Hund schmatzt ständig? (5 Gründe und was du tun kannst)

Dein Hund schmatzt, schluckt oder leckt ständig? Dann bist du hier richtig. Ich erkläre dir alle Symptome, Ursachen und was genau du dagegen tun kannst. Also sei gespannt!

1. Positive Schmatzer

Dalmatiner Lecken

Du bist in der Küche und er weiß: „Frauchen oder Herrchen bereitet mir gerade mein Futter vor.“ Kaum ist der Gedanke da und schon fängt seine Speicheldrüse an zu arbeiten. Er bereitet sich vor. So geht es uns auch ab und zu mal und das Wasser läuft uns im Mund zusammen.

Oder kurz vor dem Einschlafen. Dein Liebling legt sich hin und versucht zu entspannen. Dabei leckt und schmatzt er vor sich hin, bis er eingeschlafen ist.

Bei Entspannungsphasen 

Wenn auch nicht so stark ausgeprägt wie bei den Vierbeinern, machen das sogar Babys und Kleinkinder. Sogar im fortgeschrittenen Alter kommt es vor, dass wir kurz vor dem Einschlafen unbewusst unsere Zunge im Mund bewegen. Als ob wir etwas in unserem Mund zergehen lassen.

Man geht davon aus, dass dieses Verhalten ein Teil der Entspannungsphase ist. Genauso kann dieses schmatzen bei deinem treuen Begleiter auch etwas Positives sein.

Merke Dir: Solange dieses Verhalten je nach Situation nicht lange anhält, brauchst du dich nicht zu sorgen. Es ist alles gut so. Wenn nicht, könnten andere Ursachen dahinterstecken.

2. Reste im Maul?

Maul

Es kann durchaus vorkommen, dass sich Futterreste zwischen den Zahnräumen verheddert haben, beispielsweise Stücke von einem leckeren Kauknochen.

Hier ist es am besten, wenn du das Maul deines Schützlings sanft öffnest und die Zahnzwischenräume, Mund- und Rachengegend durchcheckst. Sollte noch was übrig geblieben sein, kannst du es leicht entfernen.

3. Krankheiten im Mund und Rachenraum

Hund Maul Rachen Zähne

Für das häufige Lecken oder Schmatzen kann auch eine Infektion im Mund- oder Rachenraum verantwortlich sein wie:

  • Zahnfleischentzündung
  • Karies (Schmerzen)
  • Mandel- oder Halsentzündung
  • Infektionen an der Zunge

Im Normalfall hat das Zahnfleisch eine milde rosige Farbe, was ein Zeichen für eine gute Durchblutung ist. Sollte dies nicht so sein, kann eine Zahnfleischentzündung der Grund für sein Verhalten sein. In diesem Fall solltest du deinen Tierarzt einschalten. 

Eine gute Zahnpflege wird dir dabei helfen, das Risiko von Zahn- und Zahnfleischproblemen zu vermindern.

Sollte das Zahnfleisch deiner Fellnase trocken und blass sein, kann unter anderem eine Blutarmut (Anämie) die Ursache sein.

 

4. Magen- Darmerkrankungen, Sodbrennen, Gastritis, Magendrehung

Eine Erkrankung im Magen- Darmbereich wie Infektionen, Sodbrennen, Gastritis, Magendrehung und vieles andere können die Ursache für das Lecken und Schmatzen sein. Dabei kommen noch weitere Begleiterscheinungen hinzu:

  • Blähungen
  • Erbrechen (manchmal blutig)
  • Durchfall (manchmal blutig)
  • Darmträgheit
  • Weniger Wasser trinken
  • Häufiges Gras fressen
  • Bauchschmerzen

Solltest du diese Begleiterscheinungen beobachten, zögere nicht und vereinbare sofort einen Termin bei deinem Tierarzt. Schildere ihm die Situation sehr genau. Dadurch kann er den akuten Zustand deines Hundes gut einschätzen und sofortige Maßnahmen treffen.

Sollte es sich beim Lecken um ein leichtes Sodbrennen oder Magen- Darmbeschwerde handeln, kannst du in deine Hausapotheke greifen, um die Beschwerden zu lindern. Ob leicht oder heftig – eine Untersuchung beim Tierarzt ist dennoch unabdingbar.

