Zahnpflege beim Hund

Warum Zahnpflege so wichtig ist und die 7 besten Tipps

Aktualisiert:3. November 2018

Geschrieben von:

Enrico
Enrico

Die Zahnpflege und die damit verbundene Zahngesundheit ist für deinen Vierbeiner besonders wichtig. In erster Linie helfen die Zähne bei der richtigen Nahrungsaufnahme. Durch das Zerkleinern der Mahlzeiten kann das Futter vorbereitet in den Magenbereich gelangen. 

Die Zähne leisten also die Vorarbeit für eine gelungene Verdauung. 

Das ist nicht der einzige Nutzen der Zähne. Gesunde Zähne leisten ebenfalls einen Schutz gegen mögliche Angreifer und dient somit als Schutz-Werkzeug. 

Ein wunderschönes Lächeln ist nicht nur für uns Menschen wichtig, sondern ebenfalls für deinen treuen Begleiter. 

Die richtige Zahnpflege beim Hund ist aus diesem Grund extrem wichtig. 

Leider geht die Zahnhygiene bei vielen Hundebesitzern unter. Das ist nicht auf eine schlechte Absicht zurückzuführen, sondern hat allein mit dem Gedanken zu tun, dass Hunde sich selbst um ihre Zahngesundheit kümmern.

In der Regel stimmt das. In Zeiten, in denen der Hund noch nicht als Begleiter des Menschen galt, hatten sie ohne fremde Hilfe gesunde Zähne. Doch ihr Lebensstil hat sich mit der Hundehaltung verändert. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, die Zahnpflege bei deinem Hund zu fördern.

Gesunde Zähne für deinen Hund

Hund Zahn

In diesem Artikel werden wir offene Fragen klären und dich rund um das Thema aufklären. Als Erstes gehen wir auf das Thema „Gesunde Zähne“ ein. Diese sind nicht selbstverständlich und bedürfen einer gewissen Arbeit.

Grundvoraussetzungen für gesunde Zähne sind einerseits das richtige Hundefutter. Viele Produkte enthalten Getreide und Zucker. Diese Inhaltsstoffe greifen die Zähne an, zerstören den natürlichen Schutz und sorgen für eine Angriffsfläche für Bakterien und Karies. Greifst du auf das falsche Futter zurück, ist die Gesundheit der Zähne deines Vierbeiners eingeschränkt.

Viele Hunde nehmen ebenfalls nicht ausreichend Flüssigkeit zu sich. Durch die fehlende Flüssigkeit leidet die Zahngesundheit. Sorge deshalb dafür, dass er immer genug Wasser zur Verfügung hat – auch bei langen Spaziergängen oder Ausflügen.

Suche ein bis zwei Mal im Jahr die Tierarztpraxis auf, um die Zähne deines Vierbeiners kontrollieren zu lassen. Dein Hund braucht ebenfalls eine Versorgung für den Mundbereich. 

Auch ist es wichtig, dass du deinem Hund immer wieder spezielle Kauartikel und Prophylaxe-Produkte zur Verfügung stellst. Diese werden in Form eines Spielzeuges oder Leckerlis oder Kauartikel verabreicht. Eine regelmäßige Beschäftigung mit diesen Artikeln fördert die Zahngesundheit deines Hundes.

Warum ist die Zahnpflege so wichtig?

Die Zahnpflege für deinen Vierbeiner ist unabdingbar. Fehlt die Pflege, kann das viele Nachteile mit sich ziehen. 

Karies, Entzündungen und allgemeine Gesundheitseinschränkungen sind einige Nachteile, die die fehlende Pflege mit sich bringt. Leidet die Zahnpflege beim Hund, können folgende Risiken auftreten:

1. Zahnfleisch-Entzündungen

Eine andere Bezeichnung für die Zahnfleisch-Entzündung ist der Begriff „Gingivitis“. Sie ist eine häufige Erkrankung bei den Fellnasen. Ungefähr 8 von 10 Hunden leiden einmal in ihrem Leben an solch einer Entzündung. Die Hauptursache für eine Entzündung des Zahnfleisches ist die mangelnde – beziehungsweise fehlende – Zahnpflege.

