Die 3 besten purinarmen Hundefutter
Nach unserer Recherche von verschiedenen Futtersorten können wir dir guten Gewissens diese Marken empfehlen. Jeweils eine Empfehlung für gefriergetrocknetes Futter, Nassfutter und auch Trockenfutter.
Gefriergetrocknet
Anifit Purin-Low
Speziell entwickeltes Hundefutter mit einem niedrigen Puringehalt und sehr hochwertig durch die gefriergetrockneten Zutaten.
Leicht verdauliche, hochwertige Zutaten und durch die Gefriertrocknung bleiben die Nährstoffe und Geschmack maximal erhalten. Es ist lange haltbar und frei von Konservierungsmitteln, Geschmacksverstärkern, Farbstoffe und Aromen.
Nassfutter
Bellfor Landgut Menü
Dieses Futter hat einen sehr geringen Purinwert und besteht aus Insektenprotein und ist dazu noch getreidefrei. Dieser Wert liegt bei ungefähr 4,3mg Purin / 100gr Nassfutter.
Der Hersteller verzichtet bei der Produktion bewusst auf Farb-, Aroma- und Konservierungsstoffe, Tier- und Pflanzenmehle, belastende Füllstoffe, synthetischer Vitamine usw. Das Produkt ist zudem glutenfrei und proteinreduziert.
Trockenfutter
Bei Trockenfutter hat Royal Canin eine spezielle Sorte mit sehr geringen Puringehalt.
Royal Canin Vet Diet Urinary
Hundefutter bei Harnsteinerkrankungen und zur Auflösung und Prophylaxe von Urat, Xanthin oder Cystin Steinen oder Kristalllen. Unterstützt dazu noch die Hautfunktion
Was sind Purine?
Purine sind organische Verbindungen, die in vielen Lebensmitteln vorkommen, wie auch Hundefutter. Sie kommen natürlicherweise in Fleisch, Fisch, Geflügel und Innereien vor. Purine können auch als Zusatzstoffe in Hundefutter zugesetzt werden. Purine können bei manchen Hunden, insbesondere solchen mit Nierenproblemen, zu Problemen führen, da sie beim Abbau zu Harnsäure führen können und diese kann die Nieren belasten.
Es ist daher wichtig, das richtige Hundefutter mit Vorsicht auszuwählen
Was ist Leishmaniose?
Die Leishmaniose ist eine parasitäre Infektionskrankheit von Mensch und Tier. Der Parasit gehört zur Gattung Leishmania. Er gelangt durch den Stich der Sandmücke in den Blutkreislauf.
Das Verbreitungsgebiet der Sandmücken sind die Tropen, der Mittelmeerraum und Asien. Durch den Klimawandel tritt die Krankheit auch in einigen Regionen Deutschlands auf. Sandmücken sind nachtaktive Insekten und kommen vor allem zwischen Mai und Oktober vor. Deshalb sollte man seinen Hund nachts nicht im Freien schlafen lassen oder den Schlafplatz mit einem Moskitonetz schützen.
Vorbeugen kannst Du mit einem Sandmückenhalsband. Durch den Stich einer infizierten Sandmücke dringt der Parasit Leishmania in die Blutbahn des Hundes. Danach nehmen Abwehrzellen diesen Parasit in sich auf. Während die Abwehrzellen im Körper wandern, vermehrt sich der Parasit in ihnen und befällt die Organe des Hundes. Die Symptome zeigen sich generell erst nach 3 bis 18 Monaten.
Die Symptome
Innenorgane
- Schwerer Gewichtverlust
- Appetitlosigkeit
- Durchfall
- blutiger Kot
- Erbrechen
- Nasenbluten
- Nierenversagen
- Gelenkschmerzen
- Entzündung der Muskeln
Haut und Fell
- Schuppenbildung
- Verlust/Änderung der Hautfarbe
- Platzwunden an Schnauze und Pfoten
- Sprödes Haarkleid
- Haarausfall
- Geschwüre auf der Haut
- Schnell wachsende und brüchige Krallen Eine vollständige Heilung ist in den meisten Fällen ausgeschlossen. Die Therapie mit dem Wirkstoff Allopurinol fokussiert sich mehr auf die Stärkung der körpereigenen zellulären Abwehr. Der Parasit bleibt im Körper. Aber der Wirkstoff verhindert, dass er sich vermehrt.
