- Die Trächtigkeit beim Hund dauert durchschnittlich 63 Tage
- Anzeichen: Appetitveränderung, größere Zitzen, Ruhebedürfnis
- Regelmäßige Tierarzt-Kontrollen während der Schwangerschaft
Wie lange ist eine Hündin läufig?
Der Zeitpunkt der Geschlechtsreife hängt von der Rasse ab: bei kleinen Rassen früher (ab 6 Monate), bei großen Rassen später (bis 18 Monate). Geschlechtsreife bedeutet noch nicht, dass die Hündin für eine Trächtigkeit bereit ist: die Geburtskanäle sind in den ersten Läufigkeitsphasen noch nicht vollständig ausgereift.
Eine Hündin wird in der Regel alle sechs Monate läufig. Während der Läufigkeit wird die Vulva stärker durchblutet und sondert blutige Flüssigkeit ab. Etwa zwei Tage vor dem Eisprung wird sie für das Bedecken bereit.
In der eigentlichen Ovulationsphase wird der Scheidenausfluss klarer und schleimiger: das erleichtert die Deckung. Gleichzeitig steigt der Progesteronspiegel, der den Körper auf die Schwangerschaft vorbereitet.
Wie erkennt der Tierarzt eine Trächtigkeit?
Der Tierarzt kann die Trächtigkeit auf drei Wegen feststellen:
- Relaxintest: Das Hormon Relaxin wird nur während der Trächtigkeit produziert. Ab dem 24. Tag nach der Befruchtung möglich: unterscheidet eine echte Trächtigkeit von einer Scheinträchtigkeit.
- Ultraschall: Ab dem 18. Tag nachweisbar, sicher ab dem 25. Tag.
- Röntgen: Sichere Diagnose erst ab dem 42. Tag.
Wie lange dauert die Trächtigkeit?
Die Trächtigkeitsdauer beträgt 61–65 Tage, abhängig vom Zeitpunkt des Eisprungs. Da Spermien 6–10 Tage in der Gebärmutter überleben können, variiert die Dauer je nach Bedeckungszeitpunkt. Frühe Deckung kann die Schwangerschaft auf bis zu 72 Tage verlängern.
Die 5 Phasen der Schwangerschaft
1. Die ersten fünf bis sechs Wochen
In der ersten Phase finden nur unauffällige Veränderungen statt. Zum Ende des ersten Monats vergrößern sich die Milchdrüsen, die Zitzen werden rosa bis dunkel. Manchmal fallen die Haare um die Zitzen herum aus.
Ab dem 30. Schwangerschaftstag rinnt ein durchsichtiger oder weißlicher Schleim aus der Scheide. Die Futtermenge kann in dieser Phase wie gewohnt bleiben. Ab dem 35. Tag nimmt die Hündin langsam zu: am Ende kann sie doppelt so schwer sein wie vor der Schwangerschaft.
2. Das letzte Drittel
Erst jetzt ist die Schwangerschaft äußerlich sichtbar. Der Bauch vergrößert sich, Gesäuge und Vulva verdicken sich. In diesem Stadium ist es möglich, die Herztöne der Feten abzuhören.
Der Appetit steigt. Jetzt auf ein Futter für tragende und laktierende Hündinnen umsteigen: es enthält mehr Eiweiß und Energie. Etwa eine Woche vor der Geburt beginnen die Milchdrüsen mit der Milchbildung.
3. Kurz vor der Geburt
Zehn bis sechs Tage vor dem Geburtstermin täglich die Körpertemperatur messen. Normal: 37–38 °C. Kurz vor der Geburt sinkt sie auf 36,5–37 °C.
Weitere Zeichen der bevorstehenden Geburt:
- Häufiges Urinieren
- Belecken der Vulva
- Nestbauverhalten
- Appetitlosigkeit
- Unruhe, Zittern oder Hecheln
- Scharren auf dem Boden oder im Hundebett
4. Geburt
Die Wehen sind deutlich erkennbar: die Hündin sondert klaren Ausfluss ab. In den nächsten 20–30 Minuten sollte der erste Welpe kommen. Zwischen den Würfen vergehen in der Regel 20 Minuten, es kann aber auch über eine Stunde dauern. Sollte die Ruhephase länger als zwei Stunden dauern, sofort den Tierarzt kontaktieren.
Die Hündin durchtrennt die Nabelschnur selbst, enthüllt die Welpen aus der Fruchthülle und beleckt sie: damit wird die Atmung angeregt. Nach jedem Wurf kommt eine Nachgeburt. In der Regel frisst die Hündin diese auf, da sie viele Proteine und Nährstoffe enthält.
5. Nach der Geburt
Die Hündin reinigt sich zuerst, legt sich dann auf die Seite und streckt die Beine aus. Die Welpen trinken das Kolostrum: die erste Milch. Es enthält 95 % der Antikörper für das Immunsystem der Welpen, regt den ersten Stuhlgang an und ist gelblich und etwas klebriger als spätere Muttermilch.
Was du tun kannst
Ruhe bewahren
Die Geburt ist eine extrem stressige Angelegenheit für die Hündin: zusätzliche Unruhe der Bezugspersonen belastet sie noch mehr. Während der Geburt so wenig wie möglich eingreifen, aber dabei bleiben: um im Fall von Komplikationen sofort handeln zu können.
Wurfkiste vorbereiten
Ab dem 40. Tag eine Wurfkiste vorbereiten: Pappkarton oder Holzkiste. Groß genug für die Hündin und die Welpen, mit Freiraum für die Mutter. Hoch genug, damit die Welpen nicht entkommen können. Ruhiger, warmer Platz ohne Zugluft. Die Welpen brauchen in der ersten Woche 28–32 °C Umgebungstemperatur.
Das Bett der Hündin in die Kiste oder daneben stellen. Einige Spielzeuge helfen dabei, die Kiste als sicheren Ort zu akzeptieren. Bettlaken, -bezüge oder Handtücher für die Geburt griffbereit halten.
Ernährungsumstellung
In den ersten 4 Trächtigkeitswochen kann normales Futter gegeben werden. Ab der 4. Woche auf Futter für tragende und laktierende Hündinnen umsteigen.
Faustregel zur Dosierung:
- Kleine Hunde mit wenigen Welpen: Energiezufuhr um 30 % steigern
- Große Hunde: Energiezufuhr bis zu 50 % steigern
Futter zweibis dreimal täglich geben, immer ausreichend Trinkwasser. In der letzten Woche vor der Geburt und am Geburtstag selbst frisst die Hündin möglicherweise wenig bis gar nichts: das ist normal.
Während der Säugungsphase: pro Welpen den Energiebedarf um 25 % erhöhen. Sobald die Welpen Beifutter essen, die Ration der Mutter schrittweise reduzieren.
Temperatur dokumentieren
Ab dem ersten Drittel die Temperatur rektal messen: idealerweise täglich in ein Tagebuch eintragen. So lassen sich Veränderungen frühzeitig erkennen. Der Tierarzt zeigt die richtige Messtechnik.
Folgendes dokumentieren: Körpertemperatur, Geburtstermin, Einsetzen der Wehen, Geburtszeiten der einzelnen Würfe, Anzahl, Geschlecht und Gewicht der Welpen, Umgebungstemperatur. Um die Welpen anfangs zu unterscheiden, ein Bändchen mit Namen oder Nummern umbinden.
Telefonnummer des Tierarztes griffbereit halten
Hündinnen schaffen die Geburt meist problemlos allein: aber Komplikationen können auftreten. Die Notfallnummer des Tierarztes (auch für nachts) bereithalten.
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