barf rohfutter

15 Tipps zum BARFEN für Anfänger

Kennst du das? Da stehst du im Zoohandel vor den Trocken- oder Nassfutter Regalen und suchst dich durch dutzende Marken, Deklarationen, Inhaltsangaben durch. Im schlimmsten Fall findest du noch nicht mal etwas.

Mein Hund ist Allergiker und leidet an einer chronischen Nierenkrankheit. Ist denn das Futter jetzt gut für ihn? Steht zwar für Allergiker drauf, aber ist es denn auch gut für seine schwachen Nieren? Was mach ich denn jetzt? Soll ich’s mal ausprobieren oder doch nicht? 

Während wir uns festgenagelt vor dem Regal in weitere Fragen und Gedankenströme verstricken, trotzt die eigene innere Stimme auf: „Na, was nun! Ja oder nein! Gut oder schlecht! Ich habe nicht endlich viel Zeit! Entscheid‘ Dich doch endlich!!!“

So ungefähr geht es uns doch allen. Eine große Auswahl an Angeboten, Zusagen, fettgedruckte verlockende Zeilen, versehen mit kleingedruckten Hinweisen! Und schon ist das dumpfe Gefühl im Magen wieder tüchtig am Arbeiten…

Zeit, sich andere Alternativen auszudenken…

Geht es Dir auch so? Dann bist Du hier genau richtig, wenn Du bei der Ernährung Deines Hundes auf eine gesündere Alternative umsteigen möchtest. Wenigstens Dir darüber sicher sein möchtest, was Dein treuster Freund als Nahrung bekommt. Hier hast Du die Möglichkeit selbständig mitzubestimmen und zu kreieren.

Worüber ich rede? Meine Lösung ist das BARFen!

Nach etlichen Recherchen und Gesprächen mit fachkundigen Personen habe ich Dir die 15 wichtigsten Tipps erstellt, die Du für den Anfang brauchst. Somit kannst Du Dich als potentieller Umsteiger näher damit befassen und Dich entscheiden, ob es doch nicht besser für Dich und Deinen Liebling ist, aufs Barfen umzusteigen.

Was genau ist Barfen?

Wolf, Barfen

BARF bzw. BARFen ist eine Methode zur Ernährung fleischfressender Haustiere. Selbst wenn diese Methode eigentlich eine Ausarbeitung für Haushunde ist, findet sie inzwischen auch Anwendung bei Hauskatzen.

Dein Hund wird bei dieser Fütterungsart nur mit rohem Fleisch, Knochen, Gemüse oder Getreide gefüttert.

Wofür steht BARF?

Die Abkürzung BARF stand anfangs für „Born-Again Raw Feeders“ und später für „Bones And Raw Foods“. Im Deutschen bedeutet sie „Biologisches Artgerechtes Rohes Futter“.

Was ist der Hintergrund? Unser treuer Freund stammt bekanntlich vom Wolf ab. Sie ernähren sich ursprünglich von Rohfleisch, Aas, Beeren und Wurzeln. Der Magen unserer Vierbeiner ist immer noch sehr gut geeignet für die Fütterung mit Rohfleisch.

 

Pro & Contra vom Barfen
(gegenüber Nass- oder Trockenfutter)

Pro Contra

▶ Eine ideale Fütterung für Hunde mit Allergien & Unverträglichkeiten
Beim Barfen wirst Du alle Zutaten selbst zusammenstellen. Somit kannst Du sie perfekt auf die Bedürfnisse Deines Hundes abstimmen. Sollte Dein Hund Allergien gegenüber bestimmten Sorten haben, kannst Du diese einfach weglassen und sie mit einer Alternative ersetzen.

▶ Weniger Parasiten
Rohes Fleisch sorgt dafür, dass der PH-Wert im Magen Deines Hundes merklich sinkt. Somit finden Parasiten wie Würmer nicht mehr die notwendige Grundlage, um sich zu ernähren.

