Hund hat Durchfall (5 hilfreiche Tipps)

Viele Hundebesitzer machen sich große Gedanken, wenn ihr geliebter Vierbeiner auf einmal mit Durchfall zu kämpfen hat. In der Regel liegen die Besitzer mit dieser Sorge richtig. Durchfall bedeutet nämlich oftmals eine Störung im Organismus des Vierbeiners, die auf die Funktion des Magen-Darm-Traktes zurückführt. 

Wir können dich beruhigen. In gewissen Fällen kannst du etwas bei der Erkrankung deines Tieres unternehmen und somit den Tierarztbesuch vermeiden.

Wir haben uns mit dem Thema intensiv auseinandergesetzt. Mit diesem Artikel möchten wir dich über das Thema informieren. Er hilft dir, dich in solch einer Situation richtig zu verhalten und zu reagieren. Des Weiteren geben wir dir nützliche Tipps und Tricks mit auf den Weg.

Definition und Symptomatik

Die Mediziner sprechen beim Durchfall von Diarrhö. Der Durchfall ist in der Regel auf eine Fehlfunktion des Magens, des Darms oder von beiden zusammen zurückzuführen. Oftmals fungiert er ebenfalls als eine Begleiterscheinung des grippalen Effekts, anderen Infektionen oder allgemeinen Krankheiten.

Durchfall als Symptomatik eines Magen-Darm-Problems oder als Begleitsymptomatik sind nicht die einzigen Gründe. Das seelische Befinden deines Hundes wirkt sich ebenfalls auf dem Magen-Darm-Trakt aus. Dies hat den Durchfall dann oftmals zur Folge. 

Die Symptomatik bei der Diarrhö ist oftmals die Gleiche.  Der Stuhlgang findet mehr als dreimal am Tag statt und kennzeichnet sich durch wässrige oder breiige Ausscheidungen. 

Diese Symptomatik ist nicht die Einzige. Bei der Diarrhö kommt es oftmals zu Begleiterscheinungen, bei denen dein Vierbeiner nicht ausschließlich mit Stuhlproblemen zu kämpfen hat. Nachfolgend findest du die häufigsten Begleiterscheinungen beim Thema „Hund hat Durchfall“:

  • Schmerzen im kompletten Bauchbereich (meistens krampfartig)
  • Blähungen
  • Übelkeit sowie Erbrechen
  • Appetitlosigkeit
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • erhöhte Temperatur
  • verminderte Urinausscheidung
  • veränderte Urinfarbe 
  • Dehydrierung

 

Die Ursachen

Die Ursachen für die Diarrhö sind vielseitig. In der Regel unterscheidet man zwischen akutem und chronischem Durchfall. 

Der akute Durchfall hält durchschnittlich zwischen ein bis zwei Tage an und sollte nicht länger als höchstens drei Tage dauern. Normalerweise ist er kein Grund zur Sorge. Kurzer Stress oder eine falsche Nahrungsaufnahme sind die häufigsten Gründe für den akuten Durchfall. 

Mehr Sorge solltest du dir machen, wenn der Durchfall deines Vierbeiners länger als drei Tage andauert und von anderen Symptomen begleitet werden. Hält der Durchfall länger als drei Tage an, sprechen Ärzte normalerweise vom chronischen Durchfall. 

Da es verschiedene Ursachen für die Diarrhö gibt, haben wir dir nachfolgend die häufigsten Ursachen dafür zusammengefasst:

  • Verdorbene Nahrung
  • Falsche Ernährung
  • Allergien gegen Leckerlis oder das Tierfutter
  • Umstellung der Ernährung
  • Gifte und andere schädliche Wirkstoffe
  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Erkrankungen oder anderweitige Störungen des Magen-Darm-Trakts
  • psychische Erkrankungen (Angststörung oder Stressfaktoren)
  • andere Erkrankungen
    • virale Effekte
    • Autoimmunerkrankungen
    • Nieren- oder Lebererkrankungen
    • hormonelle Störungen

Giftköder Vergiftung

Besondere Vorsicht gilt beifolgender Symptomatik:

Verändert sich dein Hund spontan und weißt (blutigen) Durchfall und Müdigkeit oder Unruhe sowie Krämpfe auf, ist der schnellste Weg zur Tierarztpraxis angesagt. Bei einer Vergiftung kommen ebenfalls vermehrter Speichel, Blutungen im Urin, Zitterzustände oder Erbrechen dazu.

