Rattengift beim Hund

Rattengift bei Hunden (Symptome bei Vergiftung)

Auch wenn Rattengift zur Bekämpfung von Rattenplagen nützlich ist, kann es zu großen Problemen führen. Denn nicht nur für Ratten ist dieses Gift tödlich, sondern auch für andere Lebewesen. Wie zum Beispiel für unsere geliebten Hunde.

Egal, ob das Ausstreuen des Gifts nicht richtig gekennzeichnet oder es von Hundehassern bewusst ausgelegt wurde: 

Hat dein Hund Rattengift gefressen, musst du schnell handeln.

Auch wenn dein Liebling anfangs noch keine Symptome zeigt, darfst du auf keinen Fall zögern. Eine Vergiftung kann nämlich bis zu 48 Stunden ohne Beschwerden verlaufen. Und wenn die ersten Symptome auftreten, kann es schon zu spät sein.

Zum Glück kannst du deinem Hund auch schon helfen, bevor du den Tierarzt erreicht hast: Kohletabletten machen einen Teil des Gifts unschädlich und erhöhen so die Chancen, dass dein Vierbeiner keine bleibenden Schäden davonträgt. Sie ersetzen aber keinesfalls die Behandlung beim Tierarzt!

Warum ist Rattengift gefährlich?

Rattengift, auch Rodentizid genannt, wird für die Beseitigung von Rattenplagen eingesetzt. Die unerwünschten Gäste verwechseln das Gift mit Nahrung und fressen es. 

Der Wirkstoff Cumarine ist gerinnungshemmend und wirkt ohne Gegengift tödlich. Sobald er über die Darmwand aufgenommen wird und ins Blut gelangt, hindert er die Herstellung von Vitamin K in der Leber. Dadurch wird die Blutgerinnung gestört und die Tiere verbluten innerlich.

Der Wirkstoff wurde synthetisch so verändert, dass er besonders langsam wirkt. Ratten sind sehr intelligente Tiere. Würden sie beobachten, dass ihre Artgenossen etwas fressen und daraufhin sofort sterben, würden sie das in Verbindung bringen und selbst nichts von dem Gift zu sich nehmen. Da sich die Symptome nun aber erst nach einiger Zeit bemerkbar machen, können mehr Ratten auf einmal getötet werden.

Leider halten auch unsere Hunde Rattengift für etwas Essbares. Die Wirkung des Gifts ist dabei dieselbe wie bei Ratten. Die Blutgerinnung wird gehemmt und die Organe werden nach und nach geschädigt. 

Wird die Vergiftung nicht rechtzeitig von einem Tierarzt behandelt, ist sie lebensgefährlich. 

Du darfst also auf keinen Fall Zeit verlieren, wenn du den Verdacht hast, dass dein Hund Rattengift gefressen hat. Als erstes sollte eine medizinische Erstversorgung mit Kohletabletten stattfinden. Und auch der Besuch beim Tierarzt ist in diesem Fall lebenswichtig.

So erkennst du Rattengift

Die Form und Farbe von Rattengift ist deutschlandweit nicht einheitlich und unterliegt auch keinen Normen. Deswegen gibt es sehr viele Arten. 

Das Gift kann die Form von Körnern, Tabletten oder Pellets haben. Es kann sogar ein Paste oder flüssig sein.

Meist ist Rattengift auffällig gefärbt. Die Farben variieren ebenfalls stark. Es kann also in rot, gelb, lila, schwarz, braun, grün, blau oder in jeglichen anderen Farben vorliegen.

Nicht nur das Gift selbst ist für deinen Vierbeiner tödlich. Er kann an einer Vergiftung leiden, ohne es direkt gegessen zu haben. Wenn er eine vergiftete Ratte gefressen hat, kann es zu einer indirekten Vergiftung kommen. 

Das ist jedoch eher selten. Trotzdem solltest du diese Möglichkeit in Erwägung ziehen, wenn dein Liebling eine tote oder geschwächte Ratte gefressen hat.

16 mögliche Symptome

Je nach Giftsorte, aufgenommener Menge, Größe, Alter und Gewicht eines Hundes sowie vergangener Zeit fallen die Beschwerden unterschiedlich stark aus. Welpen, kranke und ältere Hunde reagieren viel stärker auf das Gift und sind somit besonders gefährdet.

Die Symptome zeigen sich in der Regel erst mehrere Stunden nach der Aufnahme des Gifts. Bis zu 48 Stunden kann dein Hund trotz einer Vergiftung keine Beschwerden haben. 

Die erste Reaktion des Körpers auf eine Vergiftung ist das Erbrechen. Im Erbrochenen können sich auch Blut oder Giftkörnchen befinden. Durchfall ist ebenfalls ein mögliches Symptom.

