscheinungen zählen unter anderem Durchfall, Erbrechen, Atemnot, Fieber, Appetitlosigkeit, Nasenausfluss, Lähmungen, Husten und Verhornungen an Nase und Pfoten.

Es werden vorwiegend das Nervensystem, die Atemwege und der Magen-Darm-Trakt deines Schützlings angegriffen. Auch andere Tiere wie Füchse, Wölfe, Marder, Seehunde, Otter oder Waschbären können an Staupe erkranken.

Die Krankheit überträgt sich vorwiegend über die Exkremente oder den Speichel der infizierten Tiere und endet in vielen Fällen tödlich. Du solltest deinen pelzigen Freund bei Verdacht also zeitnah von einem Tierarzt untersuchen lassen.

10. „White Dog Shaker Syndrom“

Hierbei handelt es sich um eine sehr kuriose Erbkrankheit. Das Schüttel-Syndrom weißer Hunde kommt, wie der Name sagt, nur bei weißen Fellträgern vor. Besonders betroffen sind West Highland White Terrier, Pudel und Malteser. 

Bei dieser Krankheit zittert der Hund am ganzen Körper und verfällt zunehmend in Orientierungslosigkeit. Besonders markant sind schnelle Augenbewegungen. Es handelt sich hier um eine neurologische Krankheit, die immer noch viele Fragen aufwirft. 

Behandelt wird das White Dog Shaker Syndrome mit Medikamenten. Manchmal verschwinden die Symptome nach der Behandlung. Manchmal ist jedoch eine lebenslange Behandlung notwendig.

11. Vergiftung

hunde vergiftung

Eine Vergiftung kann den gesamten Körper deines Schützlings angreifen. Mögliche Begleiterscheinungen sind:

  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Bauchkrämpfe
  • Fieber
  • starker Speichelfluss
  • Herzkreislaufbeschwerden
  • Atemnot, Unruhe sowie Blut in den Exkrementen und dem Erbrochenem. 

Giftige Wildpflanzen, aber auch Lebensmittel, welche für Menschen bestimmt sind, können bei den Vierbeinern Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Zu den Lebensmitteln, die dein Liebling auf keinen Fall fressen darf, gehören unter anderem Weintrauben, Schokolade, Zwiebeln, Süßstoff und Alkohol.

Mehr dazu findest du in unseren Artikel „Was dürfen Hunde nicht essen

Es wird empfohlen den Hund bei Dunkelheit an der Leine laufen zu lassen und Befehle wie „komm her“ oder „aus“ zu trainieren. Dadurch soll verhindert werden, dass dein Schützling etwas schädliches unkontrolliert frisst.

Bei Anzeichen auf Vergiftung solltest du deine Fellnase schnellstmöglich zum Tierarzt bringen.

12. Nierenversagen & Hirnerkrankungen

Nierenversagen wird von Symptomen wie Erbrechen, Durchfall und Apathie begleitet. Währenddessen kann es auch zunehmend zu Zitteranfällen kommen. 

Auch neurologische Erkrankungen können ein Zittern beim Vierbeiner auslösen. Gehirnschläge, Schlaganfälle, Hitzschläge, Gehirntraumata und verschiedene Koordinationsstörungen können auch bei Hunden auftreten. 

Für viele Krankheiten erhöht sich das Risiko mit zunehmendem Alter.

13. Allgemeine Schmerzen

Jede Form von Schmerz kann ein Zittern bei deinem Liebling auslösen. Dies ist ganz besonders bei Bauchschmerzen der Fall. Sollte dein Schützling parallel zu seinem Zittern auch noch an Durchfall, Erbrechen, Fieber, Kraftlosigkeit oder Apathie leiden, ist ein zeitnaher Besuch beim Tierarzt notwendig.

Es ist hierbei auch wichtig Zittern von Krämpfen zu unterscheiden:

Während eines Krampfes ist dein Vierbeiner abwesend und besitzt keine Kontrolle mehr über seinen Körper. Krämpfe können bis zu mehreren Minuten andauern. Während des Zitterns ist dein Pelzträger allerdings immer noch ansprechbar und versucht seinem Besitzer in die Augen zu schauen.

Merke dir also diese Infografik

Zittern Hund

Häufig gestellte Fragen

Es gibt viele verschiedene Ursachen für das Zittern beim Hund. Diese können harmlos sein wie Aufregung oder intensive Träume. Andererseits kann das Zittern auch auf Krankheiten oder Vergiftungen hindeuten.

Hunde können träumen genau wie die Menschen auch. Sind diese Träume besonders intensiv und real für deinen Hund, dann ist es normal, dass er im Schlaf zucken kann.

Das kannst du am besten durch das Ausschlussverfahren herausfinden. Gehe alle Punkte in diesem Artikel durch und versuche herauszufinden, was auf deinen Vierbeiner zutrifft.

Hauptsächlich zittern die Muskeln von sowohl Mensch als auch Hund, um bei Kälte den Körper wieder aufzuwärmen beziehungsweise die Körpertemperatur zu halten. Bei anderen Ursachen wie einer Vergiftung hat das Zittern keine Funktion.

Zittern wird durch rhythmische Muskelkontraktionen gegensätzlicher Muskelpaare erzeugt. Diese Kontraktionen finden im ganzen Körper statt und dienen prinzipiell der Wärmeerzeugung.

Fazit

Hundeo Logo Frau mit Hund

Es ist also nicht immer leicht die richtige Ursache für das Zittern deines Vierbeiners zu finden. In den allermeisten Fällen wird es nichts Schlimmes sein.

Gegen das Zittern durch Angst oder Krämpfen kann ich guten Gewissens CBD Öl empfehlen. Mehr zu diesem Öl findest du in unseren großen Ratgeber zu CBD und seine Wirkung.

Es kann sich jedoch auch um eine ernst zu nehmende Angelegenheit handeln, die du näher beobachten solltest. Geh im Zweifelsfall immer zum Tierarzt! Gerne kannst du auch mit mir Kontakt aufnehmen.

Kennst du schon unser brandneues Buch, die Hunde Gesundheits Bibel?

Das erwartet dich

  • Geprüfte Hunde Gesundheits Tipps
  • Mit Tierarzt zusammen entwickelt
  • Detaillierte Problembehandlungen
  • 212 Seiten kompaktes Wissen
  • Mit wertvollen Grafiken & Checklisten
Verfasst von Sandra Maier
Verfasst von Sandra Maier

Ich bin Medizin Journalistin und spezialisiert auf das Thema Hunde Gesundheit. Ich bilde mich in diesem Themen laufend fort und aktualisiere regelmäßig die Artikel mit neuen Erkenntnissen und Tipps.

Mehr erfahren

Jetzt teilen:

Share on facebook
Share on twitter
Share on pinterest
Share on email
Share on whatsapp

Gefällt dir dieser Inhalt?