Du möchtest endlich mehr über das Barfen wissen? Wie es genau funktioniert und was du beachten musst? Was es kostet und welche Ausrüstung du für den Anfang brauchst? Das und noch viel mehr zeige ich dir in diesem umfangreichen Ratgeber. Sei also gespannt!

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BARF steht für die artgerechte Rohernährung für Hund & Katze
Obwohl diese Methode eigentlich für Haushunde entwickelt wurde, wird sie heute auch bei Hauskatzen angewendet. Bei dieser Fütterungsmethode wird der Hund nur mit rohem Fleisch, Knochen, Gemüse oder Getreide gefüttert.
... und wofür steht BARF? Die Abkürzung BARF stand ursprünglich für „Born-Again Raw Feeders“, später für „Bones And Raw Foods“. Auf Deutsch bedeutet es „Biologisch Artgerechtes Rohes Futter“. Was ist der Hintergrund? Unser treuer Freund stammt bekanntlich vom Wolf ab. Ursprünglich ernährte er sich von rohem Fleisch, Aas, Beeren und Wurzeln. Der Magen unserer Vierbeiner ist auch heute noch sehr gut an die Fütterung mit Rohfleisch angepasst.
▶ Ideal für Hunde mit Allergien und Unverträglichkeiten. Beim Barfen stellst Du alle Zutaten selbst zusammen. So kannst Du sie perfekt auf die Bedürfnisse Deines Hundes abstimmen. Wenn Dein Hund auf bestimmte Zutaten allergisch reagiert, kannst Du sie einfach weglassen und durch eine Alternative ersetzen.
▶ Weniger Parasiten Rohes Fleisch sorgt dafür, dass der pH-Wert im Magen Deines Hundes deutlich sinkt. Dadurch finden Parasiten wie Würmer nicht mehr die nötige Grundlage, um sich zu ernähren.
▶ Gesündere Zähne Hunde, die mit industriell hergestelltem Futter gefüttert werden, bekommen mit der Zeit oft Zahnprobleme. Barfen dagegen fördert durch das Nagen und Kauen an den Knochen eine optimale Zahnpflege. Es hilft, Zahnstein vorzubeugen.
▶ Stärkere Muskulatur Rohes Fleisch versorgt deinen Hund mit wichtigen Nährstoffen. Dadurch entwickelt sich seine Muskulatur sehr gut.
▶ Weniger Mundgeruch Manche Hunde haben einen unangenehmen Maul- und Körpergeruch. Meist sind die Zusatzstoffe im Nass- oder Trockenfutter dafür verantwortlich. Wer barft, wird nach einiger Zeit feststellen, dass dieser starke Geruch nachlässt oder sogar ganz verschwindet.
▶ Besserer Kotabsatz Durch das Barfen kann Dein Hund das Futter natürlicher verwerten und verdauen. Dadurch verringert sich in der Regel seine Kotmenge.
▶ Geringeres Risiko für Magendrehung Die eigentliche Ursache für Magendrehungen konnte bisher nicht geklärt werden. Man vermutet aber, dass der zu hohe Getreideanteil in manchen Hundefuttersorten ein Grund sein könnte. Denn das Futter quillt im Magen auf.
Einige Theorien gehen davon aus, dass diese Dehnung des Magens die Bedingungen für eine Magendrehung begünstigt. Im Gegensatz dazu nimmt ein gut abgestimmtes Futter mit rohem Fleisch und Gemüse oder Getreide weniger Platz im Magen ein und könnte somit das Risiko einer Magendrehung verringern.
▶ Über- und Unterdosierung von Nährstoffen Beim Barfen besteht die Gefahr, dass der Hund durch Unter- oder Überdosierung von Nährstoffen keine ausgewogene Nahrung aufnehmen kann. Vor allem Welpen und Junghunde können in ihrer Wachstumsphase durch Mangelernährung schwerwiegende Schäden erleiden. Zum Beispiel Missbildungen des Knochenbaus.
