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Pferdefleisch für Hunde: Ist es gesund?

Pferdefleisch gilt als hypoallergen und eignet sich für Hunde, die auf Huhn, Rind oder Schwein allergisch reagieren. Es enthält viel Eiweiß bei wenig Fett und kann roh, gekocht oder leicht erwärmt verfüttert werden. Eingefroren hält es bis zu 6 Monate. Bezugsquellen: spezialisierte Metzgereien, Online-Shops und Tiergeschäfte.

5 Min. Lesezeit
Hund sitzt in einer Küche neben frischen Zutaten: Pferdefleisch als hypoallergenes und proteinreiches Hundefutter.
Das Wichtigste in Kürze
  • Pferdefleisch ist hypoallergen und fettarm
  • Geeignet für Hunde mit Allergien gegen Huhn, Rind oder Schwein
  • Kann roh, gekocht oder leicht erwärmt verfüttert werden
  • Eingefroren bis zu 6 Monate haltbar
  • Bezugsquellen: spezialisierte Metzgereien, Online-Shops, Tiergeschäfte

Warum Pferdefleisch?

Immer mehr Hunde reagieren allergisch auf gängige Fleischsorten im Hundefutter. Die häufigsten Auslöser: Huhn und Schwein, oft bedingt durch die industrielle Tierhaltung, bei der Futterzusätze auch nach der Verarbeitung im Fleisch verbleiben. Pferdefleisch zählt bisher nicht zu den Fleischsorten, die Allergien auslösen.

Historisch war Pferdefleisch eine normale Nahrungsquelle für Menschen. Erst das päpstliche Verbot im 8. Jahrhundert machte es zum Tabu. Heute gibt es nur noch wenige spezialisierte Pferdemetzgereien.

Anzeichen einer Futtermittelallergie

Nahaufnahme einer Hautstelle mit spärlichem Haar und sichtbaren roten Beulen.

Allergische Reaktionen zeigen sich bei Hunden unterschiedlich. Manche entwickeln Haut- und Fellveränderungen, andere Verdauungsprobleme. Typische Anzeichen:

Bei diesen Symptomen zum Tierarzt gehen. Ob es sich um eine Allergie handelt, kann nur durch gezielte Untersuchungen festgestellt werden.

Ausschlussdiät

Eine Ausschlussdiät hilft dabei, den Allergieauslöser zu identifizieren. Dabei wird die bisherige Fleischsorte durch eine neue, bisher nicht gefütterte Sorte ersetzt (z. B. Pferdefleisch). Über mehrere Wochen beobachten, ob die Symptome verschwinden. Bessern sich die Beschwerden, war die vorherige Fleischsorte der Auslöser.

Die Ausschlussdiät sollte in Absprache mit dem Tierarzt erfolgen, da die Reaktionen erst nach einiger Zeit sichtbar werden.

Bezugsquellen und Zubereitung

Pferdefleisch ist in herkömmlichen Metzgereien selten erhältlich. Alternativen: spezialisierte Pferdemetzgereien (in einigen Städten noch vorhanden), Online-Shops für Hundefutter oder spezielle Tiergeschäfte mit Frischfleisch-Sortiment.

Das Fleisch kann gewolft oder am Stück gekauft und roh, gekocht oder leicht erwärmt verfüttert werden. Welche Zubereitungsart dein Hund bevorzugt, musst du ausprobieren.

Lagerung

Pferdefleisch lässt sich in kleinen Portionen einfrieren und ist so bis zu 6 Monate haltbar. Zum Auftauen die gewünschte Menge auf einen Teller legen und langsam auftauen lassen. Nicht in Wasser legen oder in die Mikrowelle geben. Vor dem Verfüttern kann das Fleisch leicht erwärmt werden.

Nährstoffprofil im Vergleich

Pferdefleisch liefert pro 100 g etwa 21 g Protein bei nur 4-5 g Fett. Zum Vergleich: Rindfleisch enthält je nach Teilstück 15-20 g Fett, Hühnerbrust etwa 3 g. Der Proteingehalt liegt bei allen drei Sorten ähnlich hoch, doch Pferdefleisch kombiniert hohen Eiweißanteil mit niedrigem Fettgehalt besser als die meisten Rindfleisch-Schnitte.

Besonders auffällig ist der Eisengehalt: mit rund 3,5-4 mg pro 100 g übertrifft Pferdefleisch sowohl Huhn (1,2 mg) als auch Rind (2,6 mg) deutlich. Eisen ist für die Sauerstoffversorgung der Muskulatur und die Blutbildung beim Hund wichtig. Dazu kommen B-Vitamine (vor allem B12 und B6), Zink und Selen in relevanten Mengen.

Welche Hunde profitieren besonders?

Neben Allergikern gibt es weitere Hunde, für die Pferdefleisch eine sinnvolle Ergänzung darstellt. Übergewichtige Hunde profitieren vom niedrigen Fettanteil: bei gleicher Portionsgröße liefert Pferdefleisch deutlich weniger Kalorien als fettreiches Rind oder Lamm. Auch für ältere Hunde mit nachlassender Muskelmasse ist der hohe Proteingehalt bei gleichzeitig geringer Fettbelastung vorteilhaft.

Hunde mit empfindlicher Verdauung vertragen Pferdefleisch oft besser als andere Fleischsorten. Das liegt an der Faserstruktur des Fleisches, die leichter aufzuspalten ist als etwa Rindfleisch.

Roh oder gekocht verfüttern?

Wer seinen Hund barft, kann Pferdefleisch problemlos roh füttern. Im Gegensatz zu Schweinefleisch besteht bei Pferdefleisch kein Risiko einer Infektion mit dem Aujeszky-Virus. Trotzdem gilt: das Fleisch sollte von einem seriösen Anbieter stammen und kühl transportiert worden sein.

Gekochtes oder leicht angebratenes Pferdefleisch ist für Hunde ebenso verträglich. Durch das Erhitzen gehen zwar einige Vitamine verloren, dafür wird das Protein noch leichter verdaulich. Für den Einstieg empfiehlt sich die gekochte Variante, da manche Hunde den ungewohnten Geschmack von rohem Pferdefleisch zunächst ablehnen.

Hast du aufgepasst?

Frage 1 von 3

Warum eignet sich Pferdefleisch besonders für allergische Hunde?

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Häufig gestellte Fragen

Claudia Weise

Geschrieben von

Claudia Weise

Chefredakteurin & Hundeexpertin

Chefredakteurin bei HundeoAktiv im TierschutzHundebesitzerin seit Kindheit

Claudia ist seit Kindheit Hundebesitzerin und im Tierschutz sehr aktiv. Als Chefredakteurin bei Hundeo ist es ihre Mission, die Bindung zwischen Mensch und Hund zu stärken.

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