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Barfen für Anfänger: Anleitung mit Futterplan

Wer die Zutaten im Futternapf selbst bestimmen will, landet früher oder später beim Barfen. Der Einstieg ist komplex, weil Fleischanteil und Supplemente genau passen müssen. Diese Anleitung zeigt, wie der Umstieg gelingt.

21 Min. Lesezeit
Tierärztlich geprüft · Emin Jasarevic
Verschiedene BARF-Zutaten auf einem Tisch: rohes Fleisch, Karotten, Spinat, Gurken und Zitrusfrüchte als Beispiel für eine ausgewogene Rohfütterung.
Das Wichtigste in Kürze
  • BARF steht für Biologisch Artgerechtes Rohes Futter

  • Tagesbedarf: als grober Startwert oft 2-4 % des Körpergewichts

  • Rohes Schweinefleisch ist tabu wegen des Aujeszky-Virus

  • Umstellung: langsam und mit leicht verdaulichen Komponenten beginnen

  • Vorteil: Kann sinnvoll sein, wenn du Zutaten sehr gezielt auswählen möchtest

BARF steht für Biologisch Artgerechtes Rohes Futter. Der Grundbedarf wird oft über das Körpergewicht grob eingeordnet, die konkrete Ration sollte aber immer zum Hund passen. Dieser Ratgeber erklärt Zusammensetzung, Umstellung und Kosten.

Was genau ist Barfen?

Illustration eines lächelnden braunen Hundes, der eine Karotte hält. Im Hintergrund steht vertikal B A R F, neben jedem Buchstaben steht „Biologisches Artgerechtes Rohfutter". Perfekt für Barfen-Anfänger, die nach einer einfachen Anleitung zum Einstieg suchen! Obwohl diese Methode eigentlich für Haushunde entwickelt wurde, wird sie heute auch bei Hauskatzen angewendet. Bei dieser Fütterungsmethode wird der Hund nur mit rohem Fleisch, Knochen, Gemüse oder Getreide gefüttert.

Und wofür steht BARF? Die Abkürzung BARF stand ursprünglich für „Born-Again Raw Feeders", später für „Bones And Raw Foods". Auf Deutsch bedeutet es „Biologisch Artgerechtes Rohes Futter". Was ist der Hintergrund? Unser treuer Freund stammt bekanntlich vom Wolf ab. Ursprünglich ernährte er sich von rohem Fleisch, Aas, Beeren und Wurzeln. Der Magen unserer Vierbeiner ist auch heute noch sehr gut an die Fütterung mit Rohfleisch angepasst.

BARF kann bei Allergien oder Unverträglichkeiten mehr Kontrolle über die Zutaten geben. Beim Barfen stellst du alle Zutaten selbst zusammen. So kannst du sie gezielt auf die Bedürfnisse deines Hundes abstimmen. Wenn dein Hund auf bestimmte Zutaten reagiert, lassen sie sich leichter austauschen als bei vielen Fertigfuttern.

Hygiene bleibt entscheidend Rohes Fleisch erfordert saubere Lagerung, saubere Arbeitsflächen und einen sorgfältigen Umgang mit Auftauen und Portionieren. Ein niedrigerer pH-Wert im Magen ersetzt keine Hygiene und keinen Parasitenschutz.

Kauen kann die Zahnpflege unterstützen Das Kauen an geeigneten Bestandteilen kann die Zahnpflege unterstützen. Es ersetzt aber weder regelmäßige Zahnkontrollen noch eine insgesamt passende Rationsplanung.

Die Nährstoffbilanz bleibt entscheidend Rohes Fleisch liefert wichtige Nährstoffe, aber auch beim Barfen entscheidet die ausgewogene Gesamtration darüber, ob Muskulatur, Gewicht und Versorgung wirklich passen.

Manche Hunde wirken mit klarer Ration verträglicher Einige Hundehalter berichten von Veränderungen bei Atemgeruch oder Verdauung. Solche Effekte hängen aber nicht allein von "roh" ab, sondern von der gesamten Rationszusammensetzung und der individuellen Verträglichkeit.