▶ Infektionsgefahr durch resistente Keime Vor allem in der Massentierhaltung werden immer häufiger Antibiotika in hohen Dosen eingesetzt, um Infektionen vorzubeugen. Dies führt jedoch dazu, dass Keime immer resistenter werden. Diese multiresistenten Keime können über die Rohfütterung auf den Hund und damit auf den Menschen übertragen werden. Die Tatsache, dass resistente Keime im Darm des Menschen leben, bedeutet nicht, dass eine akute Gefahr besteht. Gefährlich kann es aber werden, wenn es zu einer Infektion kommt und eine Behandlung mit Antibiotika notwendig wird.
Auch wenn Barfen auf den ersten Blick teuer erscheint. Das muss nicht sein. Es gibt immer Möglichkeiten, qualitativ hochwertige Zutaten zu einem fairen Preis zu kaufen.
Das Barfen ist nicht teurer als ein hochwertiges Bio Hundefutter. Bedenke auch, dass du dich nicht mehr mit den „heimtückischen“ Deklarationen mancher Futtermittel auseinandersetzen musst. Zeit ist auch Geld. Weiter unten zeige ich dir noch ein paar Beispiele und auch Produkte, damit du die genauen Kosten einschätzen kannst. Bevor Du Dich für das Barfen entscheidest, solltest Du mit Deinem Tierarzt oder einem Ernährungsberater mögliche Grunderkrankungen wie Allergien abklären. Wenn Du einen chronisch kranken Hund hast, solltest Du Dich von einer Fachperson beraten lassen. Denn in manchen Fällen ist es besser, das Futter zu kochen, als es roh zu füttern.
In den folgenden Abschnitten erklären wir dir genau, wie du deinen Barfplan aufstellst. Wie und wo du die Zutaten aufbewahrst. Welche Grundausstattung du brauchst und wie du den Kalorienbedarf errechnest.
Welche Futtermittel gut sind und welche nicht und wie du die Ernährung umstellen kannst. Dann fangen wir mal an: Damit dein Hund sich gesund und ausgewogen ernähren kann, braucht er wie sein Ahne – der Wolf – alle notwendigen Bestandteile seiner Beute. Auch der Wolf ernährt sich von Früchten (z.B. Beeren) und Gemüse.
Die Bestandteile des Barfens sind also: Muskelfleisch, Innereien, Gemüse, Obst, ab und zu Knochen. Außerdem Fette, Öle und Mineralstoffe. Diese können dem Futter beigemischt werden.
Tierische Erzeugnisse 80%
durchwachsen
50%
Pansen, Blättermagen
20%
Innereien
15%
15%
Pflanzliche Erzeugnisse 20%
Gemüse
75%
Obst
25%
Tierische Erzeugnisse 70%
durchwachsen
50%
Pansen, Blättermagen
15%
Innereien
15%
20%
Pflanzliche Erzeugnisse 30%
Gemüse
40%
Getreide
40%
Obst
20% Bitte beachte bei der Zusammensetzung der Zutaten, dass der Fettgehalt ausgewogen ist. Er sollte bei 15% – 25% liegen. Bei erhöhter Aktivität kann es höher sein als 15%, sollte aber max. 25% nicht überschreiten. Ansonsten wird die Bauchspeicheldrüse deines Hundes überfordert bzw. er kann unter Übergewicht leiden.
Bei Hunden im Wachstum sollte der Fettgehalt ca. 15% sein. Eine zu hohe Energiezufuhr führt zu schnellerem Wachstum, was in späteren Jahren zu gesundheitlichen Problemen führen kann. Auch trächtige bzw. laktierende Hündinnen sollten mehr Fett bekommen. Dagegen sollten Hunde mit z.B. einer Bauchspeicheldrüsenerkrankung weniger Fett bekommen. In solchen Ausnahmefällen ist es immer ratsam, wenn du dies vorher mit einem fachkundigen Ernährungsberater oder deinem Tierarzt abstimmst. Den optimalen Fettwert kannst du übrigens mit unserem**Fettrechner für Hunde** berechnen.
Wichtig ist, dass die hier angegebenen Werte und Empfehlungen als allgemeine Richtwerte für ausgewachsene gesunde Hunde gelten. Sollte dein Hund eine chronische Krankheit haben, empfehlen wir dir, mit deinem Tierarzt Absprache zu halten.