Die Symptome einer Zahnfleisch-Entzündung können folgende sein:

  • Mundgeruch
  • geröteter Innenraum des Mauls
  • blutiger Speichel
  • eitrige Ablagerungen in Speichel und Mundraum
  • Appetitlosigkeit
  • Futterverweigerung
  • Gewichtsverlust
  • Zahnverlust
  • Fieberschübe
  • einseitiges Kauen
  • Schmerzzustände

2. Karies

Während Karies bei uns Menschen oft auftritt, leidet der Hund nicht häufig darunter. Jedoch verursacht eine mangelnde Zahnpflege genau dies. Aufgrund Karies können sich bei deinem Vierbeiner Zähne lockern und ausfallen. 

Die häufigste Ursache für Karies ist die falsche Ernährung. Viele industriell hergestellte Produkte haben einen hohen Zuckergehalt. Dass Zucker die Zähne beschädigt, wissen wir alle. Bei den Vierbeinern geht das leider zu oft unter. 

Durch die fehlende Zahnpflege beim Hund tritt Karies verstärkt auf. Um Karies also vorzubeugen, solltest du die Zahnpflege bei deinem Vierbeiner verbessern.

3. Plaque und Zahnstein

Plaque und Zahnstein sind Vorboten von Zahnfleisch-Entzündungen und Karies. 

Dein Hund ist bei diesen Symptomen zwar noch nicht stark eingeschränkt, allerdings können Plaque sowie Zahnstein bereits die Gesundheit deines Tieres angreifen. 

Durch den Zahnstein gelingt es deinem Hund nicht mehr richtig, das Futter zu zerkauen. Die Futteraufnahme wird also zur Herausforderung. Ebenfalls leiden Magen und Darm deines Vierbeiners darunter. 

Durch Plaque und Zahnstein fällt das Kauen schwer. Die Mahlzeiten gelangen größtenteils unzerkaut in den Magen. Ist das der Fall arbeitet der Magen mehr als sonst. Dadurch wird mehr Magensäure produziert; dies wiederum schwächt die Magenschleimhaut, beziehungsweise greift sie an.

4. Vorsicht bei älteren Hunden

Durch die fehlende Zahnpflege beim Hund, kommt es zu Zahnproblemen. Besondere Vorsicht gilt bei älteren Hunden. 

Ältere Hunde haben kein starkes Immunsystem mehr, und wichtigen Organen mangelt es an Kraft und Abwehrsystemen. 

Leidet ein älterer Hund an Zahnproblemen (wie zum Beispiel an Karies, Plaque, Zahnstein oder Entzündungen) ist es wahrscheinlicher, dass lebenswichtige Organe angegriffen werden.

Die richtige Zahnpflege beim Hund

zahnpflege hund

Die richtige Zahnpflege bei deinem Hund setzt sich aus verschiedenen Punkten zusammen. Eine gesunde Ernährung kann zwar einige Probleme vorbeugen, jedoch ist das nicht das alleinige Wundermittel gegen Zahnprobleme. 

Durch die richtige Zahnpflege beim Hund verbesserst du die Lebensqualität deines Hundes, steigerst die Aktivitäten sowie das Wohlbefinden. Damit du in diesem Punkt gut beraten bist, haben wir uns auf die Suche nach der idealen Zahnpflege beim Hund gemacht. 

Hier sind unsere Ergebnisse:

  1. Die richtige Ernährung
  2. Ernährungsergänzungsmittel für Futter und Wasser
  3. Leckerlis auf gesunde Art
  4. Verwendung spezieller Kauartikel
  5. Spielzeug, das die Zahnpflege beim Hund fördert
  6. Das Zähneputzen

1. Die richtige Ernährung

Die richtige Ernährung ist das A und O für die Zahnpflege beim Hund. 

Gebe deinem Hund keine industriell hergestellten Produkte, die eine zu schlechte Qualität aufweisen. In der Regel beinhalten diese Produkte zu viel Getreide und zu viel Zucker. Das wiederum schwächt die Zahngesundheit deines Vierbeiners. 

Tipp: Überlege dir das Barfen anzuwenden. Das Barfen ist eine gesunde Ernährung für deinen Vierbeiner. Neben Fertigprodukten kannst du die Mahlzeiten auch selbstständig zubereiten. 

Barfen ist eine natürliche Ernährungsform, bei der du die Zutaten in Rohkost verabreichst. Ein Vorteil des Barfens ist die Förderung der Zahnpflege beim Hund sein.

2. Ernährungsergänzungsmittel

Verschiedene Ergänzungsmittel finden bei den Hundebesitzern immer mehr Anwendung. Hierbei sind die Produkte auf die Zahnpflege des Hundes abgestimmt. 