▶ Gesündere Zähne
Hunde, die Nassfutter bekommen, haben mit der Zeit oftmals Zahnprobleme. Beim Barfen dagegen hilft das Nagen und Kauen an den Knochen für eine optimale Zahnpflege. Es unterstützt zur Vorbeugung von Zahnstein.

▶ Stärkere Muskulatur
Dein Hund erhält mit rohem Fleisch notwendige Nährstoffe. Somit entwickelt sich seine Muskulatur sehr gut aus.

▶ Weniger Mundgeruch
Manche Hunde haben einen unangenehmen Maul- und Körpergeruch. Meistens sind die Zusatzstoffe in Nass- bzw. Trockenfutter dafür verantwortlich. Beim Barfen wirst Du nach einiger Zeit feststellen, dass dieser strenge Geruch sich mildert, meistens sogar ganz verschwindet.

▶ Besserer Kotabsatz
Dein Hund kann beim Barfen die Nahrung natürlicher verwerten und verdauen. Somit nimmt seine Kotmenge im Allgemeinen ab.

▶ Weniger Risiko zur Magendrehung
Bisher war es nicht möglich, die eigentliche Ursache für eine Magendrehung aufzuklären. Man geht allerdings davon aus, dass der zu große Getreideanteil bei manchen Hundefuttern der Grund dafür ist. Das Futter quillt somit im Magen auf. 

Manche Theorien gehen davon aus, dass diese Dehnung des Magens die Umstände für eine Magendrehung begünstigt. Rohes Fleisch dagegen nimmt im Magen weniger Platz ein und senkt damit die Gefahr einer Magendrehung.

▶ Über- und Unterdosierung von Nährstoffen
Beim Barfen besteht die Gefahr, dass Dein Hund aufgrund Unter- bzw. Überdosierung von Nährstoffen keine ausgeglichene Nahrung aufnehmen kann. 

Gerade Welpen und Junghunde können während des Wachstums ernsthafte Schäden erleiden, wenn sie fehlernährt werden. Zum Beispiel Missbildungen des Knochenbaus. 

Ist Barfen kostspielig?

Geld

Auch wenn es auf den ersten Blick den Anschein hat, als ob das Barfen kostspielig ist. Das muss es nicht unbedingt sein. Es gibt immer Möglichkeiten, qualitativ hochwertige Zutaten zu einem fairen Preis zu kaufen. 

Das Barfen ist nicht teurer als ein hochwertiges Bio Hundefutter.

Bedenke auch, dass Du nicht mehr irgendwelchen „heimtückischen“ Deklarationen einiger Futtersorten auf die Spur gehen musst. Zeit ist auch Geld.

Ist seine Gesundheit fürs Barfen geeignet?

Bevor Du Dich für das Barfen entscheidest, solltest Du mit Absprache Deines Tierarztes oder eines Ernährungsberaters eventuelle Grunderkrankungen wie Allergien abwägen. 

Bei einem chronisch kranken Hund ist es besser, wenn Du eine fachkundige Person zu Rate ziehst. Denn in bestimmten Fällen ist es ratsamer, das Futter zu kochen, anstatt es roh zu geben.

Barfen für Anfänger

In den weiteren Abschnitten erklären wir dir ganz genau, wie du deinen Zeitplan fürs Barfen machst. Wie und wo du die Zutaten aufbewahrst. Welche Grundausrüstung du brauchst und auch wie du seinen Kalorienbedarf errechnest.

Welche Lebensmittel gut sind und welche nicht sowie ein Plan zur Umstellung der Nahrung. Also fangen wir gleich mal an:

Damit Dein Hund sich gesund und ausgeglichen ernährt, braucht er wie sein Ahne – der Wolf – alle notwendigen Bestandteile seiner Beute. Der Wolf ernährt sich in seiner Umgebung auch von Obst (z.B. Beeren) und Gemüse. 

Demnach sind die Bestandteile des Barfens: Muskelfleisch, Innereien, Gemüse, Obst, ab und an Knochen. Zusätzlich Fette, Öle und Mineralien. Diese kannst Du dem Futter beimischen.

