Dalmatiner Lecken

Hund schmatzt ständig? (6 Gründe und was du tun kannst)

Dein Hund schmatzt, schluckt oder leckt ständig? Dann bist du hier richtig. Ich erkläre dir alle Symptome, Ursachen und was du genau tun kannst. Also sei gespannt!

1. Positive Schmatzer

Du bist in der Küche und er weiß: „Frauchen oder Herrchen bereitet mir gerade mein Futter vor.“ Kaum ist der Gedanke da und schon fängt seine Speicheldrüse an, zu arbeiten. Er bereitet sich vor. So geht es uns auch ab und zu mal und das Wasser läuft uns im Mund zusammen.

Oder kurz vor dem Einschlafen. Dein Hund legt sich hin und versucht zu entspannen. Dabei leckt und schmatzt er vor sich hin, bis er eingeschlafen ist. 

Bei Entspannungsphasen 

Wenn auch nicht so ausgeprägt, machen das sogar Babys und Kleinkinder. Sogar im fortgeschrittenen Alter kommt es vor, dass wir kurz vor dem Einschlafen unbewusst unsere Zunge im Mund bewegen, als ob wir gerade etwas auf der Zunge zergehen lassen. 

Man geht davon aus, dass dieses Verhalten ein Teil der Entspannungsphase ist. Genauso kann dieses schmatzen beim Hund auch etwas positives sein.

Merke Dir: So lange dieses Verhalten je nach Situation nicht lange anhält, brauchst Du Dich nicht zu sorgen. Es ist alles gut so. Wenn nicht, könnten andere Ursachen dahinterstecken.

2. Reste im Maul?

Maul

Es kann durchaus vorkommen, dass sich Reste vom Futter zwischen den Zahnräumen verheddert haben, etwa Reste von einem leckeren Knochen, den er bekommen hat. 

Hier ist es am besten, wenn Du das Maul Deines Hundes sanft öffnest und die Zahnzwischenräume, Mund- und Rachengegend durchcheckst. Sollte noch was übrig geblieben sein, kannst Du es leicht entfernen.

3. Krankheiten im Mund und Rachenraum

Für das häufige Lecken oder Schmatzen kann auch eine Infektion im Mund- oder Rachenraum verantwortlich sein wie:

  • Zahnfleischentzündung
  • Karies (Schmerzen)
  • Mandel- oder Halsentzündung
  • Infektionen an der Zunge
Im Normalfall hat das Zahnfleisch eine milde rosige Farbe, was ein Zeichen für eine gute Durchblutung ist. Sollte dies nicht der Fall sein, so kann eine Zahnfleischentzündung der Grund für sein Verhalten sein. Hier solltest Du Deinen Tierarzt einschalten. 

Eine gute Zahnpflege wird Dir dabei helfen, das Risiko von Zahn- und Zahnfleischproblemen zu vermindern.

Bis zum Termin bei Deinem Tierarzt kannst Du das Zahnfleisch Deines Hundes vorsichtig mit Kokosöl einreiben. Kokosöl hat eine entzündungshemmende Wirkung und lindert Juckreiz. Auch kann Dir Dein Tierarzt einen guten Ratschlag hierzu geben.

Sollte das Zahnfleisch Deines Hundes trocken und blass sein, kann unter anderem ein Blutparasit oder Anämie die Ursache sein.

 

4. Licky Fits (Leckanfälle)

Ist das Schmatzen, Schlucken und Speicheln permanent, kann es ein Anzeichen für das Licky Fits Syndrom sein. Meistens wird es auch mit Würgen begleitet. 

Häufig reckt Dein Vierbeiner dabei den Hals nach vorne und gibt würgende Laute von sich. Auch frisst er dabei vermehrt Gras, leckt Böden und Wände ab und schnappt alles was ihm vor die Schnauze kommt, egal ob Socken, Decke, Holz oder Erde.

Das Licky Fit ist deutlich vom gewohnten Lecken unterscheidbar.

Dein Hund ist in dieser Phase deutlich panisch und frisst zwanghaft alles, was ihm zwischen die Quere kommt. 

Die Symptome sind zusammengefasst:

  • Intensives Lecken, Ablecken des Bodens oder der Wand
  • Schmatzen, Würgen
  • Auffälliges herunterschlucken des Speichels
  • Vorstrecken des Halses, als ob etwas im Hals steckt
  • Speicheln
  • Unruhe, Panik, zwanghaftes Verhalten
  • Hektisches Fressen und Nagen (auch Textilien, Holz etc.), auch Gras

Licky Fits ist meist ein deutliches Anzeichen für eine Erkrankung im oberen Magen- und Darmbereich. Dabei kann es sich unter anderem um eine Über- oder Unterproduktion der Magensäure handeln. 

Auch Allergien, Unverträglichkeiten durch falsche oder unausgewogene Ernährung oder gar Stress können die Auslöser sein.

Sollte Dein treuer Freund einen akuten Anfall haben gehe mit ihm ins Freie, wo er Gras fressen kann. Du kannst ihm auch etwas Hartes geben, dass er kauen kann – etwa ein Kauknochen oder Ochsenziemer. 

Gebe ihm keine „normalen“ Knochen (weder gekocht noch roh). Zur Not geht auch ein Stück hartes Brot oder Zwieback.

 

Nehme sofort Kontakt mit Deinem Tierarzt auf. Die Ursache muss auf jeden Fall geklärt werden.

Liegen keine gravierenden organischen Krankheiten vor, solltest Du am besten gemeinsam mit Deinem Tierarzt oder einem Ernährungsberater das Futter analysieren. Oft steckt auch eine Allergie oder eine Unverträglichkeit dahinter. Das kann sich durch eine Ausschluss-Diät feststellen lassen.