Besserer Kotabsatz Durch das Barfen kann dein Hund das Futter natürlicher verwerten und verdauen. Dadurch verringert sich in der Regel seine Kotmenge.

Zur Magendrehung gibt es keine einfache Formel Die genaue Ursache einer Magendrehung ist nicht abschließend geklärt. Die Futterart allein erklärt das Risiko nicht. Wichtig sind unter anderem Portionsgröße, Fressgeschwindigkeit, Bewegung rund ums Fressen und individuelle Veranlagung.

Über- und Unterdosierung von Nährstoffen Beim Barfen besteht die Gefahr, dass der Hund durch Unter- oder Überdosierung von Nährstoffen keine ausgewogene Nahrung aufnehmen kann. Vor allem Welpen und Junghunde können in ihrer Wachstumsphase durch Mangelernährung schwerwiegende Schäden erleiden. Zum Beispiel Missbildungen des Knochenbaus.

Infektionsgefahr durch resistente Keime Vor allem in der Massentierhaltung werden immer häufiger Antibiotika in hohen Dosen eingesetzt, um Infektionen vorzubeugen. Dies führt jedoch dazu, dass Keime immer resistenter werden. Diese multiresistenten Keime können über die Rohfütterung auf den Hund und damit auf den Menschen übertragen werden. Die Tatsache, dass resistente Keime im Darm des Menschen leben, bedeutet nicht, dass eine akute Gefahr besteht. Gefährlich kann es aber werden, wenn es zu einer Infektion kommt und eine Behandlung mit Antibiotika notwendig wird.

Die Kosten vom Barfen

Auch wenn Barfen auf den ersten Blick teuer erscheint. Das muss nicht sein. Es gibt immer Möglichkeiten, qualitativ hochwertige Zutaten zu einem fairen Preis zu kaufen.

Barfen ist nicht automatisch teurer als ein hochwertiges Bio Hundefutter. Bedenke auch, dass du dich nicht mehr mit den „heimtückischen" Deklarationen mancher Futtermittel auseinandersetzen musst. Zeit ist auch Geld. Weiter unten zeige ich dir noch ein paar Beispiele und auch Produkte, damit du die genauen Kosten einschätzen kannst. Bevor du dich für das Barfen entscheidest, solltest du mit deinem Tierarzt oder einem Ernährungsberater mögliche Grunderkrankungen wie Allergien abklären. Wenn du einen chronisch kranken Hund hast, solltest du dich von einer Fachperson beraten lassen. Denn in manchen Fällen ist es besser, das Futter zu kochen, als es roh zu füttern.

Barfen für Anfänger

In den folgenden Abschnitten erklären wir dir genau, wie du deinen Barfplan aufstellst. Wie und wo du die Zutaten aufbewahrst. Welche Grundausstattung du brauchst und wie du den Kalorienbedarf errechnest.

Welche Futtermittel gut sind und welche nicht und wie du die Ernährung umstellen kannst. Dann fangen wir mal an: Damit dein Hund sich gesund und ausgewogen ernähren kann, braucht er wie sein Ahne, der Wolf, alle notwendigen Bestandteile seiner Beute. Auch der Wolf ernährt sich von Früchten (z. B. Beeren) und Gemüse.

Die Bestandteile des Barfens sind also: Muskelfleisch, Innereien, Gemüse, Obst, ab und zu Knochen. Außerdem Fette, Öle und Mineralstoffe. Diese können dem Futter beigemischt werden.

Bestandteile in %

BARF-Zusammensetzung

EigenschaftOhne GetreideMit Getreide
Tierische Erzeugnisse80 %70 %
Muskelfleisch (durchwachsen)50 %50 %
Pansen, Blättermagen20 %15 %
Innereien15 %15 %
Knochen, Knorpel15 %20 %
Pflanzliche Erzeugnisse20 %30 %
Gemüse75 %40 %
Obst25 %20 %
GetreideKeins40 %

Bitte beachte bei der Zusammensetzung der Zutaten, dass der Fettgehalt ausgewogen ist. Er sollte bei 15 bis 25 % liegen. Bei erhöhter Aktivität kann es höher sein als 15 %, sollte aber 25 % nicht überschreiten. Ansonsten wird die Bauchspeicheldrüse deines Hundes überfordert oder er kann unter Übergewicht leiden.