Bestandteile in %:

Tierische Erzeugnisse

70%

   Muskelfleisch durchwachsen

50%

   Pansen, Blättermagen

15%

   Innereien

15%

   Knochen, Knorpel

20%

Pflanzliche Erzeugnisse

20%

   Gemüse

40%

   Obst

40%

Tierische Erzeugnisse

70%

   Muskelfleisch durchwachsen

50%

   Pansen, Blättermagen

15%

   Innereien

15%

   Knochen, Knorpel

20%

Pflanzliche Erzeugnisse

20%

   Gemüse

40%

   Getreide

40%

   Obst

20%

Wie sollte ich meine Zeit einplanen?

Je mehr Hunde Du hast, desto mehr Zeit wirst Du benötigen. Auch können eventuell vorhandene Krankheiten Deinen Zeitplan am Anfang belasten, da Du auch andere Sachverhalte mit beachten musst. 

Natürlich wird Dein Zeitaufwand bei einem kleinen Hund viel weniger sein, als bei einem großen Hund. Deswegen ist es am besten, wenn Du Dir zu Anfang viel Zeit lässt.

Bitte beachte auch, dass die Portionierung zu Anfang auch zeitaufwendiger sein wird, bis Du Deinem Liebling seine Mahlzeit „servieren“ kannst. Das kann bis zu zwei Stunden dauern. 

Mit reichlich gewonnener Erfahrung wirst Du das allerdings allmählich in den Griff bekommen. Es wird also schnell gehen!

Wo und wie soll ich die Zutaten aufbewahren?

Du kannst die Zutaten portionsweise in Frischhalte-, Vakuumbeutel bzw. Gefrierbehälter aufbewahren. Die Gefrierbehälter könntest Du auch nach dem Auftauen direkt als Napf verwenden.

Generell gelten bei der Aufbewahrung dieselben Regeln wie bei Fleisch oder Lebensmitteln für unseren eigenen Verzehr. Das Fleisch solltest Du unbedingt kühl aufbewahren und kurz vor der Verarbeitung aus dem Kühlschrank nehmen.

Bei tiefgekühltem Fleisch solltest Du das Fleisch für einen Tag im Kühlfach auftauen lassen.

Die Bundestierärztekammer empfiehlt, dass das frische Fleisch nur nach ausreichendem Erhitzten (70 °C Kerntemperatur über 5-10 Min.) bzw. nach mind. 4 Tage langem Einfrieren bei – 20 °C verfüttert wird.

Grundausrüstung

Kühlschrank
Waage
wassernapf chihuahua
Messer
  • Ausreichender Lagerraum
    Du solltest ausreichend Platz für die Zutaten im Kühlschrank bzw. im Gefrierschrank haben. Eventuell wäre es sinnvoll sich einen neuen oder gebrauchten anzuschaffen.
  • Waage
    Für die Portionierung der Zutaten benötigst Du eine manuelle oder digitale Waage. Es wäre sinnvoll, wenn die Waage auch Gramm-Mengen anzeigt. Du wirst sie benötigen, um die Zusatzstoffe (wie Öl) gut abzuwiegen.
  • Ausreichend großer Napf
    Du wirst einen größeren Napf brauchen als sonst. Das Fleisch und die Zutaten benötigen viel mehr Platz als Nass- bzw. Trockenfutter.
  • Scharfes Messer
    Du brauchst gut geschärfte Messer, um das Fleisch ordentlich zu schneiden. Beachte auch, dass Du ab und an Knochen teilen musst. Hier kannst Du Dich bei Deinem Metzger beraten lassen.

Wie berechne ich den Grundbedarf?

Rechnen
Die Berechnung ist zum Glück keine Raketenwissenschaft

Der Grundbedarf an Futter gemessen am Körpergewicht:

  • erwachsene Hunde: etwa 2 – 4%
  • große Hunde: etwa 2 – 3% 
  • kleine Hunde: etwa 3 – 4%.

