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Zahnstein beim Hund (4 Tipps zur Sofort Hilfe)

Aktualisiert: 29. Oktober 2018

Geschrieben von:

Enrico
Enrico

Zahnpflege könnte so einfach sein: Täglich Zähne putzen, Zahnseide benutzen und Zahnpflege-Kaugummis kauen. Leider ist das bei unseren geliebten Vierbeinern ein wenig schwieriger. Die Folgen sind Verfärbungen an den Zähnen und Zahnstein, der viele weitere Probleme nach sich zieht.

Wie du den Zahnstein deines Hundes auch allein loswirst und du die Zähne deines Lieblings richtig pflegst, erfährst du in diesem Artikel.

Wie entsteht Zahnstein?

Hund Zahn

Nach jeder Mahlzeit unserer Vierbeiner bleiben Nahrungsreste an den Zähnen hängen. Normalerweise werden diese durch das Kauen z.B. eines Knochens gelockert und dann durch den Speichel abgetragen. 

Im Maul befinden sich jede Menge Bakterien. Doch keine Panik, die meisten davon sind gut für den Körper und helfen bei der Zersetzung der Nahrung. Die „schlechten“ Bakterien werden vom Immunsystem abgetötet.

Können die Nahrungsreste jedoch nicht richtig abgetragen werden, sind sie ein gefundenes Fressen für bestimmte Bakterien. 

Diese vermehren sich dann und bilden zusammen mit den Futterresten und den Mineralstoffen aus dem Speichel und den Zellen der Mundschleimhaut eine feste Schicht auf der Zahnoberfläche. Da es sich meist um Plaque-Bakterien handelt, wird diese Schicht auch Plaque genannt. 

Der Zahnbelag hat eine raue Oberfläche. Deswegen können neue Bakterien sehr gut daran haften und die Schicht wächst weiter. Wenn sie stark verhärtet ist und mit dem bloßen Auge sichtbar ist, spricht man dann von Zahnstein.

Auf was muss ich beim Futter achten?

Trockenfutter

Zahnstein ist bei Hunden keine Seltenheit. Die Zahnhygiene kann natürlich nicht so gründlich ausfallen wie bei uns Menschen und deswegen bleiben immer wieder Futterreste an den Zähnen hängen. Es gibt auch noch zusätzliche Faktoren, die das Risiko bei Hunden erhöhen.

Bakterien ernähren sich überwiegend von Zucker. Wenn ein Hund durch die Nahrung viel Zucker aufnimmt, ist das ein Festmahl für die Bakterien im Maul. Sie vermehren sich stärker und sind hartnäckiger. Auch die in Getreideprodukten enthaltene Stärke wird von Bakterien begeistert empfangen. 

Aus diesem Grund sind zuckerhaltige Nahrung und Getreide ein Risiko für Zahnstein.

Auch eine komplette Umstellung von Trockenfutter auf Feuchtfutter begünstigt Zahnstein. Durch den Abrieb beim Kauen des Trockenfutters werden die Zähne gereinigt. Bei Feuchtfutter fehlt das. Es bildet sich nun schneller Zahnbelag.

Das Risiko bei kleinen Rassen

Kleinere Hunde sind viel gefährdeter, Krankheiten im Zusammenhang mit den Zähnen zu bekommen. Dazu zählt auch Zahnstein. Die durch Züchtung entstandenen kürzeren Schnauzen bieten nicht mehr genug Platz für die vielen Zähne. Die Folge sind häufig Zahnfehlstellungen. 

Da die viel zu engen Zwischenräume nun nicht mehr selbst gereinigt werden können, setzen sich schneller Bakterien und Nahrungsreste fest.

Hinzu kommt, dass kleinere Hunde öfter hecheln. Durch ständiges Hecheln trocknet die Schleimhaut schneller aus und es befindet sich zu wenig Speichel im Maul. Die Bakterien und Futterreste können nun nicht mehr so leicht abgetragen werden und nach einiger Zeit bildet sich Zahnstein.

Zahnverlust möglich

hund krank

Wird der Zahnstein nicht behandelt, greifen die Bakterien auch das Zahnfleisch an. Dadurch entzündet es sich und es entstehen Zahnfleischtaschen, also Hohlräume an der Ansatzstelle der Zähne am Zahnfleisch. Die Bakterien können sich nun auch hier festsetzen. Somit wird das Zahnfleisch immer weiter zurückgedrängt und die Zähne wirken größer.

Durch diesen Prozess werden sowohl Zahnfleisch als auch Zähne und Knochen geschädigt. Bleibt auch das unbehandelt, lockert sich der Zahn nach einiger Zeit und fällt aus.

Sollten sich Bakterien lösen und in die Blutbahn geraten, können in seltenen Fällen auch Organe wie Nieren oder Leber geschädigt werden. 

Deswegen solltest du es gar nicht erst so weit kommen lassen und Zahnstein rechtzeitig entfernen.

So erkennst du Zahnstein

Kluger Hund

Zahnstein besteht aus verhärteten Zahnbelägen. Diese haben eine harte Substanz und sind auf der Oberfläche rau. Dadurch bildet sich darauf immer wieder neue Plaque und der Zahnstein wird größer.

Du erkennst Zahnstein bei deinem Hund an den grau-grünen bis braunen Verfärbungen, die meist am Zahnansatz beginnen und sich über den Zahn ausbreiten. 

In den meisten Fällen sind die Eck-, Reiß-, und Backenzähne des Oberkiefers betroffen. Plaque befindet sich überwiegend auf der Zahnoberfläche, ab und zu auch in den Zahnfleischtaschen. Sieh dir also nicht nur die Zähne, sondern auch den Übergang vom Zahnfleisch zum Zahn genau an.