Bei Hunden im Wachstum sollte der Fettgehalt ca. 15 % sein. Eine zu hohe Energiezufuhr führt zu schnellerem Wachstum, was in späteren Jahren zu gesundheitlichen Problemen führen kann. Auch trächtige und laktierende Hündinnen sollten mehr Fett bekommen. Dagegen sollten Hunde mit einer Bauchspeicheldrüsenerkrankung weniger Fett bekommen. In solchen Ausnahmefällen ist es immer ratsam, wenn du dies vorher mit einem fachkundigen Ernährungsberater oder deinem Tierarzt abstimmst. Den optimalen Fettwert kannst du übrigens mit unserem Fettrechner für Hunde berechnen.

Wichtig ist, dass die hier angegebenen Werte und Empfehlungen als allgemeine Richtwerte für ausgewachsene gesunde Hunde gelten. Sollte dein Hund eine chronische Krankheit haben, empfehlen wir dir, mit deinem Tierarzt Absprache zu halten.

Eine Comic-Frau mit Hund steht hinter einem Tisch voller verschiedener Speisen, perfekt für Anfänger. Lächelnd in ihrer weißen Schürze scheint sie bereit zu sein, eine „Anleitung" zum Barfen zu geben, während der Hund spielerisch seine Zunge herausstreckt. Je mehr Hunde du hast, desto mehr Zeit brauchst du. Auch eventuelle Krankheiten können deinen Zeitplan am Anfang belasten, da du auch andere Dinge berücksichtigen musst.

Für einen kleinen Hund brauchst du natürlich viel weniger Zeit als für einen großen. Deshalb ist es am besten, wenn du dir am Anfang viel Zeit nimmst. Bitte bedenke auch, dass das Portionieren anfangs auch mehr Zeit in Anspruch nehmen wird, bis du deinem Liebling sein Essen „servieren" kannst. Dies kann bis zu zwei Stunden dauern.

Mit zunehmender Erfahrung wirst du das aber nach und nach besser einschätzen können. Routinen machen die Vorbereitung meist deutlich leichter.

Wo und wie soll ich die BARF Zutaten aufbewahren?

Du kannst die Zutaten portionsweise in Frischhaltebeuteln, Vakuumbeuteln oder Gefrierbehältern aufbewahren. Gefrierdosen kannst du nach dem Auftauen auch direkt als Schüssel verwenden. Generell gelten für die Aufbewahrung die gleichen Regeln wie für Fleisch oder Lebensmittel für den eigenen Verzehr. Fleisch sollte unbedingt kühl gelagert und erst kurz vor der Verarbeitung aus dem Kühlschrank genommen werden.

Tiefgefrorenes Fleisch sollte man einen Tag im Kühlschrank auftauen lassen. Die Bundestierärztekammer empfiehlt, Frischfleisch nur nach ausreichender Erhitzung (70 °C Kerntemperatur für 5-10 Min.) oder nach mindestens 4-tägiger Tiefkühlung bei -20 °C zu verfüttern.

Bitte unbedingt die Hygiene- und Temperaturvorschriften beachten! Besonders an heißen Sommertagen!

Eine weiße Schüssel mit dem blaugrünen Aufdruck „HUNDEO" ist ideal für Barfen-Anfänger und mit Schichten aus rotem und braunem Futter gefüllt. Darauf liegen Samen, eine Himbeere und ein Spinatblatt, alles auf einer Holzoberfläche.

