Bierhefetabletten Hund

Bierhefe für Hunde – Wirkung und Anwendungsgebiete

Meine Daisy hatte vor einem Jahr Probleme mit ihrem Fell. Es glänzte nicht mehr so wie früher und sie hatte auch mehr Haarausfall als üblich.

Als ich sie deswegen zu meinem Tierarzt brachte, wurde sie gründlich untersucht. Mein Tierarzt versicherte mir danach, dass sie gesundheitlich fit ist und das Problem wohlmöglich am Futter liegen könnte.

Er empfahl mir das Futter zu wechseln. Als Nahrungsergänzungsmittel gab er mir noch eine Packung Bierhefe mit und riet mir es regelmäßig zu verabreichen, weil es während des Fellwechsels eine unterstützende Wirkung hat.

Tatsächlich bekam Daisy nach etwa zwei Monaten ein gesünderes Fell. Auch beim Fellwechsel fielen nicht mehr so viel Haare ab wie davor. Das machte sich am meisten beim Bürsten bemerkbar. An der Bürste hingen nicht mehr so viel Haare wie zuvor.

Nach weiteren Recherchen wurde mir klar: Bierhefe hilft nicht nur für ein glänzendes Fell. Wo Du Bierhefe noch alles anwenden kannst und was sie bewirkt habe ich Dir hier zusammengefasst.

Was ist Bierhefe?

Bierhefe besteht aus kugeligen, einzelligen Hefepilzen. Das sind Kleinstlebewesen, die sich durch Sprossung vermehren. 

Bierhefe ist ein Abfallprodukt, das bei der Bierherstellung entsteht. Sie schwimmt nach der Fermentation auf dem Bier als Bierschlamm. Bei den meisten Biersorten filtern Hersteller die Bierhefe heutzutage heraus. Die bei der Gärung entstandenen Hefeteilchen trüben das Bier und machen es weniger lang haltbar. 

Aber auch heute gibt es Biersorten, in denen Hefe enthalten ist. Dazu gehören hefetrübes Weißbier oder Zwickelbier.

Geschichte eines Naturheilmittels

1725 meinte der Arzt Dr. J. F. Heckel: „Brauereien sind die vornehmsten Apotheken.“ 

Er wusste von der gesunden Wirkung des Biers, wie so viele Gelehrte und Mediziner vor und nach ihm. 

Nicht das Bier selbst ist so gesund, sondern die darin enthaltene Hefe. Die vielen wertvollen Eigenschaften kannten die Menschen schon vor 5000 Jahren. 

Somit ist der Einsatz von Bierhefe als Arznei so alt wie das Bierbrauen selbst. In Mesopotamien und im Alten Ägypten setzten die Menschen den Bierschlamm für Wunden und Hautkrankheiten ein. 

Das Wissen um die Wirkung der Hefe setzte sich in der griechischen Antike fort. Hippokrates, der Begründer der modernen Medizin, wusste das Mittel zu schätzen. 

Auch ab dem späten Mittelalter verwendeten Ärzte die Bierhefe als Medizin und Anti-Aging-Mittel. Sie durfte bei den Rezepturen von Paracelsus und Hildegard von Bingen nicht fehlen. 

Wissenschaftliche Studien machten Hersteller auf die gesundheitliche Wirkung der Bierhefe aufmerksam. Deshalb wird sie nicht mehr als Restprodukt weiterverarbeitet, sondern gezielt hergestellt und als Flocken, Pulver oder Tabletten auf den Markt gebracht. 

Heute wächst das Sortiment der Bierhefeprodukte. Als Kosmetikmittel oder Nahrungsergänzung hat sie viele Menschen überzeugt. Hundebesitzer können die Vorzüge mit ihren Vierbeinern teilen.

Inhaltsstoffe

Bierhefetabletten

Bierhefe ist ein reines Naturprodukt und enthält keine chemischen Zusätze. Die wichtigsten Gruppen von Inhaltsstoffen sind:

  • B-Vitamine
  • Aminosäuren
  • Mineralstoffe
  • Antioxidantien
B-Vitamine sind wichtig für viele Körperfunktionen wie Stoffwechsel und Zellaufbau. Allerdings speichert der Hundekörper die Vitamine unzureichend, weshalb unsere Vierbeiner sie regelmäßig durch die Nahrung oder Präparate aufnehmen müssen. 
 