Als Beispiel:
Körpergewicht eines großen Hundes: 55 kg
2%  55 * 2/100 = 1,100 kg
3%  55 * 3/100 = 1,650 kg

Der Grundbedarf eines 55 kg schweren großen Hundes liegt somit zwischen 1,100 kg und 1,650 kg.

Bitte beim Kauf des Fleischs beachten

Biohaltung

So wie bei uns ist es für Deinen Hund gesünder, wenn er qualitativ hochwertiges Bio-Fleisch bekommt. Bei hochwertigem Fleisch verzichtet der Züchter auf unnötige Medikamenten wie Antibiotika und setzt auf Weidehaltung. 

Das reflektiert sich natürlich auch auf die Qualität des Fleischs. Somit sind die Nährstoffe viel ausgewogener, die Dein Hund dann direkt davon aufnehmen kann.

Bei kleinen Hunden reichen Abpackungen von etwa 200 Gramm aus. Kostengünstiger wäre es für Dich, wenn Du in größeren Packungen kaufst und diese dann zu Hause entsprechend portionierst.

Auch gibt es in der Zwischenzeit Barf-Fachhandel, die das Futter in handlichen Größen liefern. Die kannst Du dann im Gefrierschrank aufbewahren und je nach Bedarf einzeln auftauen.

Welche Lebensmittel fürs Barfen?

Ja

▶ Muskelfleisch
Muskelfleisch hat neben Wasser und Fett auch wichtige Mineralien und Proteine.

  • Rindfleisch ist die perfekte Lösung für den Einstieg. Es hat viele Proteine und ist nicht übermäßig fettig.
  • Pute/Geflügel und Kaninchen sind magere und leicht verdauliche Fleischsorten.

    Du kannst Deinen Hund guten Gewissens mit Geflügel füttern, ohne Angst vor einer Salmonellen-Gefahr zu haben. Hunde haben einen sehr kurzen Darm und können das Rohfutter deswegen relativ schnell verdauen. Die Erreger werden also wieder ausgeschieden, bevor es zu einem krankmachenden Befall kommen kann. Eine Salmonellen-Infektion ist beim Hund in erster Linie ein Problem des Immunsystems.

▶ Innereien
Enthalten viel Eisen, Kupfer, Biotin, Vitamin A und B.

  • Rinderleber  enthält viel Vitamin A. Nicht zu häufig geben, da eine Überdosierung mit diesem Vitamin zu Gesundheitsschäden führt.
  • Rinderblut enthält viele Vitamine, Mineralien und Spurenelemente
  • Rinderniere ist reich an Eiweiß
  • Rindereuter ist Fett- und Calciumhaltig
▶ Pansen
Enthalten vorverdaute pflanzliche Stoffe. Diese fördern die Verdauung Deines Hundes. Hier ist am besten Rinder-Pansen angesagt. Falls Dein Hund allergisch sein sollte, kannst Du auch Lamm-Pansen ausprobieren.
 
▶ Knochen
Sind optimal für die Zahnpflege. Sie enthalten Eisen, Fett, Enzyme und Calcium.
 
Brustknochen von Rind, Kalb, Lamm, Kaninchenknochen und Rehbeine mit Fell immer roh füttern, damit sie nicht splittern!
 
▶ Fisch
Enthält Fettsäuren, Jod und verschiedene Vitamine. Allerdings enthält es auch Vitamin B1 spaltende Enzyme. Um eine Vitamin B1-Unterversorgung zu vermeiden, solltest Du Deinen Hund nur einmal in der Woche mit Fisch ernähren. 
 
Die Vierbeiner haben übrigens eine Vorliebe für Lachs, Hering, Makrele und Stinte.
 
▶ Milchnebenprodukte
Manche Hunde vertragen die Laktose in der Milch nicht. Deswegen wäre es besser, wenn Du zum Beispiel auf Joghurt, (Hütten-)Käse und Quark greifen würdest. Milchprodukte enthalten viel Calcium und Eiweiß. Ab and an Deinen Hund mit etwas davon zu ernähren, ist sehr sinnvoll.
 