  • Ausreichend Lagerraum Du solltest ausreichend Platz für die Zutaten im Kühlschrank bzw. im Gefrierschrank haben. Eventuell wäre es sinnvoll sich einen neuen oder gebrauchten anzuschaffen.
  • Waage Für die Portionierung der Zutaten benötigst du eine manuelle oder digitale Waage. Es wäre sinnvoll, wenn die Waage auch Gramm-Mengen anzeigt. Du wirst sie benötigen, um die Zusatzstoffe (wie Öl, Seealgenmehl etc.) gut abzuwiegen.
  • Ausreichend großer Napf Du wirst einen größeren Napf brauchen als sonst. Das Fleisch und die Zutaten benötigen viel mehr Platz als Nass- bzw. Trockenfutter.
  • Scharfes Messer Du brauchst gut geschärfte Messer, um das Fleisch ordentlich zu schneiden. Beachte auch, dass du ab und an Knochen teilen musst. Hier kannst du dich bei deinem Metzger beraten lassen.
Küchenwaage
Für die genaue Portionierung der Zutaten und Zusatzstoffe wie Öl oder Seealgenmehl.
Scharfes Messer
Zum Schneiden von Fleisch und Teilen von Knochen. Lass dich beim Metzger beraten.
Großer Napf
BARF-Portionen brauchen mehr Platz als Nass- oder Trockenfutter.
Gefrierschrank
Ausreichend Lagerraum für portioniertes Fleisch in Frischhaltebeuteln oder Gefrierdosen.
Gefrierbehälter
Frischhaltebeutel, Vakuumbeutel oder Gefrierdosen zum Portionieren und Aufbewahren.

Barf Menge selber berechnen

Du bist dir noch unsicher, welche Menge dein Hund benötigt? Zum Glück ist das beim Barfen nicht so schwer. Unten findest du dir Formel, wie viel Fleisch pro Kilo dein Hund benötigt.

Die Berechnung ist zum Glück keine Raketenwissenschaft

Der Grundbedarf an Futter gemessen am Körpergewicht:

  • erwachsene Hunde: etwa 2, 4 %
  • große Hunde: etwa 2, 3 %
  • kleine Hunde: etwa 3, 4 %.

Als Beispiel: Körpergewicht eines großen Hundes: 55 kg, also bei 2 % etwa 55 kg x 2 / 100 = 1,1 kg und bei 3 % etwa 55 kg x 3 / 100 = 1,65 kg. Der Grundbedarf eines 55 kg schweren großen Hundes liegt somit zwischen 1,100 kg und 1,650 kg.

Willst du deine eigenen Berechnung machen? Dann empfehle ich dir unseren kostenlosen Barf Rechner. Hier kannst du die optimale Futtermenge pro Tag und Woche bequem ausrechnen lassen.

Eine Barfen-Anleitung zum Berechnen von Hundefutterportionen. Kleine Hunde: 4 % des Körpergewichts, mittlere: 3 %, große: 2 %. Beispiel: Ein 55 kg schwerer Hund braucht 1,1 kg. Der Hintergrund enthält eine spielerische Illustration und klare Gewichtskategorien, perfekt für Anfänger auf ihrer Fütterungsreise. Mehr zu diesem Thema findest du in unseren Artikel „Wie du die richtige Futtermenge selbst berechnest„ So wie bei uns ist es für deinen Hund gesünder, wenn er qualitativ hochwertiges Bio-Fleisch bekommt. Bei hochwertigem Fleisch verzichtet der Züchter auf unnötige Medikamenten wie Antibiotika und setzt auf Weidehaltung. Das wirkt sich natürlich auch auf die Qualität des Fleisches aus. Dadurch sind die Nährstoffe viel ausgewogener und können von deinem Hund direkt aufgenommen werden.

Für kleine Hunde reichen Packungen von etwa 200 Gramm. Günstiger ist es für Dich, wenn du größere Packungen kaufst und diese dann zu Hause entsprechend portionierst. Inzwischen gibt es auch Barf-Fachgeschäfte, die das Futter in handlichen Größen liefern. Diese kannst du dann im Gefrierfach aufbewahren und bei Bedarf einzeln auftauen.

Welche Inhalte gehören zum Barfen dazu?

Muskelfleisch Muskelfleisch hat neben Wasser und Fett auch wichtige Mineralien und Proteine.

  • Rindfleisch ist eine typische Lösung für den Einstieg. Es hat viele Proteine und ist nicht übermäßig fettig.
  • Pute, Geflügel und Kaninchen sind magere und leicht verdauliche Fleischsorten.