Je mehr Hunde Du hast, desto mehr Zeit brauchst Du. Auch eventuelle Krankheiten können Deinen Zeitplan am Anfang belasten, da Du auch andere Dinge berücksichtigen musst.
Für einen kleinen Hund brauchst Du natürlich viel weniger Zeit als für einen großen. Deshalb ist es am besten, wenn Du Dir am Anfang viel Zeit nimmst. Bitte bedenke auch, dass das Portionieren anfangs auch mehr Zeit in Anspruch nehmen wird, bis Du Deinem Liebling sein Essen „servieren“ kannst. Dies kann bis zu zwei Stunden dauern.
Mit zunehmender Erfahrung wirst Du das aber nach und nach in den Griff bekommen. Es wird also schnell gehen!
Du kannst die Zutaten portionsweise in Frischhaltebeuteln, Vakuumbeuteln oder Gefrierbehältern aufbewahren. Gefrierdosen kannst du nach dem Auftauen auch direkt als Schüssel verwenden. Generell gelten für die Aufbewahrung die gleichen Regeln wie für Fleisch oder Lebensmittel für den eigenen Verzehr. Fleisch sollte unbedingt kühl gelagert und erst kurz vor der Verarbeitung aus dem Kühlschrank genommen werden.
Tiefgefrorenes Fleisch sollte man einen Tag im Kühlschrank auftauen lassen. Die Bundestierärztekammer empfiehlt, Frischfleisch nur nach ausreichender Erhitzung (70 °C Kerntemperatur für 5-10 Min.) oder nach mindestens 4-tägiger Tiefkühlung bei -20 °C zu verfüttern.
Bitte unbedingt die Hygiene- und Temperaturvorschriften beachten! Besonders an heißen Sommertagen!

Du bist dir noch unsicher, welche Menge dein Hund benötigt? Zum Glück ist das beim Barfen nicht so schwer. Unten findest du dir Formel, wie viel Fleisch pro Kilo dein Hund benötigt.
Die Berechnung ist zum Glück keine Raketenwissenschaft
Der Grundbedarf an Futter gemessen am Körpergewicht:
Als Beispiel: Körpergewicht eines großen Hundes: 55 kg2% →** 55 * 2/100 = 1,100 kg3% → 55 * 3/100 = 1,650 kg Der Grundbedarf eines 55 kg schweren großen Hundes liegt somit zwischen 1,100 kg und 1,650 kg.
Willst du deine eigenen Berechnung machen? Dann empfehle ich dir unseren kostenlosen Barf Rechner. Hier kannst du die optimale Futtermenge pro Tag und Woche bequem ausrechnen lassen.
Mehr zu diesem Thema findest du in unseren Artikel „Wie du die richtige Futtermenge selbst berechnest„ So wie bei uns ist es für Deinen Hund gesünder, wenn er qualitativ hochwertiges Bio-Fleisch bekommt. Bei hochwertigem Fleisch verzichtet der Züchter auf unnötige Medikamenten wie Antibiotika und setzt auf Weidehaltung. Das wirkt sich natürlich auch auf die Qualität des Fleisches aus. Dadurch sind die Nährstoffe viel ausgewogener und können von deinem Hund direkt aufgenommen werden.
Für kleine Hunde reichen Packungen von etwa 200 Gramm. Günstiger ist es für Dich, wenn Du größere Packungen kaufst und diese dann zu Hause entsprechend portionierst. Inzwischen gibt es auch Barf-Fachgeschäfte, die das Futter in handlichen Größen liefern. Diese kannst Du dann im Gefrierfach aufbewahren und bei Bedarf einzeln auftauen.
▶ Muskelfleisch Muskelfleisch hat neben Wasser und Fett auch wichtige Mineralien und Proteine.
▶ Innereien Enthalten viel Eisen, Kupfer, Biotin, Vitamin A und B.
▶ Pansen Enthalten vorverdaute pflanzliche Stoffe. Diese fördern die Verdauung Deines Hundes. Hier ist am besten Rinder-Pansen angesagt. Falls Dein Hund allergisch sein sollte, kannst Du auch Lamm-Pansen ausprobieren. Mehr dazu in unseren großen Pansen Ratgeber.