Zur weiteren Linderung kannst du Heilerde verwenden. Heilerde ist unter anderem in der Lage die überschüssige Magensäure im Magen zu binden. Somit kann der natürliche Basen-Säuren Ausgleich wieder stabilisiert werden. Allerdings bindet Heilerde nur überschüssige Säure. 

Wichtig: Von Natur aus ist eine Über- oder Untersäuerung des Magens oder ein Problem im Magen-Darmbereich nicht vorgesehen. Das hat immer einen Grund. Die Gabe von Heilerde kann die Ursachen nicht heilen, sondern nur die Symptome lindern!

 

5. Stoffwechselerkrankungen

Eine ernsthafte Erkrankung tritt in den seltensten Fällen von heute auf morgen auf. Auch Stoffwechselerkrankungen machen sich häufig im Vorfeld bemerkbar. 

Schmatzt dein Liebling und hat einen starken Speichelfluss, trinkt vermehrt Wasser, frisst mehr und verliert dennoch ständig an Gewicht? Dann solltest du nicht lange zögern und zum Tierarzt gehen. 

Meist äußert sich eine Krankheit auch dadurch, dass dein Vierbeiner deutlich an Energie verliert, matt und schlaff wird. Sprich deinen Tierarzt direkt auf den Verdacht auf eine Stoffwechselerkrankung an. So kann beinahe jede frühzeitig erkannte Krankheit gut behandelt werden.

Häufig gestellte Fragen

Meistens ist der Grund für das Schmatzen deines Hundes eine einfache Angewohnheit oder er hat noch Futterreste zwischen seinen Zähnen stecken. Nimmt das Schmatzen überhand an, solltest du die Ursache mit deinem Tierarzt abklären, da sich dahinter auch eine ernste Erkrankung verbergen kann.

Zuerst musst du die Ursache für das Schmatzen herausfinden. Liegt es an Futterresten im Maul, kannst du diese einfach entfernen. Hat sich dein Hund dieses Verhalten angewohnt, kannst du es ihm abtrainieren. Ist der Grund eine Krankheit, musst du diese vom Tierarzt behandeln lassen.

Du brauchst dazu eine Hundezahnbürste und spezielle Zahnpasta. Gewöhne deinen Hund langsam, ohne Druck und von klein auf daran seine Zähne zu putzen. Eine genaue Schritt-für-Schritt Anleitung findest du in unserem Artikel.

Mein Fazit

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Es muss nicht immer eine ernsthafte Erkrankung dahinterstecken, wenn dein Schützling viel schmatzt, schluckt und leckt. 

Wichtig ist, dass du deinen Liebling aufmerksam beobachtest und die kleinsten Veränderungen sofort erkennst. Auch sind die Begleiterscheinungen sehr wichtig.

Schmatzen und schlecken kann eine Angewohnheit, eine Marotte sein. Dies ist der Fall, wenn dein Vierbeiner das Verhalten immer in denselben Situationen zeigt. 

Beispiele dafür sind das Schmatzen beim Einschlafen oder der übermäßige Speichelfluss, wenn dein Pelzträger bettelnd vor dem Esstisch sitzt. 

In beiden Fällen besteht keine Gefahr, es handelt sich um ein Verhalten deines Vierbeiners, das du bei Bedarf abtrainieren kannst. 

Bei akutem und/oder unabdingbarem Lecken und Speichelfluss solltest du die Sache ernster nehmen. Solange im Mund- und Rachenraum (wie in den Zahnzwischenräumen) Essensreste oder ähnliches festsitzen, kannst du sie meistens selbst entfernen.

In allen anderen Fällen rate ich dir, sofort mit deinem Tierarzt Kontakt aufzunehmen, um die konkreten Ursachen feststellen zu können.

Verfasst von Sandra Maier
Verfasst von Sandra Maier

Ich bin Medizin Journalistin und spezialisiert auf das Thema Hunde Gesundheit. Ich bilde mich in diesem Themen laufend fort und aktualisiere regelmäßig die Artikel mit neuen Erkenntnissen und Tipps.

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