Mache dich am besten gleich auf den Weg und versuche nicht vorher noch die Praxis telefonisch zu erreichen. An Wochenendenden oder Feiertagen suchst du die tierärztliche Notfallpraxis auf. Ein kurzer Blick ins Internet zeigt dir die Praxen, die an dem jeweiligen Wochenende geöffnet sind.

Diese Symptome sprechen nämlich oftmals für eine Vergiftung des Hundes. Leider sterben heutzutage noch viele Hunde aufgrund von Giftkörpern, die in Wäldern, Parks und Wiesen verteilt werden. 

Werfe aus diesem Grund immer ein genaues Auge auf deinen Hund, wenn du mit ihm unterwegs bist. Hunde lieben es zu schnüffeln. Die Giftköder sind oftmals versteckt in Leckerlis oder Fleisch vorzufinden.

Durchfall & Zusammenhang mit Hundefutter​

Das Hundefutter spielt ebenfalls eine große Rolle beim Thema „Hund hat Durchfall“. Vor allem einige günstige Futterprodukte weisen Inhaltsstoffe auf, die zur Diarrhö führen. Zu diesen Sorten zählen besonders kohlenhydratreiches Futter oder Produkte, die „falsche“ Eiweiße beinhalten. Unter „falschen Eiweißen“ versteht man Proteine, die vom Hundeorganismus nicht korrekt gespalten werden können. 

Auch eine Futterumstellung kann zum Durchfall bei deinem Vierbeiner führen. Achte aus diesem Grund darauf, dass du bei der Umstellung auf qualitativ hochwertiges Futter zurückgreifst. 

Werfe ebenfalls einen Blick auf die Futtermenge, die du dem Vierbeiner am Tag zur Verfügung stellst. Verteile es lieber mehrmals auf den Tag, als eine zu große Futtermenge auf einmal zu verabreichen.

Eine Futterumstellung sollte mindestens über vier Tage dauern. Sollte dein Hund empfindlich sein, kannst du die Dauer auf eins bis zwei Wochen verlängern. 

Mische kleinere Mengen vom neuen Futter in das alte. Dabei reduzierst du die Menge des alten Futters. Erhöhe somit den Anteil des neuen Futters schrittweise, bis die volle Ration mit dem neuen Futter verfüttert wird. 

Beobachte dabei deinen Hund auf Unverträglichkeiten. Zu Anfang sind leichte Blähungen in den ersten Wochen normal. Bei Durchfall kannst du die Dauer der Umstellung etwas verlangsamen. Wenn sich nach zwei bis vier Wochen keine Besserung einstellt, ist es eventuell besser, wenn du ein anderes Futter einsetzt.

Wann sollte ich zum Tierarzt?

hunde gesundheit

Abgesehenen von der Vermutung einer Vergiftung, gibt es noch weitere Gründe, einen Tierarzt aufzusuchen. 

Generell sollte der Durchfall nicht länger als drei Tage dauern. Auch wenn die Gründe für den Durchfall keinen ernsten Ursprung haben, ist ein Durchfall – länger als drei Tage – bedenkenswert. 

Dem Hund werden durch die Entwässerung viele wichtige Minerale und Nährstoffe entzogen, der Tierarzt sorgt dann dafür, dass diese dem Hund weiter zur Verfügung stehen. 

Verschlechtert sich das Befinden deines Hundes, ist es ebenfalls empfehlenswert, einen Tierarzt aufzusuchen. Eine Verschlechterung des Befindens tritt dann ein, wenn dein Vierbeiner neben dem Durchfall noch weitere Symptome bekommt. 

Bei Fieber über 40 °C bitte direkt den Tierarzt aufsuchen, auch wenn dieser erst seit kurzer Zeit besteht. 