Der Wirkstoff Allopurinol ist wirksam gegen Gicht. Er hemmt die Synthese des Stoffs Purin im Organismus. Genau hier bekommt die Leishmania den Stoff nicht mehr, den er für seine Weiterentwicklung braucht.
*Der Wirkstoff täuscht dem Parasit vor, dass es Purin isst. * Somit entzieht Allopurinol dem Parasit seinen lebensnotwendigen Stoff und er kann sich nicht mehr weiter vermehren. Allerdings hat dieses Präparat eine Nebenwirkung: Es hemmt den Enzym Xanthin-Oxidase. Dein Hund braucht aber dieses Enzym, um das mit der Nahrung aufgenommene Purin vollständig abbauen zu können. Somit steigert sich der Xanthin-Spiegel, was zu Steinbildung und Blasenentzündung führt.
Kurz gesagt ist die Krankheit nicht dafür verantwortlich, dass Du Deinen Hund auf purinarmes Futter umstellst, sondern die Nebenwirkung des Wirkstoffs Allopurinol.
Purinarme Ernährung bei genetisch bedingten Krankheiten
Einige Hunderassen wie der Dalmatiner, haben einen gestörten Purin-Stoffwechsel. Es handelt sich hier um eine genetische Veranlagung. Die aufgenommenen Purine können sich nicht mehr zu Allantoin (Endprodukt des Purin-Abbaus), sondern nur zu Harnsäure abbauen. Die Harnsäure scheidet sich über Niere und Harn aus. Die Folge ist ein erhöhter Harnsäurespiegel im Harn.
Somit kann sich die Harnsäure nicht auflösen. Es entstehen Kristalle im Harn. So besteht das hohe Risiko, dass diese Kristalle auf ihrem Weg sich zu Steinen entwickeln. Das kann zu Harn-Abflussstörungen, starken Schmerzen beim Urinieren und Nierenkoliken führen.
Welche purinarmen Lebensmittel helfen? (Tabelle)
Eine Ernährung vollkommen ohne Purin ist fast unmöglich. Allerdings kannst Du anhand von Puringehalt-Tabellen feststellen, welche Lebensmittel eher zur purinarmen oder purinreichen Gruppe gehört.
Die folgende Tabelle zeigt den Puringehalt pro 100 g.
Fleisch
Geflügel
Fisch
Milch
Gemüse
Getreide
Hülsenfrüchte
Fleisch
Fleisch Purin
Kalbsbries (Thymusdrüse)
525
Rinderleber
231
Kalbsleber
182
Rinderlunge
166
Schweineniere
139
Schweineleber
125
Schweineschulter, Haut
116
Rinderniere
112
Rinderherz
107
Kalbsniere
88
Schweineschulter, gebraten
83
Pferdefleisch
83
Hammellende
81
Lammfleisch (Muskelfleisch)
76
Hase
71
Rinderzunge
67
Hirsch
67
Schweineschulter, roh
63
Schweinefleisch (Muskelfleisch)
63
Reh
63
Kalbfleisch (Muskelfleisch)
63
Hammelkotelett
61
Kaninchen
60
Rindfleisch (Muskelfleisch)
58
Kalbskotelett
52
Schweinskotelett
49
Geflügel
Geflügel Purin
Huhn mit Haut, gebraten
125
Huhn, Keule, gebraten
98
Gans
69
Ente
64
Fasan
62
Putenschnitzel, roh
50
Fisch
Fisch und Fischerzeugnisse Purin
Sprotte (geräuchert)
223
Sardinen (in Öl)
200
Makrele, roh, mit Haut
167
Ölsardinen, mit Haut
146
Sardine
144
Heilbutt
123
Thunfisch (in Öl)
121
Anchovis
108
Thunfisch
107
Rotbarsch (Goldbarsch)
100
Bückling, mit Haut
100
Lachs (geräuchert)
100
Matjeshering
91
Heringsfilet
88
Brathering, mit Haut
88
Ölsardinen, ohne Haut
88
Forelle
83
Hering
79
Heringsrogen
79
Makrele (geräuchert)
76
Makrele, roh, ohne Haut
75
Hering, grün, ohne Haut
74
Scholle, roh, mit Haut
71
Lachs
68
Seelachs
68
Brathering, ohne Haut
67
Kabeljau (Dorsch)
63
Karpfen
63
Makrele
60
Bückling, ohne Haut
60
Kaviar (russischer)
60
Hecht
58
Scholle
58
Seezunge
55
Schellfisch
54
Scholle, roh, ohne Haut
54
Kabeljaufilet
50
Aal (geräuchert)
48
Zander
46
Milch
Milchprodukte Purin Camembert,45% Fett i. D.Tr.