Das Zahnfleisch deines Hundes ist nach einer Vergiftung entweder sehr blass oder extrem rot. Die Zunge ist meist bläulich verfärbt. Eventuell hat dein Hund sogar Schaum vor dem Mund, weil er nun vermehrt Speichel produziert.

Es könnte sein, dass dein Hund sehr unruhig ist und Atembeschwerden, wenn nicht sogar Atemnot hat. Ein unregelmäßiger Puls und Herzrhythmusstörungen können ebenfalls Folgen einer Vergiftung sein.

Ist die Aufnahme des Gifts schon mehrere Stunden her, können Nasenbluten und Blut im Urin auftreten. Die Körpertemperatur ist niedriger als sonst und dein Hund wirkt teilnahmslos sowie apathisch.

Im schlimmsten Fall zittert er am ganzen Körper, hat Krämpfe und wird bewusstlos.

Zusammenfassung der Symptome

  • Erbrechen
  • Durchfall
  • blaue Zunge
  • blasses oder stark gerötetes Zahnfleisch
  • vermehrter Speichel, Schaum vor dem Mund
  • unregelmäßiger Puls
  • Herzrhythmusstörungen
  • unruhige Atmung, Atembeschwerden, Atemnot
  • allgemeine Unruhe
  • Nasenbluten
  • Blut im Urin
  • niedrige Körpertemperatur
  • Zittern
  • Krämpfe
  • Apathie
  • Bewusstlosigkeit

Andere Vergiftungen ausschließen

Es gibt viele verschiedene Ursachen, die ähnliche Symptome auslösen. Damit dein Tierarzt schnell das richtige Gegenmittel verabreichen kann, solltest du ihm sehr detailliert von allen Beschwerden berichten. 

Eine andere mögliche Vergiftung kann durch Schneckengift – auch Schneckenkorn genannt – verursacht worden sein. Dieses Gift wirkt einige Stunden schneller als Rattengift. Es führt zu Herzrasen und Krämpfen.

Eine Vergiftung durch Rattengift kann auch mit einem Insektenstich oder Schlangenbiss verwechselt werden. Meist werden allergische Reaktionen ausgelöst, die den Symptomen einer Vergiftung sehr ähnlich sind.

Stark unterschätzt werden Vergiftungen durch Schokolade oder andere giftige Lebensmittel. Insbesondere Schokolade ist lebensgefährlich für unsere Vierbeiner. Dein Hund darf auf keinen Fall Lebensmittel mit Kakaopulver fressen. Falls es doch passiert ist, können Erbrechen, starker Durst, Atembeschwerden und Herzversagen die Folgen sein.

Hast du den Verdacht, dass es sich auch um eine andere Vergiftung handeln könnte, solltest du das dem Tierarzt sagen. So kann er besser herausfinden, wie er deinem Hund am besten hilft.

4 Schritte Anleitung bei einer Vergiftung

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1. Ruhe bewahren!

In einer Notfallsituation kann Hektik zu schwerwiegenden Fehlern führen. Umso ruhiger du und andere Helfer an die Situation herangehen, desto überlegter sind deine Handlungen. 

Außerdem bemerkt dein Hund Aufregung sofort. Ganz im Gegenteil dazu solltest du deinen Hund beruhigen. Im Notfall musst du ihn zu seiner eigenen Sicherheit anleinen.

2. Erste Hilfe leisten

Wenn dein Hund bewusstlos ist, solltest du ihn in die stabile Seitenlage bringen. 

Auf keinen Fall sollte er in dieser Situation eine Maulschlinge tragen. Falls er sich dann übergibt, könnte er ansonsten daran ersticken. Du solltest ihn auch nicht zum Erbrechen bringen, denn dadurch könnten die Atemwege blockiert werden.

Überwache immer wieder seine Vitalwerte wie Puls und Atmung. Falls dein Liebling nicht mehr atmet oder du keinen Puls mehr spürst, solltest du sofort mit den Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen. Führe abwechselnd eine Herz-Druck-Massage und eine Mund-zu-Nase-Beatmung durch. Es ist hilfreich, wenn dir eine zweite Person dabei hilft.

Dein Hund muss in diesem Fall unverzüglich zum Tierarzt oder in eine Tierklinik gebracht werden. Fall diese bereits geschlossen haben, muss dein Liebling zur Tier-Notfallambulanz.

3. Kohletabletten verabreichen

Dieser Schritt ist nur sinnvoll, wenn bis dahin noch keine Symptome aufgetreten sind. Kohletabletten, auch Aktivkohle genannt, binden das Gift im Magen oder im Darm an sich und machen es somit unschädlich Der Wirkstoff gelangt nun nicht mehr durch die Darmwand und wird einfach ausgeschieden.

