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Was ist Rohprotein? (Der große Ratgeber)

Rohprotein auf der Verpackung misst den gesamten Stickstoffgehalt, egal ob er aus Muskelfleisch oder Bindegewebe stammt. Trockenfutter braucht mindestens 20 %, Nassfutter mindestens 8 %. Entscheidend ist die biologische Wertigkeit: Vollei (100), Muskelfleisch (80-92), Pflanzen (50-75).

6 Min. Lesezeit
Tierärztlich geprüft · Emin Jasarevic
Ein stilisiertes Bild eines weißen Hundes mit spitzen Ohren und einem türkisfarbenen Halstuch.
Das Wichtigste in Kürze
  • Rohprotein misst den gesamten Stickstoffgehalt, nicht die Proteinqualität - Trockenfutter: mindestens 20 %, Nassfutter: mindestens 8 % - Biologische Wertigkeit entscheidet: Vollei (100), Muskelfleisch (80-92), Pflanzen (50-75) - Große Hunde brauchen relativ weniger Protein als kleine Hunde - Zu viel Protein belastet langfristig die Nieren durch Harnstoffbildung

30 % Rohprotein klingt gut, aber sagt wenig über die Qualität. Rohprotein auf der Hundefutter-Verpackung misst den gesamten Stickstoffgehalt, egal ob er aus Muskelfleisch oder aus Bindegewebe stammt. Entscheidend ist nicht die Höhe des Wertes, sondern die biologische Wertigkeit der Proteinquelle.

Der Begriff Rohprotein bezeichnet alle im Hundefutter enthaltenen Proteine.

Wie viel braucht mein Hund?

Wie bei vielen anderen Dingen ist es auch hier wichtig, ein Mittelmaß zu finden.

Proteine sind wichtig für viele Körperfunktionen. Eine übermäßige Eiweißversorgung ist aber schädlich. Werden mehr Proteine durch das Futter aufgenommen, desto weniger Kohlenhydrate nimmt dein Hund auf. Diese sind aber wichtige Energielieferanten. Das bedeutet: dein Hund ist durch zu proteinreiches Futter nicht mehr so leistungsstark. Sein Körper wird gleichzeitig durch den Abbau von Eiweiß belastet. Dabei wird Harnstoff gebildet, der über längere Zeit die Nieren schädigen kann.

Größe beachten:

Ein großer Hund benötigt in Relation zu seinem Gewicht weniger Rohprotein als ein kleiner Hund.

Ein 40 kg schwerer Hund sollte mehr Eiweiß zu sich nehmen als ein 20 kg schwerer. Er sollte aber auf keinen Fall die doppelte Menge nehmen.

Das Hundefutter sollte für schwerere Hunde also weniger Proteinanteile haben. Dafür benötigen sie viel mehr Kohlenhydrate, da sie auch mehr Energie verbrauchen. Auch ein Hund, der stärker belastet wird und leistungsfähig sein soll (zum Beispiel durch Sport oder Jagd), sollte weniger Proteine durch das Futter aufnehmen.

Junghunde benötigen mehr Proteine:

  • in der Wachstumsphase
  • bei jedem Haarwechsel
  • tragendesäugende Hündinnen Während dieser Phasen finden wichtige Wachstums- und Aufbauprozesse statt, die auf Proteine angewiesen sind.

Es gibt pflanzliche und tierische Proteine. Tierische Proteine können besser vom Körper verwertet und verdaut werden als pflanzliche. Das bedeutet aber nicht, dass dein Hund nur Fleisch fressen darf oder soll. Zum Beispiel enthalten Eier besonders gut verwertbare Proteine, genauso wie auch Hülsenfrüchte.

Bei Trockenfutter sollte der Proteingehalt bei über 20 % liegen, bei Nassfutter bei mindestens 8 %.

Das klingt nach einem großen Unterschied, jedoch sind die Rohproteinmengen letztendlich dieselben. Im Dosenfutter befindet sich sehr viel Wasser, das bei den Nährstoffen nicht mitgerechnet wird. Getrocknetes Fleisch hat einen viel höheren Proteinwert als Frischfleisch. Schließlich wurde das Wasser entzogen. Deswegen sind nun in weniger Gramm Fleisch dieselbe Menge an Proteinen. Leckerlis in Form von getrocknetem Fleisch sollten daher eher die Ausnahme sein.

Symptome von Eiweißmangel

Proteine werden für fast alle wichtigen Körperfunktionen benötigt. Sie sind Hauptbestandteile von Haut, Fell, Krallen und Muskeln. Außerdem transportieren sie wichtige Stoffe im Blut und sind am Aufbau und Erhalt von Körperzellen beteiligt.