Sie sind für wenig Geld im Tierfachmarkt oder im Internet zu bekommen und werden ganz leicht verabreicht, indem du das Mittel in das Futter oder das Wasser beimischst.

3. Leckerlis

Die Leckerlis spielen bei der Zahnpflege deines Vierbeiners eine wichtige Rolle. Viele Leckerli-Produkte enthalten zu viel Zucker. Aus diesem Grund greifst du auf Produkte zurück, die einen möglichst geringen Zuckeranteil aufweisen und die Zahngesundheit fördern.

Gerne kannst du die Leckerlis selbst herstellen. Hier ein tolles Rezept:

Leckerli-Sticks

Zutaten:

  • 200 g gemahlene Haferflocken
  • 150 g körniger Frischkäse
  • 1 Eigelb
  • 3 EL Milch
  • 2 EL Kokosöl

Zubereitung:

  1. Backofen auf 150 °C vorheizen
  2. Alle Zutaten in eine Schüssel geben und vermengen
  3. Leckerlis nach Wunsch formen
  4. Backblech mit Backpapier auslegen
  5. Leckerlis im Ofen für 25 Minuten backen
Gemüse-Leckerli

Zutaten:

  • 1 Karotte
  • 300 g Kartoffeln
  • ½ Zucchini
  • 100 g Polenta
  • 1 EL Magerquark
  • 1 TL Kokosöl

Zubereitung:

  1. Karotte schälen und grob kleinschneiden
  2. Kartoffeln ebenfalls schälen und kleinschneiden
  3. Zucchini raspeln
  4. Backofen auf 150 °C vorheizen
  5. Karotte und Kartoffeln weichkochen
  6. Alle Zutaten miteinander vermengen
  7. Nach Bedarf Leckerlis formen
  8. Backblech mit Backpapier auslegen
  9. Leckerlis 50 – 60 Minuten backen lassen

Weitere Rezepte findest du hier.

4. spezielle Kauartikel

Verschiedene Kauartikel sind eine große Hilfe und ein wichtiger Bestandteil, was die Zahnpflege beim Hund anbelangt. Der Markt ist voll solcher Artikel. Das ist der Grund, warum immer mehr Hundebesitzer die Übersicht bei der Auswahl verlieren. Wir haben dir an dieser Stelle die besten Möglichkeiten zusammengestellt.

Hat dein Vierbeiner ein starkes und gesundes Gebiss und ist er ausgewachsen, zählt aber noch nicht zu den Senioren, können folgende Artikel hilfreich bei der Zahnpflege sein:

  • Ochsenohren
  • Ochsenziemer
  • Lachs-Kauknochen
  • naturbelassene Zahnpflege-Chips
  • Pfefferminz-Snacks
  • Rindersehnen
  • Rinderknochen
  • Rinderlunge als Snacks
  • Rinderhufe
  • Kauwurzeln
  • Wild-Geweihe

5. Spielzeuge für die Zahnpflege

Du kannst es deinem Hund ermöglichen, dass er die Zahnpflege clever mit Spielaktivitäten kombiniert. 

Es gibt immer mehr Produkte, die es ermöglichen, dass die Gesundheit der Zähne mit Hilfe von Spielzeugen gefördert wird. Achte hierbei bitte auf folgendes:

Spielzeuge, die die Zahnpflege beim Hund ermöglichen, eignen sich vor allem für ausgewachsene Hunde. Bei Welpen oder Hunden älteren Alters verzichtest du hierauf, da die Zähne sonst beschädigt werden können. 

Die Zähne von Welpen und älteren Hunden brauchen besondere Spielzeuge. Ein Besuch beim Tierfachmarkt klärt deine wichtigsten Fragen.

6. Das Zähneputzen

Beim Thema „Zähneputzen“ gehen die Meinungen der Hundebesitzer auseinander. Während die einen gegen das Zähneputzen sind, befürworten andere wiederrum diese Methode als optimale Lösung. Auch wir finden, dass du auf das Zähneputzen zurückgreifen solltest, um die Zahnpflege bei deinem Vierbeiner zu verbessern. 

Die Behauptung, dass die Hunde früher – als sie noch nicht als bester Freund des Menschen galten – eigenständig für die Zahnpflege gesorgt haben, stimmt. Jedoch kann man das nicht mit der heutigen Zeit vergleichen. 