Aminosäuren, die Bausteine des Lebens, sind bedeutend für Stoffwechsel, Muskel- und Zellaufbau. Der Körper bildet keine essenziellen Aminosäuren, sondern sie gelangen wie die B-Vitamine über die Nahrung in den Körper. 
 
Bierhefe enthält viele lebensnotwendige Mineralstoffe, die für eine Vielzahl von Funktionen des Körpers verantwortlich sind. Von den Mineralstoffen gibt es zwei Gruppen: Spurenelemente und Mengenelemente. Zu den Spurenelementen in der Hefe gehören Eisen, Zink und Selen. Die Mengenelemente beinhalten Natrium, Kalzium, Magnesium und Kalium. 
 
Zu den Antioxidantien gehört unter anderem Vitamin E, das Zellen vor freien Radikalen schützt. Diese schädlichen Moleküle sind für eine Vielzahl von Krankheiten mitverantwortlich. 
 
Bierhefe ist außerdem fettarm, zucker- und cholesterinfrei. 
 

Wirkung und Anwendungsgebiete

Gesundheit

Die Bierhefe ist ein Allroundtalent. Da sich in Bierhefe so viele wertvolle Stoffe befinden, ist sie eine ideale Ergänzung zum Hundefutter. So sehr wir uns als Hundebesitzer bemühen, unseren Vierbeinern stets die beste Nahrung zu bieten, kaum ein Ernährungsplan ist perfekt. Und selbst die beste Fütterung kann nicht vor jeder Krankheit schützen. 

Bierhefe kann beides: Vorbeugend wirken oder einen Mangel ausgleichen. Wenn Du sie Deinem Vierbeiner regelmäßig verfütterst, entfaltet sich ihre Wirkung. 

Die wichtigsten Anwendungsgebiete sind:

  • Haut- und Fellprobleme
  • Mittel gegen Zecken
  • Diabetes
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Leberprobleme
  • Kleine Wunden

1. Fell und Haut

Trockenes oder struppiges Fell wird schon wenige Tage nach der ersten Einnahme weicher und glänzender. Vor dem Fellwechsel eignet sich neben regelmäßiger Fellpflege die Bierhefe besonders gut, um dem Hundekörper bei der Transformation zu helfen. 

Weiters hilft Hefe bei schuppiger Haut, Flechten, Juckreiz oder Ausschlägen. Neigt Dein Hund zum Beispiel zum Sommerekzem, kann sein Leiden durch ein vorbeugendes Verabreichen von Hefe gelindert werden oder es verschwindet komplett.

2. Zecken

Als Hundebesitzer kommst Du um das Thema Zecken nicht herum. Unter all den lästigen Parasiten, mit denen sich unsere geliebten Vierbeiner herumplagen müssen, ist die Zecke eine besonders unangenehme Art. In den warmen Monaten lauern sie in jeder Wiese und auf jedem Waldstück. Da sie gefährliche Krankheiten übertragen können, sind sie eine ernsthafte Bedrohung für Tier und Mensch. 

Bierhefe hilft. Die Zecken meiden den Hund, weil sie den Geruch der Hefe nicht mögen. Verirrt sich dennoch eine Zecke in das Fell des Hundes, beißt sie oft nicht gleich zu und Du kannst das krabbelnde Tier noch vor dem Biss entfernen. 

Selbst die Bierhefe ist kein perfekter Schutz gegen die kleinen Biester. Wissenschaftliche Studien zu den meisten natürlichen Mitteln zur Zeckenabwehr sind noch selten. 

Es konnte in den durchgeführten Studien nicht herausgefunden werden, welchen Inhaltsstoff in der Hefe die Zecken nicht mögen. Wahrscheinlich ist ein Zusammenspiel mehrerer Stoffe verantwortlich. 

Trotz unvollständigen Datenlage können wir auf Erfahrungsberichte zurückgreifen. Viele Hundebesitzer möchten die Hefe nicht mehr missen. Ein weiterer Vorteil der Bierhefe ist, dass die Zecken keine Resistenz gegenüber der Hefe entwickeln. 

Außerdem lässt sich die Hefe als Naturprodukt mit anderen natürlichen Mitteln kombinieren, um auf der sicheren Seite zu sein. Damit ist es als natürliche Methoden, um das Zeckenproblem in den Griff zu bekommen, absolut empfehlenswert.

Sollte die Bierhefe bei der Bekämpfung von Zecken nicht anschlagen, kannst Du gerne unser Artikel über Schwarzkümmelöl oder Kokosöl studieren.