Zahnstein wird oftmals begleitet von starkem Geruch aus dem Maul. Die durch die Bakterien verursachten Zahnfleischentzündungen können auch zu Zahnfleischbluten führen. Bei ausgeprägten Entzündungen vereitert der Zahn sogar.

Wahrscheinlich hat dein Hund Zahnschmerzen aufgrund des Zahnsteins. Für dich als Halter ist das aber meist schwer erkennbar, da Hunde leichte Schmerzen oft überspielen. Du kannst es jedoch bemerken, wenn dein Liebling dadurch weniger frisst.

Was du gegen Zahnstein tun kannst

Zahnpflege beim Hund

Wenn du Verfärbungen und Zahnbeläge bei deinem Hund entdeckst, solltest du nicht lange damit warten, ihm zu helfen. Verhärtet sich der Zahnstein weiter oder wird größer, wird auch die Entfernung schwieriger.  

1. Selbst entfernen

Wenn du es dir zutraust, kannst du den Zahnstein selbst von den Zähnen deines Hundes abkratzen. 

Handelt es sich noch um einen einfachen Zahnbelag und nicht um festen Zahnstein, kannst du ihn vorsichtig mit einer Zahnbürste entfernen. Benutze hierfür entweder eine spezielle Hunde-Zahnbürste oder eine normale mit weichen Borsten. 

Ist der Belag hartnäckig und lässt sich nicht so einfach entfernen, kannst du vorher ein spezielles Zahn-Gel auftragen. Die in ihm enthaltenen Enzyme weichen den Zahnstein auf. Du musst dir auch keine Sorgen machen, falls dein Hund das Gel ableckt. Der Verzehr ist für Hunde ungefährlich. 

Wenn die Zähne schon vorbehandelt sind, kannst du den Zahnstein nun vorsichtig abkratzen. Dafür solltest du ein spezielles Zahnsteinentferner-Set benutzen. Du kennst ähnliche Kratzer vermutlich schon vom Zahnarzt.

Diese Methode funktioniert jedoch nur, wenn dein Hund dabei ruhig bleibt und sich die Zahnbehandlung gefallen lässt.

2. Vom Tierarzt entfernen lassen

Falls du dir die Zahnsteinentfernung nicht selbst zutraust oder dein Hund nicht ruhig genug bleibt, kann der Tierarzt den Zahnstein unter Narkose entfernen. 

Du solltest ebenfalls mit deinem Hund zum Tierarzt gehen, wenn er starke Zahnschmerzen hat, die Nahrung verweigert oder sein Zahnfleisch blutet.

Der Tierarzt entfernt den Zahnstein mithilfe von Ultraschall. Dieser Eingriff findet unter Narkose statt. Leider ist dies kostenaufwendig. Je nach Tierarzt und Schweregrad musst du mit mehreren hundert Euro rechnen. Hinzu kommt das Narkoserisiko für deinen Hund.

Du musst selbst entscheiden, inwieweit dieser Eingriff erforderlich ist. Du kannst dafür auch deinen Tierarzt um Rat bitten.

4 Tipps zur Vorbeugung

hunde gesicht icon

1. Artgerechte Ernährung

Eine falsche Ernährung kann zu großen Teilen an Zahnstein mitverantwortlich sein. Wenn du aber darauf achtest, dass das Hundefutter kein Zucker und Getreide enthält, bleiben die Zähne deines Lieblings länger gesund. 

Trockenfutter ist meist besser für die Zähne als Nassfutter. Durch die feste Konsistenz bleiben weniger Nahrungsreste zurück. Zusätzlich unterstützt Trockenfutter durch den Abrieb die Selbstreinigung der Zähne.

2. Hundespielzeug zum Kauen und Kauknochen

Umso mehr dein Hund auf festen Dingen kaut, desto besser reinigt er seine eigenen Zähne. Es gibt spezielles Hundespielzeug zum Kauen und Knabbern. Auch naturbelassene Kauknochen und Knorpel tragen zur Zahngesundheit deines Vierbeiners bei.

3. An Zahnkontrollen gewöhnen

Wenn du deinen Hund schon im Welpenalter an Zahnkontrollen gewöhnst, ist diese Prozedur im Ernstfall einfacher. 

Von Anfang an solltest du dir die Zähne deines Hundes regelmäßig ansehen und Kontrollgriffe durchführen. Du kannst auch vorsichtig seine Zähne putzen. Dafür solltest du Zahnbürsten mit einer weichen Bürste und eine spezielle Hundezahnpasta verwenden.

4. Zahnpflege-Gel zur Vorbeugung

Es gibt Zahnpflege-Gels für Hunde, die die Bakterien im Maul abtöten. Somit können sie sich nicht festsetzen und Zahnstein kann gar nicht erst entstehen. Trage das Gel regelmäßig auf die Zähne deines Hundes auf. Dafür kannst du weiche Zahnbürsten oder Handschuhe verwenden.

Mein Fazit

hunde gesundheit

Verfärbungen an den Zähnen unserer Hunde werden leider immer wieder unterschätzt. Dabei sind sie nicht nur ein optisches Problem, sondern sie können auch schwerwiegende Folgen mit sich bringen.

Ohne Behandlung wird Zahnstein nicht besser. Ganz im Gegenteil: Er wird mit der Zeit immer größer. Im schlimmsten Fall kommt es sogar zu Zahnausfall. Deswegen solltest du Risikofaktoren wie zucker- und getreidehaltiges Futter vermeiden und die Zähne deines Hundes regelmäßig kontrollieren. 

Somit kann dein Hund auch weiterhin ohne Zahnschmerzen und lästige Zahnsteinentfernungen leben.

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