Wichtiger Hinweis zur Salmonellengefahr Hunde haben einen relativ kurzen Darm und verdauen Rohfutter oft schnell. Das ersetzt aber keine Hygiene. Leben im Haushalt Personen mit geschwächtem Immunsystem, sollte rohes Geflügelfleisch besonders kritisch abgewogen werden. Achte bei Einkauf, Auftauen, Portionieren und Füttern konsequent auf saubere Arbeitsflächen und gründliches Händewaschen.

Innereien Enthalten viel Eisen, Kupfer, Biotin, Vitamin A und B.

  • Rinderleber enthält viel Vitamin A. Nicht zu häufig geben, da eine Überdosierung zu Problemen führen kann.
  • Rinderblut enthält viele Vitamine, Mineralien und Spurenelemente.
  • Rinderniere ist reich an Eiweiß.
  • Rindereuter ist fett- und calciumhaltig.

Pansen Enthalten vorverdaute pflanzliche Stoffe. Diese fördern die Verdauung deines Hundes. Hier ist am besten Rinder-Pansen angesagt. Falls dein Hund allergisch sein sollte, kannst du auch Lamm-Pansen ausprobieren. Mehr dazu in unseren großen Pansen Ratgeber.

Knochen Sind optimal für die Zahnpflege. Sie enthalten Eisen, Fett, Enzyme und Calcium.

Brustknochen von Rind, Kalb, Lamm, Kaninchenknochen und Rehbeine mit Fell immer roh füttern, damit sie nicht splittern!

Fisch Enthält Fettsäuren, Jod und verschiedene Vitamine. Allerdings enthält es auch Vitamin B1 spaltende Enzyme. Um eine Vitamin B1-Unterversorgung zu vermeiden, solltest du deinen Hund nur einmal in der Woche mit Fisch ernähren. Die Vierbeiner haben übrigens eine Vorliebe für Lachs, Hering, Makrele und Stinte.

Milchnebenprodukte Manche Hunde vertragen die Laktose in der Milch nicht. Deswegen wäre es besser, wenn du zum Beispiel auf Joghurt, (Hütten-)Käse und Quark greifen würdest. Milchprodukte enthalten viel Calcium und Eiweiß. Ab und an deinen Hund mit etwas davon zu ernähren, ist sehr sinnvoll.

Eier Das Eiklar sollte nicht im Napf landen. Bei zu häufiger Fütterung kann es zu Biotin-Mangelerscheinungen wie stumpfem Fell und Hauterkrankungen kommen. Das Eigelb dagegen ist reichhaltig an Vitaminen, Fettsäuren und Spurenelementen. Auch kannst du deinem Hund die Eierschale beimischen. Sie ist reich an Calcium. Du kannst deinen Hund 2 bis 3 Eier pro Woche geben.

Öl Öle können die Ernährung deines Hundes ergänzen. Sie sind dafür zuständig, die fettlöslichen Vitamine aus der Nahrung zu lösen. Außerdem enthalten sie Linolsäure und Alpha-Linolensäure, die der Organismus deines Hundes nicht selbst erzeugen kann. Sie fördern Nervensystem, Gehirnentwicklung, Sehvermögen, Fruchtbarkeit, Hautzustand und sorgen für ein intaktes Immunsystem.

Wirklich empfehlen können wir für Hunde Lachsöl, Hanföl oder Kürbiskernöl

Das Öl sollte immer kaltgepresst sein. Ansonsten sind diese Säuren zerstört.

Obst und Gemüse Hunde können die Zellwände von Pflanzen nicht aufspalten. Deswegen solltest du das Gemüse oder den Obst immer pürieren. Achte auch darauf, dass Gemüse oder Obst reif bzw. Überreif ist. Große und mittelgroße Obstsorten solltest du vor dem pürieren immer entkernen. Die Kerne haben Blausäure, die sehr giftig für deinen Hund ist. Dem Gemüse oder Obst immer ein wenig Öl beimengen. Denn viele der enthaltenen Vitamine sind nur fettlöslich. Diese kann dein Hund ohne Öl nicht in seinem Organismus aufnehmen.