▶ Knochen Sind optimal für die Zahnpflege. Sie enthalten Eisen, Fett, Enzyme und Calcium.
Brustknochen von Rind, Kalb, Lamm, Kaninchenknochen und Rehbeine mit Fell immer roh füttern, damit sie nicht splittern!
▶ Fisch Enthält Fettsäuren, Jod und verschiedene Vitamine. Allerdings enthält es auch Vitamin B1 spaltende Enzyme. Um eine Vitamin B1-Unterversorgung zu vermeiden, solltest Du Deinen Hund nur einmal in der Woche mit Fisch ernähren. Die Vierbeiner haben übrigens eine Vorliebe für Lachs, Hering, Makrele und Stinte.
▶ Milchnebenprodukte Manche Hunde vertragen die Laktose in der Milch nicht. Deswegen wäre es besser, wenn Du zum Beispiel auf Joghurt, (Hütten-)Käse und Quark greifen würdest. Milchprodukte enthalten viel Calcium und Eiweiß. Ab und an Deinen Hund mit etwas davon zu ernähren, ist sehr sinnvoll.
▶ Eier Grundsätzlich wird empfohlen, dass das Eiklar nicht im Napf sein sollte. Bei zu häufiger Fütterung damit, kann es zu Biotin-Mangelerscheinungen wie stumpfes Fell, Hauterkrankungen kommen. Das Eigelb dagegen ist reichhaltig an Vitaminen, Fettsäuren und Spurenelementen. Auch kannst Du Deinem Hund die Eierschale beimischen. Sie ist reich an Calcium. Du kannst Deinen Hund 2 bis 3 Eier pro Woche geben.
▶ Öl Öle können die Ernährung Deines Hundes ergänzen. Sie sind dafür zuständig, die fettlöslichen Vitamine aus der Nahrung zu lösen. Außerdem enthalten sie Linolsäure und Alpha-Linolensäure, die der Organismus Deines Hundes nicht selbst erzeugen kann. Sie fördern Nervensystem, Gehirnentwicklung, Sehvermögen, Fruchtbarkeit, Hautzustand und sorgen für ein intaktes Immunsystem.
Wirklich empfehlen können wir für Hunde Lachsöl, Hanföl oder Kürbiskernöl
Das Öl sollte immer kaltgepresst sein. Ansonsten sind diese Säuren zerstört.
▶ Obst und Gemüse Hunde können die Zellwände von Pflanzen nicht aufspalten. Deswegen solltest du das Gemüse oder den Obst immer pürieren. Achte auch darauf, dass Gemüse oder Obst reif bzw. überreif ist. Große und mittelgroße Obstsorten solltest Du vor dem pürieren immer entkernen. Die Kerne haben Blausäure, die sehr giftig für Deinen Hund ist. Dem Gemüse oder Obst immer ein wenig Öl beimengen. Denn viele der enthaltenen Vitamine sind nur fettlöslich. Diese kann Dein Hund ohne Öl nicht in seinem Organismus aufnehmen.
▶ Getreide und Kohlenhydrate Wenn Dein Hund sehr viel Energie verbraucht und bei einer normalen Portionierung ohne Getreide Gewicht verlieren sollte, kannst Du bis zu 40% des Gemüse/Obst-Anteils mit 40% Getreide ersetzen. Falls Dein Hund eine Gluten-Allergie hat, kannst Du Reis, Hirse, Amaranth und Haferflocken beimischen. Die sind alle Glutenfrei. Als Zusatz macht noch Seealge oder Seealgenmehl für die Barf Ernährung Sinn. Da dein Hund in den meisten Fällen nicht genug Jod über die Ernährung aufnehmen kann. Den optimalen Wert für die Zugabe von Seealgen und Jodbedarf kannst du übrigens in unseren Seealgen Rechner genau berechnen.
▶ Rohes Schweinefleisch Der im Schweinefleisch enthaltene Aujeszky-Virus kann beim Hund zu einer tödlichen Pseudowut führen. Deswegen gib Deinem Liebling auch keine Produkte vom Schwein wie Schinken, Salami & Co.