13 Schmelzkäse, 20% Fett i. D. Tr.
11 Harzer Käse, 10% Fett i. D.Tr.
10 Limburger, 20% Fett i. D. Tr.
10 Gouda, alt, 45% Fett i. D.Tr.
7 Schmelzkäse, 60% Fett i. D. Tr.
5 Emmentaler,45% Fett i.d.Tr.
4
Milch
0
Joghurt, natur
0 Quark, 20% Fett i.d.Tr.
0
Gemüse
Gemüse Purin in 100gr
Schwarzwurzel
29
Rosenkohl
25
Sauerampfer
23
Broccoli
21
Spinat
21
Blumenkohl
19
Bohnen (grün)
18
Lauch
17
Porree
17
Rotkohl
17
Wirsingkohl
17
Avocado
13
Grünkohl
13
Kohlrabi
13
Sellerie
13
Chinakohl
10
Feldsalat
10
Spargel
10
Aubergine
8
Rote Bete
8
Sauerkraut
8
Zucchini
8
Fenchel
7
Bambussprossen
6
Chicorée
6
Karotte
6
Kartoffel
6
Möhre
6
Paprika, rot
6
Endivien
4
Kopfsalat
4
Paprika, grün
4
Radieschen
4
Rettich
4
Tomate
4
Rhabarber
2
Salatgurke
2
Getreide
Getreide Purin in 100gr
Buchweizen
62
Grünkerngriess
53
Grünkernmehl
53
Haferflocken
42
Tapioka
37
Hirse
35
Vollkornmehl
35
Gerstengraupen
34
Grünkern
34
Sago
34
Weizengriess
34
Weizenmehl,Type 1700
34
Griess
23
Roggen
20
Weizen
17
Weizenmehl, Type 405
17
Reis, natur
15
Reis, weiß
10
Weizenmehl
8
Stärke
0
Hülsenfrüchte
Hülsenfrüchte Purin in 100gr
Erbsen, grün
62
Bohnen, weiß (trocken)
75
Linsen
84
Sojabohnen
92
Alle Angaben in mg/100gr
Auf was genau muss ich bei Fertigfutter achten?
Die meisten im Markt angebotenen Futtersorten haben keine Angaben über den Puringehalt. Auch sind die Inhaltsstoffe meist nicht klar deklariert.
Bei Angaben wie „Fleisch und tierische Nebenprodukte", „Huhn" oder „Rind" solltest Du lieber die Finger weglassen. Hier können Nebenprodukte oder Innereien vom Huhn/Rind enthalten sein. Bei Angaben wie „Huhnfleisch" oder „Rindfleisch" kannst du bewusster zugreifen. Deshalb solltest Du bei Trockenfutter zusätzlich darauf achten, dass der Rohproteingehalt unter 23% liegt. Als Lieferant für Kohlenhydrate sind Reis oder Weizen geeignet. Reis und Weizen haben einen geringen Puringehalt. Bei Nassfutter gilt das gleiche. Allerdings solltest Du hier beachten, dass Nassfutter generell einen geringeren Proteingehalt hat als Trockenfutter. Dieser geringe Proteingehalt ist abhängig vom hohen Wassergehalt.