Getreide und Kohlenhydrate Wenn dein Hund sehr viel Energie verbraucht und bei einer normalen Portionierung ohne Getreide Gewicht verlieren sollte, kannst du bis zu 40 % des Gemüse/Obst-Anteils mit 40 % Getreide ersetzen. Falls dein Hund eine Gluten-Allergie hat, kannst du Reis, Hirse, Amaranth und Haferflocken beimischen. Die sind alle Glutenfrei. Als Zusatz macht noch Seealge oder Seealgenmehl für die Barf Ernährung Sinn. Da dein Hund in den meisten Fällen nicht genug Jod über die Ernährung aufnehmen kann. Den optimalen Wert für die Zugabe von Seealgen und Jodbedarf kannst du übrigens in unseren Seealgen Rechner genau berechnen.

Supplemente beim Barfen nicht pauschal ergänzen

Calcium, Seealgenmehl oder Öle können im BARF-Plan sinnvoll sein, aber nur dann, wenn die gesamte Ration sie wirklich benötigt. Entscheidend sind Knochenanteil, Jodversorgung, Fettbilanz und der individuelle Gesundheitszustand deines Hundes. Lass den Plan bei Unsicherheit von Tierarzt oder Ernährungsberatung gegenprüfen.

Muskelfleisch
Hauptbestandteil: Rind, Pute, Lamm oder Kaninchen. Liefert Proteine, Mineralstoffe und Fett.
Innereien
Leber, Niere, Milz und Blut. Reich an Eisen, Kupfer, Biotin und Vitamin A/B.
Pansen & Blättermagen
Enthalten vorverdaute pflanzliche Stoffe, die die Verdauung fördern.
Rohe Knochen
Calcium- und Mineralstoffquelle. Immer roh verfüttern, niemals gekocht!
Fisch
Liefert wertvolle Omega-3-Fettsäuren für Fell, Haut und Immunsystem.
Gemüse & Obst
Püriert verfüttern, da Hunde pflanzliche Zellwände nicht aufspalten können. Immer mit Öl mischen.
Öle & Fette
Lachsöl, Hanföl oder Kürbiskernöl (kaltgepresst). Fördern Fell, Immunsystem und Nervensystem.

Rohes Schweinefleisch Der im Schweinefleisch enthaltene Aujeszky-Virus kann beim Hund zu einer tödlichen Pseudowut führen. Deswegen gib deinem Liebling auch keine Produkte vom Schwein wie Schinken, Salami & Co.

Kehlkopffleisch und Schilddrüsengewebe Die darin enthaltenen Hormone können die Schilddrüse deines Hundes aus dem Gleichgewicht bringen.

Die Bundestierärztekammer empfiehlt, dass frisches Fleisch nur nach ausreichendem Erhitzen (70 °C Kerntemperatur über 5-10 Min.) bzw. nach mind. 4 Tage langem Einfrieren bei -20 °C verfüttert wird.

Giftiges Gemüse und Obst sind:

  • Avocado
  • Nachtschattengewächse (Tomaten, Aubergine, rohe Kartoffeln, Paprika)
  • Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen, Soja)
  • Zwiebel & Knoblauch
  • Rosinen

Bitte übersehe nicht, dass dein Hund ein Raubtier ist. Er ist also ein klarer Fleischfresser! Deswegen solltest du deinen Hund nicht vegetarisch oder vegan ernähren, solange es keine gesundheitlichen Gründe dafür gibt.

Gewürze Von Gewürzen solltest du fernbleiben. Auch brauchst du das Futter nicht zusätzlich zu salzen. Dein Hund nimmt ausreichend davon über Fleisch und Gemüse.

Schokolade Schokolade und Kakao hat Theobromin. Dieser Stoff kann sogar bei kleinen Mengen bei Hunden zum Tod führen. Auf folgender Seite findest du weitere Lebensmittel, die dein Hund nicht bekommen sollte: Was dürfen Hunde nicht essen?

So geht die BARF Umstellung

Auch wenn manche Hunde keine Probleme mit der Umstellung haben, hat es sich bewährt, es langsam anzugehen. Manche Hunde können störrischer sein als andere. Auch hier ist dein Einfühlungsvermögen gefragt, denn jeder Hund ist anders.