▶ Kehlkopffleisch und Schilddrüsengewebe Die darin enthaltenen Hormone können die Schilddrüse Deines Hundes aus dem Gleichgewicht bringen.
Die Bundestierärztekammer empfiehlt, dass frisches Fleisch nur nach ausreichendem Erhitzten (70 °C Kerntemperatur über 5-10 Min.) bzw. nach mind. 4 Tage langem Einfrieren bei – 20 °C verfüttert wird.
▶ Giftiges Gemüse und Obst sind:
Bitte übersehe nicht, dass Dein Hund ein Raubtier ist. Er ist also ein klarer Fleischfresser!Deswegen solltest Du, solange es keine gesundheitlichen Gründe dafür gibt, Deinen Hund nicht vegetarisch bzw. vegan ernähren.
▶ Gewürze Von Gewürzen solltest Du fern blieben. Auch brauchst Du das Futter nicht zusätzlich zu salzen. Dein Hund nimmt ausreichend davon über Fleisch und Gemüse.
▶ Schokolade Schokolade und Kakao hat Theobromin. Dieser Stoff kann sogar bei kleinen Mengen bei Hunden zum Tod führen. Auf folgender Seite findest du weitere Lebensmittel, die dein Hund nicht bekommen sollte: Was dürfen Hunde nicht essen?
Auch wenn manche Hunde keine Probleme mit der Umstellung haben, hat es sich bewährt, es langsam anzugehen. Manche Hunde können störrischer sein als andere. Auch hier ist dein Einfühlungsvermögen gefragt, denn jeder Hund ist anders.
Stelle dich also darauf ein, dass die ersten Tage für dich und deinen treuen Freund schwierig sein können. Wenn die „Krise“ vorbei ist, wird es dir dein Hund mit Sicherheit danken. Bitte bedenke auch, dass dies eine Phase ist, in der dein Hund „entgiftet“ wird. Deshalb können folgende Symptome auftreten: Durchfall, Schleim im Kot, Juckreiz, Hautprobleme, Ohren- und Augenausfluss, Erbrechen oder übler Geruch.
Wenn die Symptome nach drei Tagen nicht verschwunden sind, solltest du deinen Tierarzt um Rat fragen. Er kann deinem Hund Präparate verschreiben, die ihm in der Übergangsphase helfen, zum Beispiel bei der Verdauung. Beachte, dass der Organismus deines Hundes Zeit braucht, um sich umzustellen. Vor allem, wenn du deinen Liebling vorher mit Trockenfutter ernährt hast.
Wenn Dein Hund sich jahrelang an herkömmliche Futter gewöhnt hat, kann es vorkommen, dass er anfangs Schwierigkeiten mit der Umstellung hat.
Lass Deinen Hund 1 Tag fasten. Somit hat Dein Hund genügend Zeit, das alte Futter komplett aus seinem Körper auszuscheiden.
Die ersten Tage mit hellem Fleisch wie Pute, Huhn oder Lamm, leicht gedünstetes Gemüse ernähren. Auch kannst Du die Tagesration auf mehrere Mahlzeiten pro Tag verteilen. Falls Dein Hund das rohe Fleisch nicht sofort akzeptieren sollte, kannst Du es zu Anfang ein wenig aufkochen oder anbraten. Beobachte Deinen Hund sehr genau. Sollten keine Auffälligkeiten zu bemerken sein, kannst Du zu den weiteren Zutaten übergehen, z.B. eine weitere Gemüsesorte hinzufügen oder auch Rindfleisch, Pansen beimengen**.
Jetzt könntest Du die Innereien ausprobieren. Am Anfang empfiehlt es sich, die Ration gering zu halten. Denn manche Hunde brauchen Zeit, sich an Innereien zu gewöhnen. Auch hier ist das Ankochen oder Anbraten eine vorübergehende Alternative für den Übergang.
Wenn alles gut geht und Dein Hund seelisch und körperlich zufrieden scheint, kannst Du langsam Knochen beimischen. Du kannst die Knochen auch als Knochenmehl hinzufügen oder den Knochen wolfen lassen. Die Knochen müssen auf jeden Fall roh sein.