Die Symptome, bei denen du den Tierarzt unverzüglich aufsuchst, sind:

  • Durchfall – länger als drei Tage
  • blutiger Durchfall, blutiger Urin
  • blutige Schleimhäute
  • Bauchschmerzen
  • Bewusstseinsstörungen
  • Unruhezustände
  • hohes Fieber (höher als 40 °C)
  • Hund trinkt und frisst nicht
  • Erbrechen

Bauchschmerzen bei einem Hund können vom Besitzer nicht leicht erkannt werden. Da der Vierbeiner nicht mit dir kommunizieren kann, geht die Aufmerksamkeit für die Schmerzen verloren. Aus diesem Grund wollen wir dir an dieser Stelle mitteilen, wie du die Bauchschmerzen bei deinem Hund wahrnimmst:

Bei Bauchschmerzen hat dein Hund oftmals nicht gerade eine entspannte Haltung. Verkrampfte Haltungen gehören da schon eher zur Kategorie „Bauchschmerzen beim Hund“. Dazu kommt, dass er einen vermehrten Speichelfluss hat und sabbert. Das führt dazu, dass er sich oft über die Schnauze leckt. Manche Hundebesitzer merken die Bauchschmerzen auch, wenn der Vierbeiner komische und jaulende Laute von sich gibt.

 

Wie verhalte ich mich bei einem Welpen?

Handelt es sich beim Durchfall um einen Welpen, suche unverzüglich deinen Tierarzt auf. 

Die Welpen-Zeit geht je nach Rasse bis zur 18. Lebenswoche. Ein Welpe kann im Gegensatz zu einem Jung-Hund oder einen ausgewachsenen Hund sehr schnell dehydrieren. Da die Dehydrierung für den kleinen Vierbeiner lebensgefährlich werden kann, empfehlen wir dir, direkt den Tierarzt aufzusuchen.

Bei einer Wohnung

Jeder, der einmal mit diesen Beschwerden zu tun hatte, weiß, wie unangenehm das ist. Da der Schließmuskel durch den Durchfall nicht richtig funktioniert, passiert es oft, dass du es mit deinem Vierbeiner nicht aus dem Haus schaffst. Dein Hund verrichtet das Geschäft also in der Wohnung. 

Ein wichtiger Tipp von unserer Seite: Tadele deinen Hund nicht, wenn er mit Durchfall in die Wohnung macht. Es empfiehlt sich Ruhe zu bewahren und auf Alternativen zurückzugreifen.

Besitzt du einen Garten oder verfügst du über einen Balkon, öffnest du am besten die Türen. Dadurch kann dein Hund schnell an die frische Luft, falls es zu einer Notlage kommt und deine Wohnung bleibt verschont. Eine Alternative ist ebenfalls eine Windel.

Akuter Durchfall – 5 Hilfreiche Tipps für dich

hunde fragen

Besteht der Durchfall erst seit kurzer Zeit und kommen keine weiteren Symptome dazu, versuchst du den Durchfall bei deinem Hund selbst in den Griff zu bekommen. Erst wenn Fieber, vermehrter Speichelfluss & Co. dazukommen oder die Diarrhö länger als 3 Tage dauert, suchst du bitte einen Tierarzt auf.

1. Genügend Flüssigkeit

Sorge dafür, dass dein Vierbeiner genügend Flüssigkeit zu sich nimmt. Stelle zusätzlich mehrere Wasserbehälter auf, sodass er zu jeder Zeit das Wasser auffinden kann. Versuche auch, ihn zum Trinken zu animieren oder es mit spielerischen Tätigkeiten zu verbinden.

2. Fastenzeit

Damit dein Hund nicht weiter an Durchfall leidet, solltest du überlegen, ihn auf eine Diät zu setzen. Diese Diät sollte einen Zeitraum von 24 Std. nicht überschreiten. 

Nimmt dein Hund keine weiteren Lebensmittel auf, schränkt dies die Darmtätigkeit ein und der Magen-Darm-Trakt kommt zur Ruhe. Ebenfalls animiert der Futterentzug das Tier mehr zu trinken.

3. Schonkost nach Fastenzeit

Nach maximal 24 Std. verabreichst du deinem Vierbeiner eine Schonkost. Passende Lebensmittel dazu findest du ebenfalls in diesem Artikel. 

Die Schonkost sorgt dafür, dass dein Hund erneut auf eine normale Ernährung eingestellt werden kann und der Darm noch nicht intensiv arbeiten muss.