Deswegen vernachlässige bei Nassfutter es nicht, einen deutlichen Blick auf die Inhaltsstoffe zu werfen. Du kannst dem Nassfutter zusätzlich Milcherzeugnisse oder Getreideflocken mit niedrigem Puringehalt beimengen.
Was muss ich beim Selbstkochen oder Barfen beachten?
Beim Barfen oder Selbstkochen kannst Du den Inhalt besser kontrollieren. Auf Pansen solltest Du hier verzichten. Pansen hat einen hohen Puringehalt. Als Eiweissquelle kannst Du einen Teil des Fleischbedarfs mit Milchprodukten wie Käse ergänzen. Bei der Fütterung von Getreide solltest Du auf einen niedrigen Puringehalt achten. Buchweizen und Grünkernmehl sind deshalb nicht geeignet. Weizen, Reis, Roggen oder Nudeln sind Alternativen. Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen und Linsen sind ebenfalls ungeeignet.
Vorsicht auch bei Snacks für zwischendurch. Viele haben einen zu hohen Proteingehalt (z.B. Trockenpansen). Bei selbst gekochtem Futter sinkt der Puringehalt, da sich die Purine teilweise im Kochwasser lösen. Deshalb das Kochwasser nicht unter das Futter mischen.
Mit ausreichend Wasser versorgen
Wasser unterstützt das Nieren- und Blasensystem dabei, die Harnwege gründlich zu durchspülen. Ein ausgewachsener Hund sollte in der Regel 50, 100 ml Wasser/kg Körpergewicht bekommen. Stets frisches Trinkwasser bereit halten.
Ideal für das Wasser ist Raumtemperatur. Eine regelmäßige Säuberung des Wassernapfs verhindert das Entstehen von Keimen. Dein Hund sollte tagsüber mindestens mit 4, 6 Stunden Abstand regelmäßig urinieren. Sorge für viel Bewegung und gehe regelmäßig mit deinem Hund spazieren. Das ist gut für eine gesunde Verdauung. Die Länge der Spaziergänge hängt vom Alter, Gesundheitszustand und der Aktivität Deines Hundes ab. Zu wenig Bewegung ist für Deinen Hund genauso ungesund wie zu lange oder zu anstrengende Spaziergänge.
Regelmäßige Uringehalt-Kontrolle
Um sicher zu gehen, sind regelmäßige Kontrollen des nüchternen Urins empfehlenswert. Der Urin-PH-Wert sollte bei 6,5 bis 7,0 liegen. Werte unter 6,5 signalisieren das Risiko von Steinbildung. Falls der Wert unter 6,5 PH liegen sollte, mache noch weitere Tests um das Ergebnis zu bestätigen. Bei Werten über 7,5 solltest Du genauso vorgehen. In beiden Fällen ist es empfehlenswert, wenn Du Deinen Tierarzt aufsuchst.
Die Messungen kannst du mit Urinstäbchen für Hunde aus der Apotheke oder aus einem Zoofachhandel zu Hause vornehmen. Halte während des Urinierens einen sauberen Behälter (wie Plastikschüssel, kein Metall) zum Auffangen unter. Nähere Anweisungen findest du in der Produktbeschreibung. Du kannst mit Deinem Tierarzt besprechen, welche Impfungen oder Medikamente (Antibiotika, Cortison usw.) verzichtbar sind, bis die akute Zeit für eine purinarme Ernährung vorbei ist.
Unsere Empfehlung
Die Umstellung auf eine purinarme Ernährung kann zunächst eine Herausforderung für Dich sein. Wenn du einmal den Dreh raus hast, wird es dir leichter fallen, neue Ideen und Alternativen für deinen Liebling umzusetzen. Dein Hund wird es Dir danken und Dich noch viele Jahre glücklich begleiten. Er wird sich wieder stabilisieren und schnell an Energie und Lebensfreude gewinnen. Beginne also so schnell wie möglich mit der Umstellung.