Nimmt dein Hund durch die Nahrung nicht genügend Eiweiße zu sich? Oder haben sie eine zu geringe Verwertbarkeit (wie bei vielen pflanzlichen Proteinen)? Dann führt das nach wenigen Wochen zu Mangelerscheinungen.

Bei fehlendem Rohprotein ist das Fell stumpf, fällt aus und es kommt häufiger zu Hauterkrankungen. Dein Hund hat Appetitsverlust und frisst weniger, woraufhin er abnimmt. Treffen einige dieser Symptome zu? Dann überprüfe als erstes, ob dein Hund genügend Eiweiße über die Nahrung aufnimmt. Durch eine Futterumstellung geht es deinem Hund dann bald wieder besser.

Biologische Wertigkeit: nicht jedes Protein ist gleich

30 Prozent Rohprotein auf der Verpackung verrät nicht, ob das Eiweiß aus Muskelfleisch, Bindegewebe oder Pflanzen stammt. Die biologische Wertigkeit beschreibt, wie viel des aufgenommenen Proteins der Körper tatsächlich verwerten kann.

Vollei hat mit 100 die höchste Wertigkeit: der Körper nutzt praktisch das gesamte Protein. Muskelfleisch (Rind, Huhn, Lamm) liegt bei 80 bis 92. Innereien wie Leber und Herz kommen auf 75 bis 85. Pflanzliche Proteine (Soja, Erbse, Kartoffel) erreichen nur 50 bis 75.

Ein Futter mit 25 % Rohprotein aus Muskelfleisch liefert effektiv mehr verwertbares Eiweiß als ein Futter mit 30 % Rohprotein aus Bindegewebe und pflanzlichen Quellen. Der Rohproteinwert auf der Verpackung zeigt nur den Stickstoffgehalt, gemessen nach der Kjeldahl-Methode. Er unterscheidet nicht zwischen hochwertigen Aminosäuren und minderwertigem Kollagen.

Achte deshalb auf die Deklaration: steht "Hühnerfleisch" oder "Rindfleisch" an erster Stelle, ist die biologische Wertigkeit in der Regel hoch. Steht "tierische Nebenerzeugnisse" oder "pflanzliche Eiweißextrakte", fehlt diese Transparenz.

Merke dir

Proteine sind ein sehr wichtiger Bestandteil des Hundefutters. Der Körper deines Hundes kann nicht alle Proteine selbst herstellen. Sie sind sehr wichtig für viele Körperfunktionen und müssen daher über die Nahrung aufgenommen werden. Jedoch sind sowohl ein Proteinmangel als auch ein Proteinüberschuss schädlich. Nimmt dein Hund zu wenig Eiweiß zu sich? Dann können Fellveränderungen und Hauterkrankungen die Folge sein. Bei einem Überschuss wird zu viel Harnstoff gebildet. Dein Hund nimmt zu wenig energiereiche Kohlenhydrate auf.

Es ist also wichtig, deinem Hund weder zu viele noch zu wenige Proteine über die Nahrung zu geben.

Ein Richtwert beim Trockenfutter sind ca. 20 % Eiweißgehalt, beim Dosenfutter mindestens 8 %. Größere Hunde benötigen weniger Rohproteine als kleine, dafür aber mehr Kohlenhydrate. Du kannst den Rohprotein-Gehalt auf der Verpackung jedes Hundefutters finden. Achte am besten auf die Menge, die dein Hund täglich zu sich nimmt.

So erkennst du frühzeitig, ob dein Hund an Eiweißmangel oder -überschuss leidet. Dann kannst du ihm durch eine Futterumstellung schnell helfen.

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Trockenfutter mit 0,0 % Feuchtigkeit: Die TS-Werte liegen nahe an den deklarierten Werten, da nur wenig Wasser enthalten ist.

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Frage 1 von 3

Wie viel Rohprotein sollte Trockenfutter mindestens enthalten?

Häufig gestellte Fragen

Enrico Bachmann

Geschrieben von

Enrico Bachmann

Gründer & Zertifizierter Ernährungsberater

Hundeo GründerZertifizierter Ernährungsberater für HundeExperte für belohnungsbasiertes Training

Enrico gründete Hundeo, nachdem er sich seit der Adoption von Nacho im Sommer 2016 intensiv mit Hundeernährung, Allergien und später auch Training beschäftigte. Aus eigenen Hundefutter-Tests und Gesprächen mit Tierärzten und weiteren Experten entstand zuerst eine Website, später die Hundeo-App.

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