Solltest Du barfen, wäre es gut, wenn Du Dich von einem erfahrenen Ernährungsberater beraten lässt. Eine falsche Zusammensetzung und eine unausgewogene Balance können hier die Ursache sein. 

Eine unausgeglichene Ration von Muskelfleisch, fleischigen Knochen, Obst, Gemüse und Getreide kann unter anderem die Menge der produzierten Magensäure negativ beeinflussen.

 

Unabhängig davon, wie Du deinen Liebsten ernährst, die Nahrung muss hochqualitativ sein – am besten Bio.

Hinter den panischen Anfällen können auch Stresssituationen stecken. Eine unausgeglichene Psyche kann auch zu Magen- Darmbeschwerden und weiteren stressbedingten Krankheiten führen. Überfordere Deinen Hund nicht zu viel. 

Natürlich hat er das Bedürfnis zu spielen, ausgiebig aktiv zu sein und sich zu bewegen. Regle diese Aktivitäten so, dass er sich zwischendurch auch gut ausruhen kann.

Wie unterscheide ich Licky Fits vom „normalen“ Lecken?

Wenn Du einen Vierbeiner zu Hause hast, der permanent und gerne alles ableckt und als wilder Küsser bekannt ist, musst Du nicht sofort in Panik geraten. Das Licky Fits Symptom unterscheidet sich gravierend von normalem Ablecken.

Hierbei handelt es sich regelrecht um Anfälle. Der Hund wird dabei panisch und leckt einfach alles ab und frisst oder nagt alles was ihm vor die Nase kommt. Es steckt immer eine gewisse und obsessive Panik dahinter. Das Schlecken wird von leerem Schlucken und leichtem Aufstoßen begleitet.

5. Magen- Darmerkrankungen, Sodbrennen, Gastritis, Magendrehung

Eine Erkrankung im Magen- Darmbereich wie Infektionen, Sodbrennen, Gastritis, Magendrehung und vieles andere können der Auslöser für ein Lecken und Schmatzen sein. Dabei kommen noch weitere Begleiterscheinungen hinzu:

  • Blähungen
  • Erbrechen (manchmal blutig)
  • Durchfall (manchmal blutig)
  • Darmträgheit
  • Weniger Wasser trinken
  • Häufiges Gras fressen
  • Bauchschmerzen
  • Weitere Symptome

Solltest Du diese Begleiterscheinungen beobachten, zögere nicht und vereinbare sofort einen Termin bei Deinem Tierarzt. Schildere ihm die Situation sehr genau, damit er den akuten Zustand Deines Hundes gut einschätzen und sofortige Maßnahmen treffen kann.

Sollte es sich beim Lecken um ein leichtes Sodbrennen oder Magen- Darmbeschwerde handeln, kannst Du gerne in Deine Hausapotheke greifen, um den akuten Fall zu lindern. Dennoch, ob leicht oder heftig – eine Untersuchung beim Tierarzt ist unabdingbar.

Zur Linderung der Beschwerden kannst Du Heilerde verwenden. Heilerde ist unter anderem in der Lage die überschüssige Magensäure im Magen zu binden. Somit kann der natürliche Basen-Säuren Ausgleich wieder stabilisiert werden. Allerdings bindet Heilerde nur überschüssige Säure. 

Wichtig: Von Natur aus ist eine Über- oder Untersäuerung des Magens oder ein Problem im Magen-Darmbereich nicht vorgesehen. Das hat immer einen Grund. Die Gabe von Heilerde kann die Ursachen nicht heilen, sondern nur die Symptome lindern!

 

6. Stoffwechselerkrankungen

Eine ernsthafte Erkrankung tritt in den seltensten Fällen von heute auf morgen auf. Auch Stoffwechselerkrankungen machen sich häufig im Vorfeld bemerkbar. Wenn Dein Vierbeiner viel schmatzt und einen starken Speichelfluss hat, vermehrt Wasser trinkt, mehr frisst und dennoch ständig an Gewicht verliert, so solltest Du nicht lange zögern und zum Tierarzt gehen. 

Meist äußert sich eine Krankheit auch dadurch, dass Dein Vierbeiner deutlich an Energie verliert, matt und schlaff wird. Sprich Deinen Tierarzt direkt auf den Verdacht auf eine Stoffwechselerkrankung an. So kann beinahe jede Krankheit, wenn frühzeitig erkannt, gut behandelt werden.

Mein Fazit

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Es muss nicht immer eine ernsthafte Erkrankung dahinterstecken, wenn Dein Vierbeiner viel schmatzt, schluckt und leckt. 

Wichtig ist, dass Du Deinen Hund aufmerksam beobachtest und die kleinsten Veränderungen sofort erkennst. Auch sind die Begleiterscheinungen sehr wichtig.

Schmatzen und schlecken kann eine Angewohnheit, eine Marotte sein. Dies ist der Fall, wenn Dein Vierbeiner das Verhalten in immer denselben Situationen zeigt. 

Beispiele dafür sind das Schmatzen beim Einschlafen oder der übermäßige Speichelfluss, wenn Dein Hund vor dem Esstisch sitzt und lautlos, aber mit triefenden Lefzen bettelt. 

In beiden Fällen besteht keine Gefahr, es handelt sich um das Benehmen Deines Vierbeiners, dass Du abtrainieren kannst, falls Du das möchtest. 

Bei akutem und/oder unabdingbarem Lecken und Speichelfluss solltest Du die Sache ernster nehmen. Solange im Mund- und Rachenraum (wie in den Zahnzwischenräumen) Essensreste oder ähnliches festsitzen, kannst Du sie meistens selbst entfernen.

In allen anderen Fällen rate ich Dir, sofort mit Deinem Tierarzt Kontakt aufzunehmen, um die konkreten Ursachen feststellen zu können.

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