3. Diabetes

Bierhefe enthält keinen Zucker und eignet sich als Ergänzung für Hunde mit Diabetes. Sie regt die Insulinproduktion des Hundekörpers an.

4. Probleme mit Magen und Darm

Dank der Ballaststoffe hilft Bierhefe bei Verstopfung oder einer aus dem Gleichgewicht geratenen Darmflora. Du kannst sie zur Unterstützung für einen gestressten Darm, zum Beispiel nach der Gabe von Antibiotika, verabreichen. 

5. Leberprobleme

Bei Leberfunktionsstörungen hilft die Bierhefe, den Heilungsprozess anzuregen. Außerdem unterstützt sie die Leber bei ihrem Filterprozess. 

6. Kleine Wunden

Bei trockenen Stellen oder kleineren Wunden kannst Du Bierhefe zur äußeren Anwendung einsetzen. Die Hefe mit etwas Wasser vermischen, damit ein Brei entsteht, und auf die verwundete Stelle auftragen. 

Geschmack und Verabreichung

Die Bierhefe hat einen bitter-würzigen, leicht käsigen Geschmack. Die meisten Hunde tolerieren den Geschmack und nehmen die Hefe gut an. Das Produkt gibt es in verschiedenen Formen, da ist für jeden Hund etwas dabei. 

Egal ob Tabletten, Flocken oder Pulver: Einfach ins Hundefutter mischen und fertig! Manche Hunde fressen die Tabletten auch als Leckerchen.

Du kannst Bierhefe in großen Supermärkten, Reformhäusern, Drogerien, Apotheken, über das Internet oder im Zoofachgeschäft kaufen.

Richtige Dosierung

dosierung

Grundsätzlich ist bei der Dosierung auf die Empfehlungen der Hersteller zu achten. Die Menge hängt vom Gewicht des Hundes ab. 

Am ersten Tag kannst Du weniger Tabletten oder Pulver verabreichen und die Dosis die nächsten Tage steigern. Manche Hunde bekommen leichte Blähungen, aber sobald sich der Körper an die Hefe gewöhnt hat, verschwinden sie wieder. 

Orientierung zur Dosierung: 

  • Kleine Hunde von 5-10 kg: ab 1 g pro Tag 
  • Mittelgroße Hunde von 11-20 kg: ab 1,5 g pro Tag 
  • Große Hunde von 21-40 kg: ab 2 g pro Tag 
  • Sehr große Hunde ab 41 kg: ab 3 g pro Tag 

Wird die Hefe beim Fellwechsel oder als Zeckenmittel verwendet, kann die Dosierung für den gewünschten Zeitraum ein wenig höher ausfallen.

Nachteile und Nebenwirkungen

trauriger hund icon

Bis auf die oben erwähnten Blähungen ganz zu Beginn, können sehr sensible Hunde mit Durchfall reagieren. 

Aber auch dieses Problem löst sich im Normalfall nach der Gewöhnungsphase des Körpers an die Hefe. Sonst sind keine Nebenwirkungen bekannt.

Bitte beachte, dass manche Quellen bei Hunden mit einer Nierenkrankheit eher von der Anwendung von Bierhefe abraten. Hier ist es besser, wenn Du Dich von Deinem Tierarzt oder einem fachkundigen Heilpraktiker beraten lässt.

Wenn Du auf die Dosierungsempfehlungen von Hersteller oder Tierarzt achtest, wirst Du keine weiteren Schwierigkeiten haben.

Dennoch solltest Du bei unerwarteten Nebenwirkungen oder einer auffälligen Verhaltensänderung bei Deinem Hund nicht lange zögern und Deinen Tierarzt einschalten.

Mein Fazit

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Bierhefe eignet sich insbesondere als Nahrungsergänzungsmittel und zur Fell- und Hautpflege. Als Zusatz im Futter entfaltet sich ihre Wirkung von innen. 

Viele Hundebesitzer, die ihren Vierbeinern Bierhefe geben, sind von den Effekten überzeugt. Ich habe mit der Fütterung von Bierhefe für meine Daisy vor etwa einem Jahr begonnen und bin ebenfalls positiv überrascht. Ihr Fell glänzt seitdem besonders schön. 

Da Du mit Bierhefe nicht viel falsch machen kannst und es keine problematischen Nebenwirkungen gibt, empfehle ich, die Bierhefe einfach auszuprobieren. 

Mein absoluter Favorit bei Bierhefe ist die Sorte von AniForte in Tablettenform.

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