▶ Eier
Grundsätzlich wird empfohlen, dass das Eiklar nicht im Napf sein sollte. Bei zu häufiger Fütterung damit, kann es zu Biotin-Mangelerscheinungen wie stumpfes Fell, Hauterkrankungen kommen.
 
Das Eigelb dagegen ist reichhaltig an Vitaminen, Fettsäuren und Spurenelementen. Auch kannst Du Deinem Hund die Eierschale beimischen. Sie ist reich an Calcium.
 
Du kannst Deinen Hund 2 bis 3 Eier pro Woche geben.
 
▶ Öl
Öle können die Ernährung Deines Hundes ergänzen. Sie sind dafür zuständig, die fettlöslichen Vitamine aus der Nahrung zu lösen. Außerdem enthalten sie Linolsäure und Alpha-Linolensäure, die der Organismus Deines Hundes nicht selbst erzeugen kann.  
 
Sie fördern Nervensystem, Gehirnentwicklung, Sehvermögen, Fruchtbarkeit, Hautzustand und sorgen für ein intaktes Immunsystem. 
 
Wirklich empfehlen können wir für Hunde Lachsöl, Hanföl oder Kürbiskernöl
 
Das Öl sollte immer kaltgepresst sein. Ansonsten sind diese Säuren zerstört. 
 
▶ Obst und Gemüse
Hunde können die Zellwände von Pflanzen nicht aufspalten. Deswegen solltest du das Gemüse oder den Obst immer pürieren. Achte auch darauf, dass Gemüse oder Obst reif bzw. überreif ist.
 
Große und mittelgroße Obstsorten solltest Du vor dem pürieren immer entkernen. Die Kerne haben Blausäure, die sehr giftig für Deinen Hund ist. 
 
Dem Gemüse oder Obst immer ein wenig Öl beimengen. Denn viele der enthaltenen Vitamine sind nur fettlöslich. Diese kann Dein Hund ohne Öl nicht in seinem Organismus aufnehmen.
 
▶ Getreide und Kohlenhydrate
Wenn Dein Hund sehr viel Energie verbraucht und bei einer normalen Portionierung ohne Getreide Gewicht verlieren sollte, kannst Du bis zu 40% des Gemüse/Obst-Anteils mit 40% Getreide ersetzen.
 
Falls Dein Hund eine Gluten-Allergie hat, kannst Du Reis, Hirse, Amaranth und Haferflocken beimischen. Die sind alle Glutenfrei. 
 

Welche Lebensmittel dürfen auf keinen Fall in das BARF-Futter?

▶ Rohes Schweinefleisch
Der im Schweinefleisch enthaltene Aujeszky-Virus kann beim Hund zu einer tödlichen Pseudowut führen. Deswegen gib Deinem Liebling auch keine Produkte vom Schwein wie Schinken, Salami & Co. 

▶ Kehlkopffleisch und Schilddrüsengewebe
Die darin enthaltenen Hormone können die Schilddrüse Deines Hundes aus dem Gleichgewicht bringen.

Die Bundestierärztekammer empfiehlt, dass frisches Fleisch nur nach ausreichendem Erhitzten (70 °C Kerntemperatur über 5-10 Min.) bzw. nach mind. 4 Tage langem Einfrieren bei – 20 °C verfüttert wird.

▶ Giftiges Gemüse und Obst sind:

  • Avocado
  • Nachtschattengewächse (Tomaten, Aubergine, rohe Kartoffeln, Paprika)
  • Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen, Soja)
  • Zwiebel & Knoblauch
  • Rosinen
Bitte übersehe nicht, dass Dein Hund ein Raubtier ist. Er ist also ein klarer Fleischfresser! Deswegen solltest Du, solange es keine gesundheitlichen Gründe dafür gibt, Deinen Hund nicht vegetarisch bzw. vegan ernähren. 
 