Tierbesitzer sollten immer Aktivkohle im Haushalt haben. Sie sind in Tabletten- und Pulverform in Apotheken, Drogerien und beim Tierarzt erhältlich. Mit dem Tierarzt sollte vorher die richtige Dosis abgesprochen werden. Diese sollte auch schon für Notfälle vorbereitet sein.

Kohletabletten helfen sowohl bei Rattengift als auch bei anderen Vergiftungen, die aus dem Darm in den Kreislauf eindringen. 

Jedoch ersetzen sie auf keinen Fall die Behandlung beim Tierarzt. Sie helfen lediglich, die Menge des Gifts zu minimieren, bis der Tierarzt erreicht wurde. Somit wird die Überlebenswahrscheinlichkeit deines Hundes erhöht.

4. So schnell wie möglich zum Tierarzt

Der Gang zum Tierarzt sollte so schnell wie möglich erfolgen. 

Falls zu viel Zeit vergangen ist und dein Hund schon starke Symptome zeigt, wirken Kohletabletten nicht mehr. Das Gift ist nun schon ins Blut übergegangen. Nun kann nur noch der Tierarzt helfen.

Es ist hilfreich, den Tierarzt bzw. die Tierklinik vorher telefonisch zu informieren. Somit weißt du, ob sie geöffnet haben. Außerdem kann sich der Arzt schon auf den Fall einstellen und das mögliche Gegengift bereithalten.

Wenn möglich, solltest du eine Probe des Gifts, Kot oder Erbrochenes mitbringen. Das hilft dem Tierarzt dabei, die Art und Stärke der Vergiftung zu bestimmen. 

Leider dauert ein genauer Nachweis des Gifts im Labor bis zu einer Woche. Deswegen wird er sich nach den genauen Symptomen deines Hundes erkundigen und ihm dann bei starkem Verdacht hochdosiertes Vitamin K spritzen. 

Wenn das Gegenmittel rechtzeitig verabreicht wird, kann es deinen Hund heilen und er hat eventuell auch keine Folgeschäden mehr.

Einer Vergiftung vorbeugen

Damit es erst gar nicht so weit kommt, kannst du eine Vergiftung deines Hundes mit einfachen Maßnahmen vermeiden, zumindest die Risiken verringern.

Wenn Rattengift ausgelegt wird, sind Tafeln, Schilder und Aufkleber Pflicht, die auf die Gefahr hinweisen. Deswegen solltest du bei jedem Spaziergang auf diese Warnhinweise achten. Allerdings kann es auch sein, dass es einfach vergessen oder das Gift sogar absichtlich hingelegt wurde.

Falls du schon von Vergiftungen in einem bestimmten Gebiet gehört hast, solltest du es unbedingt meiden und dir eine neue Strecke zum Spazierengehen heraussuchen.

Du kannst deinen Hund von Anfang an darauf trainieren, beim Spazierengehen nichts zu fressen. Dann kann auch ausgelegtes Rattengift zu keinem Problem werden. 

Zusätzlich kannst du beim Spaziergang auf den Weg achten, um potenzielles Gift schnell zu erkennen. Und auch deinen Hund solltest du dabei beobachten. Auf keinen Fall darf er auf dem Weg etwas fressen. 

Das kannst du einfacher überwachen, indem du ihn bei Spaziergängen immer an der Leine führst und das Kommando hast.

Mein Fazit & Empfehlung

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Eine Vergiftung mit Rattengift kann schwerwiegende Folgen für unsere Hunde haben. Deswegen ist es wichtig, immer eine Notfalldosis an Kohletabletten da zu haben. Das kann im Fall der Fälle das Leben deines Hundes retten.

Falls es zu einer Vergiftung gekommen ist, musst du unbedingt Ruhe bewahren. Das wichtigste ist dann, sofort einen Tierarzt aufzusuchen. Nur er kann deinem Hund wirklich helfen. Umso schneller das Gegenmittel verabreicht wird, desto besser stehen die Überlebenschancen.

Und damit es erst gar nicht so weit kommt, solltest du beim Spazierengehen besonders auf mögliches Gift achten. Wenn dein Hund so trainiert ist, dass er nichts Fremdes frisst, kann auch nichts passieren.

Hier sind übrigens Kohletabletten, die ich immer zuhause habe:

Kohle-Compretten
Medizinische Kohle anwendbar bei Durchfall und akuten oralen Vergiftungen.
Eine Packung enthält 60 Tabletten.

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