Stelle dich also darauf ein, dass die ersten Tage für dich und deinen treuen Freund schwierig sein können. Wenn die „Krise" vorbei ist, wird es dir dein Hund mit Sicherheit danken. Bitte bedenke auch, dass manche Hunde auf eine Futterumstellung empfindlich reagieren. Mögliche vorübergehende Symptome sind zum Beispiel Durchfall, Schleim im Kot, Erbrechen oder ungewohnter Kotgeruch.

Wenn die Symptome nach drei Tagen nicht verschwunden sind, solltest du deinen Tierarzt um Rat fragen. Er kann deinem Hund Präparate verschreiben, die ihm in der Übergangsphase helfen, zum Beispiel bei der Verdauung. Beachte, dass der Organismus deines Hundes Zeit braucht, um sich umzustellen. Vor allem, wenn du deinen Liebling vorher mit Trockenfutter ernährt hast.

Wenn dein Hund sich jahrelang an herkömmliche Futter gewöhnt hat, kann es vorkommen, dass er anfangs Schwierigkeiten mit der Umstellung hat.

  • Lass deinen Hund 1 Tag fasten. Somit hat dein Hund genügend Zeit, das alte Futter komplett aus seinem Körper auszuscheiden.

  • Die ersten Tage mit hellem Fleisch wie Pute, Huhn oder Lamm, leicht gedünstetes Gemüse ernähren. Auch kannst du die Tagesration auf mehrere Mahlzeiten pro Tag verteilen. Falls dein Hund das rohe Fleisch nicht sofort akzeptieren sollte, kannst du es zu Anfang ein wenig aufkochen oder anbraten. Beobachte deinen Hund sehr genau. Sollten keine Auffälligkeiten zu bemerken sein, kannst du zu den weiteren Zutaten übergehen: eine weitere Gemüsesorte hinzufügen oder auch Rindfleisch und Pansen beimengen.

  • Jetzt könntest du die Innereien ausprobieren. Am Anfang empfiehlt es sich, die Ration gering zu halten. Denn manche Hunde brauchen Zeit, sich an Innereien zu gewöhnen. Auch hier ist das Ankochen oder Anbraten eine vorübergehende Alternative für den Übergang.

  • Wenn alles gut geht und dein Hund seelisch und körperlich zufrieden scheint, kannst du langsam Knochen beimischen. Du kannst die Knochen auch als Knochenmehl hinzufügen oder den Knochen wolfen lassen. Die Knochen müssen auf jeden Fall roh sein.

Beachte, dass Knochen den Kot verhärten und die Verdauung erschweren. Hier solltest du deinen Hund sehr genau beobachten. Deswegen ist es zu Anfang ratsamer, weichere Knochen beizumengen. Härtere solltest du bei der Umstellungs-Phase unbedingt vermeiden.

Tag 1: Fasten
Einen Tag fasten lassen, damit der Körper das alte Futter komplett ausscheidet.
Leichtes Fleisch & Gemüse
Mit hellem Fleisch (Pute, Lamm) und gedünstetem Gemüse starten. Auf mehrere Mahlzeiten verteilen.
Innereien einführen
Nach einigen Tagen Innereien in kleinen Mengen beimengen. Anfangs leicht ankochen, falls nötig.
Knochen hinzufügen
Zuletzt weiche Knochen langsam beimischen. Kot beobachten, härtere Knochen erst später.

Wie oft kann ich täglich barfen?

Erwachsene Hunde sollten morgens oder mittags und abends gebarft werden.

Bei bestimmten Erkrankungen ist es besser, wenn dein Hund seine Mahlzeit mehrmals am Tag bekommt. Hier wäre es sinnvoll, wenn du dies mit deinem Tierarzt besprechen würdest. Nach dem Füttern sollte dein Hund sich mindestens eine Stunde ausruhen. Also nicht spielen oder Gassi gehen! Anstrengende Bewegungen können eine Magendrehung verursachen, da der Magen noch voll ist.

Ein Cartoon einer Hundefamilie, in dem der erwachsene Hund eine „Anleitung" zu Fütterungszeiten für Hunde und Welpen gibt. Der Text enthält „Tipps" zur Häufigkeit und Ruhe nach den Mahlzeiten. Der erwachsene Hund gibt Ratschläge zum „Barfen", umgeben von neugierigen Welpen, die alles in sich aufnehmen. Du solltest nach der Umstellung deinen Hund auf seine äußere Erscheinung und seiner inneren Prozesse sehr genau beobachten.