▶ Gewürze
Von Gewürzen solltest Du fern blieben. Auch brauchst Du das Futter nicht zusätzlich zu salzen. Dein Hund nimmt ausreichend davon über Fleisch und Gemüse.
 
▶ Schokolade
Schokolade und Kakao hat Theobromin. Dieser Stoff kann sogar bei kleinen Mengen bei Hunden zum Tod führen.
 

Die Barfer Umstellung

Auch wenn manche Hunde keine Probleme mit der Umstellung haben, hat es sich bewährt, sie langsam anzugehen. Manche Hunde können im Vergleich zu anderen eigenwilliger sein. Hier ist wieder Dein Einfühlungsvermögen gefragt, da jeder Hund anders tickt.

Deswegen bereite Dich vor, dass die ersten Tage schwierig für Dich und Deinen treuen Freund sein könnten. Wenn die „Krise“ vorbei ist, wird Dein Hund sich garantiert für die Umstellung bedanken.

Bitte beachte auch, dass es sich hier um einen Stadium handelt, in dem sich Dein Hund „entgiftet“. Deswegen können folgende Symptome auftauchen: Durchfall, Schleim im Kot, Juckreiz, Hautprobleme, Ohren- und Augenausfluss, Erbrechen oder übler Geruch.

Falls die Symptome nicht nach drei Tagen abklingen sollten, dann ziehe Deinen Tierarzt zu Rat. Er kann Deinem Hund Präparate verschreiben, die ihm bei der Übrgangsphase unterstützen können, wie bei der Verdauung.

Beachte, dass der Organismus Deines Hundes Zeit braucht, um sich wieder umzustellen. Insbesondere dann, wenn Du Deinen Liebling davor mit Trockenfutter gefüttert hast.

Anleitung zur Umstellung

Fragezeichen

Wenn Dein Hund sich jahrelang an herkömmliche Futter gewöhnt hat, kann es vorkommen, dass er anfangs Schwierigkeiten mit der Umstellung hat.

  1. Lass Deinen Hund 1 Tag fasten. Somit hat Dein Hund genügend Zeit, das alte Futter komplett aus seinem Körper auszuscheiden. Bei einem Welpen solltest Du eine Mahlzeit auslassen, da ihr Bedarf noch höher ist als ein erwachsener Hund.
  2. Die ersten Tage mit hellem Fleisch wie Pute, Huhn oder Lamm, leicht gedünstetes Gemüse ernähren. Auch kannst Du die Tagesration auf mehrere Mahlzeiten pro Tag verteilen. Falls Dein Hund das rohe Fleisch nicht sofort akzeptieren sollte, kannst Du es zu Anfang ein wenig aufkochen oder anbraten.

    Beobachte Deinen Hund sehr genau. Sollten keine Auffälligkeiten zu bemerken sein, kannst Du zu den weiteren Zutaten übergehen, z.B. eine weitere Gemüsesorte hinzufügen oder auch Rindfleisch, Pansen beimengen
    .

     

  3. Jetzt könntest Du die Innereien ausprobieren. Am Anfang empfiehlt es sich, die Ration gering zu halten. Denn manche Hunde brauchen Zeit, sich an Innereien zu gewöhnen.

    Auch hier ist das Ankochen oder Anbraten eine vorübergehende Alternative für den Übergang.

  4. Wenn alles gut geht und Dein Hund seelisch und körperlich zufrieden scheint, kannst Du langsam Knochen beimischen. Du kannst die Knochen auch als Knochenmehl hinzufügen oder den Knochen wolfen lassen. Die Knochen müssen auf jeden Fall roh sein.
Beachte, dass Knochen den Kot verhärten und die Verdauung erschweren. Hier solltest Du Deinen Hund sehr genau beobachten. Deswegen ist es zu Anfang ratsamer, weichere Knochen beizumengen. Härtere solltest Du bei der Umstellungs-Phase unbedingt vermeiden.

Wie oft kann ich täglich barfen?