Beachte, dass Knochen den Kot verhärten und die Verdauung erschweren. Hier solltest Du Deinen Hund sehr genau beobachten. Deswegen ist es zu Anfang ratsamer, weichere Knochen beizumengen. Härtere solltest Du bei der Umstellungs-Phase unbedingt vermeiden.
Erwachsene Hunde sollten morgens oder mittags und abends gebarft werden.
Bei bestimmten Erkrankungen ist es besser, wenn Dein Hund seine Mahlzeit mehrmals am Tag bekommt. Hier wäre es sinnvoll, wenn du dies mit Deinem Tierarzt besprechen würdest. Nach dem Füttern sollte Dein Hund sich mindestens eine Stunde ausruhen. Also nicht spielen oder Gassi gehen! Anstrengende Bewegungen können eine Magendrehung verursachen, da der Magen noch voll ist.
Du solltest nach der Umstellung Deinen Hund auf seine äußere Erscheinung und seiner inneren Prozesse sehr genau beobachten.
Der Organismus Deines Hundes wird in den folgenden Monaten eine sogenannte „Entgiftungs-Phase“ durchgehen. Die Symptome können wie schon erwähnt Durchfall, Schleim im Kot, Juckreiz, Hautprobleme, Ohren- und Augenausfluss, Erbrechen oder übler Geruch sein. Dieser Entgiftungsprozess kann je nach Symptom lange dauern. Hier musst Du durchhalten! Auch kann Dein Tierarzt Dir einige natürliche Mittel verschreiben, um Deinem Hund die Übergangsphase zu erleichtern. Bei Symptomen wie anhaltender Durchfall oder regelmäßiges Erbrechen solltest Du allerdings Kontakt mit Deinem Tierarzt aufnehmen, um andere Krankheiten auszuschließen bzw. vorzeitig behandeln lassen zu können. Bei Rohfütterung kann Dein Hund weniger Stuhlgang haben als gewohnt. Das ist ganz normal, denn er kann jetzt seine Nahrung viel besser verwerten.
Wichtige Merkmale Falls Dein Hund weißen Stuhlgang haben sollte, kann das von den beigemengten Knochen kommen. Bei anhaltendem weißen Kot und/oder Schwierigkeiten beim Stuhlgang, musst Du das Fleisch- und Gemüseanteil erhöhen. Hat Dein Hund Verstopfungen? Das könnte am hohen Knochenanteil liegen. Hier kannst Du Deinem Hund Kürbisfleisch geben, um es zu lösen. Lass ihn danach fasten bis sein Stuhlgang erfolgt ist. Falls die Verstopfung zu stark sein sollte, suche sofort Deinen Tierarzt auf! Am Anfang kann Dein Hund auch Durchfall bekommen. Hier musst Du gut unter wässrigem Kot und weichem Kot unterscheiden. Weicher Stuhlgang normalisiert sich mit der Zeit. Sollte der Kot stark wässrig sein oder der Durchfall länger anhalten, suche Deinen Tierarzt auf!
Schleim um den Kot herum erfolgt nach einer Rohfutterumstellung. Auch Milchprodukte können dazu führen. Hier ist es ratsam, wenn Du eine Weile auf die Fütterung mit Milchprodukten verzichtest. Falls der Schleim um den Stuhlgang herum trotz der vorgenommenen Maßnahmen regelmäßig auftauchen sollte oder gar nicht abklingt, suche bitte Deinen Tierarzt auf!
Auch wenn am Anfang alles etwas kompliziert erscheint: Du wirst schnell merken, dass Du mit Einfühlungsvermögen und aufmerksamer Beobachtung auch diese Hürde meistern wirst. Außerdem wird die Bindung zwischen Euch wachsen. Deinem Liebling wird es schmecken, er wird sich rundum wohlfühlen und lange gesund bleiben.
Wenn Du noch mehr über das Barfen erfahren möchtest, dann empfehle unseren Barfen für Anfänger Kurs in unserer**Hundeo App** an.
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