Der Organismus deines Hundes kann in der Umstellungsphase vorübergehend empfindlich reagieren. Dazu können wie erwähnt Durchfall, Schleim im Kot, Erbrechen oder ungewohnter Kotgeruch gehören. Solche Beschwerden sollten sich nicht einfach über Wochen hinziehen. Wenn dein Hund sich deutlich verschlechtert oder Symptome anhalten, sollte das tierärztlich abgeklärt werden, statt es als normale Übergangsphase abzutun. Bei Symptomen wie anhaltender Durchfall oder regelmäßiges Erbrechen solltest du allerdings Kontakt mit deinem Tierarzt aufnehmen, um andere Krankheiten auszuschließen bzw. vorzeitig behandeln lassen zu können. Bei Rohfütterung kann dein Hund weniger Stuhlgang haben als gewohnt. Das ist ganz normal, denn er kann jetzt seine Nahrung viel besser verwerten.

Wichtige Merkmale Falls dein Hund weißen Stuhlgang haben sollte, kann das von den beigemengten Knochen kommen. Bei anhaltendem weißen Kot und/oder Schwierigkeiten beim Stuhlgang, musst du das Fleisch- und Gemüseanteil erhöhen. Hat dein Hund Verstopfungen? Das könnte am hohen Knochenanteil liegen. Hier kannst du deinem Hund Kürbisfleisch geben, um es zu lösen. Lass ihn danach fasten bis sein Stuhlgang erfolgt ist. Falls die Verstopfung zu stark sein sollte, suche sofort deinen Tierarzt auf! Am Anfang kann dein Hund auch Durchfall bekommen. Hier musst du gut unter wässrigem Kot und weichem Kot unterscheiden. Weicher Stuhlgang normalisiert sich mit der Zeit. Sollte der Kot stark wässrig sein oder der Durchfall länger anhalten, suche deinen Tierarzt auf!

Schleim um den Kot herum erfolgt nach einer Rohfutterumstellung. Auch Milchprodukte können dazu führen. Hier ist es ratsam, wenn du eine Weile auf die Fütterung mit Milchprodukten verzichtest. Falls der Schleim um den Stuhlgang herum trotz der vorgenommenen Maßnahmen regelmäßig auftauchen sollte oder gar nicht abklingt, suche bitte deinen Tierarzt auf!

Durchfall
Weicher Stuhlgang ist normal und klingt ab. Bei wässrigem Durchfall über 3 Tage zum Tierarzt.
Schleim im Kot
Häufig nach der Umstellung. Milchprodukte können es verstärken, ggf. weglassen.
Juckreiz & Hautprobleme
Nicht als normale Entgiftung abtun. Wenn solche Symptome neu auftreten oder stärker werden, tierärztlich abklären.
Ohren- & Augenausfluss
Keine typische Pflichtreaktion auf BARF. Bei Verschlechterung oder anhaltenden Beschwerden den Tierarzt konsultieren.
Erbrechen
Gelegentlich in den ersten Tagen normal. Bei anhaltendem Erbrechen sofort zum Tierarzt.

Wenn du noch mehr über das Barfen erfahren möchtest, empfehlen wir unseren Barfen für Anfänger Kurs in der Hundeo App.

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Hast du aufgepasst?

Frage 1 von 3

Wie viel Futter braucht ein großer Hund beim Barfen pro Tag?

Häufig gestellte Fragen

Enrico Bachmann

Geschrieben von

Enrico Bachmann

Gründer & Zertifizierter Ernährungsberater

Hundeo GründerZertifizierter Ernährungsberater für HundeExperte für belohnungsbasiertes Training

Enrico gründete Hundeo, nachdem er sich seit der Adoption von Nacho im Sommer 2016 intensiv mit Hundeernährung, Allergien und später auch Training beschäftigte. Aus eigenen Hundefutter-Tests und Gesprächen mit Tierärzten und weiteren Experten entstand zuerst eine Website, später die Hundeo-App.

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