Erwachsene Hunde sollten morgens oder mittags und abends gebarft werden. Welpen oder Junghunde können dagegen bis zu fünfmal täglich gefüttert werden. 

Bei bestimmten Erkrankungen ist es besser, wenn Dein Hund seine Mahlzeit mehrmals am Tag bekommt. Hier wäre es sinnvoll, wenn du dies mit Deinem Tierarzt besprechen würdest.

Nach dem Füttern sollte Dein Hund sich mindestens eine Stunde ausruhen. Also nicht spielen oder Gassi gehen! Anstrengende Bewegungen können eine Magendrehung verursachen, da der Magen noch voll ist.

Wie sollte ich die Änderungen bei meinem Hund beobachten?

Gesundheit

Du solltest nach der Umstellung Deinen Hund auf seine äußere Erscheinung und seiner inneren Prozesse sehr genau beobachten.

Der Organismus Deines Hundes wird in den folgenden Monaten eine sogenannte „Entgiftungs-Phase“ durchgehen. Die Symptome können wie schon erwähnt Durchfall, Schleim im Kot, Juckreiz, Hautprobleme, Ohren- und Augenausfluss, Erbrechen oder übler Geruch sein. 

Dieser Entgiftungsprozess kann lange dauern. Hier musst Du durchhalten! Auch kann Dein Tierarzt Dir einige natürliche Mittel verschreiben, um Deinem Hund die Übergangsphase zu erleichtern.

Bei Rohfütterung kann Dein Hund weniger Stuhlgang haben als gewohnt. Das ist ganz normal, denn er kann jetzt seine Nahrung viel besser verwerten.

Falls Dein Hund weißen Stuhlgang haben sollte, kann das von den beigemengten Knochen kommen. Bei anhaltendem weißen Kot und/oder Schwierigkeiten beim Stuhlgang, musst Du das Fleisch- und Gemüseanteil erhöhen.

Hat Dein Hund Verstopfungen? Das könnte dann am hohen Knochenanteil liegen. Hier kannst Du Deinem Hund Kürbisfleisch geben, um es zu lösen. Lass ihn danach fasten bis sein Stuhlgang erfolgt ist. Falls die Verstopfung zu stark sein sollte, suche sofort Deinen Tierarzt auf!

Am Anfang kann Dein Hund auch Durchfall bekommen. Hier musst Du gut unter wässrigem Kot und weichem Kot unterscheiden. Weicher Stuhlgang normalisiert sich mit der Zeit. Sollte der Kot stark wässrig sein oder der Durchfall länger anhalten, suche Deinen Tierarzt auf!

Schleim um den Kot herum erfolgt nach einer Rohfutterumstellung. Auch Milchprodukte können dazu führen. Hier ist es ratsam, wenn Du eine Weile auf die Fütterung mit Milchprodukten verzichtest. Falls der Schleim um den Stuhlgang herum trotz der vorgenommenen Maßnahmen regelmäßig auftauchen sollte oder gar nicht abklingt, suche bitte Deinen Tierarzt auf!

Unser BARF Fazit

Auch wenn alles am Anfang ein bisschen kompliziert aussehen sollte: Du wirst in kurzer Zeit bemerken, dass Du mit Empathie und ein fürsorgliches Beobachten diese Hürde überwinden wirst. 

Falls Du auch noch Freude am Experimentieren hast, wird die anfängliche Hürde sich als ein endloser Spaß entpuppen. Diese Freude kannst Du mit gutem Gewissen weiter entwickeln. 

Zudem wird sich Eure Bindung zueinander verstärken. Es wird Deinem Liebling schmecken, er wird sich komplett wohl fühlen und lange gesund bleiben. 

Wie er sich bei Dir bedanken wird? Er wird Dir viel mehr Liebe, Achtung und Treue schenken! Eine Belohnung, die Du bestimmt genießen wirst!

So wünsche ich Dir einen guten Start ins Barfen.

„Barfen ist leicht. Barfen ist keine Religion. Barfen ist einfach nur Hunde füttern.“ – Swanie Simon

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