7. Das Fressverhalten hat sich geändert

Durch die Hundehaltung geht der natürliche Lebensstil von den Hunden etwas verloren. Das Fressverhalten leidet darunter. Während der Hund früher hauptsächlich Rohkost zu sich nahm, sorgen industriell hergestellten Futterwaren durch einen zu hohen Zuckergehalt oder weitere Inhaltsstoffe für eine mangelnde Zahnpflege beim Hund. 

Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, hin und wieder auf das Zähneputzen zurückzugreifen. Du solltest es so gestalten, dass dies für deinen Hund ein spaßiges Erlebnis wird. Stress und Druck sind fehl am Platz und wirken sich eher nachteilig als förderlich aus.

So gelingt dir das Zähneputzen richtig

Zähneputzen beim Hund

Hier geben wir dir eine kurze Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du das Zähneputzen deinem Hund und dir einfacher gestalten kannst:

1. Auswahl eines Befehls

Durch den Befehl identifiziert dein Vierbeiner das Zähneputzen mit der momentanen Situation. Das Kommando kann jedes beliebige Wort sein. Achte aber bestenfalls darauf, dass das gewählte Wort nicht zu lang ist und auch nur für die Situation des Zähneputzens Anwendung findet.

2. Berührung des Mundbereiches

Eine permanente Berührung des Mundbereiches hilft dir dabei, deinen Vierbeiner an die Prozedur zu gewöhnen. 

Fange ganz einfach mit der Berührung der Schnauze an. Öffne den Mund hin und wieder und teile ihm den ausgewählten Befehl mit. Alles sollte zwanglos und ohne Druck stattfinden. Den zweiten Schritt kannst du einige Zeit anwenden. Lasse dir lieber zu viel Zeit als zu wenig. 

Nachdem dein Hund sich an die Berührungen gewöhnt hat, kannst du die Zahnbürste mit ins Spiel bringen. Berühre die Schnauze deines Hundes mit der Zahnbürste und versuche ganz zwanglos sie in den Mund zu schieben.

3. Angewöhnung der Zahncreme

Hast du vorherigen Schritte erfolgreich angewendet und wurde dein Hund mittlerweile an diese Schritte gewöhnt, kannst du dich zum dritten Schritt begeben. 

In diesem Schritt gewöhnst du deinen Vierbeiner an die Zahncreme. In der Regel haben Hunde-Zahnpasta bereits einen angenehmen Geschmack für Hunde. Beginne damit die Schnauze etwas mit der Zahnpasta zu berühren, sodass dein Hund in den Geschmack dieses Produktes kommt.

4. Kombination Zahnbürste und Zahncreme

Nachdem du Schritt 2 und 3 langfristig angewendet hast, kannst du diese Schritte wiederholen – aber diesmal in Kombination. Das bedeutet, dass du die Zahncreme in Kombination mit der Zahnbürste verwendest.

Zusatztipp: Zahncreme selbst herstellen

hunde gesicht icon

Das selbständige Herstellen der Hunde-Zahncreme ist gar nicht so schwer wie du denkst. Du brauchst wenige Zutaten und ebenfalls musst du wenig Zeit investieren. 

Nachfolgend findest du eine Anleitung zur Herstellung der eigenen Hunde-Zahncreme:

Inhaltsstoffe:

  • ½ TL Natron
  • 1 TL Brühe-Pulver mit Rindergeschmack (z. B. Rinderbrühe)
  • 1 TL Kokosöl
  • 1 EL frisch gehackter Pfefferminz
  • ½ TL Seetang

Zubereitung:

  1. Alle Zutaten in eine Schüssel geben
  2. Zutaten vermengen
  3. Zahncreme in einen Behälter geben und immer kaltstellen

Mein Fazit

hunde gesundheit

Du kannst einiges für eine ausreichende Zahnpflege unternehmen. 

Mangelnde Zahnpflege wirkt sich kontraproduktiv auf die Gesundheit deines Lieblings aus. Die tägliche Zahnpflege sollte aus diesem Grund an erster Stelle stehen.

Die wichtigsten Punkte sind hierbei die Verwendung des idealen Futters und das Zähneputzen.  Informiere dich darüber, ob das momentane Hundefutter vorteilhaft oder eher nachteilig für die Zahngesundheit deines Hundes ist und ziehe bei Bedarf eine Umstellung durch.

Gewöhne deinen Vierbeiner langsam an das Zähneputzen. Egal welche Option du für die Zahnpflege beim Hund anwendest, Stress und Druck sind kontraproduktiv und sollten vermieden werden. Beherzige unsere Tipps und fördere die Zahngesundheit bei deinem Vierbeiner.

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