4. Die richtigen Lebensmittel für Schonkost

Die passende Schonkost kannst du nicht nur im Tierfachhandel kaufen. Wir empfehlen dir auch, die Schonkost selbst zuzubereiten. An dieser Stelle zeigen wir dir die passenden Lebensmittel auf, die du deinem Hund in das Futter beimischst oder allein in den Futternapf gibst.

Reis

Gekochter, nicht gesalzener Reis ist die ideale Schonkost für deinen Vierbeiner. Achte darauf, dass der Reis sehr weichgekocht und abgekühlt ist. 

Fettarmes Fleisch

Fettarmes Fleisch ist ebenfalls eine gute Option beim Thema „Hund hat Durchfall“. Fettarmes Fleisch findet sich bei Geflügel (insbesondere Hühnchen oder Pute) und Rind

Koche das Fleisch gut durch und verabreiche es deinem Vierbeiner nach einer ausreichenden Abkühlung. Bei der Zubereitung achtest du am besten darauf, dass du es möglichst ohne Fette zubereitest. Braten im Wasser oder das Garen im Ofen sind hierbei die besten Möglichkeiten.

Gekochtes Gemüse

Kürbis, Karotten und Kartoffeln sind ideal für die Verdauung deines Vierbeiners, da sie leicht bekömmlich wirken. Am besten kochst du das Gemüse richtig weich und pürierst es. Achte darauf, dass du es nicht würzt und gekühlt verabreichst.

5. Hilfreiche Präparate

Im Falle von regelmäßigem oder immer wiederkehrendem Durchfall, kontaktierst du bitte deinen Tierarzt. Verschiedene Ursachen sorgen dafür, dass der Darm des Hundes geschwächt wird.

Wurde deinem Vierbeiner beispielsweise Antibiotika verabreicht oder hat er längere Zeit das „falsche Futter“ zu sich genommen, sind das Ursachen, die den Darm schwächen und die Tätigkeit einschränken. 

Ein Besuch beim Tierarzt hilft meistens schon, denn der Tierarzt kann dir Präparate verschreiben, die den Darm schützen, die Darmflora aufbauen und die Darmtätigkeit ankurbeln.

So schützt du deinen Hund am besten

Nicht zuletzt werden wir dir noch hilfreiche Tipps zur Verfügung stellen, wie du einen Durchfall bei deinem Hund vorbeugen kannst:

Gesundes Hundefutter

Achte darauf, dass du deinem Hund qualitativ hochwertiges Hundefutter zur Verfügung stellst. Ideal eignen sich kaltgepresste Produkte und Produkte ohne Konservierungsstoffe. Die Ernährung sollte immer gleichbleiben. Das bedeutet, dass du möglichst beim gleichen Hundefutter bleibst. 

Fettfreie Leckerlis

Natürlich sind Leckerlis das A und O im Hundealltag. Jedoch achtest du hier idealerweise auch darauf, welche Qualität diese Produkte aufweisen. Greife auf Leckerlis zurück, die fettarm sind und wenig Proteine aufweisen.  Auch sollten keine Zusatzstoffe drin sein.

Kein rohes Obst und Gemüse

Obst und Gemüse wird bestenfalls gekocht – beziehungsweise weichgekocht – und püriert verabreicht. Rohes Obst und rohes Gemüse sorgen bei deinem Hund für Durchfall, da sie für den Hund nur schwer verdaulich sind.

Vermeidung von Milch und Milchprodukten

Leidet dein Vierbeiner des Öfteren unter Durchfall, solltest du Milch und Milchprodukte meiden. Das Tier kann diese in der Regel nicht optimal verspalten. Darunter leidet die Darmtätigkeit. Der Durchfall setzt ein.

 

Mein Fazit & Empfehlung

Durchfall bei unseren lieben Vierbeinern ist nicht ein Grund, in Panik zu geraten – solange der Durchfall nicht in regelmäßigen Abständen und mehr als drei Tage dauert.

Meistens hilft eine Schonkost über ein paar Tage hinaus aus, um es zu stoppen.

Sollte das allerdings nicht der Fall sein und dein Hund hat noch weitere Begleiterscheinungen, dann solltest du sofort deinen Tierarzt einschalten. Gute Besserung!

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